Archiv des WHKT-Reports

Der WHKT-Report erscheint monatlich und gibt Auskunft über für das Handwerk relevante Themen aus Wirtschaft, Politik und Bildung.

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Liebe Leserinnen und Leser,

im Bildungsbereich bewegt das Handwerk seit Monaten die rechtliche Verankerung der berufsabschlussbezogenen Validierung von informell und non-formal erworbenen Kompetenzen im Berufsbildungsgesetz. Mit der Verabschiedung des Berufsbildungsvalidierungs- und digitalisierungsgesetzes (BVaDiG) am 14. Juni 2024 durch den Bundestag ist die wichtigste Forderung des Handwerks, die Einführung einer Altersgrenze von 25 Jahren als Zugangsvoraussetzung, erfüllt. Die Kammern befassen sich nun intensiv mit der Umsetzung von Validierungsverfahren ab dem Jahr 2025.

Auf Landesebene hat die Enquete-Kommission »Chancengleichheit in der Bildung« ihre erste Anhörung zum Thema »Chancengleichheit und berufliche Bildung« gestartet und fragt mehrere Experten aus den Handwerkskammern an, so dass der WHKT eine gemeinsame Stellungnahme für den Landtag vorbereitet hat.

Auch das »kreative Denken« steht auf der bildungspolitischen Agenda, weil die zusätzliche Auswertung von PISA 2022 wie geplant am 18. Juni 2024 veröffentlicht wurde.

Für mehr Details zu diesen und reichlich anderen Themen empfehlen wir Ihnen die nachfolgenden Artikel unseres Reports.


Hauptgeschäftsführer Dr. iur. Florian Hartmann, Geschäftsführer Andreas Oehme

Änderung des Berufsbildungsgesetzes (BBiG):

Bundestag beschließt Rechtsanspruch auf Validierungsverfahren ab 2025

Angefangen hatte alles mit einer gegenseitigen Selbstverpflichtung Deutschlands und aller anderen EU-Mitgliedsstaaten im Jahr 2012, passend zum nationalen Bildungssystem ein Validierungssystem einzuführen. Um ein Parallelsystem zu verhindern und die Stellen, die für die Vergabe von Berufsabschlüssen zuständig sind, für diese Aufgabe vorzubereiten, gibt es seit knapp 9 Jahren das BMBF-geförderte Projekt ValiKom, an dem sich 32 Kammern wirtschaftsbereichübergreifend beteiligten. Seit 2018 gab es bislang über 3.000 Validierungsverfahren in dem Projekt, knapp 850 davon im Handwerk.

Die Bundesländer und die Akteure der Berufsbildung haben einvernehmlich eine Altersgrenze von 25 Jahren als Zulassungsvoraussetzung gefordert, die im Gesetzesvorschlag der Bundesregierung nicht enthalten war. Mit der Verabschiedung im Bundestag ist die Altersgrenze nun als zusätzliche Zulassungsvoraussetzung eingeführt.

Damit ist die Validierung ein Instrument für Erwachsene und keine Konkurrenz zur Dualen Ausbildung. Allen Akteuren ist es wichtig, die Duale Ausbildung und Höhere Berufsbildung weiter zu stärken. Die Validierung zielt auf eine spezielle Zielgruppe mit Berufserfahrungen in einem Beruf, den sie selbst nicht formal erlernt haben, aber weitgehend oder vollständig beherrschen. Über die Validierung, die mit einer Aussage zur »Vergleichbarkeit« endet, können Personen auch in das formale Bildungssystem mit seinen Regelabschlüssen in der Aus- und Fortbildung geführt werden, das sind die Erkenntnisse des Projekts ValiKom. Für Arbeitsgeber und für Arbeitnehmer ist das Instrument gleichermaßen interessant, wie die wissenschaftliche Begleitung des Projekts, das Forschungsinstitut für Berufsbildung im Handwerk an der Universität zu Köln, analysiert hat. Arbeitgeber können es zur Wertschätzung und Anerkennung der Leistungen sowie zur Mitarbeiterbindung ihrer Beschäftigten nutzen. Für Arbeitnehmer ist es ein Instrument zur Persönlichkeitsentwicklung und ein wichtiger Türöffner zur fachlichen Weiterentwicklung.

Die Handwerkskammern stimmen sich derzeit bundesweit ab und bereiten sich auf die Umsetzung vor. Der WHKT erwartet die Zustimmung des Bundesrates im Juli, ebenso wie eine Bundesverordnung, die ein paar mehr Details als Vorgaben zur praktischen Ausgestaltung der Validierungsverfahren macht.

Bildungsexpertise der Handwerkskammern gefragt:

Enquete-Kommission »Chancengleichheit in der Bildung« mit erster schriftlicher Anhörung zur Berufsbildung

Mehrere Personen aus der Handwerkskammerorganisation wurden als Experten zur schriftlichen Anhörung der Enquete-Kommission eingeladen, um 18 Fragen zu beantworten. Der WHKT hat dies koordiniert und im Sinne der Handwerkskammern auf der einen Seite und im Sinne der Leserinnen und Leser der Expertise auf der anderen Seite eine gemeinsame Stellungnahme erarbeitet.

Die Fragen zur Berufsbildung bezogen sich auf große und wichtige Themenbereiche, so unter anderem auf die berufliche Orientierung und Berufsvorbereitung, den Übergangssektor Schule – Berufe, Ausbildungsvertragslösungen, Durchlässigkeit zwischen akademischer und beruflicher Bildung, Integration von Zugewanderten und Geflüchteten, Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung sowie die Chancengleichheit.

Die 18-seitigen Ausführungen werden in Kürze auf der Webseite des WHKT unter www.whkt.de/positionen veröffentlicht.

Integrationspreis Handwerk NRW 2024:

Handwerkskammern in NRW zeichnen mit Unterstützung von Integrationsministerin Josefine Paul Betriebe für Integrationsleistungen aus

WHKT-Präsident Berthold Schröder, Norbert Baumgart, Stefan Baumgart, Frau Baumgart, Ministerin Josefine Paul (v.l.n.r.)

Anlässlich des 12. Deutschen Diversity-Tags (DDT) haben die Handwerkskammern in NRW gemeinsam mit dem Westdeutschen Handwerkskammertag (WHKT) und NRW-Integrationsministerin Josefine Paul insgesamt sieben Handwerksbetriebe in NRW für ihre Integrationsleistungen ausgezeichnet.

Die Auswahl der Betriebe erfolgte durch die jeweilige Handwerkskammer. Neben einer von Ministerin Paul und den Kammerpräsidenten unterzeichneten Urkunde wurden die Betriebe mit einer jeweils mit 500 Euro dotierten Prämie ausgezeichnet. In Aachen und Dortmund hat Frau Ministerin Paul die Auszeichnung persönlich mit den beiden Handwerkskammerpräsidenten Marco Herwatz und Berthold Schröder überreicht. Metallbaumeister Michael Hammers von der Schmiede Aachen erhielt im Aachener Rathaus die Auszeichnung. In Dortmund ging der diesjährige Integrationspreis Handwerk an Boots- und Schiffbaumeister Stefan Baumgart von der Bootswerft Baumgart.

Die Videobotschaft anlässlich des Integrationspreises Handwerk NRW 2024 von Ministerin Paul ist hier zu finden: https://youtu.be/4G1Pr965chU?feature=shared

Die Pressemeldung zum Integrationspreis Handwerk NRW mit weiterführenden Informationen und Bildmaterial ist hier zu finden.

Abbau von Berichtspflichten:

Initiative von Staatskanzlei und MWIKE

Handwerksbetriebe haben in ihrem betrieblichen Alltag regelmäßig bürokratische Herausforderungen zu meistern. Umso erfreulicher ist es, dass auf Initiative der Staatskanzlei und des Ministeriums für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIKE) im Mai eine Verbändeanhörung zu einer möglichen Beschränkung, Reduzierung oder Abschaffung von Berichtspflichten der Wirtschaft gegenüber Landesbehörden durchgeführt wurde, mit dem Ziel, konkrete Vorschläge aus Landes-, Bundes- und EU-Recht zu sammeln. In einem ersten Katalog hat das NRW-Handwerk einige, nicht abschließende Vorschläge gesammelt. Der Katalog soll als ein erster Aufschlag zur Fortführung des Dialogs zur Entbürokratisierung verstanden werden.

Die gesamte Stellungnahme ist zu finden unter www.whkt.de/positionen.

10. Treffpunkt Ehrenamt Handwerk NRW:

NRW-Ministerin Josefine Paul ehrt ehrenamtlich engagierte Handwerkerinnen und Handwerker

Josefine Paul, Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen; Janine Kirchmair; Werner Witt; André Quakernack; Christian Schulenkorf; Paulina Pruscini; Dipl.-Ing. Ursula Mindermann; Maik Hensel; Berthold Schröder, WHKT-Präsident | Foto: WHKT/RG

Auf Einladung des Westdeutschen Handwerkskammertages (WHKT) sowie mit Unterstützung der Landesregierung Nordrhein-Westfalen haben Handwerkerinnen und Handwerker im Rahmen des Treffpunkt Ehrenamt am 07.06.2024 auf Schloss Raesfeld wieder eindrucksvoll gezeigt, wie und warum sie sich sozial und gesellschaftlich für andere einsetzen und was es heißt, freiwillig für andere Verantwortung zu übernehmen.

Eine besondere Auszeichnung erhielt Friseurmeisterin Petra Geldermann aus Reken. Sie ist Mitglied der Barber Angels Brotherhood e. V., die Obdachlosen und Bedürftigen nicht nur kostenfrei die Haare schneidet, sondern ihnen damit vor allem auch Selbstbewusstsein und ein wertvolles Stück Würde zurückgibt. Dieses Engagement hat die Landesregierung Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr mit dem Ehrenamtspreis Handwerk NRW 2024 ausgezeichnet.

Für den Treffpunkt Ehrenamt des Handwerks NRW haben die sieben NRW-Handwerkskammern auch in diesem Jahr wieder Persönlichkeiten in ihren Kammerbezirken identifiziert, die mit ihrem Ehrenamt Herausragendes leisten. Im Gespräch mit Ministerin Paul und WHKT-Präsident Schröder nahmen diese auf der Bühne Platz und beantworteten nicht nur die Fragen von Moderatorin Michaela Padberg (WDR), sondern zeigten vor allem, welchen Wert ihre freiwillige Bereitschaft hat und mit welcher Leidenschaft sie diese ausüben.

Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des Treffpunkt Ehrenamt waren in diesem Jahr neben über 100 geladenen Gästen aus Handwerk und Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft auch Ehrenamtliche aus dem Kreis Borken zu Gast: eine Jugendgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Raesfeld sowie Mitglieder des NABU Borken.

Die Pressemeldung zur Veranstaltung mit weiterführenden Informationen ist hier zu finden.

Im Vorfeld der Europawahl:

Europadialog für ein starkes Handwerk in der EU

Foto: Arne Schröder/Handwerkskammer zu Köln

Was bedeuten auf EU-Ebene getroffene Entscheidungen für Handwerksbetriebe? Und was erwarten die Betriebe von Europa? Diesen und weiteren Fragen widmete sich der Europadialog »Für ein starkes Handwerk in der EU« am 29.05.2024, veranstaltet vom Westdeutschen Handwerkskammertag in Kooperation mit der Handwerkskammer zu Köln.

WHKT-Präsident Berthold Schröder und HWK-Präsident Hans Peter Wollseifer diskutierten auf dem Podium mit vier Mitgliedern des Europaparlaments: Daniel Freund (Grüne/Greens), Moritz Körner (FDP/ALDE), Birgit Sippel (SPD/S&D) und Axel Voss (CDU/EVP). Moderatorin Kathrin Post-Isenberg sorgte dafür, dass handwerkspolitische Anliegen im Fokus standen.

Zahlreiche Unternehmerinnen und Unternehmer nutzten die Gelegenheit, sich aus erster Hand zu informieren. Die Diskussion zeigte deutlich, wo in Betrieben der Schuh drückt: Bürokratielasten waren das beherrschende Thema. Tim Krögel, Leiter der EU-Vertretung des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), appellierte in seinem Impuls, die kommenden Monate zu nutzen, um konkrete, pragmatische Lösungen für den Umgang mit Berichtspflichten zu finden – bevor diese bei den Betrieben ankommen. Als positives Beispiel nannte er das europäische Datengesetz, welches eine für Handwerksbetriebe wichtige Weichenstellung zum Datenzugang getroffen habe.

Alle Beteiligten warben eindringlich für eine breite Wahlbeteiligung. WHKT-Präsident Schröder schloss sein Fazit mit einem Appell an Handwerkerinnen und Handwerker, die vielen positiven Aspekte Europas vor Augen zu haben und als Europa-Botschafter zu wirken.

Gründerinnen.Event.NRW – Vernetzen und Wachsen:

Verleihung der 2.000. Meistergründungsprämie

Ministerin Mona Neubaur lud Anfang Juni die Empfängerinnen der Meistergründungsprämie NRW zum Gründerinnen.Event.NRW ein, bei dem das Thema Gründung von Frauen im Fokus stand. Im Format eines Worldcafés sprachen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über verschiedene Themen rund um die Gründung. Neben der Finanzierung und der Vereinbarkeit von Gründung und Familie war auch die Vereinbarkeit von Schwangerschaft und Selbstständigkeit ein wichtiges Thema. Hierzu hatte die WHKT-Vollversammlung im vergangenen Herbst eine Position verabschiedet.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde der Bescheid über die 2.000. Meistergründungsprämie NRW an Sonja Terpoorten, Meisterin im Installateur- und Heizungsbauer-Handwerk, vergeben, welche im Sommer ihr eigenes Unternehmen gründen wird. Wir gratulieren ihr und wünschen ihr für den weiteren beruflichen Weg alles Gute.

Mit der Meistergründungsprämie unterstützt das Land Gründungen und Unternehmensnachfolgen im Handwerk. Die Antragstellung erfolgt über die LGH.

PISA:

Neuer Untersuchungsgegenstand – »Kreatives Denken«

In der Untersuchung PISA 2022 hatte man erstmals neben den mathematischen (Schwerpunkt), naturwissenschaftlichen und Lese-Kompetenzen auch das kreative Denken untersucht, da es zukünftig für die Anforderungen des Berufslebens und das lebenslange Lernen nach Ansicht der Wissenschaftler besonders auch solcher Kompetenzen bedarf.

Die am 18. Juni 2024 veröffentlichte Untersuchung auf Deutsch, die ein wenig zu den Hintergründen der Untersuchung berichtet und die Ergebnisse darstellt und erläutert, ist unter folgendem Link zu finden: www.pisa.tum.de.
 
Die Ergebnisse in Kürze:

  • Im kreativen Denken liegen die 15-Jährigen in Deutschland im OECD-Durchschnitt.
  • Die Hälfte der Schülerinnen und Schüler an Gymnasien und 14 % an nicht gymnasialen Schulen können als hochkreativ bezeichnet werden.
  • Die Bedeutung von Schule für kreative Leistungen lässt sich am ehesten an den sehr hohen Zusammenhängen mit den Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften ablesen. Erworbene Kompetenzen in diesen Bereichen unterstützen offenbar erheblich das kreative Denken.
  • Mädchen zeigen in allen OECD-Staaten höhere Kompetenzen im kreativen Denken als Jungen. Es besteht eine erhebliche Geschlechterdifferenz im kreativen Denken. Diese ist in Deutschland stärker ausgeprägt als im OECD-Durchschnitt.
  • Die Wissenschaftler vermuten, dass die höhere Lesekompetenz bei Mädchen zu diesem besseren Ergebnis führt.

Digitalisierung:

OZG-Änderungsgesetz beschlossen

Nachdem das Onlinezugangsgesetz (OZG) zum Ende des vorletzten Jahres ausgelaufen war, ließ sich das OZG-Änderungsgesetz aufgrund von Uneinigkeit zwischen Bund und Ländern wegen des fehlenden Finanzierungsplans auf sich warten. Nun haben sich Bund und Länder nach Einschaltung des Bund-Länder-Ausschusses einvernehmlich auf ein OZG 2.0 geeinigt, das nun sowohl im Bundesrat als auch im Bundestag beschlossen wurde. Das OZG 2.0 sieht unter anderem vor, dass die DeutschlandID (Weiterentwicklung der BundID) als zentrales Bürgerkonto für alle dienen soll und dass das Once-Only-Prinzip gesetzlich verankert wird. So können die nächsten Schritte in Sachen Verwaltungsdigitalisierung angegangen werden.

Hinweis: Das Servicekonto.NRW im Wirtschafts-Service-Portal wird zu Ende Juni abgeschaltet. Eine Authentifizierung ist künftig nur noch mit der BundID möglich.

MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen:

Betriebliches Mobilitätsmanagement im Fokus

Der MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen lädt, gemeinsam mit dem Zukunftsnetz Mobilität NRW – Koordinierungsstelle Westfalen-Lippe in Paderborn angesiedelt beim Nahverkehr Westfalen-Lippe – und dem BEMO | IHK-Netzwerkbüro Betriebliche Mobilität NRW, am Mittwoch, den 28. August 2024, von 16:00 Uhr bis 18:30 Uhr, mit anschließendem Networking-Dinner, zur Veranstaltung »Voneinander lernen, miteinander gestalten – Betriebliches Mobilitätsmanagement in OWL« in die Bertelsmann-Stiftung nach Gütersloh ein. Veranstaltungsziel ist, am Thema »Betriebliches Mobilitätsmanagement (kurz: BMM)« interessierte regionale Kommunen, Unternehmen und Handwerksbetriebe sowie wichtige Akteure aus diesen drei Bereichen miteinander zu vernetzen. Anmeldung unter: https://forms.office.com/e/tFm1J1N3r4

Über das Thema »Kooperatives Mobilitätsmanagement« wurde auf der polisMOBILITY gesprochen, die am 22. und 23. Mai 2024 auf dem Kölner Messegelände stattfand. Der MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen nahm am 22. Mai am Paneltalk »Gemeinsam für eine bessere Mobilität – Erfolgsmodell „kooperatives BMM“?« teil. Mit dem Zukunftsnetz Mobilität NRW, dem BEMO | IHK-Netzwerkbüro Betriebliche Mobilität NRW, dem ILS-Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung sowie der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Herne mbH diskutierte der MobilityHub Handwerk NRW, wie Mitarbeitende motiviert werden können, vom eigenen PKW bspw. auf öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad umzusteigen und wie ein »kooperatives Mobilitätsmanagement« Kommunen, Unternehmen und Handwerksbetriebe dabei unterstützen könnte, nachhaltige Mobilitätsmaßnahmen gemeinsam effizienter umzusetzen.

Das Projekt MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen wird gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und wird vom Westdeutschen Handwerkskammertag durchgeführt.

WorldSkills Germany:

Deutsche Meisterschaft in der Disziplin Schweißen – junge Fachkräfte ab Geburtsjahr 2000 gesucht!

Alle zwei Jahre finden die Europameisterschaften der Berufe statt. Deutschland ist bei diesen internationalen Berufswettbewerben – den EuroSkills – auch in der Disziplin Schweißen vertreten. Um geeignete Kandidaten zu finden, die Deutschland auf der internationalen Bühne vertreten, werden im Vorfeld die Deutschen Meisterschaften durchgeführt.

Dieses Jahr findet die Deutsche Meisterschaft in der Disziplin Schweißen vom 13. bis 15. November 2024 in den Werkstätten der Handwerkskammer Frankfurt Rhein-Main (Schönstraße 21, 60327 Frankfurt) statt.

Die ersten drei Sieger der Deutschen Meisterschaft werden in das Nationalteam des »Skills 10 – Welding« berufen. Der Bundestrainer ermittelt bei weiteren Trainings unter diesen Mitgliedern des Nationalteams die geeignete Person für die nächste Europameisterschaft der Berufe, die EuroSkills Herning 2025 in Dänemark.

Weitere Informationen unter https://worldskillsgermany.com/termine/deutsche-meisterschaft-schweissen-2024/

Außenwirtschaftsberatung im Handwerk:

Umfang der Beratungen um 15 Prozent gestiegen

Der ZDH hat in seiner jüngsten Umfrage zur Entwicklung der Außenwirtschaftsberatung in Deutschland ermittelt, dass bürokratische Auflagen und Fachkräftemangel die außenwirtschaftlichen Aktivitäten der Handwerksunternehmen nach wie vor beeinträchtigen. Beratungsanfragen zur Gewinnung von ausländischen Fachkräften und Subunternehmen haben sich dementsprechend verdoppelt. 80 Prozent der Anfragen betreffen europäische Märkte und insbesondere die Nachbarländer.

Aufgrund der bürokratischen Hemmnisse gehören die Erbringung von Dienstleistungen im Ausland und die damit verbunden Melde- und Nachweispflichten zu den am meisten nachgefragten Beratungsthemen. Mit knapp 70 Prozent der Beratungen kommen ein Großteil der Anfragen aus den Bau- und Ausbaugewerken, danach kommen Betriebe aus dem Maschinen- und Anlagenbau und die Metallhandwerke mit 15 Prozent der Anfragen. Auch Kfz-Handwerk, Gesundheitshandwerk und Lebensmittelhandwerk fragen regelmäßig Beratungen nach. Wichtige Beratungsthemen sind der Einstieg ins Auslandsgeschäft (10 Prozent), die Leistungserbringung im Ausland (58 Prozent, vor allem Arbeits- und Sozialversicherungsrecht bei Entsendungen, Steuern sowie Gewerbe- und Handwerksrecht), Warenexport (18 Prozent) sowie weitere Fragen, wie die Anwerbung von Fachkräften und Subunternehmern aus dem Ausland (9 Prozent), die Teilnahme an Unternehmerreisen und Kooperationsbörsen im Ausland (4 Prozent), Vertragsgestaltung (3 Prozent) sowie Themen rund um Finanzierung und Förderung (2 Prozent).

Beratung für Ihre Auslandstätigkeit erhalten Unternehmen bei den Außenwirtschaftsberaterinnen und -beratern der Handwerkskammern und Fachverbände: www.handwerk-international.net/ansprechpartner

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Liebe Leserinnen und Leser,

vor zwei Jahren fand die Landtagswahl statt. Damit nähert sich die laufende Legislaturperiode nun der Halbzeit. Einige Ziele sind bereits umgesetzt. Als Beispiel sei die kleine Bauvorlageberechtigung genannt.

Das Handwerk in NRW hat seit Jahren für die Einführung der kleinen Bauvorlageberechtigung für Meisterinnen und Meister des Maurer- und Betonbauer- sowie des Zimmererhandwerks gekämpft: Seit Anfang des Jahres ist sie da. Mit Inkrafttreten der Rechtsverordnung zum Mai sind auch die letzten rechtlichen Rahmenbedingungen für den Erwerb der kleinen Bauvorlageberechtigung geschaffen. Zum einen trägt dies zu schnellerem und günstigerem Bauen bei, zum anderen stellt dies einen Schritt in Richtung Gleichberechtigung von beruflicher und akademischer Bildung dar. Als Handwerk freut es uns, dass das im Koalitionsvertrag festgehaltene Ziel nun umgesetzt ist.

Gleichzeitig ist es im Interesse des Handwerks, die weiteren Ziele des Koalitionsvertrages zugunsten des Handwerks umzusetzen. Als ein Beispiel sei die institutionelle Stärkung der Clearingstelle Mittelstand NRW genannt, der der WHKT als Beteiligter angehört. Seit der Novellierung des Mittelstandsförderungsgesetzes im April 2022 hat die Clearingstelle Mittelstand neben der Prüfung und Bewertung von zu erlassenden Rechtsakten auch die Möglichkeit erhalten, durch Beauftragung durch das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen bestehendes Recht auf seine Mittelstandsverträglichkeit hin zu überprüfen. Nun gilt es, diese bereits bestehenden Möglichkeiten weiter zu stärken und das Instrument von Clearingverfahren weiter auszubauen. Zu diesem und allen weiteren Themen stehen wir natürlich gerne für einen Austausch bereit.
 
Herzliche Grüße

Ihre

Hauptgeschäftsführer Dr. iur. Florian Hartmann | Sophia Shen
 

75 Jahre Grundgesetz:

Gemeinsame Erklärung von WHKT und DGB für Vielfalt und Zusammenarbeit im NRW-Handwerk

Am 23. Mai 2024 feiert das Grundgesetz seinen 75. Geburtstag. Grund genug für den Westdeutschen Handwerkskammertag (WHKT) und den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), eine gemeinsame Erklärung zu verfassen.

WHKT und DGB sprechen sich in dieser Erklärung für Vielfalt und Zusammenarbeit im NRW-Handwerk auf dem Boden unseres Grundgesetzes aus.

Die gemeinsame Erklärung im Wortlaut finden Sie hier.

Eckpunktepapier »Europawahl 2024«:

Gemeinsame Landespressekonferenz von IHK NRW, unternehmer nrw und WHKT

Ralf Stoffels, Präsident von IHK NRW, Arndt G. Kirchhoff, Präsident von unternehmer nrw und Dr. Florian Hartmann, Hauptgeschäftsführer des WHKT (v. l. n. r.), präsentieren das gemeinsame Positionspapier im Rahmen einer Landespressekonferenz

Im Rahmen einer Landespressekonferenz am 05.05.2024 in Düsseldorf stellten IHK NRW, unternehmer nrw und WHKT ein gemeinsames Eckpunktepapier mit dem Titel »Europawahl 2024: Ein erfolgreiches Nordrhein-Westfalen in einem starken Europa« vor.

Das Papier fokussiert sechs Leitlinien: 1.) Wachstum für Europa sichern! Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand in der Transformation sichern; 2.) Einfach machen! Spürbar bessere Rechtsetzung für Handwerk und Mittelstand; 3.) Resilienz steigern! Nachhaltige Energie-, Klima- und Umweltpolitik fördern; 4.) Zusammen arbeiten! Vertiefung des Binnenmarkts als zentrales Zukunftsprojekt; 5.) Zukunft ermöglichen! Investieren bleibt Grundlage für den Wandel; 6.) Aus Europa in die Welt! Globale Handlungsfähigkeit der EU stärken.

Zudem warben Dr. Florian Hartmann, Hauptgeschäftsführer des WHKT, Ralf Stoffels, Präsident von IHK NRW und Arndt G. Kirchhoff, Präsident von unternehmer nrw, für eine breite Beteiligung an der Europawahl.

Das Eckpunktepapier steht hier als Download zur Verfügung.

Europawahl 2024:

Europadialog am 29.05.2024 in Köln

Der Westdeutsche Handwerkskammertag veranstaltet am 29.05.2024 in Kooperation mit der Handwerkskammer zu Köln einen Europadialog.

Ziel der Veranstaltung ist, gemeinsam mit vier Europaabgeordneten – Daniel Freund, Moritz Körner, Birgit Sippel und Axel Voss – wichtige Vorhaben der vergangenen fünf Jahre zu beleuchten und zu diskutieren, was die auf EU-Ebene getroffenen Entscheidungen für Handwerksbetriebe bedeuten. Im zweiten Schritt richtet sich der Blick nach vorne: Welche Themen werden wichtig? Was erwarten Betriebe? Wofür setzen sich die Handwerksorganisationen ein?

Die Veranstaltung beginnt um 16:00 Uhr. Melden Sie sich gerne an unter www.whkt.de/europadialog.

Das vollständige Programm finden Sie hier als Download-PDF.

Neu unter www.whkt.de:

Initiativen zur Europawahl gebündelt

Auf einer Sonderseite unter www.whkt.de/europawahl bündelt der Westdeutsche Handwerkskammertag Initiativen aus dem NRW-Handwerk zur Europawahl: Statements, Videos, Resolutionen, Veranstaltungsankündigungen und weitere Informationen.

 

Ausbildungskonsens NRW:

Spitzengespräch unter Beteiligung des Ministerpräsidenten

Das Spitzengespräch Ausbildungskonsens NRW fand am 30. April 2024 in der Staatskanzlei des Landes NRW unter Beteiligung des Ministerpräsidenten Hendrik Wüst mit drei weiteren Kabinettsmitgliedern, Herrn Minister Laumann, Frau Ministerin Feller und Frau Ministerin Neubaur, statt. Diese Beteiligung zeigt die gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung des Themas: Wir brauchen mündige Bürger, müssen alle Begabungen fördern, entwickeln qualifizierte Fachkräfte und schaffen damit zukunftsfähige Unternehmen. Die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung war ein Thema und wurde als wichtige Daueraufgabe bezeichnet. Eine wichtige Erkenntnis des Austausches war, dass der erfolgreiche Weg in den Beruf und zum Berufsabschluss bei vielen Jugendlichen nicht am Können, sondern am Wollen scheitert. Deshalb müsse auch genau an dieser Stelle angepackt werden.

Gemeinsam haben die Partner im Nachgang des Spitzengespräches Botschaften zum Ausbildungsmarkt im Gewand des Ausbildungskonsenses in den Sozialen Medien gepostet. Das Ziel: Den Ausbildungsmarkt im Fokus behalten, um möglichst viele Jugendliche und offene Ausbildungsstellen zusammenzuführen.

Parlamentarisches Frühstück:

Austausch mit der CDU-Landtagsfraktion

Matthias Goeken MdL, Berthold Schröder, Dr. Florian Hartmann (v. l. n. r.)

Mitte Mai fand das Parlamentarische Frühstück des WHKT im neuen Format statt. Zu aktuellen Themen, wie die berufliche Orientierung an Schulen, die Verrechtlichung der Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung und die Maßnahmen zur Entbürokratisierung, und den damit verbundenen Chancen und Herausforderungen, tauschten sich beim Parlamentarischen Frühstück des WHKT WHKT-Präsident Berthold Schröder und WHKT-Hauptgeschäftsführer Dr. Florian Hartmann gemeinsam mit Matthias Goeken MdL (Beauftragter für das Handwerk), Peter Blumenrath MdL (Praktiker und Fachpolitiker im AK WIKE), Jonathan Grunwald MdL (Sprecher für die Enquetekommission I »Chancengleichheit in der Bildung«), Olaf Lehne MdL (Sprecher Finanzen), Dietmar Panske MdL (Sprecher Integration), Claudia Schlottmann MdL (Sprecherin Schule und Bildung), Marco Schmitz MdL (Sprecher Arbeit), Dr. Christian Untrieser MdL (Sprecher Wirtschaft), Dr. Stephan Debuck (Referent für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie) und Holger Ungruhe (Referent für Integration sowie Familie, Kinder und Jugend) von der CDU-Landtagsfraktion aus.

Das nächste Parlamentarische Frühstück findet im Juli mit der SPD-Landtagsfraktion statt.

Frühjahrs-Konjunkturbarometer 2024:

Analyse der wirtschaftlichen Lage im Handwerk – Handwerkskonjunktur tritt auf der Stelle

Die unsichere wirtschaftliche Lage im Frühjahr 2024 spiegelt sich im jüngst veröffentlichten Konjunkturbarometer wider. Die Ergebnisse der von den sieben nordrhein-westfälischen Handwerkskammern durchgeführten Umfrage unter 6.482 Betrieben aus über 40 Gewerken zeigen unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklungen in den einzelnen Gewerkegruppen: 

Im Bauhaupt- und Teilen des Ausbaugewerbes bewerten die Befragten die aktuelle Geschäftslage im Vergleich zum Herbst 2023 schlechter. Dies gilt insbesondere für Gewerke, die auf den Neubau angewiesen sind, wo sich die Flaute im Wohnungsneubau deutlich bei der Umsatz- und Auftragslage bemerkbar macht. Gleichzeitig nimmt der zuletzt noch konjunkturstützende Effekt durch bestehende Auftragspolster sukzessive ab. Auch Handwerke für den gewerblichen Bedarf spüren die Folgen einer rückläufigen Industrieproduktion. Im Bestand arbeitende Gewerke – etwa Dachdecker im Bereich der energetischen Sanierung – bewerten die Lage hingegen wesentlich besser. Dasselbe gilt für das Lebensmittel- und Gesundheitsgewerbe, deren Stimmung sich nach zwei schwierigen Jahren aufhellt.  

Insgesamt erwarten die befragten Betriebe allerdings keinen spürbaren Aufschwung in den kommenden sechs Monaten und halten sich mit Investitionen und Neueinstellungen zurück. 

Das aktuelle Konjunkturbarometer ist zu finden unter www.whkt.de/konjunkturbarometer.

Schulleistungsstudien IQB/PISA:

Interesse nach wie vor sehr groß – Sorgen aufgrund der Ergebnisse immer größer

In diversen Gremien werden die immer schlechter werdenden Schulleistungen der Schülerinnen und Schüler aus Nordrhein-Westfalen bzw. aus Deutschland thematisiert. So war der WHKT-Bildungsexperte Andreas Oehme zuletzt beim Berufsbildungsausschuss der Handwerkskammer Südwestfalen, um die wichtigsten Ergebnisse des letzten IQB-Bildungstrends sowie der PISA-Studie vor Arbeitgeber-, Arbeitnehmer- und Berufskollegvertretern vorzustellen.

Die PISA-Risikogruppe wird in Deutschland immer größer und auch die selbst gesetzten Bildungsstandards erfüllen Schülerinnen und Schüler aus Nordrhein-Westfalen immer weniger. Eine Quintessenz ist, dass die Basiskompetenzen dringend verbessert werden müssen: Eltern, Kita, Grundschulen und weiterführende Schulen sind alle gefragt. Die Berufsbildungsvertreter wissen, dass die Berufsbildung nicht alle Defizite der allgemeinbildenden Schulen auffangen kann.

Wenn PISA herausfindet, dass je nach untersuchter Domäne, zwischen 23 % (Naturwissenschaften) und 30 % (Lesekompetenz) – die Mathematik liegt genau dazwischen – eines Altersjahrgangs der 15-Jährigen die Mindestvoraussetzungen nicht erfüllen und damit nicht anschlussfähig an das Bildungssystem sind, muss sich niemand wundern, dass ein großer und zu befürchten steigender Anteil eines Altersjahrgangs keinen Berufsabschluss erlernt. Die Wissenschaft betont, dass dieser Trend nach unten lange absehbar war.

Deshalb ist die Schulpolitik der Bundesländer mehr denn je gefordert, die Ergebnisse des Lernprozesses während der Schulzeit grundlegend zu verbessern.

LASST IDEEN GESTALT ANNEHMEN:

Endspurt beim Gestaltungswettbewerb »DesignTalente Handwerk NRW«

Noch bis zum 2. Juni 2024 können Handwerkerinnen und Handwerker am Gestaltungswettbewerb »DesignTalente Handwerk NRW« teilnehmen.

Die Anmeldung kann unkompliziert online unter www.designtalente-handwerk-nrw.de/anmeldung mit einigen Fotos der selbst gestalteten Stücke bzw. Objekte in den Themenbereichen Kleidung & Textil, Möbel, Objekt & Skulptur, Schmuck, Wohnen & Außenbereich und Medien vorgenommen werden. Teilnehmen können alle im Alter bis 30 Jahre, die eine handwerkliche Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben und in Nordrhein-Westfalen wohnen oder arbeiten.

Eine Fachjury entscheidet anhand der eingereichten Fotos, welche Arbeiten im Rahmen der zweiwöchigen Ausstellung vom 28. September bis zum 12. Oktober 2024 in der Handwerkskammer Düsseldorf präsentiert und in dem dazugehörigen Katalog öffentlichkeitswirksam vorgestellt werden. Zusätzlich erhalten die jeweils Erstplatzierten in jedem Themenbereich ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro. Die Preisträgerinnen und Preisträger werden im Rahmen der Ausstellungseröffnung von Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur persönlich ausgezeichnet.

Fotos der selbst gestalteten Arbeiten online noch bis zum 02. Juni 2024 unter www.designtalente-handwerk-nrw.de hochladen, teilnehmen und mit Talent überzeugen.

Bedeutung des Themas steigt:

Validierung von berufsbezogenen Handlungskompetenzen

Das Interesse und die kritische Auseinandersetzung mit dem Thema der Validierung informell und non-formal erworbener beruflicher Kompetenzen steigt seit dem Vorliegen des Gesetzesentwurfes der Bundesregierung kontinuierlich. In enger Abstimmung mit dem ZDH und den Handwerkskammern in Nordrhein-Westfalen hat sich der WHKT an Bundestagsabgeordnete gewandt, um insbesondere auf die Notwendigkeit hinzuweisen, eine Altersgrenze von 25 Jahren im Gesetzesentwurf für den Zugang zum Validierungsverfahren zu ergänzen.

Genau dieses Thema bewegt neben den Kammern und Verbänden auch die Bundesländer sowie die Innungen und auch die Kreishandwerkerschaften, die alle mit dem Gesetz keinesfalls eine Schwächung der dualen Ausbildung als Konsequenz in Kauf zu nehmen bereit sind. Dazu gab es unter Beteiligung des WHKT-Bildungsexperten Andreas Oehme, Leiter des Projekts ValiKom, diverse Gesprächsrunden, organisiert aus Berlin, Köln und Düsseldorf.

Auch vertritt Andreas Oehme das BMBF-geförderte Projekt ValiKom und den WHKT auf dem Fachkräftekongress vom Wirtschaftsministerium sowie Jugend- und Integrationsministerium am 23. Mai 2024 im Workshop »Talent-Ökosysteme – Kompetenzfeststellung einmal ganz anders«, der aufgrund seiner besonderen Bedeutung online gestreamt wird.

Dritter Teil des FEG ab Anfang Juni:

Fachkräfteeinwanderung per Chancenkarte

Mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz (FEG) ist es im Jahr 2020 gelungen, die Chancen der Einwanderung für Fachkräfte aus Drittstaaten maßgebend zu verbessern. Im Juni 2024 tritt nun der dritte und vorläufig letzte Teil der verabschiedeten Neuerungen im FEG in Kraft. Nach der Fachkräfte- und Erfahrungssäule steht dabei die Potenzialsäule und die damit verbundene Chancenkarte im Mittelpunkt.

Mit der Chancenkarte können anerkannte Fachkräfte (§ 20a Abs. 3 Nr. 1 AufenthG) für die Suche nach einer Erwerbstätigkeit nach Deutschland einreisen. Fachkräfte, die nicht bereits ein Anerkennungsverfahren erfolgreich (§ 20a Abs. 3 Nr. 2 AufenthG) durchlaufen haben, können auf Basis eines Punktesystems die Chance zur Einreise erhalten. In beiden Fällen ist der Aufenthalt bis zu einem Jahr möglich, wobei während dieser Zeit gleichfalls in andere Aufenthaltstitel gewechselt werden kann. Ein Wechsel ist bspw. möglich, wenn ein Arbeitsvertrag als Fachkraft vorliegt. 

Im Falle einer Chancenkarte auf Basis des Punktesystems – d. h. ohne vorherige vollständige berufliche Anerkennung – muss ein ausländischer Hochschulabschluss vorliegen, ein mindestens zweijähriger im Herkunftsland staatlich anerkannter Berufsabschluss oder aber ein von der deutschen Auslandshandelskammer erteilter Berufsabschluss. Zudem sind mindestens einfache deutsche (A1) oder englische Sprachkenntnisse (B2) erforderlich. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, können entlang eines Kriterienkatalogs Punkte für den Erwerb der Chancenkarte erlangt werden. Elemente des Kriterienkatalogs sind: Qualifikation, Deutsch- und Englischkenntnisse, eine vorliegende teilweise berufliche Anerkennung, Berufserfahrung und Ausbildung, Deutschlandbezug, Alter sowie das Potenzial eines begleitenden Ehe- oder Lebenspartners bzw. einer mitziehenden Ehe- oder Lebenspartnerin.

Die Chancenkarte berechtigt dazu, jede berufliche Beschäftigung anzunehmen, solange diese dem Fachkraftniveau entspricht. Eine Nebenbeschäftigung oder auch das Probearbeiten ist in einem Umfang von bis zu 20 Stunden pro Woche erlaubt.

Neben der Chancenkarte wird mit dem letzten Teil der FEG-Neuerung ab Anfang Juni die Westbalkanregelung entfristet. Diese eröffnet Staatsangehörigen aus Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien für jede Art von Beschäftigung in nicht-reglementierten Berufen den Arbeitsmarktzugang in Deutschland. Dies gilt bis zu einem Kontingent von jährlich 50.000 Zustimmungen der Bundesagentur für Arbeit.

Mehr zum FEG und der Umsetzung der Regelungen: www.make-it-in-germany.dewww.integrationsbeauftragte.dewww.anerkennung-in-deutschland.dewww.auswaertiges-amt.de (Visumhandbuch)

MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen:

Gut unterwegs!

In der vom MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen verfassten mehrteiligen Themenreihe »Gut unterwegs!« informiert das Deutsche Handwerksblatt (DHB) der Handwerkskammer Dortmund darüber, wie nachhaltige Mobilität in Handwerksbetrieben umgesetzt werden kann. Im Fokus des ersten Teils der Reihe (DHB-Ausgabe 05/2024) steht das »Deutschland-Ticket Job« (www.hwk-do.de/wp-content/uploads/2024/05/DHB-Magazin-Nr.-5_2024.pdf).

»Deutschland-Ticket Job und Mobilitätsbudget – als Arbeitgeber:in effizient einsetzen« war Titel des digitalen Netzwerktreffens, zu dem der MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen und das BEMO | IHK-Netzwerkbüro Betriebliche Mobilität NRW am 2. Mai 2024 eingeladen hatten. Ein Themenschwerpunkt war auch hier das »Deutschland-Ticket Job«. Die ca. 55 Teilnehmenden erfuhren in der ersten Veranstaltungshälfte Wissenswertes zum Deutschland-Ticket Job. Anne Zagolla von der Abiomed GmbH, Verena Bloemer und Marcel Millahn von der Rheinbahn AG sowie Nicola Büsse von der MOBIKO GmbH standen im Anschluss für Fragen zum »Deutschland-Ticket Job« bereit. In der zweiten Veranstaltungshälfte ging es um das Thema »Mobilitätsbudget«. Nicola Büsse, Geschäftsführerin der MOBIKO GmbH, informierte die Teilnehmenden in ihrem kurzweiligen und informativen Vortrag darüber, was genau ein Mobilitätsbudget ist, wie vielseitig es eingesetzt werden kann und welche Vorteile es Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden bietet.

Das Projekt MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen wird gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und wird vom Westdeutschen Handwerkskammertag durchgeführt.

NRW-UK-Stipendienprogramm »nrw:exchange«:

Förderung für Praktika im Vereinigten Königreich für Auszubildende wird fortgesetzt

Auszubildende im Handwerk aus NRW können für bis zu vierwöchige Betriebspraktika in Großbritannien Stipendien erhalten. Insgesamt stehen ca. 40 Stipendien von Juni 2024 bis Mai 2025 zur Verfügung. Teilgenommen haben bisher unter anderem eine Konditorin, ein KFZ-Mechatroniker, ein Maler und Lackierer und eine Modistin. Für jeden Beruf, der in NRW im dualen System erlernt wird, wird ein Praktikumsbetrieb in Großbritannien gesucht.

Die Teilnahme ist möglich während der Ausbildung oder innerhalb der 12 Monate nach Abschluss der Ausbildung. Gefördert werden die Kosten für die Fahrt, den Aufenthalt, die Versicherung und das Visum sowie die Teilnahme an digitalen Vorbereitungsveranstaltungen. Auslandsbedingte Mehrkosten für Auszubildende mit erhöhtem Förderbedarf aufgrund besonderer Beeinträchtigungen können ebenfalls erstattet werden. Das Land NRW hat dieses Förderprogramm aufgesetzt, um auch nach dem Brexit die Partnerschaft mit Großbritannien lebendig zu halten.

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben nach ihrem Aufenthalt begeistert von ihren Erfahrungen berichtet. Der Auslandsaufenthalt fördert neben beruflicher Erfahrung vor allem auch die persönliche Entwicklung und Motivation, da die Auszubildenden merken, wie viel sie bereits in der Praxis leisten können und wie ihr Können auch außerhalb ihres Ausbildungsbetriebs wertgeschätzt wird.

Anträge können hier gestellt werden: www.nrwexchange.de

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Liebe Leserinnen und Leser,

»Zeit, zu machen« lautet das Leitmotiv der neuen ZDH-Kampagne, die Menschen im Handwerk mit ihren Kompetenzen und ihrer hohen Motivation als Macherinnen und Macher zeigt. Die Gesichter der Kampagne begegnen uns mit hoher Wiedererkennung in den Medien und auf Plakatwänden – authentisch, überzeugend.

Die Botschaft ist deutlich und auch auf die aktuellen Herausforderungen in der Wirtschaft und der Politik 1:1 übertragbar. Mehr denn je geht es um tragfähige Lösungen für das Handwerk: Beim Abbau überflüssiger Bürokratie, in der Energiewende, bei der Digitalisierung und der Fachkräftegewinnung, der ökologischen Nachhaltigkeit und, kurz vor den Wahlen zum Europäischen Parlament, ganz besonders für eine starke Demokratie in einem Europa in Vielfalt. Zu schaffen ist dies nur im Dialog – im Schulterschluss zwischen Politik, Verwaltung, Handwerk und Wissenschaft.

Eine Plattform für diesen Dialog ist traditionell die WHKT-Vollversammlung. Auch in diesem Frühjahr sind die Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus Ehren- und Hauptamt der NRW-Handwerkskammern in Raesfeld zusammengekommen, um aktuelle handwerkspolitische Themen und Meinungen auszutauschen sowie strategische Positionen abzustimmen.

Einige Themen der WHKT-Vollversammlung waren: Mit der aktuellen WHKT-Fortschrittsbilanz haben wir über die Entwicklungen im Jahr 2023 berichtet und diese gemeinsam eingeordnet. Des Weiteren wurde über die künftige Umsetzung des Staatspreises NRW Manufactum beim WHKT und die Deutsche Meisterschaft im Handwerk 2025 in Köln entschieden. Auf der Tagesordnung stand auch, wie wir das im nächsten Jahr anstehende 125-jährige Jubiläum der Handwerkskammern begehen möchten. In die Zukunft hat das Handwerk mit Positionspapieren zu den Themen Europa, Berufliche Anerkennung und Modernisierung der Berufsbildungsstätten geblickt. Fruchtbare Diskussionen führten die Mitglieder der Vollversammlung mit Gästen aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft: NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach, die das WHKT-Ehrenzeichen erhielt, Roland Schüßler, der Vorsitzende der Regionaldirektion NRW der BA sowie Professor Stefan Gärtner, Direktor am Institut für Arbeit und Technik (IAT).

Jetzt gilt es, die Erkenntnisse und Positionen unserer Vollversammlung gemeinsam in die Praxis umzusetzen: »Zeit, zu machen!«

Herzliche Grüße

Ihre

WHKT-Präsident Berthold Schröder | Hauptgeschäftsführer Dr. iur. Florian Hartmann

Ausgezeichnet:

NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach erhält Ehrenzeichen des Westdeutschen Handwerkskammertages (WHKT)

Ministerin Ina Scharrenbach gemeinsam mit WHKT-Präsident Berthold Schröder (r.) und WHKT-Hauptgeschäftsführer Dr. Florian Hartmann (l.)

Im Rahmen der Vollversammlung in Raesfeld verlieh WHKT-Präsident Berthold Schröder am 16. April 2024 an NRW-Ministerin Ina Scharrenbach die höchste Auszeichnung des WHKT – das Ehrenzeichen des Handwerks in NRW. Die Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung in Nordrhein-Westfalen erhielt die Ehrung für ihre Verdienste im Zusammenhang mit der Unterstützung der Bewältigung der Flutkatastrophe im Jahr 2021, den wichtigen Schritten beim Abbau von Bürokratie am Bau in NRW, der Digitalisierung und Beschleunigung von Prozessen in Genehmigungsverfahren sowie vor allem den neuen Chancen, die sich durch die lange angestrebte »Kleine Bauvorlagenberechtigung« in zahlreichen Betrieben des Handwerks ergeben.

Die Pressemeldung zur Verleihung ist hier zu finden.

WHKT-Positionspapier zur Anerkennung:

Wichtiges Instrument zur Fachkräfteentwicklung

Die Handwerkskammern sind sich ihrer Verantwortung im Thema Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsabschlüssen bewusst und sind für die Aufgaben in Nordrhein-Westfalen zur Umsetzung des Berufsqualifikationsfeststellungsgesetzes gut aufgestellt. Mit ihrem aktuellen Positionspapier, beschlossen auf der WHKT-Vollversammlung am 17. April 2024, zeigen die Kammern auf, dass sie deutlich mehr Verwaltungsverfahren als das Gleichwertigkeitsfeststellungsverfahren nutzen, um für individuelle Anerkennungsanliegen den Ratsuchenden Wege aufzuzeigen.

Die sogenannten Gleichwertigkeitsfeststellungsverfahren, die der Gesetzgeber 2012 eingeführt hat, haben die Handlungsmöglichkeiten der Anerkennung für die Handwerkskammern ausgeweitet. Auch damit kann erreicht werden, dass Menschen möglichst qualifikationsadäquat beschäftigt werden, egal wo und wie sie ihre beruflichen Handlungskompetenzen erworben haben. Die Handwerkskammern verfügen über ein zentrales Wissensmanagement zur Anerkennung, nutzen spezifisches Know-how von Handwerkskammern in ganz Deutschland, stehen Ratsuchenden vor Ort zur Verfügung und sind in die Beratungsstrukturen in den Regionen gut eingebunden. All das sind klassische Vorteile der von den Handwerkskammern gewählten Organisationsform zur Durchführung der Gleichwertigkeitsfeststellungsverfahren.

Das WHKT-Positionspapier mit dem Titel »Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufskompetenzen im Handwerk: Wichtiges Instrument zur Fachkräfteentwicklung« ist zu finden unter www.whkt.de/positionen.

Europas Zukunft gemeinsam mit dem Handwerk gestalten:

Vollversammlung des WHKT verabschiedet Position »Europa«

Aus Anlass der bevorstehenden Europawahl hat die Vollversammlung die Position »Europas Zukunft gemeinsam mit dem Handwerk gestalten« verabschiedet. Darin bekennt sich die Vollversammlung ausdrücklich zu Europa, zur Europäischen Union und zum europäischen Gedanken der politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Zugleich formuliert die Position fünf Forderungen für die kommende Legislaturperiode:

  1. Die EU muss Wettbewerbsfähigkeit und Klimaschutz miteinander in Einklang bringen. Dazu gehören der Einsatz marktwirtschaftlicher Instrumente zur Erreichung von Klimaschutzzielen, die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft durch Standort- und Wettbewerbspolitik sowie Digitalisierung, Innovationsoffenheit und Innovationsfreundlichkeit.
  2. Die EU muss im Bereich der Bildungspolitik bewährte nationale Bildungssysteme anerkennen und sichern. Die Bedeutung der Dualen Berufsbildung ist als gleichwertig zur akademischen Bildung wertzuschätzen.
  3. Die EU braucht eine wirksame, eigenständige KMU-Politik. Politische Strategien und Rechtsakte müssen anhand des Grundsatzes »Think small first!« (»Zuerst an die Kleinen denken!«) aus der Perspektive von Handwerk und KMU heraus entwickelt werden. Dazu gehört auch, den KMU-Test strikt anzuwenden und KMU-/Handwerksorganisationen frühzeitig bei der Erarbeitung von Rechtsakten und Standards einzubinden, um Regulierungsbetroffene besser identifizieren und Folgen präziser abschätzen zu können.
  4. KMU-Politik muss strukturell in der EU-Kommission abgesichert werden.
  5. Die EU muss das KMU-Entlastungspaket konsequent umsetzen. Dazu gehört insbesondere ein Praxischeck des »Green Deal« samt KMU- und Kohärenzprüfung. Handwerksbetriebe müssen bei der Umsetzung der Vorgaben unterstützt werden, etwa durch strikte Anwendung des Once-only-Prinzips und die Bereitstellung digitaler Werkzeuge zur vereinfachten Datenbereitstellung und -übermittlung.

Das WHKT-Positionspapier mit dem Titel »Europas Zukunft gemeinsam mit dem Handwerk gestalten« ist zu finden unter www.whkt.de/positionen.

WHKT-Positionspapier:

Hohe Investitionen in berufliche Aus- und Weiterbildung im Handwerk notwendig – Öffentliche Hand ist gefordert

Die Überbetrieblichen Bildungszentren (ÜBS) in Nordrhein-Westfalen stehen vor einem erheblichen Investitionsbedarf. In den nächsten zehn Jahren werden rund 1,3 Milliarden Euro für Gebäudeerneuerungen und Modernisierungen benötigt. Dieser Bedarf wurde durch eine Umfrage der Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks e.V. (LGH) bei den Trägern der 90 ÜBS ermittelt.

Die Handwerkskammern weisen in ihrem aktuellen Positionspapier auf einen dringenden Handlungsbedarf hin. Bund und Land NRW müssen demnach die Haushaltsmittel für Modernisierungsvorhaben der ÜBS des Handwerks erhöhen und den tatsächlichen Bedarf anpassen. Die Bewilligungsverfahren sollten unbedingt schneller und planbarer werden. Das Handwerk in NRW muss und wird den begonnenen Konzentrationsprozess der ÜBS fortsetzen. Ziel ist eine fachlich leistungsfähige, gut erreichbare und trägerübergreifende überbetriebliche Bildungsinfrastruktur, die unter dem Gebot der Wirtschaftlichkeit zukunftssicher ist. Das Handwerk beteiligt sich mit mindestens 35 Prozent Eigenanteil an den Kosten. Die duale Ausbildung ist ein Herzstück für die Nachwuchsqualifizierung im Handwerk und die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Deutschland.

Das WHKT-Positionspapier mit dem Titel »Hohe Investitionen in berufliche Aus- und Weiterbildung im Handwerk notwendig« ist zu finden unter www.whkt.de/positionen.

Handwerk im Dialog mit Wissenschaft:

Urbane Produktion sichern und weiterentwickeln

Prof. Dr. Stefan Gärtner (l.) und WHKT-Präsident Berthold Schröder

Besonders in den Städten und Ballungsräumen ist eine Verdrängung insbesondere von produzierendem Handwerk zu verzeichnen. Auch Neuansiedlungen von produzierendem Handwerk in diesen Regionen nehmen ab. Dies liegt zum einen am Mangel an verfügbaren Flächen, zum anderen aber auch an Bodenpreissteigerungen, Mobilitätseinschränkungen und Immissionsschutzvorgaben. Im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung und um eine dezentrale Versorgungsstruktur zu gewährleisten, sind hingegen ein gutes Nebeneinander von Wohnen, Dienstleistung und Produktion wichtig.

Der WHKT konnte in seiner Vollversammlung zu dem wichtigen Thema Prof. Dr. Stefan Gärtner, Geschäftsführenden Direktor am Institut für Arbeit und Technik und Leiter der Landesarbeitsgemeinschaft Nordrhein-Westfalen der Akademie für Raumentwicklung in der Leibniz-Gemeinschaft, für einen Vortrag gewinnen. Er erläuterte unter anderem, wie die ideale Stadt aussieht und welche Maßnahmen dazu notwendig sind. Beispielsweise sollten Stadtplanungen nicht ausschließlich den Bau von Wohnraum forcieren, sondern auch die Produktion angemessen berücksichtigen. Auch ist vielerorts die bestehende Infrastruktur nicht geeignet für Produktion. Dies führt bereits heute zur Verlagerung von Produktion in Gewerbegebiete, die primär für andere Nutzungen vorgesehen sind. Daher ist eine gesamtstädtische Lösung notwendig, um eine nutzungsgemischte Stadt zu erhalten, die die gesamte Wertschöpfungskette abbildet.

Zeit für etwas Besonderes:

10 Jahre Treffpunkt Ehrenamt Handwerk in NRW

Am Freitag, den 07. Juni 2024, findet um 18 Uhr auf Schloss Raesfeld der »Treffpunkt Ehrenamt Handwerk NRW« zum traditionellen zehnten Mal statt. Eine Veranstaltung, zu der der WHKT mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen engagierte Handwerkerinnen und Handwerker einlädt, die sich nicht nur in der Handwerksorganisation, sondern auch für Umwelt, Gesellschaft, soziale Belange oder auch internationale Hilfsprojekte einsetzen. Das Engagement der Betriebe und Handwerkerinnen und Handwerker in Nordrhein-Westfalen ist groß und soll mit dem Treffpunkt Ehrenamt öffentlichkeitswirksam gezeigt und gewürdigt werden.

Stellvertretend für die vielen Ehrenamtlichen im Handwerk berichten sieben Handwerkerinnen und Handwerker im sehr persönlichen Gespräch mit Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur und WHKT-Präsident Berthold Schröder, was es bedeutet, Teil von etwas Besonderem zu sein.

Ein jährliches Highlight ist die Verleihung des Ehrenamtspreises Handwerk NRW durch Ministerin Mona Neubaur. Neben der Würdigung des Ehrenamts ist der jährliche Treffpunkt vor allem auch eine Einladung an Interessierte, die das Ehrenamt im Handwerk näher kennenlernen möchten und sich vorstellen können, ehrenamtlich aktiv und damit Teil von etwas Besonderem zu werden.

Die Teilnehmerzahl für diese besondere Veranstaltung ist auf 120 Personen begrenzt. Anmeldung unter www.ehrenamt-handwerk-nrw.de/anmeldung

Europa:

Unternehmertag 2024 im Zeichen der Europawahl durchgeführt

Die Teilnehmenden des Unternehmertages gemeinsam mit NRW-Europaminister Nathanael Liminski (5. v. l.) | Foto: UVH

Am 25.04.2024 haben Unternehmerverband Handwerk NRW, Handwerk.NRW und Westdeutscher Handwerkskammertag gemeinsam zu der Veranstaltung »Europawahl 2024 – Was hat das Handwerk von Europa?« eingeladen.

In seinem Impuls betonte NRW-Europaminister Nathanael Liminski die Bedeutung der EU für Nordrhein-Westfalen und seine Wirtschaft. Er forderte Haltung und Handlung.

In der anschließenden Diskussion erläuterten die Kandidatinnen und Kandidaten zur Europawahl Liliane Viola Pollmann (Grüne), Dr. Sabrina Proschmann (SPD) und Dr. Michael Terwiesche (FDP) sowie der Landtagsabgeordnete Dr. Jörg Geerlings (CDU) – in Vertretung für den EU-Abgeordneten Dr. Stefan Berger – Perspektiven einer aktiven Mittelstandspolitik, Gelingensbedingungen für Bürokratieabbau, mehr Wettbewerbsfähigkeit und die Umsetzung des »Green Deal«.

DesignTalente Handwerk NRW:

Zeit, zu machen – Gestaltung fördern.

Im Gestaltungswettbewerb »DesignTalente Handwerk NRW« können Handwerkerinnen und Handwerker ihre gestalterischen Leistungen in den Themenbereichen Kleidung & Textil, Möbel, Objekt & Skulptur, Schmuck, Wohnen & Außenbereich und Medien öffentlichkeitswirksam präsentieren. Teilnehmen können alle, die nicht älter als 30 Jahre sind, eine Ausbildung im Handwerk abgeschlossen haben und in Nordrhein-Westfalen wohnen oder arbeiten. Schirmherr des Wettbewerbs ist Ministerpräsident Hendrik Wüst.

Damit möglichst viele Gestaltungstalente aus NRW die Chance erhalten, sich und ihre Arbeiten zu präsentieren, steht unter www.designtalente-handwerk-nrw.de eine digitale Plattform für die Teilnahme zur Verfügung. Interessierte laden hierfür Fotos ihrer selbst gestalteten Stücke bzw. Objekte hoch, wählen einen Themenbereich aus und sind damit für die Jurybewertung zugelassen. Eine Anmeldung zum Wettbewerb DesignTalente Handwerk NRW 2024 ist noch bis einschließlich Sonntag, den 2. Juni 2024, möglich. Die Teilnahme ist selbstverständlich kostenfrei.

Organisationen und Institutionen des Handwerks, Bildungsstätten, Medien oder Interessierte sind herzlich eingeladen, das Medienpaket unter www.designtalente-handwerk-nrw.de/medienpaket zu nutzen, um auf den Gestaltungswettbewerb des Handwerks in NRW aufmerksam zu machen.

Organisiert wird der Wettbewerb inklusive Ausstellung und Preisverleihung vom Westdeutschen Handwerkskammertag mit finanzieller Unterstützung durch das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen. Dieses prämiert zusätzlich je eine Siegerin bzw. einen Sieger pro Themenbereich mit einem Preisgeld in Höhe von je 3.000 Euro.

MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen:

Online-Netzwerktreffen »Deutschland-Ticket Job und Mobilitätsbudget – als Arbeitgeber*in effektiv einsetzen«

Der MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen lädt gemeinsam mit dem BEMO | IHK-Netzwerkbüro Betriebliche Mobilität NRW am Donnerstag, den 2. Mai 2024 von 15:00 Uhr bis 17:00 Uhr zur BEMO-Netzwerkveranstaltung »Deutschland-Ticket Job und Mobilitätsbudget – als Arbeitgeber*in effektiv einsetzen« ein.

Immer mehr Unternehmen und Betriebe bieten ihren Mitarbeitenden das Deutschland-Ticket Job und/oder ein Mobilitätsbudget an. Damit tragen sie zu einer umweltfreundlicheren Mitarbeitenden-Mobilität bei und profitieren zugleich selbst von steuerlichen Vorteilen.

In diesem Netzwerktreffen erfahren die Teilnehmenden Wissenswertes zum Deutschland-Ticket Job.

  • Wie funktioniert das Deutschland-Ticket Job und wie sehen die Vorteile für Arbeitgebende und Arbeitnehmende aus?
  • Lohnt sich bereits der Einstieg oder ist es sinnvoller abzuwarten und verschiedene Angebote miteinander zu kombinieren, um bedarfsgerechte individuelle Lösungen für die einzelnen Beschäftigten zu finden?

Weiterhin werden Fragen zum Mobilitätsbudget beantwortet.

  • Was ist ein Mobilitätsbudget?
  • Wie funktioniert es und für welche Verkehrsmittel kann es eingesetzt werden?
  • Welche Vorteile ergeben sich für Arbeitgebende, welche für Arbeitnehmende?
  • Welche steuerlichen Aspekte gilt es zu beachten?

Eine Anmeldung ist erforderlich und erfolgt über https://events.dortmund.ihk24.de/deutschland-ticket. Der Zugangslink zur Veranstaltung wird einige Tage vor Veranstaltungsbeginn verschickt.


Resume zum »Online-Seminar zum Deutschland – Ticket Job «

Am 11. April 2024 lud der MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen zum »Kostenlosen Online-Seminar zum Deutschland-Ticket Job« ein. Die Teilnehmenden erfuhren im ersten Teil des Online-Seminars Wissenswertes rund um das Deutschland-Ticket Job. Im zweiten Veranstaltungsblock beantworteten Verena Bloemer und Patrick Liebold von der Rheinbahn AG Düsseldorf, Melanie Radke von DSW21 (Dortmunder Stadtwerke AG), Marcel Kirchhoff von der Stadtwerke Münster GmbH sowie Diana Delva von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers GmbH Fragen der Teilnehmenden. Es begann ein reger Austausch, der darauf schließen lässt, dass das Deutschland-Ticket Job auch für das Handwerk bestens geeignet ist.

www.anerkennungsberatung-iq.de:

Relaunch der digitalen Anerkennungsplattform IQ

Menschen mit ausländischen Berufsabschlüssen haben ein Recht auf die Anerkennung ihrer im Ausland erworbenen formalen Berufsqualifikation. Damit dies im Bereich der reglementierten und der nicht-reglementierten Berufe möglichst reibungslos funktioniert, ist eine gute individuelle Beratung ein wichtiges Gelingenskriterium. Schließlich müssen nicht nur die richtigen zuständigen Stellen identifiziert und der passende Referenzberuf gefunden werden. Es geht darum, die Verfahren so zu beantragen, dass die anerkennbaren Kompetenzen vollständig und nachvollziehbar dargestellt werden. Hinzu kommen Fragen nach der Titelführung, der Finanzierung der Verfahren, der Sprachförderung, der Übersetzung und Beglaubigung von Dokumenten sowie der Identifizierung geeigneter Qualifizierungen zur Herstellung der beruflichen Gleichwertigkeit, wenn Bescheide lediglich eine Teilanerkennung feststellen.

Dass die Nachfrage nach Beratung und Begleitung immens ist, zeigen die Zugriffszahlen auf die vom WHKT im Rahmen des Förderprogramms IQ (Integration durch Qualifizierung) entwickelten digitalen Beratungsplattform: www.anerkennungsberatung-iq.de. Im Jahr 2023 haben sich in NRW 11.326 Ratsuchende im Thema berufliche Anerkennung hier registriert. Von Januar bis 10. April 2024 waren es bereits 4.644 Anmeldungen, davon 44 Prozent mit ukrainischer Herkunft.

Damit Fachkräfte mit ausländischen Berufsabschlüssen in NRW gleichfalls nach Aufnahme einer beruflichen Beschäftigung ihre Berufsanerkennung gemeinsam mit ihrem Arbeitgeber angehen können, wurde die Plattform www.anerkennungsberatung-iq.de durch einen Relaunch weiterentwickelt. Auf den neuen vorgeschalteten Seiten erfahren Ratsuchende, wie und wo sie sich gleichfalls selbst gut informieren können, damit bereits wichtige erste Schritte in Richtung berufliche Anerkennung vorbereitet werden. Dies ist deshalb wichtig, weil die Wartezeiten bis zu einer individuellen IQ Anerkennungsberatung nach einer Registrierung auf www.anerkennungsberatung-iq.de leider kontinuierlich steigen. Diese Zeit gilt es individuell so zu nutzen, dass es auch nach Arbeitsaufnahme zu einer beruflichen Anerkennung und vor allem einer frühestmöglichen qualifikationsadäquaten Beschäftigung kommt.

Erasmus+ Projekt e-SELLER:

Partnerschaft veröffentlicht Trainingsprogramm zur Stärkung digitaler Kompetenzen

Die Initiative e-SELLER zielt darauf ab, den Digitalisierungsprozess in kleinen und mittleren Unternehmen dabei zu unterstützen, die im Zuge der digitalen Transformation neu entstehenden Anforderungen zu erfüllen und Anpassungen der sich verändernden Arbeitsbedingungen vorzunehmen. Zu diesem Zweck entwickeln und erproben sechs europäische Organisationen aus Griechenland, Polen und Deutschland mit Beteiligung des WHKT ein Trainingsprogramm für Ausbildungspersonal und Betriebe.

Im Herbst 2023 veröffentlichte die Partnerschaft den digitalen e-SELLER-Bericht. Diese Analyse diente den Projektpartnern als Leitfaden für die Ausarbeitung eines Trainingsprogramms. 12 Trainingsmodule behandeln sowohl die Nutzung neuer Technologien wie Künstliche Intelligenz und Marketing-Automatisierung als auch Soft Skills, die für die Nutzung der neuen Technologien in Handel treibenden KMU wichtig sind. Die Trainingsmodule setzen sich aus einem theoretischen Teil, Fallstudien und arbeitsplatzbezogenen Szenarien zusammen. Multimediale Inhalte ermöglichen eine vertiefende Auseinandersetzung mit den Themenschwerpunkten und runden die einzelnen Module ab.

Das e-SELLER Trainingsprogramm steht in vier Sprachen unter https://e-seller.erasmus.site/de/program/ zum kostenlosen Download zur Verfügung. Bis Sommer 2024 entwickelt das Konsortium eine E-Learning-Plattform, die neben dem Trainingsprogramm verschiedene Video-Tutorials und Spiele bereitstellt, um eine selbstständige Erarbeitung aller digitalen e-SELLER-Bildungsinhalte zu ermöglichen.

Die Umsetzung der Partnerschaft erfolgt mit Kofinanzierung der Europäischen Union.

WHKT-Musterverträge:

Muster-Gesellschaftsverträge aktualisiert

Zum Jahresbeginn ist das Gesetz zur Modernisierung des Personengesellschaftsrechts (MoPeG) in Kraft getreten, das umfangreiche Änderungen insbesondere im Hinblick auf die Gesellschaften bürgerlichen Rechts, kurz GbR, und die Personenhandelsgesellschaften OHG und KG vorsieht. Neu ist unter anderem die Einführung eines Gesellschaftsregisters bei den Amtsgerichten, worin sich die GbR eintragen lassen kann. Vor diesem Hintergrund bietet der WHKT neben dem GbR-Vertragsmuster nun ein neues Vertragsmuster zur eGbR an. Auch die weiteren gesellschaftsrechtlichen Vertragsmuster wurden einer Überarbeitung unterzogen.

Die aktuellen Vertragsmuster sind zu finden unter www.whkt.de/downloads/musterdokumente.

Orientierungshilfe:

LGH-Betriebsvergleiche zeigen Stärken und Schwächen der verschiedenen Handwerke

Die Betriebsvergleichsbroschüren für das Berichtsjahr 2022 sind ab sofort im neuen Onlineshop https://bvshop.lgh.nrw/ als Download erhältlich. Sie enthalten die ermittelten Durchschnittswerte der Betriebe, die sich am letzten Betriebsvergleich beteiligt haben. Hierbei handelt es sich um die Handwerke Dachdecker, Friseure, Hochbau, Kraftfahrzeug, Maler, SHK, Tischler und Zimmerer.

Die Dachdeckerbetriebe haben sich im Betriebsvergleich wirtschaftlich recht gut behauptet. So hat sich das Betriebsergebnis gegenüber der Vorjahresuntersuchung um zwei Prozentpunkte verbessert. Dies gelang, obwohl sich der Anteil des Materialaufwandes an der Betriebsleistung leicht erhöht hat, was nicht zuletzt auf höhere Einkaufspreise zurückzuführen ist. Demgegenüber hat sich der Anteil der Personalkosten gegenüber dem Vorjahr verringert, wobei anzumerken ist, dass die Zahl der Mitarbeiter im Dachdeckerhandwerk zurückgegangen ist, weil es auf dem Arbeitsmarkt schwieriger geworden ist, Fachkräfte zu gewinnen. Um die Produktivität zu erhöhen, haben die Betriebe zwangsläufig mit innerbetrieblichen Maßnahmen reagiert, was gemäß den ermittelten Kennzahlen zur Betriebsleistung und zur Wertschöpfung je produktiv Beschäftigten offenbar gelungen ist.

Im Friseurhandwerk ist man nach den Corona-Jahren weitgehend zum »Business as usual« übergegangen, wenngleich sich neue Herausforderungen wie v. a. steigende Waren- und Energiepreise, Inflation und Fachkräftemangel abzeichneten. Die Betriebe mussten die neuen Gegebenheiten in ihren Entscheidungen berücksichtigen und haben ihre Preise im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit deutlich angehoben. Die Branche tut sich schwer bei der Gewinnung von Arbeitskräften und die Zahl der Beschäftigten ist rückläufig. Von den untersuchten Betrieben entfielen durchschnittlich 40,9 Prozent des Umsatzes auf Personalkosten, was niedriger als in den letzten fünf Jahren ist. Durch Anpassungsmaßnahmen konnten sowohl der Handwerksumsatz je Fachkraft als auch der Handwerksumsatz je Kunde gesteigert werden. Damit konnte im Durchschnitt das betriebswirtschaftliche Ergebnis um 7,1 Prozentpunkte angehoben werden.

Die Ergebnisse im Hochbauhandwerk sind respektabel, auch wenn die Ertragslage in den beiden vorherigen Jahren besser aussah. Mit 1,6 Prozent ordnet sich das Ergebnis wieder in die Reihe der Erträge ein, wie sie vor 2020 im Durchschnitt erzielt wurden, auch wenn es nach den beiden guten Jahren 2020 und 2021 ernüchternd wirkt. Angesichts der Preisentwicklung im Bauwesen ist auch dem Betriebsvergleich zu entnehmen, dass der Anteil des Aufwands für Material an der Betriebsleistung gestiegen ist. Auch in diesem Gewerbe ist hingegen der Anteil der Personalkosten an der Betriebsleistung gesunken, was mit einem Rückgang der Zahl der Beschäftigten und einer gestiegenen Wertschöpfung je produktiv Beschäftigten erklärt werden könnte. Naheliegend sind hier z. B. bessere (digital unterstützte) Personaleinsatzplanung, Verringerung von Transportkosten oder die Standardisierung von Prozessabläufen.

Ein höheres durchschnittliches Betriebsergebnis als im Vorjahr ist darüber hinaus für die Maler (11,8 Prozent), SHK (10,4 Prozent) und die Zimmerer (7,9 Prozent) zu verzeichnen. Demgegenüber wurde ein niedrigerer Wert bei den Tischlern (9,9 Prozent) und im Kfz-Handwerk (6,4 Prozent für markengebundene Betriebe und 7,7 Prozent für nicht markengebundene Betriebe) ermittelt.

Die nächste Betriebsvergleichserhebung für das Berichtsjahr 2023 startet im Juni mit einem neuen Online-Portal. Weitere Informationen: https://lgh-betriebsvergleiche.de

Außenwirtschaft:

Nachhaltige Gebäudetechnik Niederlande

Die niederländische Regierung hat bereits vor einigen Jahren entschieden, die Wärmewende systematisch anzugehen, und verabschiedete 2019 ein neues Klimaabkommen. Danach müssen bis 2050 rund sieben Millionen Haushalte und eine Million Gebäude vom Erdgasnetz abgekoppelt und regenerativ beheizt werden. Um die neuen Ziele zu erreichen, müssen bis 2030 die ersten 1,5 Millionen bestehenden Wohnungen nachhaltig saniert werden.

Für Unternehmen aus NRW bietet diese Entwicklung gute Marktchancen. Um die energetische Gebäudesanierung und den energieeffizienten Neubau erfolgreich durchführen zu können, fehlt es in den Niederlanden oft an ausreichend eigenen Fachkompetenzen. Deutsche Gebäudetechnik und deutsches Handwerk genießen vor Ort einen ausgezeichneten Ruf. Sowohl bei den Sanierungs- als auch bei Neubauprojekten kann nachhaltige und energieeffiziente Gebäudetechnik eingebaut werden. Innovative Lösungen eignen sich für Wohnungen, Gewerbeimmobilien, Industrie und Hallen.

Verschiedene Termine in den kommenden Tagen und Monaten bieten Gelegenheit, sich einen persönlichen Eindruck von den Marktchancen in den Niederlanden zu verschaffen:

7. Mai 2024, HWK Münster: Nachhaltigkeitsgipfel Handwerk NRW und Niederlande, https://www.handwerk-international.net/event-details/nachhaltigkeitsgipfel-handwerk-niederlande-und-nrw

10./11. September 2024: Unternehmensreise »Kreislaufwirtschaft in Bau- und Gebäudetechnik in den Niederlanden«, https://www.nrwglobalbusiness.com/de/aktuelles/termine/details/marktsondierung-niederlande-kreislaufwirtschaft-in-bau-und-gebaeudetechnik

3.–7. Februar 2025: NRW-Gemeinschaftsstand auf der BouwBeurs Utrecht, https://www.nrwglobalbusiness.com/de/aktuelles/termine/details/nrw-gemeinschaftsstand-auf-der-bouwbeurs-2025


Beratung für Ihre Auslandstätigkeit erhalten Unternehmen bei den Außenwirtschaftsberaterinnen und -beratern der Handwerkskammern und Fachverbände: https://www.handwerk-international.net/ansprechpartner

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Liebe Leserinnen und Leser,

ohne das Handwerk als »Wirtschaftsmacht von nebenan« würden alle Räder stillstehen – soviel ist klar. Doch Handwerksbetriebe identifizieren sich schon immer nicht allein durch ihre wirtschaftliche Betätigung. Soziale Verantwortung zu übernehmen, ist für Handwerkerinnen und Handwerker genauso selbstverständlich wie fachliches Können, Zuverlässigkeit und Kundenorientierung. Gute Beispiele für ehrenamtliches Engagement in den sieben nordrhein-westfälischen Kammerbezirken werden wir in diesem Jahr beim zehnten »Treffpunkt Ehrenamt Handwerk« am 7. Juni auf Schloss Raesfeld kennenlernen.

Soziale Verantwortung zu übernehmen, kann auch bedeuten, solchen Menschen Unterstützung anzubieten, die auf ihrem Weg durchs Leben erhebliche Hürden zu meistern haben oder die ganz vom Kurs abgekommen sind. Dass eine erfreulich hohe Anzahl an Handwerksbetrieben selbst vor schwierigen Aufgaben nicht zurückschreckt, zeigt die WHKT-Initiative »Handwerk im Hafthaus« (www.handwerk-im-hafthaus.de), bei der es darum geht, mit einer Beschäftigung in einem Handwerksberuf straffällig gewordenen Menschen nach deren Inhaftierung eine zweite Chance anzubieten. Diese vielleicht einmalige Chance zu ergreifen, liegt ganz bei den ehemaligen Inhaftierten.

Mit der Überzeugung, dass in jedem Menschen etwas Gutes steckt, und der Hoffnung, dass der gesellschaftliche Einsatz von Handwerksbetrieben die verdiente Anerkennung von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft findet, wünschen wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, ein frohes Osterfest.

Hauptgeschäftsführer Dr. iur. Florian Hartmann | Peter Dohmen

WHKT-Umfrage unter den Handwerksorganisationen:

Großes Interesse an Teilqualifizierung und Fachkräfteeinwanderung

Die Strategie der Handwerkskammern zur Fachkräftesicherung umfasst zusätzlich zur Stärkung der dualen Ausbildung die Teilqualifizierung und Fachkräfteeinwanderung. Eine aktuelle Kurzumfrage unter allen Handwerksorganisationen in Nordrhein-Westfalen hat ergeben, dass nur die wenigstens Organisationen bislang Erfahrungen mit Teilqualifizierungen sammeln konnten, aber 75 % der Befragten ein Interesse daran hat und das Thema zukünftig verfolgen möchte. Ein Erfahrungsaustausch unter den Kammern sowie viele Einzelgespräche mit den Kreishandwerkerschaften zeigen, dass Arbeitsagenturen und Jobcenter bislang so wenige interessierte Teilnehmende für Teilqualifizierungen im Handwerk identifizieren konnten, dass Qualifizierungsmaßnahmen in der Regel nicht zustande kamen. Das Handwerk ist überzeugt davon, dass sich dies für die Zielgruppe der über 25-Jährigen dringend ändern muss. Die Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk erarbeitet gerade mit einigen zentralen Fachverbänden des Handwerks bundesweit standardisierte Teilqualifizierungen für erste große Berufe.

Mit dem Thema Fachkräfteeinwanderung aus Drittstaaten haben mehr Handwerksorganisationen Erfahrungen als mit Teilqualifizierungen, so sind es rund 20 %. Von denjenigen, die bislang keine Erfahrungen in dem Thema sammeln konnten, interessieren sich 63 % der Organisationen für die Gewinnung von Fachkräften oder Auszubildenden aus dem Ausland.

Für beide Themenfelder braucht es aus Sicht des WHKT in der Zukunft praktikable Modelle, um diese Ansätze zur Fachkräftesicherung für kleine und mittelständische Betriebe im Handwerk nutzbar zu machen. 

Einleitung der Verbändeanhörung:

Rechtsverordnung zur Umsetzung der Kleinen Bauvorlageberechtigung

Mitte März hat das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen (MHKBD) einen Entwurf für eine Rechtsverordnung zur Umsetzung der Kleinen Bauvorlageberechtigung veröffentlicht, die sog. Handwerker-Bauvorlagen-Verordnung. In dieser werden die Voraussetzungen zur Eintragung, die im § 67 Abs. 4a BauO NRW bereits beschrieben sind, näher definiert.

So sieht sie eine Konkretisierung der Art und des Umfangs der Einstiegsqualifikation als auch der Fortbildung sowie den Abschluss einer Haftpflichtversicherung vor. Der WHKT hatte im Rahmen der Verbändeanhörung die Gelegenheit, zu den Einzelheiten Stellung zu nehmen. Die Verordnung wird kurzfristig für April erwartet.

Neuer Berufsbildungsabschluss auf DQR-Stufe 7:

Master Professional Optometrie im Augenoptiker-Handwerk

Für eine bessere Transparenz und Darstellung der Wertigkeit der Fortbildungsabschlüsse in der höheren Berufsbildung gibt es drei Fortbildungsstufen oberhalb der Gesellenprüfungen. Für die dritte Fortbildungsstufe hat die Handwerkskammer Düsseldorf gemeinsam mit der Akademie der Augenoptik des Zentralverbands der Augenoptiker und Optometristen eine völlig neue Fortbildungsprüfungsordnung erarbeitet. Die Kammer strebte an, diese Fortbildungsprüfungsregelung im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) eingestuft zu bekommen. Das Ergebnis liegt nun vor. Die sehr anspruchsvolle Fortbildung für Meisterinnen und Meister der Augenoptik und Optometristen (HWK) ist auf DQR-Stufe 7 mit dem Abschluss Master Professional veröffentlicht. Die Fortbildung wird erstmalig in der Akademie für Augenoptiker in Dormagen ab Mai 2024 angeboten.

DesignTalente Handwerk NRW:

Ministerpräsident Hendrik Wüst unterstützt die Ansprache junger Handwerkerinnen und Handwerker für den Gestaltungswettbewerb

»Handwerk gehört ganz selbstverständlich zu unserem Alltag. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Wettbewerbs »DesignTalente Handwerk NRW« aber beweisen immer wieder eindrucksvoll, dass ihr Handwerk nichts Alltägliches ist. Mit Kreativität und Leidenschaft für ihren Beruf schaffen sie Herausragendes. Auch in diesem Jahr laden wir Sie herzlich dazu ein, Ihre Handwerkskunst zu präsentieren. Also: Zeigen Sie, was Ihren Beruf zu Ihrer Berufung macht! Ich drücke Ihnen die Daumen!«, so Ministerpräsident Hendrik Wüst, Schirmherr des Wettbewerbs »DesignTalente Handwerk NRW«.

Handwerkerinnen und Handwerker aus Nordrhein-Westfalen können sich bis zum 2. Juni 2024 online mit Fotos ihrer selbst gestalteten Stücke bzw. Objekte in einem der Themenbereiche Kleidung & Textil, Möbel, Objekt & Skulptur, Schmuck, Wohnen & Außenbereich und Medien unter www.designtalente-handwerk-nrw.de anmelden. Eine Fachjury entscheidet dann, welche Arbeiten im Rahmen der zweiwöchigen Ausstellung vom 28. September bis zum 12. Oktober 2024 in Düsseldorf dem Publikum gezeigt und im dazugehörigen Katalog vorgestellt werden. Teilnehmen können alle, die über eine abgeschlossene Ausbildung im Handwerk verfügen und nicht älter als 30 Jahre sind. Die Teilnahme ist selbstverständlich kostenlos.

Finanziell gefördert wird der Wettbewerb vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

Institutionen und Organisationen, die in ihren Medien junge Gestaltungstalente des Handwerks auf den Wettbewerb aufmerksam machen möchten, steht unter www.designtalente-handwerk-nrw.de ein professionelles Medienpaket mit Texten, Bildern und Grafiken zur Verfügung.

Innovationspreis Handwerk NRW:

Zwei Preisträger des 3. Innovationspreises Handwerk NRW räumen auch in Bayern ab

Die beiden Unternehmen Bear-Machines GmbH aus Heek und Zauberzeug GmbH aus Havixbeck, die im Dezember 2023 von Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur mit dem »Innovationspreis Handwerk NRW« ausgezeichnet wurden, präsentierten beide ihre Innovationen auch auf der Internationalen Handwerksmesse / ZUKUNFT HANDWERK in München.

Die Bear-Machines GmbH gewann den Bundespreis für hervorragende innovatorische Leistungen für das Handwerk mit ihrer Innovation »BEAR-CUT – automatisches Nachprofilieren von Reifen«.

Die Zauberzeug GmbH gewann mit ihrer Innovation »Autonomer KI-gestützter Agrarroboter« den Bayerischen Staatspreis für besondere gestalterische und technische Leistungen im Handwerk.

Wir gratulieren beiden Unternehmen zu dieser großartigen Leistung!

Der »Innovationspreis Handwerk NRW« ist ein vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen durchgeführter Wettbewerb, der an besonders innovative Handwerksbetriebe aus Nordrhein-Westfalen vergeben wird. Zusätzlich wurde im vergangenen Jahr ein Sonderpreis für Innovationen in den Bereichen Energieeinsparung und Klimaschutz ausgelobt.

Weltfrauentag am 08.03.2024:

Zeichen zur Stärkung von Unternehmerinnen während Schwangerschaft und Mutterschaft

Wirtschaftsministerin Mona Neubaur mit Unternehmerinnen und Wirtschaftsvertreterinnen

Anlässlich des Weltfrauentags hatte Wirtschaftsministerin Mona Neubaur zu einem gemeinsamen Frühstück mit Unternehmerinnen und Wirtschaftsvertreterinnen eingeladen, um mit Ihnen über die spezifischen Herausforderungen von Frauen in der Selbstständigkeit und in Führungspositionen ins Gespräch zu kommen. Sie kündigte an, eine Bundesratsinitiative zum Thema »Mutterschutz für Selbstständige« auf den Weg zu bringen.

Insbesondere in Zeiten des Fachkräftemangels müssen die Rahmenbedingungen für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch im Handwerk verbessert werden, um die Attraktivität des Wirtschaftszweiges zu steigern. Das Handwerk ist geprägt durch kleine und mittlere Betriebe, die meist inhabergeführt sind. Muss infolge von Schwangerschaft, Geburt oder Betreuungsaufgaben die Erwerbstätigkeit ausgesetzt oder stark eingeschränkt werden, kann das gravierende persönliche und betriebliche Folgen haben. Gerade für einen jungen, kleinen Handwerksbetrieb kann der Ausfall der Chefin zum Betriebsstillstand führen.

Auch der WHKT setzt sich mit dieser besonderen Herausforderung auseinander. Im WHKT-Positionspapier »Schwangerschaft und Mutterschaft für Unternehmerinnen erleichtern«, das die Mitglieder der Vollversammlung im vergangenen Herbst verabschiedet haben, werden Vorschläge zur Absicherung der schwangeren Selbstständigen, zur Absicherung des Betriebs und zur Stärkung von Beratungsangeboten gemacht.

Handwerk im Hafthaus:

Werkstatt-Tage 2024 in der JVA Heinsberg

Seit zwei Jahren kooperiert der Westdeutsche Handwerkskammertag mit dem Ministerium der Justiz NRW und den beiden Justizvollzugsanstalten Heinsberg und Bochum-Langendreer im Rahmen des Modellprojekts "Handwerk im Hafthaus". Das Ziel des Vorhabens besteht darin, inhaftierten Menschen Perspektiven für eine erfolgreiche Wiedereingliederung in die Gesellschaft anzubieten. Dies soll unter anderem durch berufliche Qualifizierung bereits während der Haft und durch den Abbau von Vorurteilen gegenüber Gefangenen gelingen.

Eine der Maßnahmen, die das Projekt hierfür entwickelt hat, sind die Werkstatt-Tage, die im März bereits zum zweiten Mal in der JVA Heinsberg und in der JVA Bochum-Langendreer stattfanden. Zum Auftakt der Werkstatt-Tage besuchten zahlreiche Betriebe verschiedenster Gewerke gemeinsam mit dem NRW-Justizminister Dr. Benjamin Limbach die JVA Heinsberg und nutzten die Gelegenheit, eine oder mehrere der 18 Ausbildungswerkstätten der Vollzugsanstalt zu besichtigen und mit Gefangenen und Ausbildungspersonal in den Austausch zu treten.

Minister Dr. Limbach hob dabei hohe Bedeutung der beruflichen Qualifizierung in Haft hervor: "Bildung und Ausbildung sind der Schlüssel für beruflichen Erfolg. Das gilt ganz besonders im Gefängnis. Wenn wir wollen, dass die Jugendlichen und Heranwachsenden nach ihrer Zeit im Gefängnis nicht wieder kriminell werden, sondern sich in der Gesellschaft bewähren, dann müssen wir ihnen ermöglichen, im Gefängnis einen Schulabschluss nachzuholen oder eine Ausbildung zu absolvieren. Die Resozialisierung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und ich bin froh, dass das Handwerk sich hier engagiert."

Auf der Besucherliste beider Vollzugsanstalten fanden sich rund 30 Betriebe sowie zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Handwerkskammern Aachen, Düsseldorf, Dortmund, Köln, Südwestfalen und Koblenz, die sich im Gespräch mit Gefangenen und Ausbildungspersonal der Vollzugsanstalten erstmals einen persönlichen Eindruck von den beruflichen Qualifizierungsmöglichkeiten verschaffen konnten. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Agentur für Arbeit und des Übergangsmanagements der Vollzugsanstalten standen für Fragen der Förderung von Beschäftigungsverhältnissen zur Verfügung.

WHKT-Vizepräsident Alexander Hengst beschrieb nach den Besuchstagen seine Eindrücke: "Wir haben gesehen, dass die Ausbilderinnen und Ausbilder in den Vollzugsanstalten mit Herzblut ihre Arbeit machen und wie wichtig es ihnen ist, den Gefangenen fachlich fundiertes Wissen und Können in die Freiheit mitzugeben. Die Ausstattung der Werkstätten erlaubt zudem eine berufliche Qualifizierung auf hohem Niveau. Meinem Eindruck nach haben viele Gefangene verstanden, dass sie es trotz ihrer Vergangenheit mit einer soliden handwerklichen Ausbildung nochmal schaffen können. Diese Chance sollten wir ihnen bieten."

Dass es den Betrieben nicht nur darum ging, einen Blick hinter die Mauern und Zäune der Vollzugsanstalten zu werfen, zeigten die intensiven Austausche zwischen Betriebsinhaberinnen und -inhabern und Inhaftierten. So wurden auch im Rahmen der diesjährigen Werkstatt-Tage bereits mehrere konkrete Kooperationen und Absichtserklärungen für die Beschäftigung von ehemaligen Gefangenen zwischen Vollzugsanstalten, Inhaftierten und Betrieben vereinbart.

Einer dieser Betriebe, der unter den Inhaftierten in der JVA Bochum-Langendreer vielleicht schon seinen nächsten Mitarbeiter gefunden hat, ist die Firma moba Dortmund. Deren Prokurist Markus Diller schilderte seine Motivation für den JVA-Besuch: "Wir haben in unserem Betrieb schon häufiger Menschen eine Chance gegeben, die etwa aus sozial schwierigen Verhältnissen kommen, oder Geflüchteten, beispielsweise aus der Ukraine oder Eritrea, und damit auch immer beste Erfahrung gemacht. Ehrlich gesagt haben wir bis zur Einladung der Handwerkskammer nicht auch an inhaftierte Menschen gedacht, die eine zweite Chance für die Rückkehr in die Gesellschaft brauchen."

WHKT-Hauptgeschäftsführer Dr. Florian Hartmann stellte das Potenzial des Vorhabens dar: "Wie groß das Interesse an den Erfahrungen ist, die wir mit dem Projekt 'Handwerk im Hafthaus' sammeln, zeigt nicht nur die erfreulich hohe Anzahl an Betrieben, die unserer Einladung in die beiden Vollzugsanstalten gefolgt sind, sondern auch die breite Unterstützung unserer Mitgliedskammern und erste konkrete Gespräche mit Handwerkskammern aus anderen Bundesländern. Unser Wunsch wäre, dass 'Handwerk im Hafthaus' zu einem Exportschlager aus Nordrhein-Westfalen heraus wird. Ich glaube, dass wir bald auch in anderen Bundesländern solche Projekte sehen werden."

Werkstatt-Besuche in der JVA Heinsberg und in der JVA Bochum-Langendreer sind auch weiterhin nach individueller Terminabsprache möglich. Kontaktinformationen der beiden Vollzugsanstalten sowie weitere Informationen zum Projekt unter www.handwerk-im-hafthaus.de, Ansprechpartner beim WHKT ist Herr Peter Dohmen, Durchwahl 0211/3007-707 oder peter.dohmen[ ät ]whkt.de.

Terminhinweis:

Veranstaltungen zur Europawahl

Am 25.04.2024 findet der diesjährige Unternehmertag des Unternehmerverbands Handwerk (UVH) statt. Aus Anlass der bevorstehenden Europawahl laden UVH, WHKT und Handwerk.NRW gemeinsam zu einer Wahlveranstaltung ein.

Der Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien des Landes Nordrhein-Westfalen, Herr Nathanael Liminski, wird die wirtschaftlichen und politischen Verflechtungen von Nordrhein-Westfalen mit Europa in einem Impulsreferat erläutern wird. Im Anschluss diskutieren Dr. Sabrina Proschmann (SPD), Liliane Viola Pollmann (Grüne), Dr. Stefan Berger MdEP (CDU) und Dr. Michael Terwiesche (FDP) mit den Gästen über Erwartungen des Handwerks an die künftige Entwicklung der Europäischen Union.

Anmeldung unter: https://uvh-nrw.de/anmeldung/. Das Programm finden Sie hier als Download.

Der Westdeutsche Handwerkskammertag plant eine weitere landesweite Veranstaltung zur Europawahl in der Handwerkskammer zu Köln im Mai. Nähere Informationen folgen in Kürze.

MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen:

Kostenloses Online-Seminar zum Deutschland-Ticket Job

Der MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen lädt am Donnerstag, den 11. April 2024 von 16:00 Uhr bis 17:15 Uhr zum kostenlosen Online-Seminar »Deutschland-Ticket Job« speziell für den VRR-Bereich und den NWL-Bereich ein.

Bund, Länder und Verkehrsunternehmen haben zum 1. Mai 2023, neben dem Deutschland-Ticket, auch das Deutschland-Ticket Job (kurz: D-Ticket Job) gestartet und eine parallele Informationskampagne initiiert.

Beim D-Ticket Job handelt es sich um ein Ticketangebot, das Betriebe ihren Beschäftigten/Auszubildenden zur Verfügung stellen können, um kostengünstig mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs zu sein. Hierfür müssen interessierte Betriebe einen Rahmenvertrag mit einem Verkehrsunternehmen abschließen. Das Gute ist: Es gibt keine Mindestabnahmemenge!
 
In dem Online-Seminar informieren Fachexperten über alles Wissenswerte zum D-Ticket Job! So werden bspw. folgende Fragen behandelt:

  • Welche Kostenvorteile ergeben sich für Arbeitgebende?
  • Welche steuerlichen Aspekte müssen berücksichtigt werden?
  • Wie profitieren Arbeitnehmende von einem D-Ticket Job-Angebot?
  • Inwiefern kann ein D-Ticket Job-Angebot das eigene Betriebsimage steigern?

Eine Anmeldung ist erforderlich und erfolgt über: https://umfrage.handwerk.nrw/c/ednwtvrh

Der Zugangslink zur Online-Veranstaltung wird einige Tage vor Veranstaltungsbeginn verschickt.

Rückfragen gerne an: heike.rosenberger[ ät ]whkt.de oder andrea.muckenheim[ ät ]whkt.de

7-jährige Kooperation endet:

Abschlusskonferenz des WHKT-Tansania-Projekts

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Abschlussveranstaltung | Foto: Dora Tesha

Am 31.03.2024 endet die 7-jährige Kooperation der Vocational Education and Training Authority (VETA) aus Tansania und des WHKT.

Beide verbindet ein vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördertes Berufsbildungspartnerschaftsprojekt zur Einführung der dualen Berufsausbildung von Land- und Baumaschinenmechanikern. Am 19.03.2024 fand in Babati, in der ländlichen Region Manyara, die feierliche Abschlusskonferenz statt.

Außenwirtschaft:

Nachhaltigkeitsgipfel Handwerk Niederlande und NRW am 07.05.2024 in Münster

Das Handwerk trägt durch seinen Fokus auf Langlebigkeit und Reparaturfähigkeit maßgeblich zur Nachhaltigkeit bei. Als entscheidender Umsetzer der Klimatransformation ist seine Expertise unersetzbar. Prof. Dr. Jens Südekum, Professor für International Economics an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf wird im einleitenden Fachvortrag diese Zusammenhänge einordnen.

Anschließend stellt das Projekt »Two4C« der Handwerkskammer Münster gemeinsam mit Unternehmern vor, wie innovative und zirkuläre Verpackungslösungen grenzüberschreitend realisiert werden. Die NRW.BANK wird Möglichkeiten zur Förderung und Finanzierung nachhaltiger Projekte beleuchten und die Expertinnen der Effizienz-Agentur NRW stellen Lösungsansätze für die Umsetzung von Ressourceneffizienz und Zirkularität im Unternehmen vor.

Anmeldungen für die Veranstaltung können online vorgenommen werden: www.handwerk-international.net/event-details/nachhaltigkeitsgipfel-handwerk-niederlande-und-nrw

Beratung für Ihre Auslandstätigkeit erhalten Unternehmen bei den Außenwirtschaftsberaterinnen und -beratern der Handwerkskammern und Fachverbände: www.handwerk-international.net/ansprechpartner

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Liebe Leserinnen und Leser,

noch etwas mehr als 100 Tage, dann findet die 10. Wahl zum Europäischen Parlament (EP) statt. Vom 6. bis 9. Juni 2024 werden europaweit insgesamt 720 Europaabgeordnete gewählt. Deutschland ist der Mitgliedstaat, der die meisten Abgeordneten ins EP entsendet: 96 an der Zahl. Zum Vergleich: Malta, Luxemburg und Zypern entsenden je sechs Abgeordnete, Polen 53 und Frankreich 81. Deutschland hat eine starke Stimme im Europäischen Parlament. Die Wahl ist wichtig. Sie kleinzureden ist falsch. Das Europäische Parlament ist als Mitgesetzgeber – neben den Mitgliedstaaten – an den meisten Gesetzgebungsverfahren beteiligt.

Dass auf europäischer Ebene Entscheidungen getroffen werden, die den betrieblichen Alltag von Handwerksbetrieben maßgeblich beeinflussen, zeigt sich beispielhaft an der Aktualisierung der Führerscheinregeln, über die das Parlament am 28. Februar 2024 abstimmt. Zudem haben sich Rat und Parlament in der vergangenen Woche über neue Grenzwerte zur Luftqualität geeinigt, eine Entscheidung zum europäischen Lieferkettengesetz steht noch aus.

Ende April tagt das Europäische Parlament zum letzten Mal in dieser Legislatur. Dann ist es an uns mitzuentscheiden, wie es weitergeht. Der WHKT wird die Europawahl aus Handwerkssicht begleiten. Fragen, Anregungen oder Hinweise sind herzlich willkommen (an jeanine.bucherer[ ät ]whkt.de).

Und nun wünschen wir Ihnen eine gute Lektüre mit unserem WHKT-Report!

Hauptgeschäftsführer Dr. iur. Florian Hartmann, Dr. Jeanine Bucherer

WHKT-Hauptgeschäftsführer Dr. Florian Hartmann in Baukostensenkungskommission NRW berufen

WHKT-Hauptgeschäftsführer Dr. Hartmann (2. v. l.) im Rahmen der Sitzung am 16.02.2024 | Foto: MHKBD

WHKT-Hauptgeschäftsführer Dr. Florian Hartmann wurde von NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach in die Baukostensenkungskommission NRW (BKSK) berufen. Am 16.02.2024 standen die neuen Verwaltungsvorschriften zur Bauordnung NRW im Fokus der Diskussion.

Regelmäßig diskutiert NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach MdL mit Vertretern aus Kommunen, Kammern, Verbänden und mit der Feuerwehr im Rahmen der Baukostensenkungskommission NRW (BKSK) darüber, wie Baukosten gesenkt werden können. Wichtig auf diesem Weg: verständliche und praxisgerechte Vorschriften.

Elektronisches Behördenpostfach:

Austausch mit NRW-Justizminister Dr. Benjamin Limbach

NRW-Justizminister Dr. Limbach (m.) empfing Dr. Hartmann (r.) und Ulrich Müller (l.) | Foto: Justiz NRW

Gemeinsam mit Ulrich Müller, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Coesfeld und Geschäftsführer des Landesverbandes der Kreishandwerkerschaften NRW, war WHKT-Hauptgeschäftsführer Dr. Florian Hartmann am 19.02.2024 bei NRW-Justizminister Dr. Benjamin Limbach zu Besuch. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen handwerkspolitische Themen und insbesondere die Frage, wie das besondere elektronische Behördenpostfach (beBPo) für Kreishandwerkerschaften und Innungen effektiv nutzbar gemacht werden kann.

Neuer PISA-Schock:

Schlechteste Schülerleistungen seit PISA I waren für Deutschland absehbar

Die verantwortlichen Wissenschaftler betonen zu den schlechten Leistungen Deutschlands, dass der Grund nicht in der Corona-Pandemie gesucht werden darf, sondern sich bereits seit 2012 sehr klar abzeichnete. Natürlich hat Corona nahezu weltweit die Schülerleistungen gedämpft.

Dass die Schülergruppe mit den Spitzenleistungen in Deutschland eher gering ist, daran hat man sich seit der ersten PISA-Untersuchung gewöhnt. Auch eine große Abhängigkeit der Schülerleistungen vom sozioökonomischen Hintergrund der Schüler kennt Deutschland bereits nicht nur aus den PISA-Studien.

Besonders besorgniserregend ist, dass der Anteil der Schülerinnen und Schüler im untersten Kompetenzniveau drastisch angestiegen ist. Diese Schülergruppe, die je nach Kompetenzbereich (Mathematik, Lesen, Naturwissenschaften) zwischen 23 % und 30 % beträgt, hat als 15-Jährige den Anschluss an das Bildungssystem verpasst. Das heißt auch, dass ein solch großer Anteil von Schülerinnen und Schülern es nicht schafft, eine duale Ausbildung zu absolvieren oder ein Hochschulstudium erfolgreich zu durchlaufen.

Deshalb benötigt Deutschland dringend eine Diskussion, wie im föderalen Staat die schulischen Systeme reformiert werden können. Besonders frustrierend: Die Wissenschaft empfiehlt für Deutschland heute im Prinzip das Gleiche wie bei der Vorstellung der ersten PISA-Ergebnisse im Jahr 2001.

WHKT-Stellungnahme:

Solaranlagenverordnung kommt

Mit Einführung des § 42a BauO NRW zum 01.01.2024 besteht eine Pflicht zur Installation und Betrieb von Solaranlagen auf bestimmten Dachflächen. Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen erarbeitet zurzeit eine Rechtsverordnung, die Solaranlagen-Verordnung NRW, die Details zur Umsetzung der PV-Pflicht wie die Ausnahmen von der Installation und die Nachweis- und Aufbewahrungspflichten regelt.

Der WHKT hat im Rahmen der Verbändeanhörung zu den Einzelheiten Stellung genommen. Insbesondere das Ziel, mittels der Verordnung ein möglichst schlankes Verfahren auszusetzen, wird begrüßt.

Dennoch sieht der WHKT noch Optimierungsbedarf bei der eigenständigen Bewertung durch die Eigentümerinnen und Eigentümer, ob im konkreten Einzelfall die wirtschaftliche oder technische Unmöglichkeit als Ausnahmegrund vorliegt. Als Folge der europaweiten Einführung der Solardachpflicht ist zudem nicht auszuschließen, dass es zu einer zeitweisen Verknappung von Materialien und Komponenten kommt. Daher wäre es begrüßenswert, wenn Gebäude in solchen Fällen trotzdem in Betrieb genommen werden können.

 

Am 28. Mai 2024 ist Diversity-Tag:

Integrationspreis Handwerk NRW

Mit kreativen Aktionen zeigen Unterzeichnerinnen und Unterzeichner der Charta-der-Vielfalt im Zeitraum um den bundesweiten Diversity-Tag am 28. Mai 2024, wie wichtig es gerade in diesem Jahr ist, sich für Vielfalt, Miteinander und Demokratie einzusetzen. Die Handwerkskammern in NRW und der WHKT vergeben den Integrationspreis Handwerk. Betriebe und Handwerkerinnen und Handwerker, die sich in besonderem Maße dafür einsetzen, dass Integration gelingt und kulturelle Vielfalt gestärkt wird, werden ausgezeichnet.

Je Handwerkskammer in NRW wird der mit 500 Euro dotierte Integrationspreis Handwerk einmal in diesem Jahr vergeben. Die Identifizierung der insgesamt sieben Preisträgerinnen und Preisträger läuft. Begleitet wird die Vergabe des Integrationspreises Handwerk von NRW-Integrationsministerin Josefine Paul.

Dem Integrationspreis Handwerk kommt gerade in diesem Jahr eine zusätzliche Bedeutung zu, da seine Verleihung unmittelbar vor der Europawahl liegt, die vom 6. bis 9. Juni 2024 stattfindet. Ein wichtiges Argument, Flagge zu zeigen gegen Rechtsextremismus und für starke Demokratien in Europa und weit darüber hinaus.

Änderung des Berufsbildungsgesetzes:

Validierungsverfahren soll Rechtsgrundlage erhalten

Mit dem Berufsbildungsvalidierungs- und -digitalisierungsgesetz (BVaDiG) hat das Bundeskabinett beschlossen, das Berufsbildungsgesetz ändern zu wollen und einen Gesetzesentwurf dem Bundestag zwecks weiterer Beratung im Parlamentarischen Raum übermittelt.

32 Kammern führen im Rahmen eines BMBF geförderten Projekts unter Koordination des WHKT seit Jahren Validierungsverfahren durch. Inzwischen knapp 3.000 Verfahren in 46 Berufen. Diese erhalten dann bald eine Rechtsgrundlage.

Die aktuelle Meinungsbildung zu dem Gesetz ist gerade sehr wichtig, da eine entscheidende Weichenstellung am Gesetzesentwurf unbedingt noch geändert werden muss. Das Verfahren soll nach Auffassung des WHKT für Personen ab 25 Jahren gelten. Wer jünger ist, kommt für eine duale Ausbildung infrage. Die Validierung ist für Menschen gedacht, die langjährig ohne Ausbildung oder nach einer Ausbildung in einem ganz anderen Beruf Erfahrung gesammelt haben. Damit die Validierung in das deutsche Berufsbildungssystem passt und nicht die duale Erstausbildung schwächt, muss entweder die Altersgrenze von 25 Jahren eingeführt oder die Dauer der Berufserfahrung auf das 2,5- oder 3-fache der Ausbildungsdauer erhöht werden.

Validierung informell und non-formal erworbener Kompetenzen:

Win-Win-Situation für Beschäftigte und Arbeitgeber

Ein Ansatz, dem Fachkräftemangel in Deutschland entgegenzuwirken, ist es, das (verborgene) Potential in der Gruppe der sog. An- und Ungelernten zu heben. Für diejenigen Personen aus dieser Gruppe, die bereits über einschlägige Berufserfahrung in einem Tätigkeitsfeld verfügen, stellt die abschlussbezogene Validierung eine neue Möglichkeit dar, ihre beruflich erworbenen Kompetenzen im Hinblick auf einen Referenzberuf zertifizieren zu lassen und sie dadurch – für sich selbst und für andere – sichtbar zu machen. Im BMBF-geförderten Projekt ValiKom (Transfer) wurde ein solches Validierungsverfahren entwickelt und erprobt.
 
Im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitforschung durch das Forschungsinstitut für Berufsbildung im Handwerk (FBH) an der Universität zu Köln wurde deutlich, dass das erfolgreiche Durchlaufen des Validierungsverfahrens für die Teilnehmenden eine selbstwertsteigernde Erfahrung darstellt, aus der sie persönlich gestärkt und zukunftsoptimistisch herausgehen. Für einen Teil der Teilnehmenden werden dadurch weitere berufliche Entwicklungsschritte vorstellbar und v. a. dann umsetzbar, wenn sie von ihren Arbeitgebern oder anderen begleitenden Akteuren Zuspruch und Unterstützung erhalten.
 
Im verlinkten Artikel werden die Schritte der beruflichen Entwicklung, die bislang auf Basis der umfassenden Analysen identifiziert werden konnten, dargelegt. Mit Bezugnahme auf die Erkenntnisse aus den Befragungen der beteiligten Unternehmen wird darauf aufbauend das Win-Win-Wirkungspotential der Validierung aufgezeigt. So wird abschließend hergeleitet, wie die berufsabschlussbezogene Validierung einen quantitativen und – wenn die Teilnehmenden ihre Chance zur beruflichen Weiterentwicklung nutzen (können) – einen qualitativen Beitrag zur Fachkräftesicherung leistet.

Lesenswert: www.bwpat.de/ht2023/wirtherle_etal_ht2023.pdf

Bürokratie am Bau? Ciao!:

Initiative des MHKBD zum Bürokratieabbau in der Praxis gestartet

Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen (MHKBD) hat mit »Bürokratie am Bau? Ciao!« eine Initiative gestartet, um die bürokratischen Belastungen durch Bauvorschriften in NRW zu identifizieren und im nächsten Schritt zu reduzieren. So sollen Bauvorhaben langfristig schneller, einfacher und günstiger umgesetzt werden.

Über www.mhkbd.nrw/buerokratie-am-bau-ciao/mitmachen können alle an Bauvorhaben beteiligten Personen und Organisationen ihre persönlichen Erfahrungen und Erkenntnisse mitgeben.

Die Eingänge werden unter anderem der Baukostensenkungskommission NRW zur Verfügung gestellt, die auf der Grundlage konkrete Büroentlastungen formuliert, um die Rechtsetzung zu verbessern, Dienstleistungen zu optimieren und Verwaltungsabläufe effektiver zu gestalten. Der Baukostensenkungskommission, welche zuletzt Mitte Februar getagt hat, gehört WHKT-Hauptgeschäftsführer Dr. Florian Hartmann an.

Geflüchtete Menschen schneller in Ausbildung und Arbeit vermitteln:

Der Job-Turbo

Mit dem Job-Turbo setzt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) über die Bundesagentur für Arbeit Maßnahmen um, die insbesondere geflüchtete Menschen aus der Ukraine mit absolviertem Integrationskurs schnell in Arbeit vermitteln sollen. Damit hierbei dringend benötigte Fachkräftepotentiale nicht verloren gehen, sollen vorhandene Qualifikationen gleichfalls sicht- und nutzbar gemacht werden. Die Verfahren der Berufsanerkennung bieten sich in diesem Zusammenhang an, wenn eine formale Qualifikation vorliegt. Eine weitere wesentliche Voraussetzung besteht erfahrungsgemäß darin, dass ein passgenaues Matching erfolgt. Ansonsten werden berufliche Anerkennungsverfahren inklusive anschließender (Anpassungs-)Qualifikationen selten angestrebt. Und dies gilt nicht nur für den Bereich der reglementierten Berufe wie der Pflege, sondern mindestens gleichermaßen für die dualen, nicht-reglementierten Berufsfelder des Handwerks. Die Folge ist, dass wertvolle Potentiale ungenutzt bleiben.
 
Damit dies nicht passiert und die schnelle Integration von Ukrainerinnen und Ukrainern sowie anderen Geflüchteten mit entsprechendem Arbeitsmarktzugang gelingt, ist daher zuvorderst eine berufliche und qualifikationsadäquate Vermittlung erfolgsentscheidend. Nur daran lassen sich begleitende Sprach- und Teilqualifizierungen – bei vorliegender Teilanerkennung – gut anschließen. Für den Job-Turbo und seine Integrationskraft sind mithin regionale Kooperationen zwischen Arbeitsverwaltung, kommunalem Integrationsmanagement, BAMF-Sprachkursanbietern, Anerkennungsstellen sowie wirtschaftlicher Selbstverwaltung, Qualifizierungsträgern und Arbeitgeberorganisationen erfolgsentscheidend. Nur durch dieses regionale Miteinander und betriebliche Vereinbarungen gelingt die 2. Phase des Job-Turbos »Arbeit und Qualifizierung in Beschäftigung« im Sinne aller Beteiligten.
 
Hinweise zum Job-Turbo aus Perspektive der Bundesagentur für Arbeit (BA) sind in den entsprechenden Handlungsempfehlungen/Geschäftsanweisungen (HEGA) zusammengefasst: www.arbeitsagentur.de/datei/anlage-fachliche-empfehlungen-zur-weisung-202401004_ba046547.pdf
 
Infos zum Job-Turbo des BMAS: www.bmas.de/DE/Arbeit/Migration-und-Arbeit/Flucht-und-Aysl/Turbo-zur-Arbeitsmarktintegration-von-Gefluechteten/turbo-zur-arbeitsmarktintegration-von-gefluechteten.html

Für Organisationen, Institutionen und Bildungseinrichtungen:

Medienpaket zum Wettbewerb DesignTalente Handwerk NRW online

Die Kompetenz in Design und Gestaltung ist zugleich Baustein und Markenzeichen des Handwerks. Damit junge Menschen diesen weiterentwickeln, darin Motivation finden und sich dem Handwerk gleichfalls mit dem Wunsch »Gestaltung« zuwenden, richtet der WHKT alle zwei Jahre den Wettbewerb »DesignTalente Handwerk NRW« für Handwerkerinnen und Handwerker bis 30 Jahre aus. Einzige Voraussetzung ist der Nachweis einer abgeschlossenen Berufsausbildung im Handwerk sowie ein Wohn- oder Arbeitsort innerhalb von NRW.

Unter www.designtalente-handwerk-nrw.de/24 können sich junge Handwerkerinnen und Handwerker mit Bildern ihrer Objekte & Gestaltungsleistungen digital bis zum 2. Juni 2024 bewerben. Organisationen, Institutionen und Bildungseinrichtungen finden unter www.designtalente-handwerk-nrw.de/medienpaket ein Medienpaket, um junge Menschen, Betriebe und Multiplikatoren auf die Möglichkeit zur Wettbewerbsteilnahme über ihre sozialen Medien, Newsletter, Internetseiten oder andere Kommunikationskanäle aufmerksam zu machen. Neben dem Logo als Banner-Link zur Online-Anmeldung stehen u. a. Folder, Plakat, Pressemeldungen sowie Fotoimpressionen vom Wettbewerb 2022 zur Verfügung.

Die Wettbewerbsteilnahme ist in sechs Kategorien möglich. Je mehr junge Handwerkerinnen und Handwerker sich beteiligen, umso besser können wir zeigen, wie viel Gestaltungskompetenz im Handwerk steckt und umso erfolgreicher gelingt die Ansprache eines qualifizierten Nachwuchses. Wir danken Ihnen bereits jetzt für Ihre Unterstützung und freuen uns auf viele professionell gestaltete Arbeiten, die das moderne Design und damit viel Charakter unseres Handwerks zeigen.

Teilen Sie, informieren Sie und rufen Sie mit dem zur Verfügung stehenden Medienpaket dazu auf, mitzumachen und junge Gestaltungskarrieren nach vorne zu bringen: www.designtalente-handwerk-nrw.de.

Gefördert wird der Wettbewerb vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen. Dieses prämiert die Wettbewerbssiegerinnen und -sieger in den sechs Kategorien jeweils zusätzlich mit einem Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro.

Handwerk im Hafthaus:

Werkstatt-Tage gehen in die zweite Runde

Nach dem großen Interesse im Vorjahr öffnen die beiden Justizvollzugsanstalten Heinsberg und Bochum-Langendreer anlässlich der Werkstatt-Tage 2024 auch in diesem Frühjahr wieder ihre Türen und Tore für Handwerksbetriebe.

Die JVA Heinsberg lädt Betriebsinhaberinnen und Betriebsinhaber am Dienstag, den 12.03.2024 und am Mittwoch, den 13.03.2024, zu einer Besichtigung der Werkstätten ein, in denen sich die jugendlichen männlichen Inhaftierten im Alter von 14 bis 24 Jahren mit beruflichen Qualifizierungen und dualen Ausbildungen auf die Haftentlassung vorbereiten können. Die Bandbreite erstreckt sich vom Maurer, Hochbaufacharbeiter, Tischler, Maler und Lackierer, Straßenbauer oder Fliesen-, Platten- und Mosaikleger bis hin zur Fachkraft für Metalltechnik, verschiedenen DVS-Schweißerscheinen, Gebäudereiniger und Bodenleger über insgesamt 17 vorwiegend gewerblich-technische Berufe.

Die Möglichkeit zur Besichtigung der Werkstätten in der JVA Bochum-Langendreer besteht eine Woche später am 19. und 20.03.2024. Den ausschließlich erwachsenen Inhaftierten stehen Qualifizierungen und Umschulungen in 18 Berufen zur Verfügung, unter anderem als Maurer, Hochbaufacharbeiter, Maler und Lackierer, Industriemechaniker, Elektroniker für Betriebstechnik oder Schweißer in verschiedenen Fachrichtungen.

Im Rahmen der Werkstatt-Tage können interessierte Betriebsinhaberinnen und Betriebsinhaber zudem zwanglos und unverbindlich mit Inhaftierten und Ausbildungspersonal der Werkstätten ins Gespräch kommen und sich einen persönlichen Eindruck von den beruflichen Qualifizierungsangeboten verschaffen.

Für den Zugang ist eine vorherige Anmeldung erforderlich, die ab sofort unter www.handwerk-im-hafthaus.de möglich ist.

Die Werkstatt-Tage werden von den Handwerkskammern Aachen, Dortmund, Düsseldorf und Köln begleitet und unterstützt. Das Vorhaben »Handwerk im Hafthaus« ist eine Kooperation zwischen dem Westdeutschen Handwerkskammertag und dem Ministerium der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen, deren Ziel darin besteht, Inhaftierte der beiden Pilotanstalten Heinsberg und Bochum-Langendreer bei ihrem Zugang zum Arbeitsmarkt zu unterstützen.

Fachkräfteeinwanderungsgesetz (FEG):

Nächste Stufe der Fachkräfteeinwanderung 2.0 tritt im März in Kraft

Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz (FEG) wurde im Jahr 2023 an entscheidenden Stellen verändert und angepasst. Das Ziel: Ausländischen Fachkräften und anwerbenden Betrieben soll es einfacher gemacht werden, die Einwanderung und den beruflichen Einstieg zu meistern. Konzeptionell steht ein Drei-Säulen-Modell hinter den Änderungen: 1. Potential-, 2. Fachkräfte- und 3. Erfahrungssäule.

Ein Teil der neuen Regelungen ist im November 2023 bereits in Kraft getreten. Die nächste Stufe steht im AufenthG ab März 2024 an. Nachfolgend ein Auszug der Neuerungen:
 
Fachkräftesäule – Berufliche Anerkennung (§ 16d)

  • Einreise zur Anerkennung (§ 16d Abs. 1):  Erteilung bis 3 Jahre möglich, bislang max. 2 Jahre; Beschäftigung neben der Berufsanerkennung jetzt 20 (vorher) 10 Stunden wöchentlich erlaubt
  • NEU Anerkennungspartnerschaft ((§16d Abs. 3): Aufenthalt zur Beschäftigung mit begleitender beruflicher Anerkennung unter bestimmten Voraussetzungen: mind. 2-jährige im Ausland staatl. anerkannte Berufsausbildung oder Hochschulabschluss; Arbeitsvertrag/konkretes Arbeitsangebot in Deutschland; Arbeitgeber ist geeignet und verpflichtet sich zur Qualifizierung; Einstieg im Betrieb auf Fachkraft-Niveau; hinreichende (A2) Sprachkenntnisse
  • Einreise zur Qualifikationsanalyse (QA, § 16d Abs. 6): Anerkennungsstelle (im Handwerk HWK) bestätigt QA-Zusage; mind. hinreichende Sprachkenntnisse (A2); max. 6-Monats-Visum; Möglichkeit des Wechsels nach abgeschlossener QA in § 16d Abs. 1 oder 3 möglich


Sprachkursteilnahme (§ 16f)

  • Bislang bestehende Beschränkungen beim Wechsel des Aufenthaltszwecks werden aufgehoben; Nebenbeschäftigung bis 20 Std. pro Woche möglich

 
Erfahrungssäule
Personen mit Berufserfahrung und (Berufs-)Abschluss (§ 19 c Abs. 1 i.V.m. § 6 BeschV)

  • Ausweitung der bislang nur für IT-Fachkräfte geltenden Regelungen auf alle nicht-reglementierten Berufe
  • Voraussetzungen sind: mind. 2 Jahre Berufserfahrung in den letzten 5 Jahren; Erreichung der Gehaltsschwelle (45 % der Beitragsbemessungsgrenze) und mind. 2-jährige im Ausland staatl. anerkannte Ausbildung oder Berufsabschluss einer dt. Auslandshandelskammer
  • NEU Kontingentierte Beschäftigung: kurzzeitige Beschäftigung (bis 8 Mon., mind. 30 Std. pro Woche) von Drittstaatenangehörigen im Rahmen eines von der BA festgelegten Kontingents für bestimmte Berufsgruppen/Wirtschaftszweige; Voraussetzungen des Arbeitgebers: Tarifbindung und Übernahme der Reisekosten sowie Sozialversicherungsfreiheit (70-Tage-Regel) ausgeschlossen

 
Weitere Änderungen betreffen die Einreise von Pflege(hilfs)kräften sowie die Einreise zur Ausbildungsplatzsuche in der Pflege. Zudem treten Änderungen in Kraft, die bspw. den Familiennachzug zu Fachkräften ermöglichen (§ 29 Abs. 5).

Der vorerst letzte Schritt im FEG ist für Juni 2024 geplant. Die Einführung der Chancenkarte (Punktesystem) sowie die Ausweitung der Westbalkanregelung auf ein Kontingent von jährlich 50.000 Personen (bisher 25.000).

Ein Überblick sämtlicher Neuerungen und sich dadurch ergebenden neuen Chancen der Fachkräfteeinwanderung ist hier zu finden: www.make-it-in-germany.com

Anwendungshinweise zu den neuen Regelungen im FEG: www.bmi.bund.de

Ein wichtiger Baustein der Fachkräfteeinwanderung ist und bleibt die berufliche Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse. Im Rahmen seiner Beteiligung am bundesweiten Förderprogramm IQ (Integration durch Qualifizierung) des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) hat der WHKT für Ratsuchende eine digitale Beratungsplattform entwickelt, über die IQ-Expertinnen und -Experten der beruflichen Anerkennung individuell beraten und unterstützen: www.anerkennungsberatung-iq.de

Außenwirtschaft:

NRW-Gemeinschaftsstand BouwBeurs im Februar 2025 in Utrecht

Vom 03.–05.02.2025 bietet das Land NRW Gelegenheit zur Teilnahme am NRW-Gemeinschaftsstand auf der BouwBeurs 2025. Der Gemeinschaftsstand wird von NRW.Global Business organisiert und ermöglicht Unternehmen aus NRW, sich auf einem großen und professionell gestalteten Stand zu präsentieren: www.handwerk-international.net/event-details/nrw-gemeinschaftsstand-auf-der-bouwbeurs-2025

Als eine der größten Baumessen der Niederlande bietet die BouwBeurs alle zwei Jahre einen sehr praxisorientierten Überblick über die Branche und Gelegenheit, sich mit niederländischen Unternehmen zu vernetzen. Energieeffizientes Bauen und Sanieren, Kreislaufwirtschaft im Bau, Digitalisierung und neue Technologien stehen im Zentrum der Messe. Renovieren und Sanieren ist bei dem vielfach aus den 1950er und 1960er Jahren stammenden Gebäudebestand in den Niederlanden ein sehr aktuelles Thema und bietet Unternehmen aus NRW gute Marktchancen.

Beratung für ihre Auslandstätigkeit erhalten Unternehmen bei den Außenwirtschaftsberaterinnen und -beratern der Handwerkskammern und Fachverbände: www.handwerk-international.net/ansprechpartner

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Liebe Leserinnen und Leser,

zum neuen Jahr haben wir uns eine Neuerung überlegt, was die Gestaltung des Vorworts unseres Reports anbetrifft: Künftig soll nicht »nur« der Hauptgeschäftsführer zu Ihnen sprechen, wir möchten auch Kolleginnen und Kollegen aus dem WHKT zu Wort kommen lassen. Den Anfang macht WHKT-Geschäftsführer Andreas Oehme:

Im Mittelpunkt des bildungspolitischen Geschehens in Bund und Land stehen für das Handwerk sehr wichtige Themen in 2024 an. Während das Land die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung über eine rechtliche Verankerung befördern will, schafft der Bund eine Rechtsgrundlage im Berufsbildungsgesetz für die berufsabschlussbezogene Validierung von informell und non-formal erworbenen Kompetenzen durch Kammern als zuständige Stellen für das Prüfungswesen. Ein weiterer Weg zur Anerkennung beruflicher Handlungskompetenzen wird damit geschaffen. Beides sind für das Handwerk sehr wichtige Stellschrauben, die dazu beitragen, die Fachkräftesicherung für Handwerksbetriebe mittel- bis langfristig besser zu sichern.  

Der WHKT ist Mitglied im Landesausschuss für Berufsbildung, im Landesweiterbildungsbeirat, dem Arbeitskreis Ausbildungskonsens und vielen weiteren bildungspolitisch relevanten Gremien auf Landesebene. Deshalb wollen wir Ihnen einen Ausblick geben, mit welchen Themen sich das Handwerk im Bildungsbereich in NRW in diesem Jahr auf jeden Fall beschäftigen wird: NRW soll eine Regelung bekommen, unter welchen Bedingungen und mit welchem Umfang Distanzunterricht in der Berufsschule ermöglicht wird. Das System KAoA (Kein Abschluss ohne Anschluss) wird weiterentwickelt, um die Berufliche Orientierung zu verbessern und Angebote im Übergang zwischen Schule und Beruf effizienter zu gestalten. Auch sinnvolle Anschlüsse in der Berufsbildung für Studienzweifler an Hochschulen systematisch zu erschließen, stehen im Fokus. Die Praktikumsinitiative zur Reduzierung des schulischen Übergangssektors zu Gunsten der Erstausbildung wird fortgesetzt. Ein Inklusionspakt für mehr Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen auf dem ersten Arbeitsmarkt wird vorbereitet. Die Themen Azubiticket und Azubiwohnen bleiben weiter auf der Agenda, um gute Rahmenbedingungen für den Nachwuchs und eine bessere Besetzung offener Ausbildungsplätze zu erreichen. Um Auszubildende und Fachkräfte aus dem Ausland zu finden, werden die Regularien im März 2024 (Einreisemöglichkeiten zur Durchführung einer Qualifikationsanalyse, Beschäftigungsmöglichkeit von Personen mit ausgeprägter berufspraktischer Erfahrung) und im Juni 2024 (Chancenkarte für einen Aufenthalt zur Arbeitsplatzsuche, Entfristung und Aufstockung der Westbalkanregelung) erneut angepasst.  

Wir wünschen Ihnen eine erkenntnisreiche Lektüre mit unserem WHKT-Report!

Hauptgeschäftsführer Dr. iur. Florian Hartmann, Geschäftsführer Andreas Oehme

Handwerk baut auf:

Initiative »HANDWERKimWIEDERAUFBAU« wird bis 2026 fortgesetzt

Ministerin Ina Scharrenbach (2. v. r.) gemeinsam mit Stephanie Bargfrede, zuständige Geschäftsführerin für den Bereich Fluthilfe bei der Handwerkskammer zu Köln (2. v. l.), WHKT-Hauptgeschäftsführer Dr. Florian Hartmann (r.) sowie Marius Siebenhaar (l.), bei der Handwerkskammer zu Köln ansässiger Flutkoordinator | Foto: MHKBD

Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, Berthold Schröder, Präsident des Westdeutschen Handwerkskammertages, und Dr. Florian Hartmann, Hauptgeschäftsführer des Westdeutschen Handwerkskammertages, haben die Verlängerung des gemeinsamen Kooperationsvertrags »HANDWERKimWIEDERAUFBAU« unterschrieben.

Damit wird die erfolgreiche Kooperation des Landes Nordrhein-Westfalen mit dem Westdeutschen Handwerkskammertag im Rahmen des Wiederaufbaus nach der Starkregen- und Hochwasserkatastrophe im Juli 2021, die bei der Handwerkskammer zu Köln unter der Leitung des Flutkoordinators Marius Siebenhaar durchgeführt wird, bis 2026 fortgesetzt.

Regionales Wirtschaftsprogramm:

Förderrichtlinie wird überarbeitet

Mit dem Regionalen Wirtschaftsprogramm fördert das Land die gewerbliche Wirtschaft und die Infrastruktur in strukturschwachen Gebieten und setzt damit die Ziele der Gemeinschaftsaufgabe »Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur« (GRW) um.

Der Entwurf zur Förderrichtlinie Gewerbliche Wirtschaft sieht verpflichtende Anpassungen aufgrund von Änderungen am GRW und am Beihilferecht vor. Darüber hinaus sind Fördertatbestände angepasst worden. Dies bewertet der WHKT kritisch. Die Stellungnahme ist zu finden unter: www.whkt.de/positionen

Teilnahme des WHKT:

Anhörung zum Bürokratieabbau im NRW-Landtag

Das Handwerk wurde zum Bürokratieabbau gehört: WHKT-Hauptgeschäftsführer Dr. Florian Hartmann (r.), Handwerk.NRW-Präsident Andreas Ehlert (l.) und Handwerk.NRW-Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Hans Jörg Hennecke (m.)

Am 10.01.2024 hat WHKT-Hauptgeschäftsführer Dr. Florian Hartmann an einer Anhörung zu mehreren Anträgen zum Bürokratieabbau teilgenommen. Bürokratische Lasten gehören zu den von Handwerksbetrieben besonders häufig genannten Erschwernissen ihrer Arbeit.

Deswegen begrüßt der WHKT die von CDU und Grünen sowie von der FDP eingebrachten Anträge und erwartet, dass diese in Initiativen umgesetzt werden, die zur spürbaren Entlastung der Betriebe beitragen. Der WHKT setzt sich für die Stärkung der Clearingstelle Mittelstand ein. Das betrifft insbesondere die Überprüfung des Bestandsrechts. Er fordert, den »only once«-Grundsatz zu verwirklichen.

Gerade im Bereich der Nachhaltigkeit, wo Informations- und Berichtspflichten gerade massiv zunehmen, ist es unerlässlich, dass Betriebe Daten nach Möglichkeit nur einmal eingeben müssen. Kritisch sieht der WHKT den Vorschlag einer verpflichtenden Bürokratiekostenmessung und die Idee, Verfahren mit Hilfe von Genehmigungsfiktionen zu beschleunigen. In der Anhörung sprach sich Dr. Hartmann zudem für einen zentralen Bürokratieabbau-Beauftragten des Landes als Ansprechpartner der Wirtschaft aus. Die WHKT-Stellungnahme ist verfügbar unter www.whkt.de/positionen.

Europa:

Europaabgeordneter Dennis Radtke zu Gast beim WHKT-Arbeitskreis Europa

Der Europaabgeordnete Dennis Radtke (2. v. l.) zu Gast beim WHKT-Arbeitskreis Europa

Am 09. Juni 2024 findet die nächste Europawahl statt. Deutschland wird erneut 96 Europaabgeordnete nach Brüssel und Straßburg entsenden. Einer, der aktuell die Arbeit im Europaparlament mitgestaltet, ist Dennis Radtke (CDU/EVP). Er war zum Jahresauftakt für ein Gespräch zu Gast beim WHKT-Arbeitskreis Europa.

Als Mitglied des beschäftigungspolitischen Ausschusses berichtete er unter anderem über den Stand der Überarbeitung der Verordnung zur Koordination der sozialen Sicherungssysteme. Sie regelt unter anderem Fragen der Entsendung, die A1-Formulare. Laut Herrn Radtke versucht die belgische Ratspräsidentschaft derzeit durch Splitten des Dossiers zumindest Teile der Reform erfolgreich zu Ende zu bringen. Ferner diskutierten die Teilnehmenden über die Reform der Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden und über die bevorstehende Europawahl.

Der WHKT wird in den kommenden Monaten regelmäßig Informationen zur Europawahl veröffentlichen.

 

DesignTalente Handwerk NRW 2024:

Gestaltungswettbewerb für junges Design im Handwerk startet schon sehr bald

Ab Februar können Handwerkerinnen und Handwerker aus NRW, die ihr 30. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, ihre junge Gestaltungskarriere mit einer Teilnahme am Wettbewerb »DesignTalente Handwerk NRW« weiter voranbringen. In den sechs Themenbereichen Kleidung & Textil, Möbel, Objekt & Skulptur, Schmuck, Wohnen & Außenbereich sowie Medien zeigen sie ihren Ideenreichtum und ihr Können. Im Rahmen einer Ausstellung werden die von einer unabhängigen Jury bewerteten Objekte ausgewählt und ab dem 28.09.2024 in der Handwerkskammer Düsseldorf ausgestellt. Die besten Objekte erhalten zusätzlich je Themenbereich eine Prämie in Höhe von 3.000 Euro.

Die Teilnahme ist denkbar einfach: Wem die Gestaltung eines Objekts besonders gut gelungen ist, macht ein paar Fotos davon und lädt sie hoch unter www.designtalente-handwerk-nrw.de/24.

»DesignTalente Handwerk NRW« wird gefördert vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen. Für die Preisverleihung hat Ministerin Mona Neubaur ihre Teilnahme bereits zugesagt.

Treffpunkt Ehrenamt Handwerk NRW 2024:

Besonders ehrenamtlich engagierte Handwerkerinnen und Handwerker gesucht

Bereits zum 10. Mal findet in diesem Jahr der »Treffpunkt Ehrenamt Handwerk NRW« auf Schloss Raesfeld statt. Gefördert wird diese wichtige Veranstaltung vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, an der u. a. Frau Ministerin Mona Neubaur teilnimmt. Das diesjährige Motto lautet: »Ehrenamt – Teil von etwas Besonderem.«

Viele Menschen im Handwerk engagieren sich weit über ihr Berufsfeld hinaus. Ob im sozialen oder gesellschaftlichen Bereich, in Umweltprojekten, in den aktuellen Hochwassergebieten, im In- und Ausland oder in der Nachbarschaftshilfe. Was diese Menschen leisten, ist eine tragende Säule unserer Gesellschaft, die Zusammenhalt und Verantwortung zeigt. Warum die Handwerkerinnen und Handwerker das tun? Weil ihnen die Menschen wichtig sind, weil es ihnen ein Anliegen ist, zu unterstützen, weil sie etwas beitragen und weitergeben wollen, weil es ein gutes Gefühl ist »Teil von etwas Besonderem« zu sein.

Genau für diesen wertvollen Beitrag ehrenamtlicher Handwerkerinnen und Handwerker bietet die Veranstaltung eine Bühne und viel Anerkennung. Gleichgesinnte tauschen sich aus und berichten im persönlichen Gespräch über ihre Erfahrungen, Erlebnisse und anstehende Vorhaben. Sehr persönlich, sehr direkt.

Interessierte können sich gerne bis Mitte Februar unter Angabe ihres Handwerks und einer kurzen Skizze ihres ehrenamtlichen Engagements melden unter paulina.lempa[ ät ]whkt.de.

Wenn Ihnen Handwerkerinnen oder Handwerker bekannt sind, können Sie auch diese gerne vorschlagen. In diesem Jahr möchten wir vor allem zeigen, was Handwerkerinnen leisten, wie sie sich ehrenamtlich engagieren und wie sie gemeinsam mit anderen für andere da sind.

Neben dem sehr direkten Austausch mit der Ministerin im kleinen Kreis erfolgt als Highlight der Veranstaltung die Vergabe des mit 5.000 Euro dotierten Ehrenamtspreises des Wirtschafts- und Klimaschutzministeriums NRW an eine herausragende Handwerkerin oder einen herausragenden Handwerker.

Hintergründe zum »Treffpunkt Ehrenamt Handwerk NRW« unter www.ehrenamt-handwerk-nrw.de/start/treffpunkt-ehrenamt.

MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen:

Lehrgang des ZDH zum betrieblichen Mobilitätsmanagement

Auf Initiative des MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen wird der ZDH in diesem Jahr einen Lehrgang zum betrieblichen Mobilitätsmanagement anbieten. Zielgruppe des dreitägigen Seminars sind betriebswirtschaftliche Beraterinnen und Berater sowie interessierte Mitarbeitende der Kammern und Verbände und weitere interessierte Mitglieder der Handwerksorganisation.

Das Fortbildungsangebot wird vom 16. April bis zum 18. April 2024 in Düsseldorf stattfinden. Die Anmeldung zum Lehrgang erfolgt über BISNET – die Netzwerkplattform für das Beratungswesen im Handwerk: https://bisnet-handwerk.de/

Wie nachhaltige Mobilität in der Praxis funktionieren kann, wird im neuen Blogartikel des MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen beschrieben. Im Fokus steht diesmal die cibaria BioVollkornBäckerei aus Münster (www.mobilityhub-handwerk.de/blog/blogeintraege/ciabaria).

Das Projekt MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen wird gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und wird vom Westdeutschen Handwerkskammertag durchgeführt.

WHKT International:

Studienreise einer tansanischen Delegation nach Deutschland

Zu Besuch beim Landmaschinenhersteller Claas: Rolf Sieling (Deula), Judith Steffes (WHKT), Gerald Mwaungulu (VTC Mpanda), Deograsias Augustine (VTC Dakawa), Michael Kiango (VTC Arusha), Lucia Kiliway (RVTSC Manaya), Kisembe Kapele (VETA Dodoma), Gema Ngoo (VTC Kihonda) (v. l. n. r.)

Die Berufsbildungspartnerschaft des WHKT mit der Vocational Education and Training Authority (VETA) in Tansania geht mit großen Schritten dem Ende zu. Wie bereits in den vergangenen 7 Jahren wurde das Ziel verfolgt, die duale Ausbildung des Mechanikers für Landmaschinentechnik in Tansania zu etablieren und qualitativ zu gestalten. Aufgrund dessen hat diese 10-tägige Studienfahrt im Dezember bei der Deula in Nienburg mit Erfolg stattgefunden. Die Bildungstättenleiter bzw. Stellvertreter aus Aursha, Dahawa, Kihonda und Mpanda, eine Berufsschullehrerin aus Manyara und ein Repräsentant der VETA wurden in praxisrelevanten Ausbildungseinheiten wie Motoren- und Fahrzeugtechnik, Elektrotechnik und Hydraulik intensiv geschult. Auch eine Lerneinheit zu didaktischer Jahresplanung durfte nicht fehlen.

Das Programm wurde mit Besuchen bei dem Landmaschinenhersteller CLAAS, lokalen Lohnunternehmern und landwirtschaftlichen Betrieben abgerundet. Mit vielen positiven Eindrücken, praxisnaher Wissensvermittlung, lebhaften Diskussionen sowie einem gesamten Rahmenprogramm, was optimal auf die Anforderungen und Erwartungen der Teilnehmenden zugeschnitten war, ist sichergestellt, dass das Ziel der Weiterbildung erreicht wurde und die Teilnehmenden sich mit hoher Motivation und neu erlangtem Wissen den Herausforderungen in ihrer Heimat stellen können.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung über die sequa gGmbH gefördert und vor Ort von dem WHKT-Langzeitexperten Thomas Rehberg betreut.

Gemeinsamer Workshop:

WHKT, Betriebe und Fraunhofer UMSICHT identifizieren Potenziale und Handlungsansätze für eine Circular Economy

Im Rahmen des Innovationsdialogs Handwerk in NRW informierten sich Handwerksbetriebe aus dem Bauhaupt- und Ausbaugewerbe am 18.12.2023 während eines gemeinsamen Workshops des Westdeutschen Handwerkskammertages und des Forschungsinstituts Fraunhofer UMSICHT über nachhaltiges Bauen. Angesichts von Materialknappheit, Preissteigerungen und Nachhaltigkeitsanforderungen wurden gemeinsam Möglichkeiten erörtert und Potenziale identifiziert, wie die Wiederverwertung von Materialien und Ressourcen im Rahmen einer zirkulären Wirtschaft umgesetzt werden kann.

Die Teilnehmenden diskutierten viele Ideen, von der digitalen Katalogisierung wiederver-wendbarer Materialien über die Notwendigkeit einer Müllrücknahmepflicht bis hin zu ökologischen Richtlinien bei Ausschreibungen. Besonders die frühzeitige Einbindung des Handwerks in die bauliche Planung wurde als entscheidend erachtet, um zirkuläres Wirtschaften im Bauhandwerk erfolgreich anstoßen zu können. Handwerksbetriebe könnten von anderen Branchen lernen und mit ihrer praxisnahen Expertise selbst dazu beitragen, dass diese wiederum Potenziale für eine engere Zusammenarbeit mit dem Handwerk erkennen, um zirkuläres Wirtschaften zu etablieren. Diplom-Ingenieur Erich Jelen von Fraunhofer UMSICHT bot konkrete Unterstützungsangebote für die Entwicklung und Erprobung weiterer Schritte an.

Ein ausführlicher Bericht der Veranstaltung ist zu finden unter www.innovationsdialog-handwerk.nrw.

Das Projekt »Innovationsdialog Handwerk in NRW« wurde gefördert vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

ZDH-Sonderumfrage zum EU-Binnenmarkt

Der europäische Binnenmarkt bietet Handwerksunternehmen viele Chancen grenzüberschreitender Leistungen – leider aber ist grenzüberschreitende Tätigkeit auch verbunden mit bürokratischen Hindernissen.

Anlässlich ihres 30-jährigen Bestehens hat die Europäische Union daher eine Initiative zur Neubelebung und zum Abbau von weiteren Hindernissen des EU-Binnenmarktes gestartet. Der ZDH und die Handwerksorganisationen unterstützen diese Initiative und wollen sich im Rahmen des ab 2024 auf EU-Ebene geplanten Verfahrens mit passgenauen Vorschlägen zur Unterstützung der Geschäftsaktivitäten von Handwerksbetrieben im EU-Binnenmarkt einbringen.

Um Ihre Interessen in die Diskussion über den EU-Binnenmarkt und seine zukünftige Ausgestaltung einbringen zu können, bitten wir Sie um die Teilnahme an einer vom ZDH erstellten Umfrage. Ziel der Befragung ist es u. a. Informationen über besonders relevante Märkte für das Handwerk und Entwicklungsperspektiven für die Geschäftstätigkeit im EU-Binnenmarkt sowie Ansatzpunkte für seine handwerksgerechte Weiterentwicklung zu gewinnen.

Die Umfrage ist unter dem Link https://zdh-umfragen.de/eu-binnenmarkt/ erreichbar. Ende des Umfragezeitraums ist der 31.01.2024.

Beratung für Ihre Auslandstätigkeit erhalten Unternehmen bei den Außenwirtschaftsberaterinnen und -beratern der Handwerkskammern und Fachverbände: https://www.handwerk-international.net/ansprechpartner

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Liebe Leserin, lieber Leser!

Für die gute Zusammenarbeit bedanken wir uns herzlich. Wir freuen uns auf das Miteinander im kommenden Jahr und wünschen frohe Festtage, Gesundheit und ein erfolgreiches neues Jahr 2024.

 

Präsident Berthold Schröder
Hauptgeschäftsführer Dr. Florian Hartmann

3. Innovationspreis Handwerk NRW:

Drei Handwerksbetriebe ausgezeichnet

WHKT-Präsident Berthold Schröder, Susanne und Manfred Verweyen (Bäckerei Verweyen), Lucas von der Forst und Rodja Trappe (Zauberzeug GmbH), Ministerin Mona Neubaur, Mark und Stephan Berendsen (Bear-Machines GmbH) und WHKT-Hauptgeschäftsführer Dr. Florian Hartmann (v.l.n.r.) | Foto: WHKT/RG

Mit dem 3. Innovationspreis Handwerk NRW wurden drei Handwerksbetriebe von Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur geehrt: Bear-Machines GmbH aus Heek für die Entwicklung der »Bear-Cut«, die Zauberzeug GmbH aus Havixbeck für die Entwicklung des »Feldfreunds« und die Bäckerei Verweyen aus Ahaus für den regionalen Weizenanbau. Die Landesregierung würdigt mit dem mit 10.000 Euro dotierten Preis Handwerksbetriebe, die in herausragender Weise innovative Lösungsstrategien entwickeln und neue Verfahren umsetzen.

Eingeleitet wurde die Preisverleihung mit einem Impulsvortrag von Frau Prof. Dr. Friedericke Hardering zum Thema »New Work im Handwerk: Innovationspotenziale wecken und fördern« und der anschließenden Talkrunde mit Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur, WHKT-Präsident Berthold Schröder und Heinrich Jürgens, Preisträger Innovationspreis Handwerk 2019. Dabei wurde deutlich, wie mannigfaltig Innovationen im Handwerk sein können und vor allem: Handwerkerinnen und Handwerker sind mit ihren Fähigkeiten und Ideen unverzichtbar für die Energiewende und ein klimagerechtes und zukunftsfähiges Nordrhein-Westfalen.

Die Filme zu den Preisträgern sind zu finden unter:
Preisträger Bear-Machines GmbH: https://youtu.be/m_nUpqVeRu4
Preisträger Zauberzeug GmbH: https://youtu.be/VWSrswySi1o
Preisträger Bäckerei Verweyen: https://youtu.be/fGqpGf_XXx0

Der Innovationspreis Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen wird gefördert vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

Neuntklässler im Mittelpunkt aktueller Schulleistungsvergleiche:

IQB-Studie mit Bundesländervergleich und internationale PISA-Studie relevant für Bildungspolitik

IQB-Bildungstrends gehören zur Gesamtstrategie der Kultusministerkonferenz für das Bildungsmonitoring und geben Rückmeldungen zur Bildungsqualität an verantwortliche Akteure und Öffentlichkeit. Mit den Studien sollen Handlungsbedarfe aufgezeigt werden.

Der WHKT wurde vom Schulministerium eingeladen, um die neuesten Erkenntnisse der IQB-Studie aus erster Hand von der Studienleiterin für NRW, Frau Prof. Petra Stanat, zu erfahren. Der »IQB-Bildungstrend 2022« verglich sprachliche Kompetenzen am Ende der 9. Jahrgangsstufe. Während sich die Kompetenzen im Fach Englisch leicht verbessert haben, sind sie im Fach Deutsch in allen Bereichen (Lesen, Zuhören, Orthografie) im Vergleich zu 2015 schlechter geworden. Besonders bemerkenswert ist der Anteil der Schülerinnen und Schüler im Fach Deutsch, die nicht den Mindeststandard für den Mittleren Schulabschluss (Ersten Schulabschluss) erreichen: im Lesen 38,5 % (19,7%), im Zuhören 40,7 % (21,7%) und in der Orthografie 29.1 % (10,7%).

Zudem zeigt die Studie auf, dass das Interesse am Fach Deutsch sehr gering ist.

NRW zeigt nach Bremen und Berlin die schlechtesten Leistungen, Bayern und Sachsen die besten. Details und der Gesamtbericht sind zu finden unter: www.iqb.hu-berlin.de/bt/BT2022/


Die neue PISA-Studie wurde am 05.12.2023 vorgestellt. PISA ist die weltweit größte Schulleistungsstudie und untersucht die Kompetenzen von 15-jährigen Schülerinnen und Schülern in den Bereichen Mathematik, Naturwissenschaften und Lesen. Schwerpunkt der aktuellen Studie ist die Mathematik. Für Deutschland gilt:

  • 2022 fielen die Durchschnittsergebnisse in Mathematik, Lesekompetenz und Naturwissenschaften schwächer aus als 2018.
  • Insgesamt handelt es sich bei den Ergebnissen von 2022 in allen drei Kompetenzbereichen um die niedrigsten Werte, die jemals im Rahmen von PISA gemessen wurden. Die Differenz zwischen den Durchschnittsergebnissen von 2018 und 2022 in Mathematik und Lesekompetenz entspricht in etwa dem typischen Lernfortschritt, den Schülerinnen und Schüler im Alter von ca. 15 Jahren während eines ganzen Schuljahrs erzielen. Der starke Rückgang der mittleren Punktzahlen zwischen 2018 und 2022 bestätigte und verstärkte indessen einen Trend, der bereits 2012 bzw. 2015 (je nach Kompetenzbereich) einsetzte.
  • Gegenüber 2012 erhöhte sich der Anteil der Schülerinnen und Schüler, deren Leistungen unter dem Grundkompetenzniveau (Stufe 2) lagen, um 12 Prozentpunkte in Mathematik sowie um 11 Prozentpunkte in Lesekompetenz und in Naturwissenschaften.
  • Die Leistungen der Schülerinnen und Schüler in Deutschland lagen in den Bereichen Mathematik und Lesekompetenz nahe am OECD-Durchschnitt und in Naturwissenschaften über dem OECD-Durchschnitt.

Den Kurzbericht zu Deutschland gibt es bereits auf Deutsch. Sie finden ihn unter folgendem Link: www.oecd.org/pisa/publications/Countrynote_DEU_German.pdf

Schwerpunktthema Fachkräftemangel:

Mittelstandsbeirat tagt zum Thema Fachkräftemangel

Foto: MWIKE NRW/M. Hermenau

Am 05.12.2023 tagte der Mittelstandsbeirat unter Mitwirkung von WHKT-Präsident Berthold Schröder. Der Beirat ist ein Beratungsorgan der Landesregierung. Er hat insgesamt 14 Mitglieder.

Schwerpunktthema der Sitzung war diesmal der Fachkräftemangel. Es gehört zu insgesamt 10 Themen, die die Beiratsmitglieder als besonders relevant und dringlich in der Mittelstandsagenda priorisiert haben und mit denen Sie sich in den kommenden Sitzungen befassen. Der Austausch fand mit Wirtschaftsministerin Neubaur und Arbeitsminister Laumann statt.

Im Gespräch:

WHKT-Hauptgeschäftsführer Dr. Florian Hartmann setzt Antrittsbesuche fort

WHKT-Hauptgeschäftsführer Dr. Florian Hartmann zu Besuch bei Wibke Brems MdL (linkes Foto), Umwelt- und Verkehrsminister Oliver Krischer (Foto Mitte) sowie gemeinsam mit LGH-Geschäftsführer Jürgen-Johannes Lau (r.) beim Düsseldorfer Regierungs­präsidenten Thomas Schürmann (Foto rechts)

Im Rahmen von weiteren Antrittsgesprächen blieb der WHKT-Hauptgeschäftsführer im regen Austausch mit Politik und Handwerk.

So besuchte Dr. Hartmann Politikerinnen und Politiker sämtlicher im Landtag vertretener demokratischer Parteien, so etwa die Vorsitzende der GRÜNEN-Fraktion im NRW-Landtag, Wibke Brems. Mit ihr konnte er aktuelle Themen wie u.a. den Fachkräftemangel, die Bedeutung der Berufsbildungsstätten des Handwerks und die Kleine Bauvorlageberechtigung besprechen.

Beim Treffen mit Umwelt- und Verkehrsminister Oliver Krischer indes standen Themen wie etwa das erleichterte Parken für Handwerkerinnen und Handwerker, das Azubi-Ticket sowie der eezy.nrw-Tarif im ÖPNV im Vordergrund des Gesprächs.

Gemeinsam mit seinem LGH-Geschäftsführerkollegen Jürgen-Johannes Lau besuchte Dr. Hartmann den Düsseldorfer Regierungspräsidenten Thomas Schürmann, mit dem sie sich über die konstruktive Zusammenarbeit in der Förderung des Handwerks und die Möglichkeiten der Digitalisierung austauschten.

Neben diesen Besuchen auf der politischen Bühne suchte der WHKT-Hauptgeschäftsführer intensiven Kontakt zu einzelnen Kreishandwerkerschaften, um der Frage nachzugehen, was diese Handwerksorganisationen vor Ort beschäftigt.

Vormerken:

Wettbewerb für DesignTalente des Handwerks in NRW startet Anfang 2024

Junge Handwerkerinnen und Handwerker haben 2024 die Chance, ihre Ideen und ihr Können beim Wettbewerb »DesignTalente Handwerk NRW« unter Beweis zu stellen. Denn: Ab Ende Januar 2024 startet die digitale Anmeldungsphase unter www.designtalente-handwerk-nrw.de.

Der Wettbewerb richtet sich an Handwerkerinnen und Handwerker, die maximal 30 Jahre alt sind, in Nordrhein-Westfalen wohnen oder arbeiten und eine abgeschlossene handwerkliche Ausbildung nachweisen können. Gesellinnen und Gesellen, Meisterinnen und Meister, Gestalterinnen und Gestalter im Handwerk, junge Selbstständige oder Handwerkerinnen und Handwerker, die sich nach ihrer handwerklichen Ausbildung für einen anderen Berufsweg entschieden haben, sie alle sind aufgerufen, sich zu bewerben.

Die eingereichten Objekte müssen nicht eigens für den Wettbewerb angefertigt worden sein – es kann sich um Auftragsarbeiten, Gesellen- oder Meisterstücke oder andere Arbeiten handeln, die z.B. für die Wettbewerbe »Die Gute Form« oder »Deutsche Meisterschaft im Handwerk« entstanden sind. Wichtig ist, dass die Objekte für die Ausstellung in der Handwerkskammer Düsseldorf für zwei Wochen im Zeitraum vom 28.09. bis zum 12.10.2024 zur Verfügung gestellt werden.

Bewerben können sich alle Interessierten mit Fotos der Objekte und einer kurzen Beschreibung in den Themenbereichen Kleidung und Textil, Möbel, Objekt und Skulptur, Schmuck, Wohnen und Außenbereich sowie Medien. Eine unabhängige Jury entscheidet, welche Arbeiten nominiert und zur Ausstellung im September/Oktober zugelassen werden. Zusätzlich identifiziert die Jury in jeder der sechs Kategorien eine Preisträgerin oder einen Preisträger.

Die Preisträgerinnen und Preisträger werden im Rahmen der Ausstellungseröffnung von Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur bekannt gegeben. Die Preise sind mit je 3.000 Euro dotiert. Alle von der Jury für die Ausstellung zugelassenen Wettbewerbsobjekte werden in einem Katalog präsentiert.

»DesignTalente Handwerk NRW« wird gefördert vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

Weitere Informationen unter www.designtalente-handwerk-nrw.de.

Sensibilisierung kleiner und mittlerer Betriebe:

IT-Sicherheitstag NRW – viel Besuch am Handwerksstand

Unter dem Motto »Irgendwann trifft es jeden« fand am 30.11.2023 in Köln der 11. IT-Sicherheitstag NRW statt. Die Veranstaltung wurde von IHK.NRW durchgeführt. DIGITAL.SICHER.NRW und WHKT waren als Partner an der Konferenz beteiligt.

Insbesondere für kleine Betriebe können die durch Cyberattacken verursachten Schäden existenzbedrohend sein. Ziel des IT-Sicherheitstags ist es daher, gerade auch kleine und mittlere Betriebe kompakt und praxisorientiert für mögliche Angriffsszenarien zu sensibilisieren und Sicherheitsmaßnahmen zu erläutern.

Das Handwerk war deswegen auf dem diesjährigen IT-Sicherheitstag sowohl in den Sessions als auch mit einem eigenen Info- und Beratungsstand vertreten, an dem Vertreterinnen und Vertreter der Handwerkskammern Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld und zu Köln Interessierten Rede und Antwort standen.

Publikumsmagnet waren die von der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld organisierten Live-Hacks eines sogenannten ethischen Hackers. Er zeigte eindrucksvoll, wie Cyberkriminelle mit geringem Aufwand Schwachstellen ausnutzen und auf Rechner zugreifen können.
 
Der nächste IT-Sicherheitstag findet 2024 in Bonn statt, voraussichtlich wieder Ende November.

Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Fachkräftesicherung und Innovationsverhalten von Betrieben:

WHKT veröffentlicht Ergebnisse und Erkenntnisse des Innovationsdialog Handwerk in NRW in vier Publikationen

Mit dem Projekt »Innovationsdialog Handwerk in NRW« analysierte der WHKT in den letzten zwei Jahren die vier Themenbereiche Fachkräftesicherung, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Innovationsverhalten in nordrhein-westfälischen Handwerksbetrieben und zeigte die Herausforderungen und Chancen der Transformationsprozesse auf. Dabei identifizierte das Projekt unter Einbindung von Handwerksorganisationen, Forschungseinrichtungen und ausgewählten Betrieben Zukunftsaufgaben für das Handwerk.

Denn klar ist: Der Wandel von Umwelt, Gesellschaft und Arbeitswelt ist unaufhaltsam. Er stellt viele Bereiche des Handwerks heute schon vor große Herausforderungen und wird auch in den kommenden Jahren nicht an Bedeutung verlieren. Es bedarf also neuer Wege des Denkens und Handelns, um konkrete Maßnahmen zu realisieren und die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Innovative Betriebe dienten hierbei als wichtige Referenzpunkte.

Der WHKT hat die Ergebnisse und Erkenntnisse seines praxisorientierten Projekts in vier verschiedenen Publikationen veröffentlicht, die jeweils einen der oben genannten Themenschwerpunkte behandeln. Diese stehen ab sofort als Download bereit unter www.innovationsdialog-handwerk.nrw/medien.

Das Projekt »Innovationsdialog Handwerk in NRW« wird gefördert vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

 

MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen:

Das Handwerk in NRW bewegt sich. Nachhaltig …

… lautet der Titel der kürzlich veröffentlichen Broschüre des MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen. In der Broschüre stellen sich auf interessante Weise nachhaltig mobile Handwerksbetriebe aus unterschiedlichen Kammerbezirken in NRW vor. Die Broschüre steht hier als Download bereit.

Neben der Broschüre hat der MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen, dessen Ziel es ist, nachhaltige Mobilität im Handwerk weiter voranzutreiben, einen neuen Imagefilm über einen nachhaltig mobilen Handwerksbetrieb, die Uwe Walter Gruppe aus Dortmund, produzieren lassen. Der Film ist zu finden unter https://youtu.be/AIfuegMD864.

Als weiteres Highlight bietet der MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen einen Lehrgang »Betriebliches Mobilitätsmanagement im Handwerk« über den ZDH an. Der ZDH-Lehrgang findet vom 16. bis zum 18.04.2024 in Düsseldorf statt. Anmeldungen zum Lehrgang erfolgen über: https://bisnet-handwerk.de/

Darüber hinaus unterstützt der MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen die von Bund, Ländern und Verkehrsunternehmen beauftragte Informationskampagne zum Deutschland-Ticket Job (https://job.d-ticket.info/?utm_source=interner+Link&utm_medium=d-ticket.info&utm_campaign=D-Ticket) sowie den elektronischen Tarif eezy.nrw – für Gelegenheitsnutzer von Bus und Bahn, der über eine App zu buchen ist und monatlich nie mehr als 49 Euro kostet (https://eezy.nrw/de/)

Das Projekt MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen wird gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und wird vom Westdeutschen Handwerkskammertag durchgeführt.

Deutsche Meisterschaft im Handwerk:

20 von 81 Erstplatzierten aus NRW siegen auf Bundesebene

Am 9. Dezember 2023 wurden in Berlin 20 Gesellinnen und Gesellen aus Nordrhein-Westfalen als Bundessiegerinnen und Bundessieger in Europas größtem Berufswettbewerb ausgezeichnet. Sie hatten sich zuvor auf Landesebene als bester Nachwuchs hervorgetan und bereits von Ministerpräsident Wüst eine Urkunde erhalten. Den Bundessieg erreicht haben im Wettbewerbsberuf

  • Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik: Herr Luca Jan Amzehnhoff
  • Bestattungsfachkraft: Frau Paula Weitekamp
  • Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk, Spezifikation Bäckerei: Frau Marie Duesmann
  • Feinwerkmechaniker: Herr Luca Bastian Meier
  • Feinwerkmechaniker, Spezifikation Zerspanungstechnik: Herr Lukas Lödding
  • Glasveredlerin, Fachrichtung: Glasmalerei und Kunstverglasung: Frau Paula Hakelberg               
  • Glasveredlerin, Fachrichtung Kanten- und Flächenveredelung: Frau Laura Wolf            
  • Glasveredlerin, Fachrichtung Schliff und Gravur: Frau Benita Schreiber
  • Goldschmiedin: Frau Elli Sophie Pfeffer
  • Holz- und Bautenschützer, Fachrichtung Bautenschutz: Herr Ben Lemke
  • Informationselektroniker, Spezifikation Bürosystemtechnik: Herr Maik Wagner
  • Kauffrau für Büromanagement: Frau Sofie Golowatschow
  • Kosmetikerin: Frau Justyna Michalowska
  • Kürschnerin: Frau Anna Fischer
  • Land- und Bauschmaschinenmechatroniker:  Herr Paul Krampe
  • Maßschneider, Spezifikation Herren: Herr Moritz Nonnen
  • Parkettleger: Herr Arian-Felix Rama
  • Schornsteinfeger: Herr Robin Mauß
  • Technischer Modellbauer, Fachrichtung Gießerei: Herr Jonathan Fast
  • Uhrmacher: Herr Tim Behrens

Wir gratulieren sehr herzlich unseren Siegerinnen und Siegern sowie den Zweit- und Drittplatzierten aus NRW auf der Bundesebene. Alle Siegerinnen und Sieger aus NRW sind zu finden in der Festbroschüre unter folgendem Link: www.whkt.de/DMH_Broschuere-2023-din-a5-rz_download.pdf.

Innovative neue Formate:

Workshop mal anders!

Die Teilnehmenden des Barcamps zeigten sich begeistert vom neuen Veranstaltungsformat.

Gleich zwei Mal hat der WHKT in Kooperation mit der Ehrenamtsakademie (EAH NRW) und jeweils einer weiteren Handwerksorganisation in der ersten Dezemberhälfte gezeigt, wie innovativ und kreativ Veranstaltungen zu handwerkspolitischen Fragestellungen sein können. Im Vordergrund standen die Themen Nachhaltigkeit sowie die Gewinnung von Fachkräften – spannende und brandaktuelle Themen mit großem Diskussionspotenzial.

05.12.2023: Barcamp Nachhaltigkeit im Handwerk | Veranstalter: EAH NRW, Unternehmerfrauen NRW, WHKT (Projekt Innovationsdialog)
In einem Barcamp haben am 05.12.2023 rund 30 Teilnehmende in insgesamt acht Sessions darüber diskutiert, was im Handwerk beim Thema Nachhaltigkeit unter den Nägeln brennt. So vielseitig wie die 17 Nachhaltigkeitsziele (SDG`s) der Vereinten Nationen waren auch die angebotenen Sessions: vom betrieblichen Nachhaltigkeitsmanagement, Tools zur Nachhaltigkeitsberichterstattung, Transformationsfinanzierung, Circular Economy als Chance für KMU über zielgruppenspezifisches Sprachcoaching für den Beruf bis zu Wegen und Lösungen, Frauen für Handwerksbetriebe zu gewinnen.
 
12.12.2023: Der Dialog rund um das Thema Fachkräfte | Veranstalter: EAH NRW, Handwerksjunioren NRW, WHKT (Projekte Innovationsdialog und MobilityHub)
Aktuelle und zukünftige Trends rund um das Thema Fachkräftegewinnung wurden am 12.12.2023 vorgestellt und mit rund 50 Teilnehmenden diskutiert: New Work (Prof. Dr. Susanne Böhlich), Betriebliche Mobilität (Hannes Wöhrle) und Mitarbeiterzufriedenheit (Axel Kopp, HWK zu Köln) sowie Best Practice Betriebe mit innovativen Lösungsansätzen.

Die Beiträge der Ehrenamtsakademie wurden gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung. Die Beiträge des Innovationsdialog Handwerk NRW wurden gefördert vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen. Der Beitrag des MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen wurde gefördert vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen.

Außenwirtschaft:

Ausblick 2024 – Unternehmerreisen für Bau- und Ausbaugewerke

NRW Handwerk international – die Handwerkskammern und handwerklichen Fachverbände in NRW – bereiten für das Jahr 2024 ein vielfältiges Angebot an Unternehmerreisen in interessante Nachbarmärkte vor. Gemeinsam mit der Landesgesellschaft NRW.Global Business und der Koordinierungsstelle Außenwirtschaft des Handwerks werden diese Reisen vorbereitet:

  • Frühjahr: Hochwertiger Innenausbau Italien
  • Frühjahr: Hochwertiger Innenausbau Mallorca
  • September: Gebäudetechnik Niederlande
  • Oktober: Hochwertiger Innenausbau Cote d’Azur
  • Herbst: Holzbau Luxemburg

Handwerkliche Erfahrung und Können aus Deutschland sind in den Nachbarländern hoch angesehen. Für besondere Projekte und Herausforderungen arbeiten Architekten, Unternehmer und auch Privatpersonen gerne mit Handwerkern aus NRW zusammen. Vormerkungen für die Reisen und weitere Informationen können formlos über aussenwirtschaft[ ät ]lgh.de angefragt werden.

Beratung für Ihre Auslandstätigkeit erhalten Unternehmen bei den Außenwirtschaftsberaterinnen und -beratern der Handwerkskammern und Fachverbände: https://www.handwerk-international.net/ansprechpartner

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

»#Nie wieder ist jetzt«, so heißt die aktuelle Kampagne des Landes NRW. Sie stellt klar: In NRW ist kein Platz für Antisemitismus.

»Nie wieder ist jetzt«, das betonte auch WHKT-Präsident Berthold Schröder in seiner Rede vor der Herbst-Vollversammlung des Westdeutschen Handwerkskammertages in Iserlohn. Das Handwerk, so Schröder, steht gemeinsam und solidarisch fest an der Seite Israels und des jüdischen Lebens in NRW.

Kein Platz für Antisemitismus in unserer Gesellschaft! Das ist das Thema, mit dem sich unsere Gesellschaft, mit dem sich das Handwerk aktuell beschäftigt, beschäftigen muss.

Neben diesem herausragenden Thema widmete sich die WHKT-Herbst-Vollversammlung aber auch aktuellen handwerkspolitischen Herausforderungen, über die diese Ausgabe berichten möchte.

So verabschiedeten die Delegierten ein Strategiepapier zur Fachkräftesicherung sowie Überlegungen, wie die Situation von schwangeren Selbstständigen im Handwerk verbessert werden kann. Noch immer ist es für selbstständige Frauen schwierig, Familie und Beruf zu vereinbaren. Hier ist der Gesetzgeber gefragt; konkrete Vorschläge des Handwerks liegen auf dem Tisch!

Und last but not least: Im Rahmen der Herbst-Vollversammlung wurde NRW-Arbeits- und Sozialminister Karl-Josef Laumann mit dem Ehrenzeichen des NRW-Handwerks ausgezeichnet. »Die höchste Auszeichnung des NRW-Handwerks für einen echten Freund des Handwerks«, so WHKT-Präsident Schröder in seiner Laudatio.

Ich wünsche Ihnen eine gewinnbringende Lektüre des WHKT-Reports.

Mit den besten Grüßen

Ihr Florian Hartmann

WHKT-Vollversammlung in Iserlohn:

Das zentrale Thema: Die Fachkräftesicherung

NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (vorne, 2. v. l.) im Dialog mit den Mitgliedern der WHKT-Vollversammlung | Foto: WHKT/RG

Die Mitglieder der Vollversammlung des Westdeutschen Handwerkskammertages (WHKT) haben sich Ende Oktober 2023 in Iserlohn zum Austausch auf Spitzenebene der Handwerkskammern getroffen. Zentrales Thema: die schwierige Situation für Betriebe, dringend benötigte Fachkräfte zu finden. Mit der Verabschiedung eines Strategiepapiers verständigten sich die NRW-Handwerkskammern auf sehr konkrete Ansätze,

  • wie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besser integriert und damit langfristig gebunden werden können,
  • wie Ausbildungskapazitäten besser auszuschöpfen sind,
  • wie sich über berufliche (Teil-)Qualifizierungen neue Fachkräftepotenziale identifizieren lassen und
  • wie Anwerbung im Ausland auch für Fach- und Ausbildungskräfte im KMU-Sektor des Handwerks weiterzuentwickeln ist.

Unter dem Tagesordnungspunkt »Politikerinnen und Politiker im Dialog« diskutierten die Mitglieder der WHKT-Vollversammlung diese Thematik mit NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann. Mit Blick auf das Handwerk betonte dieser: »Nur mit gut ausgebildeten Handwerkerinnen und Handwerkern werden wir den Klimaschutz, die Digitalisierung oder die Erneuerung unserer Infrastruktur erfolgreich umsetzen können.« Zudem unterstrich er die Forderung des Handwerks nach der Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung. »Die berufliche Ausbildung ist genauso viel wert wie die akademische«, so der Minister wörtlich.

Als weiteres Highlight der WHKT-Vollversammlung und gleichfalls zur Stärkung von Unternehmerinnen im Handwerk verabschiedeten die Mitglieder eine Position zur Vereinbarkeit von Schwangerschaft und Selbstständigkeit. Diese hat zum einen individuelle Unterstützungsmaßnahmen zur Stabilisierung des Erwerbseinkommens von selbstständigen Handwerkerinnen in und nach ihrer Schwangerschaft und zum anderen die Absicherung der Betriebe und Beschäftigten während der Schwanger- und Mutterschaft von Unternehmerinnen zum Ziel.

Beide WHKT-Positionspapiere sind zu finden unter www.whkt.de/positionen.

Ausgezeichnet:

Arbeitsminister Karl-Josef Laumann erhält Ehrenzeichen des Handwerks in NRW

WHKT-Präsident Berthold Schröder (l.) und NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann | Foto: WHKT/RG

Mit dem Ehrenzeichen würdigt der WHKT Persönlichkeiten, die sich mit herausragenden Leistungen für die Belange der Betriebe und der Handwerkerinnen und Handwerker in NRW einsetzen. Im Rahmen der diesjährigen Herbst-Vollversammlung Ende Oktober in Iserlohn überreichte WHKT-Präsident Berthold Schröder diese seltene und höchste Auszeichnung des NRW-Handwerks an Minister Karl-Josef Laumann.

»Deutlich und direkt, pragmatisch und konstruktiv«, so Präsident Schröder in seiner Laudatio über den gelernten Maschinenschlosser Laumann aus dem münsterländischen Riesenbeck. »Ein Politiker mit einer klaren Haltung: Karl-Josef Laumann. Nicht ohne Grund sagen viele, gerade im Handwerk: Einer von uns«, hieß es in der Rede des Präsidenten.

Herausgehoben wurde zudem der beständige Einsatz des Ministers für die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademische Bildung, die von ihm eingeführte Meisterprämie sowie die Unterstützung bei der Finanzierung der überbetrieblichen Ausbildungslehrgänge und die Kofinanzierung zur Modernisierung der Bildungszentren.

Spitzengespräch am 15.11.2023:

Bedeutsame Ziele für 2024 – Ausbildungskonsens NRW

Foto: MAGS / Ralph Sondermann

In den letzten Jahren hat sich der Anteil der 20- bis 34-Jährigen ohne Berufsabschluss in NRW deutlich erhöht. Diesen Trend will man auch mithilfe des Ausbildungskonsenses gemeinsam in NRW umkehren. Alle Akteure sind sich einig, dass mehr Menschen eine Ausbildung absolvieren müssen, denn die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen nimmt seit Jahren kontinuierlich ab. Der Ausbildungskonsens NRW hat einen Beschluss gefasst und die wichtigsten Themen für das Jahr 2024 aufgelistet. Der Beschluss ist hier als PDF zu finden.
 
Für das Handwerk hat der WHKT an der Vorbereitung des Beschlusstextes aktiv mitgewirkt. Folgende Inhalte sind dem WHKT besonders wichtig:

  1. Um die berufliche Bildung zu stärken, müssen wir die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung weiter voranbringen, rechtlich verankern und damit dafür sorgen, dass die Wertschätzung von beruflicher und akademischer Bildung durch Multiplikatoren und die Gesellschaft in NRW gleich hoch ist.
  2. Das schulische Übergangssystem an den Berufskollegs soll verkleinert werden. Dazu wurde bereits im Sommer die Praktikumsinitiative NRW vereinbart. Diese will man gemeinsam vorantreiben und weiter unterstützen, um diejenigen, die alsbald ausbildungsreif und beruflich orientiert sind, möglichst umgehend in eine betriebliche Ausbildung vermitteln zu können. Diese Zielgruppe soll nicht ohne weitere Perspektive mehrere Jahre im Berufskolleg verweilen.
  3. Aufgrund der Erfahrungen der Vergangenheit sieht der WHKT ein großes Potenzial in Studienzweiflern, die eine Alternative zu ihrem Hochschulstudium benötigen. Hier muss es den Partnern im Ausbildungskonsens gemeinsam mit den Hochschulen und dem Wissenschaftsministerium gelingen, die jungen Frauen und Männer dieser Zielgruppe besser zu erreichen, die Beratungsangebote stärker zu vernetzen und noch intensiver darauf hinzuwirken, dass ein Studienabbruch kein persönlicher Makel ist.
  4. Zur weiteren Verbesserung der beruflichen Orientierung der Schülerinnen und Schüler sollen die Standardelemente der beruflichen Orientierung weiterentwickelt werden.
  5. Auch die Angebote im Übergang zwischen Schule und Beruf, im sog. Übergangssystem, müssen überdacht und weiter angepasst werden. Zudem wird der Ausbildungskonsens NRW die Umsetzung des Bundesgesetzes zur Stärkung der Aus- und Weiterbildungsförderung sinnvoll mit den NRW-Angeboten verzahnen, um Parallelangebote zu vermeiden. Hier wird es interessant sein, wie viele und welche Arbeitsagenturen sich als »unterversorgte Regionen« definieren, um die Angebote überhaupt nutzen zu können.

Herbst-Konjunkturbarometer erschienen:

Baukrise drückt Stimmung im Handwerk

Die Ergebnisse der Umfrage bei über 6.500 Betrieben in NRW zeigen die Handwerkskonjunktur in Nordrhein-Westfalen im Herbst 2023 als vom allgemeinen Abschwung und von der sich zuspitzenden Baukrise geprägt. Zwar werde die Lage noch als überwiegend stabil beschrieben, doch unter dem Eindruck des gesamtwirtschaftlichen Abschwungs, hoher Energiepreise, des Fachkräftemangels und dem inflationsbedingten Nachfragerückgang seien die Erwartungen an die Entwicklung der nächsten sechs Monate eher pessimistisch, so das Ergebnis.   

Besonders stark sei der Rückgang des Geschäftsklimas im Bauhaupt- und im Ausbaugewerbe, zu dem rund die Hälfte aller nordrhein-westfälischen Handwerksbetriebe zählen. Zwar seien die Auftragsbücher größtenteils noch gut gefüllt, doch angesichts der einbrechenden Zahl an neuen Baugenehmigungen werde aber ein baldiger Stillstand im Wohnungsneubau befürchtet.

Das aktuelle Herbst-Konjunkturbarometer sowie die Möglichkeit zur Newsletter-Anmeldung ist zu finden unter www.whkt.de/konjunkturbarometer.

Selbstständigkeit als Perspektive für Frauen in ländlichen Räumen:

Wie lässt sich die soziale Absicherung von Unternehmerinnen und Selbstständigen verbessern?

Im gemeinsamen Gespräch mit den LandFrauen, der Landjugend, den Unternehmerfrauen im Handwerk, dem Senior Expert Service und der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau haben sich die Beteiligten über den geltenden Rechtsrahmen mit Blick auf persönliche und betriebliche Ausfallrisiken und über mögliche Lösungsansätze ausgetauscht.

Die soziale Absicherung ist für Gründerinnen und Selbstständige von besonderer Bedeutung, denn oftmals liegen Unternehmensgründungen oder -übernahmen in derselben Zeitspanne wie die Familiengründung. Muss infolge von Schwangerschaft, Geburt oder Betreuungsaufgaben die Erwerbstätigkeit ausgesetzt oder stark eingeschränkt werden, kann das gravierende persönliche und betriebliche Folgen haben. Gerade für einen jungen, kleinen Betrieb kann der Ausfall der Geschäftsführerin, der Meisterin oder der Einzelunternehmerin zum Betriebsstillstand führen.

Unter der Überschrift »Selbstständigkeit als Perspektive für Frauen in ländlichen Räumen: Wie lässt sich die soziale Absicherung von Unternehmerinnen und Selbstständigen verbessern?« haben das Zentrum für ländliche Entwicklung im Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW (ZeLE), die UnternehmerFrauen im Handwerk und der WHKT Ende Oktober 2023 zu einem Fachgespräch mit weiteren Verbänden auf Schloss Raesfeld eingeladen und sich dieser Fragestellung gewidmet.

Wertvolle Impulse zum Thema Betriebshilfe entstammen aus dem bestehenden Haushaltshilfe- und Betriebshilfemodell der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau sowie aus dem branchenübergreifenden Betriebshilfemodell aus Österreich. Dies greift auch eine Empfehlung aus der Landtagsenquete »Zukunft von Handwerk und Mittelstand in Nordrhein-Westfalen« auf, im Handwerk eine Betriebshilfe nach Vorbild der Landwirtschaft einzuführen.

In einer weiteren Veranstaltung im nächsten Jahr sollen die andiskutierten Themen weiter vertieft und die möglichen Lösungsansätze konkretisiert werden.

Landtagsanhörung zur beruflichen Anerkennung:

Neue Wege der Fachkräfteeinwanderung – FEG 2.0

Anfang November 2023 hat sich der NRW-Landtag im Rahmen einer Anhörung mit der Thematik befasst, die Anerkennung ausländischer Berufs- und Ausbildungsabschlüsse zu beschleunigen. (Stream zur Anhörung >)

Mit einer abgestimmten Stellungnahme haben die Handwerkskammern zu Köln und Düsseldorf verdeutlicht, dass zum einen die Anerkennungsverfahren beim Handwerk in NRW gut laufen und zum anderen die Hürden der Fachkräfteeinwanderung für Betriebe sehr viel mehr mit einer (über-)komplexen Einwanderungsbürokratie sowie einer überlasteten Verwaltung zu tun haben. So ist etwa die zentrale Ausländerbehörde für NRW, die Zentralstelle Fachkräfteeinwanderung Nordrhein-Westfalen (ZFE), personell kaum in der Lage, Betriebe ausreichend zu beraten oder die Verfahren einwandernder Fachkräfte maßgebend zu beschleunigen. Ein weiterer Flaschenhals besteht darin, dass vielfach Botschaften überlastet und daher Termine zur Visabeantragung schwierig zu bekommen sind. In diesem Kontext treten nun die neuen Regelungen für das Fachkräfteeinwanderungsgesetzes (FEG) in drei Schritten hinzu. Dadurch entstehen weitere neue Einwanderungstitel, die zwar neue Chancen bieten, insgesamt aber die Verfahren nicht vereinfachen. Gleichfalls wird die berufliche Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen ihre zentrale Rolle in der Fachkräfteeinwanderung behalten. Zusätzlich werden für Betriebe allerdings Möglichkeiten entstehen, Fachkräfte in Drittstaaten anzuwerben und die Verfahren der Berufsanerkennung erst nach ihrer Einreise in Deutschland zu realisieren. Zudem werden mit den FEG 2.0-Regelungen beispielsweise Aufenthaltsfristen verlängert, Berufserfahrungen in einer eigenen Einwanderungssäule berücksichtigt, Spurwechsel zwischen einzelnen Aufenthaltstiteln ermöglicht und über eine Chancenkarte mit Punktesystem die Einreise zur Suche einer Erwerbstätigkeit ermöglicht. (Stellungnahmen >)

Die ersten Regelungen des FEG 2.0 sind seit dem 18.11.2023 wirksam. Diese betreffen vor allem die »Blaue Karte EU« sowie die damit im Zusammenhang stehende Mobilität innerhalb der EU und die Möglichkeit zur qualifizierten Beschäftigung. Zudem wurde die bis Ende 2023 befristete Westbalkanregelung entfristet. Die nächsten FEG-Änderungen sind ab dem 01.03.2024 wirksam. Ab diesem Zeitpunkt ist beispielsweise die Einreise von Fachkräften möglich, ohne dass diese zuvor ein Anerkennungsverfahren durchlaufen haben. Voraussetzung ist allerdings, dass die hierfür zukünftig zuständige Stelle in Bonn, die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB), eine mindestens zweijährige Berufsausbildung bestätigt hat, die im Herkunftsland staatlich anerkannt ist. Außerdem werden Fachkräfte, die ein Anerkennungsverfahren aus dem Ausland heraus beantragt haben und glaubhaft machen, keinerlei Dokumente beibringen zu können, für die Teilnahme an einer Qualifikationsanalyse für bis zu 6 Monate einen Aufenthaltstitel erhalten. Fachkräfte mit einer mindestens im Ausland erworbenen 2-jährigen Berufserfahrung plus Arbeitsvertrag und dem Erreichen einer festgelegten Gehaltsschwelle erhalten ebenfalls eine Einreisegenehmigung.

Am 01.06.2024 werden die letzten geplanten Änderungen des neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetzes (FEG) umgesetzt. Danach wird auf Basis einer »Chancenkarte«, die nach einem Punktesystem vergeben werden soll, unter bestimmten Bedingungen die Einreise zur Suche eines Arbeitgebers für 12 Monate möglich. Zudem wird die Westbalkanregelung, die aktuell maximal 25.000 Personen die Einreise pro Jahr ermöglicht, auf 50.000 Personen ausgeweitet.

Weiterführende Infos und Kontakt zu Berufsanerkennung und den neuen Regelungen der Fachkräfteeinwanderung:
IQ Fachstelle Einwanderung und www.unternehmen-berufsanerkennung.de
 
Für Betriebe, die Fachkräfte suchen:
Arbeitsagentur www.arbeitsagentur.de/unternehmen/arbeitskraefte/fachkraefte-ausland, www.arbeitsagentur.de/vor-ort/zav/startseite (Zentrale Auslands- und Fachvermittlung, ZAV),
THAMM Projekt – Unterstützung regulärer Arbeitsmigration und -mobilität zwischen Nordafrika und Europa: www.giz.de/de/weltweit/92649.html
 
IQ NRW – West Fachkräftenetzwerk & Informationszentrum für Fachkräfteeinwanderung (FIF NRW): www.iq-nrw-west.de
 
Allgemeine Infos zum Thema Berufsanerkennung: www.anerkennung-in-deutschland.de
 
Für Fachkräfte in Drittstaaten zum Thema Berufsanerkennung, Zentrale Servicestelle Berufsanerkennung (ZSBA): www.arbeitsagentur.de/vor-ort/zav/working-living-in-germany/zsba, www.make-it-in-germany.de
 
Für Fachkräfte in Deutschland zum Thema Berufsanerkennung, Förderprogramm IQ:
www.anerkennungsberatung-iq.de

Kurzinterview:

Mehr Fachkräftezuwanderung durch ein novelliertes Fachkräfteeinwanderungsgesetz?

Stufenweise werden die Regelungen des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes angepasst. Anlässlich der Novellierung im November 2023 wurde der WHKT vom WDR um seine Einschätzung gebeten. Da das Thema Fachkräfteeinwanderung ein Schwerpunktthema des WHKT ist, konnte WHKT-Geschäftsführer Andreas Oehme in einem Kurzinterview bei WDR 5 den Fachkräftemangel im Handwerk und den Bedarf von Fachkräften aus Drittstaaten hervorheben, aber die Erwartungen dämpften, dass mit den veränderten Regelungen die Fachkräftezuwanderung einfacher und damit spürbar mehr wird.

Das 6-Minuten-Interview ist in der verlinkten Audiodatei der ARD-Mediathek ab Minute 7:18 zu hören.

Landesbauordnung NRW:

Die »Kleine Bauvorlageberechtigung« kommt zum 1. Januar 2024

Der Landtag hat Ende Oktober Änderungen der Bauordnung beschlossen, mit der zum 1. Januar 2024 u.a. die sog. »Kleine Bauvorlageberechtigung« für Meisterinnen und Meister des Maurer- und Betonbauer- sowie des Zimmererhandwerks eingeführt wird. Neben akademisch qualifizierten Architektinnen und Architekten sowie Ingenieurinnen und Ingenieuren können künftig auch Meisterinnen und Meister Bauvorlagen für die Gebäudeklassen 1 und 2 erstellen. Ab dem 1. Januar 2024 können Anträge zur Eintragung in das entsprechende Verzeichnis bei der Ingenieurkammer-Bau NRW gestellt werden.

Voraussetzung für die Eintragung bei der Ingenieurkammer-Bau NRW ist der Erwerb der Meisterqualifikation des Maurer- und Betonbauer- oder des Zimmererhandwerks oder einer dieser nach § 7 Abs. 2, 3, 7 oder 9 der Handwerksordnung gleichgestellten Qualifikation, der Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung sowie der Nachweis einer Einstiegsqualifikation (Weiterbildung) und einer jährlichen Fortbildung im Bereich des öffentlichen Baurechts. Seit dem Erwerb des Meistertitels oder der gleichgestellten Qualifikation müssen zudem mindestens fünf Jahre vergangen sein.

Details zu den Antragsvoraussetzungen und dem Antragsverfahren wird das Bauministerium in einer noch zu erlassenden Rechtsverordnung klären. Der Umfang der Fort- und Weiterbildungsbildungsverpflichtungen wird sich aller Voraussicht nach an den entsprechenden Anforderungen der bauvorlageberechtigten Architektinnen und Architekten sowie Ingenieurinnen und Ingenieure orientieren.

Die Ingenieurkammer-Bau NRW erhebt einmalige Gebühren für das Anerkennungsverfahren und jährliche Gebühren für die Verzeichnisführung sowie die Überprüfung der Nachweise über die Fortbildungsverpflichtung und Haftpflichtversicherung. Die Höhe der Gebühren richtet sich nach der Gebühren- und Auslagenordnung der Ingenieurkammer-Bau NRW.

Die Ingenieurkammer-Bau NRW hat zum Thema »Kleine Bauvorlageberechtigung« eine FAQ-Liste erstellt, die fortlaufend aktualisiert wird: https://ikbaunrw.de/kammer/aktuell/meldungen/FAQ-zur-eingeschraenkten-Bauvorlageberechtigung.php

Europa:

Länderspezifische Empfehlungen

Am 21.11.2023 hat die Europäische Kommission die diesjährigen Vorschläge für länderspezifische Empfehlungen vorgelegt. Es gab Jahre, da haben die Handwerksorganisationen mit Argusaugen auf diese Empfehlungen geschaut. Damals hatte die Kommission die Meisterpflicht im Visier. Heute gibt es den spezifisch handwerklichen Fokus nicht mehr. Allein beim Fachkräftemangel findet das Handwerk diesmal Erwähnung. Im Mittelpunkt steht – wie im öffentlichen Diskurs in Deutschland – die Haushaltspolitik.

Die länderspezifischen Empfehlungen sind Teil des Europäischen Semesters, dem Mechanismus für die wirtschaftspolitische Steuerung. Das Semester soll insbesondere dazu beitragen, Konvergenz und Stabilität in der EU und solide öffentliche Finanzen zu gewährleisten, das Wirtschaftswachstum zu fördern und übermäßige makroökonomische Ungleichgewichte in der EU zu verhindern sowie die Beschäftigungs- und Sozialpolitik zu koordinieren und zu überwachen. Verabschiedet werden die Empfehlungen vom Rat, also von den Mitgliedstaaten selbst.

Der aktuelle von der Kommission vorgelegte Entwurf der an Deutschland gerichteten Empfehlungen für die Jahre 2023/24 beginnt mit der Forderung, die geltenden Energiehilfen herunterzufahren und freiwerdende Mittel zur Senkung des Staatsdefizits zu verwenden. Umsichtige Finanzpolitik ist das übergeordnete Thema der Empfehlungen. Es geht um die Begrenzung der Netto-Primärausgaben, um Reformen, um steuerliche Anreize zur Steigerung der geleisteten Arbeitsstunden und um die Sicherstellung der langfristigen Tragfähigkeit des Rentensystems. Die vierte Empfehlung beschäftigt sich mit der Energie- und Klimawende. Auch bergen die Forderungen wenig Neues: Ausbau der erneuerbaren Energien, Verfahrensbeschleunigung, Netzausbau, Steigerung der Energieeffizienz im Verkehrs- und Gebäudesektor sowie in der Industrie. Die Frage bleibt, wie.

IQ Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung:

Statistik zur digitalen Anerkennungsberatung

Das Förderprogramm »Integration durch Qualifizierung (IQ)« bietet mit insgesamt 60 Anerkennungs- und Beratungsstellen eine bundesweite Anlaufstruktur, die Menschen mit ausländischen Berufsqualifikationen dabei unterstützt, ihre berufliche Anerkennung zu erhalten und damit adäquat in den Arbeitsmarkt einzumünden. Vor dem Hintergrund dringend benötigter Fachkräfte sowie aktuell erweiterter Regelungen zur Fachkräfteeinwanderung eine Aufgabe mit zunehmendem Wachstumspotenzial. Gefördert wird das IQ Programm mit Mitteln aus dem ESF+ und dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS).

In NRW stehen Ratsuchenden insgesamt 9 IQ Beratungsstellen zur Verfügung. Die Nachfrage ist insgesamt groß bis sehr groß. Zur Optimierung der Beratungen und um Ratsuchenden den Zugang zu den verschiedenen Beratungsformen zu erleichtern, hat der WHKT im Rahmen seiner Beteiligung am Förderprogramm IQ eine Web-App programmiert und diese als digitale Beratungsplattform unter www.anerkennungsberatung-iq.de ausgebaut. Mittlerweile beteiligen sich bereits 7 Bundesländer mit ihren IQ Beratungsstellen an der Plattform und bieten Ratsuchenden den neuen Zugang an. Von insgesamt 60 IQ Beratungsstellen bundesweit nutzen damit bereits 31 die digitale Plattform.

Um kontinuierlich zeigen zu können, wie viele Ratsuchende sich bereits über die Plattform haben beraten lassen, wie viele aktuell beraten werden und wie viele sich tagesaktuell angemeldet haben, steht seit Mitte November auf der Seite www.iq-nrw-west.de ein Statistik-Monitor zur Verfügung. Dieser aktualisiert sich mit jedem Aufruf der Internetseite per Datenbankabfrage.
 
Das Regionale Integrationsnetzwerk IQ NRW – West wird im Rahmen des Förderprogramms »Integration durch Qualifizierung (IQ)« durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge administriert. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Bundesagentur für Arbeit.

Handwerk im Hafthaus:

Handwerkskammern besichtigen die JVA Heinsberg – Werkstatt-Tage 2024 in Planung

Die Metallwerkstatt in der JVA Heinsberg ist mit einem umfassenden Maschinenpark ausgestattet, der neben der Vermittlung von Teilqualifizierungen im Metallbereich auch die Ausbildung zur Fachkraft für Metalltechnik oder zum Industriemechaniker ermöglicht. | Foto: Peter Dohmen (WHKT)

Hohe Mauern mit einer Krone aus Stacheldraht versperren vom Parkplatz aus den Blick auf das Innere der JVA Heinsberg. Der glatte Beton dient vor allem dem Zweck, eine Flucht aus dem Vollzug zu verhindern. Zugleich bewirkt diese Sicherheitseinrichtung, dass das Leben der Menschen, die sich dauerhaft auf der anderen Seite dieser Barrieren aufhalten, in einem völlig isolierten Umfeld abläuft. Und so verwundert es nicht, dass sich um den Justizvollzug viele Mythen und Legenden ranken, die vielfach nur wenig mit dem Alltag zu tun haben.

Was an diesen Legenden dran ist, wie genau so ein Haftalltag aussieht und welche Angebote inhaftierte Menschen zur Vorbereitung auf die Entlassung in Anspruch nehmen können, davon möchten sich Ausbildungsberaterinnen und Ausbildungsberater der Handwerkskammern Aachen, Köln und Düsseldorf selbst ein Bild machen. Ergänzt wird die Besuchsgruppe um den Vizepräsidenten der Arbeitnehmerseite des Westdeutschen Handwerkskammertages (WHKT), Alexander Hengst.

Mit 566 Haftplätzen ist die JVA Heinsberg die zweitgrößte Vollzugsanstalt für den geschlossenen Jugendvollzug in Deutschland. Hier verbüßen jugendliche Straftäter im Alter von 14 bis 24 Jahren ihre Haft. Die jungen Männer kommen überwiegend aus dem Großraum um die Städte Köln, Düsseldorf, Aachen und dem Ruhrgebiet. Der Leiter der JVA Heinsberg, Jochen Käbisch, und einige Bedienstete in Justizuniform erläutern den Gästen zunächst detailliert den Aufbau der Vollzugsanstalt. Neben einem Schulzentrum gibt es verschiedene Werkstätten auf dem Anstaltsgelände, in denen qualifiziertes Ausbildungspersonal – im Regelfall Handwerksmeisterinnen und -meister, die eine ergänzende Vollzugsausbildung absolviert haben – den jugendlichen Inhaftierten einen von 17 unterschiedlichen Berufen überwiegend aus dem Handwerk näherbringen.

Auf dem Weg zur Metallwerkstatt macht sich eine gewisse Anspannung unter den Vertreterinnen und Vertretern der Handwerkskammern breit. Sie spekulieren, was sie wohl hinter der schweren Stahltür erwarten wird, die nur die Bediensteten mit ihren großen Schlüsseln öffnen können. In der hell erleuchteten Werkstatt fallen sofort die großen Werkbänke mit massiven Schraubstöcken ins Auge. Weiter hinten finden sich verschiedene Standbohrmaschinen, Abkant-, Dreh- und Fräsbänke und eine computergesteuerte CNC-Fräsmaschine. Junge Männer in olivgrüner Anstaltsbekleidung begrüßen die Gäste freundlich. Nur diese Anstaltsbekleidung erinnert daran, dass sich dieser Raum im Innern einer Vollzugsanstalt befindet.

Nach einigen weiteren Erläuterungen durch den Ausbilder stellt sich ein Gefangener den Fragen der Besuchsgruppe. Er erzählt: »Die Ausbilder sind manchmal sehr streng, weil sie auf jedes Detail meines Werkstücks achten. Aber ich weiß, dass sie es gut meinen, weil ich dadurch sehr viel lerne. Ich mache bald die Abschlussprüfung als Industriemechaniker und möchte nach meiner Entlassung sehr gern in einem metallverarbeitenden Betrieb arbeiten.«

Weitere Eindrücke sammeln die Kammervertreterinnen und -vertreter in den Werkstätten für Kraftfahrzeugtechnik, Maler und Lackierer, Schweißtechnik, Straßenbau, Gärtnerei und Tischlerei, lernen die Außenanlagen mit den Sporteinrichtungen für die Gefangenen kennen und besichtigen ein Hafthaus mit verschiedenen Hafträumen.

Vizepräsident Alexander Hengst schildert nach dem Besuch seine persönlichen Eindrücke und spricht damit wohl vielen aus der Seele, die an diesem Tag die JVA Heinsberg besichtigt haben: »Ich hätte nie gedacht, dass es in einer Vollzugsanstalt diese umfassenden Möglichkeiten für die berufliche Qualifizierung von Inhaftierten gibt. Die Anzahl der Berufe, die Qualifikationen des Ausbildungspersonals und die Ausstattung der Werkstätten haben mich tief beeindruckt. Der Justizvollzug tut wirklich eine Menge dafür, dass die Inhaftierten ihre Zeit in der JVA sinnvoll nutzen und sich mit beruflicher Qualifizierung auf das Leben nach der Haft vorbereiten.«

Einig sind sich die Kammervertreterinnen und -vertreter am Ende ihres Besuchs darin, dass sie gemeinsam die nächsten Werkstatt-Tage in der JVA Heinsberg, die am 12. und 13. März 2024 stattfinden werden, gerne unterstützen werden. Bei den Werkstatt-Tagen, die im Rahmen des Projekts »Handwerk im Hafthaus« stattfinden, haben Betriebe die Möglichkeit, die JVA Heinsberg und die JVA Bochum-Langendreer zu besuchen, dort eigene Erfahrungen und Eindrücke zu sammeln und unverbindliche Gespräche mit Inhaftierten und Ausbildungspersonal zu führen.

Weitere Informationen unter www.handwerk-im-hafthaus.de, telefonisch unter der Durchwahl 0211/3007-707 oder peter.dohmen[ ät ]whkt.de.

Veranstaltungshinweis:

BARCAMP Nachhaltigkeit im Handwerk am 05.12.2023

Was im Handwerk beim Thema »Nachhaltigkeit« unter den Nägeln brennt, soll am 05.12.2023 diskutiert werden. Der Innovationsdialog Handwerk NRW, die Ehrenamtsakademie des NRW-Handwerks und die UnternehmerFrauen im Handwerk NRW laden ein zum »BARCAMP Nachhaltigkeit im Handwerk«.

Diese offene Austauschveranstaltung bietet ein Forum für Fragen, Meinungen, Impulse, Anregungen, gute Beispiele und Vieles mehr rund um das Thema »Nachhaltigkeit«. Kern des Formates sind unterschiedliche, frei gestaltbare Sessions wie Workshops, Vorträge oder Diskussionen, deren Inhalte und Fragestellungen von den Teilnehmenden selbst gestaltet und während der Veranstaltung weiterentwickelt werden.

Die Teilnehmenden sind herzlich eingeladen, mit der Anmeldung einen eigenen Themenwunsch zu schicken. Ob es dabei um Best Practice geht, um Mobilität, Finanzierung, Lernen, Forschung oder Innnovation – jede Einzelne/jeder Einzelne bestimmt dadurch persönlich mit, worüber gesprochen wird. Alle Teilnehmenden können während des Barcamps frei entscheiden, an welcher Session sie teilnehmen möchten. Das Barcamp wird moderiert und von einer Expertin zum Thema Nachhaltigkeit begleitet.

Barcamp Nachhaltigkeit im Handwerk: 05.12.2023 ab 16:00 Uhr in Gebäude E der Handwerkskammer Düsseldorf, Konferenzbereich (Erdgeschoss).

Zur Anmeldung: https://umfrage.handwerk.nrw/s/anmeldung-barcamp-nachhaltigkeit

Rückfragen unter innovationsdialog[ ät ]whkt.de.

Der Beitrag des Innovationsdialog Handwerk NRW wird gefördert vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen. Der Beitrag der Ehrenamtsakademie des NRW-Handwerks wird gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung.

Kostenloses Angebot für Betriebe aus Bauhaupt- und Ausbaugewerbe:

Innovationsdialog Handwerk in NRW veranstaltet Workshop mit Fraunhofer UMSICHT

Materialknappheit, Preissteigerungen, Nachhaltigkeitsanforderungen in der Wertschöpfungskette: Es gibt zurzeit viele Gründe, Ressourcen im Wirtschaftssystem zu erhalten. Gerade Handwerksbetriebe im Bauhaupt- und Ausbaugewerbe können vom zirkulären Wirtschaften profitieren.

Im Rahmen des Innovationsdialogs Handwerk in NRW lädt der WHKT daher gemeinsam mit dem Fraunhofer UMSICHT Betriebe der oben genannten Berufsgruppen zum Workshop »Circular Economy im Bauhandwerk« ein.

Der Workshop findet am 18. Dezember 2023 von 10:00 bis 16:00 Uhr statt. Ort: Bildungszentren des Baugewerbes e. V., Bökendonk 15–17, 47809 Krefeld

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos, erforderlich ist eine Anmeldung bis zum 08. Dezember 2023 unter https://umfrage.handwerk.nrw/c/anmeldung-workshop-circular-economy-fraunhofer

Die Veranstaltung richtet sich an alle Handwerksbetriebe, die sich für nachhaltiges Bauen und Wiederverwertung von Materialien interessieren. Diese haben die Möglichkeit, sich über Circular Economy auf Betriebsebene zu informieren, Erfahrungen auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.

Ziel ist, einen Handlungsansatz für den Betrieb zu entwickeln. Dieser könnte auf Wunsch im Nachgang von Fraunhofer UMSICHT weiter begleitet werden.

Das Projekt »Innovationsdialog Handwerk in NRW« wird gefördert vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

Außenwirtschaft:

Niederlande: Renovieren im Bestand

Der Markt für Instandhaltung und Renovierung beläuft sich in den Niederlanden auf über 21 Mrd. Euro pro Jahr. Außerdem stehen fast 10 % der Büro- und Einzelhandelsimmobilien leer, von denen sich ein großer Teil aufgrund der Lage und der Lebensqualität hervorragend für den Umbau in Wohnungen eignet. Auch viele der Wohnhäuser, die in den 60er/70er Jahren gebaut wurden, müssen energetisch renoviert werden – durch die aktuellen Besitzer oder im Zuge eines Verkaufs.

Eine Million Wohnungen fehlen in den Niederlanden. Renovierung, Umwidmung und Umwandlung werden also in den kommenden Jahren eine treibende Kraft im niederländischen Bauwesen sein.

Handwerk international NRW organisiert 2024 mehrere Termine, um den niederländischen Baumarkt und potenzielle Partner kennen zu lernen. Bei Interesse gerne Mail an aussenwirtschaft[ ät ]lgh.de.

Beratung für Ihre Auslandstätigkeit erhalten Unternehmen bei den Außenwirtschaftsberaterinnen und -beratern der Handwerkskammern und Fachverbände: www.handwerk-international.net/ansprechpartner

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kurz vor der Herbst-Vollversammlung des WHKT darf ich Ihnen die neueste Ausgabe unseres WHKT-Reports übersenden.

Die NRW-Handwerkskammern treffen sich am 27.10.2023 in Iserlohn, um über aktuelle handwerkspolitische Herausforderungen zu diskutieren.

Im Fokus werden, neben internen Themen wie der Beschlussfassung über den Haushalt und satzungsrechtlichen Fragen, u.a. auch die Fragen »Wie lassen sich für Handwerkerinnen Schwangerschaft und Selbständigkeit besser vereinbaren?« und »Wie sieht die Strategie der Fachkräftesicherung für das Handwerk im In- und Ausland aus?« stehen.

Als prominenter politischer Gast der WHKT-Vollversammlung wird Karl-Josef Laumann, NRW-Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales, erwartet, der sich den Fragen der Mitglieder der Vollversammlung stellen wird.

In unserem nächsten WHKT-Report werden wir ausführlich über die Ergebnisse der Vollversammlung berichten.

Für heute wünsche ich Ihnen eine interessante Lektüre. Wir berichten u.a. über den Austausch mit Jochen Ott, MdL, Fraktionsvorsitzender der SPD im Landtag, über das Seminar für Vorstandsmitglieder sowie aus dem Sachverständigenwesen und dessen Problem der Nachwuchssicherung. Derzeit haben die NRW-Handwerkskammern noch knapp 1.100 öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige. Tendenz abnehmend, obwohl es sich um eine interessante und wichtige Aufgabe für Handwerkerinnen und Handwerker handelt und der Bedarf an Gutachterleistung nicht abgenommen hat

Mit den besten Grüßen

Ihr Florian Hartmann

WHKT begrüßt Antrag:

Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung muss rechtlich festgeschrieben werden!

Der WHKT hat einen entsprechenden Antrag der FDP-Landtagsfraktion bei einer Anhörung im Hauptausschuss des Landtags in Nordrhein-Westfalen am 19. Oktober 2023 ausdrücklich begrüßt. Die rechtliche Verankerung der Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung ist ausgesprochen wichtig, auf Landes- und auf Bundesebene. In der Anhörung im Hauptausschuss des NRW-Landtags hatte WHKT-Bildundsexperte Andreas Oehme die Gelegenheit, sich für die Aufnahme der Gleichwertigkeit in die Landesverfassung auszusprechen und fand Unterstützung bei den angehörten Experten von IHK NRW sowie der Universität zu Köln.

Die Handwerksposition sieht als Priorität 1 die Aufnahme der Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung als Staatsziel in die Landesverfassung. Dafür wäre allerdings eine 2/3 Mehrheit im Landtag notwendig. Die Priorität 2 wäre die Regelung der Gleichwertigkeit durch ein „einfaches Gesetz“. Der WHKT unterstützt alle Aktivitäten im Parlament und in den Ministerien, die zu einer rechtlichen Verankerung im Land führen. Davon versprechen wir uns auch eine Signalwirkung auf andere Bundesländer und den Bund, um das Thema weiter voranzubringen. Natürlich sind begleitende Maßnahmen notwendig, um eine echte Gleichwertigkeit herzustellen. Auch darauf geht die WHKT Stellungnahme ein. Sie ist auf der Website des WHKT zu finden oder unter: www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMST18-855.pdf.

Wer sich ein eigenes Bild von der Anhörung verschaffen möchte, findet den aufgezeichneten Stream ebenfalls online. (Der Beitrag vom WHKT von Minute 0:22:00 bis 0:26:47 und insbesondere 1:05:00 bis 1:11:49): www.landtag.nrw.de/home/mediathek/video.html?kid=d5ca2348-fa4d-4939-93d1-f42c3c858048

Politischer Austausch:

Kamingespräch der Arbeitnehmer-Vizepräsidenten

Felix Kendziora, Marc Giering, Ralf Noltemeyer, Alexander Hengst, Fraktionsvorsitzender der NRW-SPD Jochen Ott MdL, WHKT-Hauptgeschäftsführer Dr. Florian Hartmann, Bernhard Blanke und Michael Neuhaus (v.l.n.r.)

Traditionell laden die Arbeitnehmer-Vizepräsidenten der NRW-Handwerkskammern Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens nach Schloss Raesfeld ein.

Mitte Oktober war es wieder so weit: Alexander Hengst, Vizepräsident des WHKT und der Handwerkskammer zu Köln, konnte Jochen Ott MdL, Fraktionsvorsitzender der SPD im NRW-Landtag, begrüßen.

Gemeinsam mit seinen Vizepräsidenten-Kollegen Felix Kendziora, Marc Giering, Ralf Noltemeyer, Bernhard Blanke und Michael Neuhaus sowie WHKT-Hauptgeschäftsführer Dr. Florian Hartmann sprach er mit Jochen Ott über verschiedene handwerks- und landespolitische Themen: Wie kommen wir endlich zur Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung? Was sind die Vorschläge der SPD, um Fachkräfte für das Handwerk zu gewinnen? Wie kann die Situation der Fachlehrerinnen und Fachlehrer an den Berufskollegs verbessert werden – das waren nur einige der Themen, die diskutiert wurden.

Insgesamt ein offener und konstruktiver Austausch in der besonderen Atmosphäre Raesfelds!

Themen aus Arbeitnehmersicht diskutiert:

Seminar für Vorstandsmitglieder (Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer)

Am 20./21. Oktober 2023 trafen sich die Arbeitnehmer-Vorstandsmitglieder der NRW-Handwerkskammern unter dem Vorsitz von Alexander Hengst, Vizepräsident WHKT und Handwerkskammer zu Köln, um in kompakter und konzentrierter Form wichtige Themen aus Sicht der Arbeitnehmenden zu besprechen.

Mit Matthias Heidmeier, Staatssekretär im NRW-Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales, sowie Kai Hartig aus dem österreichischen Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft, waren auch WHKT-Gäste zugegen.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Fragen: Wie funktionieren Ausbildungspflicht und Ausbildungsgarantie in Österreich? Wie schaffen wir es in NRW, noch mehr Jugendliche in Ausbildung zu bringen?

Abgerundet wurden die Diskussionen mit Beiträgen von Andreas Oehme, Geschäftsführer und Bildungsexperte des WHKT, sowie einem Bericht von Dr. Florian Hartmann, Hauptgeschäftsführer des WHKT zum Thema »Was gibt’s Neues in der Verbandsarbeit?«

Matthias Heidmeier, Staatssekretär im NRW-Gesundheitsministerium, überreicht Urkunde:

Charta zur Vereinbarkeit von Beruf & Pflege unterzeichnet

Staatssekretär Matthias Heidmeier (m.) überreicht WHKT-Vizepräsident Alexander Hengst (r.) und WHKT-Hauptgeschäftsführer Dr. Florian Hartmann die Urkunde »Charta zur Vereinbarkeit von Beruf & Pflege NRW«.

Im Rahmen des Seminars für Vorstandsmitglieder Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer überreichte Staatssekretär Matthias Heidmeier aus dem NRW-Gesundheitsministerium am 20.10.2023 WHKT-Vizepräsident Alexander Hengst und WHKT-Hauptgeschäftsführer Dr. Florian Hartmann die Urkunde »Charta zur Vereinbarkeit von Beruf & Pflege NRW«.
 
Alexander Hengst, WHKT-Vizepräsident, zur Unterzeichnung: »Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die sich um pflegebedürftige Angehörige kümmern, leisten nicht nur persönlich eine Menge, sie tragen gleichfalls maßgebend dazu bei, den Pflegenotstand zu mildern. Dass wir als Kammerorganisation des Handwerks dies nicht nur politisch unterstützen, sondern gleichfalls als Arbeitgeber der Charta beitreten, ist damit nahezu selbstverständlich. Wichtig ist zudem, dass wir gerade auch in kleineren und mittleren Handwerksbetrieben dafür werben und damit das Handwerk weiter attraktiv machen für dringend benötigte Fachkräfte.«
 
Matthias Heidmeier, Staatssekretär im NRW-Gesundheitsministerium, zum Landesprogramm zur Vereinbarkeit von Beruf & Pflege: »Dass sich Erwerbstätigkeit und die Pflege von Angehörigen und Freunden miteinander in Einklang bringen lassen, ist in unserer alternden Gesellschaft und auch vor dem Hintergrund des Arbeits- und Fachkräftemangels von großer Bedeutung. (…) Besonders schön ist, dass nicht nur große Unternehmen, sondern auch kleine Handwerksbetriebe sich für eine bessere Vereinbarkeit einsetzen.«
 
Dr. Florian Hartmann, WHKT-Hauptgeschäftsführer: »Mit der Beteiligung an dem Landesprogramm zur Vereinbarkeit von Beruf & Pflege nehmen wir uns als WHKT nicht nur selbst in die Pflicht, wir regen hoffentlich viele weitere Organisationen und Institutionen dazu an, sich mit der Thematik ebenfalls auseinanderzusetzen, gute Lösungen für Arbeitnehmende zu finden und damit gleichfalls als Arbeitgeber an Attraktivität zu gewinnen.«

Die Versorgungslücke in der Pflege ist massiv. Gleichzeitig steigt die Quote pflegebedürftiger Menschen. Dieses Defizit lässt sich allein mit zusätzlichen Fachkräften und verbesserten Rahmenbedingungen in der Pflege kaum bewältigen. Wir alle sind gefordert – privat und beruflich. Es geht um Verantwortung, es geht darum, Unterstützung zu leisten und pflegebedürftigen Verwandten, Partnern oder Freunden zu helfen – auch wenn wir berufstätig sind.

Damit dies gut gelingt und die Vereinbarkeit zwischen Beruf & Pflege reibungslos funktioniert, hat das NRW-Gesundheitsministerium die Initiative »Vereinbarkeit Beruf & Pflege« gestartet. Wesentlicher Bestandteil des Landesprogramms NRW ist die Charta zur Vereinbarkeit von Beruf & Pflege in Nordrhein-Westfalen, die gleichfalls der Westdeutsche Handwerkskammertag unterzeichnet hat und die einen wichtigen Beitrag leistet, dem demografischen Wandel menschlich und nachhaltig zu begegnen.

Mehr über das NRW-Landesprogramm: www.berufundpflege-nrw.de

Sachverständigenwesen:

Nachwuchs gesucht

Öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige zeichnen sich durch eine hohe fachliche Expertise aus, die sowohl im Rahmen von gerichtlichen und auch privaten Gutachteraufträgen von Justiz sowie Privaten herangezogen und ebenso wertgeschätzt wird. Streitige fachlich-technische Fragen, die für die rechtliche Beurteilung des Streitgegenstands durch das Gericht relevant sind, können oftmals nur durch Sachverständige gutachterlich geklärt werden und macht deren Hinzuziehung gerade in Zivilverfahren unverzichtbar. Fehlende Sachverständige des Handwerks können auch nicht ohne weiteres durch Sachverständige anderer Bestellungskörperschaften aufgrund des Bestellungsgebietes ersetzt werden.

Aktuell sind in NRW knapp 1.100 Sachverständige des Handwerks öffentlich bestellt und vereidigt. Die Zahl der öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen im Handwerk nimmt kontinuierlich ab, während der Bedarf an Gutachterleistung nicht abgenommen hat. Um der Nachfrage an Sachverständigen gerecht zu werden, wird laufend neuer Nachwuchs gesucht. Interessentinnen und Interessenten können sich direkt an die Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner ihrer Handwerkskammer wenden.

Nähere Informationen zu den Voraussetzungen der Bestellung und Vereidigung sind auf der Webseite der Akademie Schloss Raesfeld unter: www.akademie-des-handwerks.de/wie-werde-ich-oeffentlich-bestellter-und-vereidigter-sachverstaendiger oder auch auf der Webseite des WHKT zu finden: www.whkt.de/themen/sachverstaendigenwesen 

Europa:

Gesetzgebungsendspurt vor den Europawahlen

Am 09. Juni 2024 findet in Deutschland die Europawahl statt. Damit endet die Legislatur – auch für die Europäische Kommission. Das Kommissions-Arbeitsprogramm für 2024, welches die Kommission am 17.10.2023 vorgestellt hat, ist entsprechend dünn. Neue Vorhaben haben kaum noch Chancen auf Umsetzung vor der Wahl.

Dafür ist bei laufenden Verfahren eine Menge Druck im Kessel. Das gilt gerade auch für Verfahren mit hoher Relevanz für das Handwerk wie etwa die Energieeffizienz von Gebäuden, die sich weiter in den Trilogverhandlungen befindet. Gleiches gilt seit Neuestem auch für das Strommarktdesign. Die Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle hat am 24. Oktober 2023 die erste Hürde im Europäischen Parlament genommen. Der Umweltausschuss hat den Berichtsentwurf verabschiedet. Er sieht punktuell Verbesserungen gegenüber dem Kommissionsvorschlag vor, indem Dokumentationspflichten zurückgefahren werden. Das gilt beispielsweise für die Leerraumminimierung und die Wiederverwendungs- und Wiederbefüllungsquoten. Insgesamt bleibt aber erheblich Luft nach oben. Zu den vergleichsweise wenigen Vorhaben der Europäischen Kommission für 2024 gehört der Bürokratieabbau. Sie hat sich das Ziel gesteckt, die Berichtspflichten um 25 Prozent zu reduzieren. Das ist gut. Bürokratievermeidung ist deswegen mitzudenken.

Befragung von Handwerksorganisationen, Forschungsinstitutionen, Wirtschaftsverbänden und der NRW-Landespolitik:

5. Umfrage des Innovationsdialogs identifiziert Treiber und Hemmnisse für nachhaltiges Wirtschaften in Handwerksbetrieben

Der Innovationsdialog Handwerk in NRW hat die nordrhein-westfälischen Handwerksorganisationen sowie Partner des Handwerks aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zu Hemmnissen und Treibern für nachhaltiges Wirtschaften in Handwerksbetrieben befragt. Insgesamt gingen 633 Antworten von 47 Teilnehmenden ein.

Bei der Frage, welche drei Treiber die wichtigsten sind, zeigt sich ein deutliches Ergebnis: Mit knapp 81 Prozent schätzen die 47 Befragten mehrheitlich »Kundenanforderungen« als wichtigsten Treiber im Handwerk ein. Mit etwas Abstand folgen mit 48,9 Prozent die »gesetzlichen Vorgaben« auf Platz zwei. Mit 44,7 Prozent belegt die »gesellschaftliche Verantwortung« den dritten Platz, noch vor der »Senkung der Betriebskosten« mit 40,4 Prozent. »Anforderung von Lieferanten« spielen demgegenüber als Treiber der Nachhaltigkeit bisher keine wesentliche Rolle.

Vergleichsweise einhellig fallen die Antworten für Faktoren aus, die den Prozess hin zu nachhaltigem Wirtschaften in Betrieben hemmen. Hier werden »mangelndes Wissen« sowie »mangelnde persönliche Ressourcen« als die größten Hemmnisse identifiziert. Mit jeweils 57,4 Prozent liegen sie vor den »fehlenden finanziellen Ressourcen« und der »fehlenden Zeit« mit 51 Prozent. Außerdem geben 36,2 Prozent der Befragten an, dass »fehlende alternative Technologien« der weiteren nachhaltigen Transformation in Handwerksbetrieben im Wege stehen und 23 Prozent bemängeln »fehlende Beratungs- und Unterstützungsangebote«.

Die vollständige Umfrage und deren detaillierte Ergebnisse können Sie einsehen unter www.innovationsdialog-handwerk.nrw/umfragen/umfrage-5.

Der Innovationsdialog Handwerk in NRW wird gefördert vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

Digitalisierung:

Mein Justizpostfach online

Mit dem »Gesetz zum Ausbau des Elektronischen Rechtsverkehrs mit den Gerichten und zur Änderung weiterer Vorschriften« vom 05.10.2021 und dem darin vorgesehenen elektronischen Bürger- und Organisationspostfach (eBO) ist ein weiterer »sicherer Übermittlungsweg« geschaffen worden. Ab sofort bietet der Bund eine kostenfreie Version des eBO an. Bürgerinnen und Bürger können über »Mein Justizpostfach« (MJP) kostenfrei auf einem sicheren elektronischen Weg mit der Justiz kommunizieren. Momentan befindet sich das Postfach noch im Pilotverfahren und wird laufend angepasst.

Seit dem 01.01.2022 steht die Nutzung des eBO auch Sachverständigen im Gerichtsauftrag offen. Vor allem handwerklichen Sachverständigen kommt das kostenfreie »Mein Justizpostfach« zugute. Diese konnten bisher nur auf kostenpflichtige Monatsabos von privaten Anbietern zurückgreifen, die in keinem wirtschaftlichen Verhältnis zu ihren durchschnittlich drei Gutachtenaufträgen für das Gericht pro Jahr stehen. So kann die langfristige Einbindung von Sachverständigen in den sicheren elektronischen Rechtsverkehr sichergestellt werden.

Hier geht es zu »Mein Justizpostfach«: https://ebo.bund.de/#/

IQ NRW – West-Teilvorhaben »Qualifizierungsbegleitung im Kontext des Anerkennungsgesetzes«:

Weiterhin hohe Nachfrage nach Anpassungsqualifizierungen

Anpassungsqualifizierungen dienen zugewanderten und zuwandernden Menschen dazu, ihre ausländische Berufsqualifikation in Deutschland anerkennen zu lassen und damit eine rechtliche Gleichwertigkeit mit dem vergleichbaren deutschen Berufsabschluss – dem sogenannten »Referenzberuf« – zu erwerben. Gerade im Handwerk kommt diesem Verfahren eine große Bedeutung zu, denn dies sichert nicht nur die qualifikationsadäquate Beschäftigungsfähigkeit, sondern dient in vielen Berufen zugleich als Grundlage für die legale Ausübung bestimmter Tätigkeiten. Dabei gilt das Prinzip, dass die Anpassungsqualifizierungen stets die festgestellten wesentlichen Unterschiede zwischen dem ausländischen Berufsabschluss und dem deutschen Referenzberuf ausgleichen sollen. Diese Unterschiede ergeben sich aus einer Prüfung der sogenannten »zuständigen Stelle«, beispielsweise bei Handwerkskammern, der IHK FOSA oder den Bezirksregierungen auf Grundlage der von den Antragstellenden vorgelegten Dokumente wie etwa Ausbildungs- und Arbeitsnachweise.

Bereits seit dem Jahr 2015 unterstützt der WHKT im Rahmen des Förderprogramms »Integration durch Qualifizierung (IQ)« Zugewanderte und Zuwandernde beim Erwerb der Gleichwertigkeit ihres ausländischen Berufsabschlusses. Die Qualifizierungscoaches beim WHKT konzipieren in enger Abstimmung mit den für den jeweiligen Beruf zuständigen Stellen sowie mit Blick auf die Voraussetzung der Teilnehmenden die individuell benötigten Anpassungsqualifizierungen. Darüber hinaus identifizieren sie Qualifizierungsmaßnahmen in geeigneten Bildungseinrichtungen, beraten und begleiten die Teilnehmenden während der gesamten Anpassungsqualifizierung und stehen Betrieben, die ausländische Fachkräfte beschäftigen möchten, bei Bedarf beratend zur Seite.

In der letzten Förderphase des IQ Netzwerks, die nach dreijähriger Laufzeit im Dezember 2022 endete, konnte das Qualifizierungs-Teilprojekt beim WHKT über diesen Weg rund 175 zugewanderte Menschen beim Erwerb der Gleichwertigkeit ihres ausländischen Berufsabschlusses unterstützen – Fachkräfte, die heute vielfach einer qualifizierten Beschäftigung in nordrhein-westfälischen Betrieben nachgehen können. Die Zugangsvoraussetzungen für Personen, die die Unterstützungsleistungen durch das IQ Netzwerk in Anspruch nehmen möchten, sind dabei klar definiert: Neben dem Bescheid über die teilweise Gleichwertigkeit der zuständigen Stelle müssen Teilnehmende Sprachkenntnisse mindestens auf dem Niveau B2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens mitbringen und eine Beschäftigung auf dem Arbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen nachweisen oder glaubhaft anstreben.

Anfang dieses Jahres startete das IQ Netzwerk mit dem Regionalen Integrationsnetzwerk IQ NRW – West in seine dritte Förderrunde. Die Nachfrage nach Qualifizierungsbegleitung reißt dabei nicht ab: Das Teilvorhaben beim WHKT betreut gegenwärtig bereits mehr als 200 Menschen, die über die Anpassungsqualifizierung die Gleichwertigkeit ihres Berufsabschlusses in Nordrhein-Westfalen anstreben. Eine bemerkenswert hohe Nachfrage ist im Beruf des Elektronikers für Energie- und Gebäudetechnik zu verzeichnen: Mehr als 60 Menschen mit Zuwanderungsgeschichte unterstützt der WHKT bei ihrer Suche nach geeigneten Qualifizierungsmöglichkeiten. Mit über 30 Teilnehmenden ist auch der Beruf des Kraftfahrzeugmechatronikers stark nachgefragt, ebenso wie die Berufe Mechatroniker für Kältetechnik, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Metallbauer oder Zahntechniker, auf die sich weitere 30 Teilnehmende verteilen, Tendenz: weiter steigend.

Bei der Konzeption und Durchführung der Anpassungsqualifizierungen kooperiert der WHKT nicht nur mit den zuständigen Stellen der nordrhein-westfälischen Handwerkskammern. In vielen Fällen können Teilnehmende in Handwerksberufen die volle Gleichwertigkeit durch eine Teilnahme an Kursen der Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung erwerben, die bei Bedarf um Praxisphasen in Betrieben ergänzt werden können. Auch hier bildet die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit verschiedenen Trägern handwerklicher Qualifizierungsangebote in Nordrhein-Westfalen eine zentrale Grundlage für den Erfolg des Vorhabens.

Das Regionale Integrationsnetzwerk IQ NRW – West wird im Rahmen des Förderprogramms »Integration durch Qualifizierung (IQ)« durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge administriert. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Bundesagentur für Arbeit.

Ansprechperson beim WHKT für den Bereich Anpassungsqualifizierungen ist Herr Peter Dohmen, Durchwahl 0211/3007-707, peter.dohmen[ ät ]whkt.de.

WHKT international:

Vertretung aus dem Arbeitsministerium in Ghana zu Besuch im HBZ Münster und im Elektrofachbetrieb in Olfen

Gemeinsam mit dem Arbeitsministerium NRW und Mr. Cronwell, einer Vertretung aus dem Arbeitsministerium in Ghana, Accra, hat der WHKT am 21.09.2023 das HBZ in Münster sowie die Fa. Krusen in Olfen besucht.

Hintergrund ist der Verwaltungsaustausch der Länder Ghana und NRW sowie das geförderte WHKT-Pilotprojekt im Elektrohandwerk, über das insgesamt zehn Fachkräfte aus Jordanien und Ägypten in den letzten drei Monaten eingereist und in NRW-Betrieben als Fachkräfte gestartet sind.

Im HBZ Münster fand eine Führung durch die Werkstätten und Präsentation unseres handwerklichen Aus- und Weiterbildungssystems statt. Dank der guten Organisation des Teams der HWK Münster und dem Elektrofachbetrieb Krusen sowie der beiden Fachkräfte aus Jordanien, die aus ihrer Sicht berichteten, wie eine gute Vorbereitung und betriebliche Integration gelingt, war es ein rundum gelungener Besuch. Wie sich die Partnerschaft mit Ghana weiterentwickelt, wird sich zeigen. Mr Cromwell vom Ministry of Employment and Labour Relations (MELR) ist jedenfalls gut darüber informiert, welche Besonderheiten unser berufliches Aus- und Weiterbildungssystem besitzt und wie bedeutsam die Rolle der Betriebe dabei ist. Der Gegenbesuch seitens des NRW-Arbeitsministeriums nach Ghana ist bereits für dieses Jahr geplant. Ein wichtiger Schritt für ein faires und funktionierendes Miteinander in der Migrationspolitik.

Neues Erasmus+-Projekt:

PERSPEKTIVE

Seit einigen Jahren befasst sich der WHKT in enger Zusammenarbeit mit seinen Mitgliedskammern mit den Herausforderungen und Chancen, die die Wiedereingliederung ehemaliger Inhaftierter über den Weg eines soliden Beschäftigungsverhältnisses am ersten Arbeitsmarkt mit sich bringt. Die vielfältigen Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem Vorhaben »Handwerk im Hafthaus« und der Erasmus+ Projekte STEPS und NEXT STEPS haben gezeigt: Berufserfahrung oder eine Ausbildung in einem Handwerksberuf sind auch für ehemalige Inhaftierte ein guter Türöffner, die enge Zusammenarbeit zwischen Handwerk und Justiz hat sich bewährt und viele Betriebe zeigen sich offen für diese besondere Zielgruppe.

Dennoch gibt es viel zu tun: Vielfach hemmen bestehende Vorurteile die Kontaktaufnahme zu ehemaligen Inhaftierten, und neben berufsbezogenen Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten wünschen Betriebe häufig vor allem stark ausgeprägte soziale Kompetenzen. An dieser Stelle setzt die Initiative PERSPEKTIVE an, deren Ziel darin besteht, berufsbezogene soziale Kompetenzen Inhaftierter zu stärken, mit der Darstellung guter Erfolgsgeschichten zu einem Abbau von Vorurteilen beizutragen und den Aufbau eines europaweiten Netzwerkes von Vollzugsbediensteten aktiv zu unterstützen.

Das Konsortium unter Leitung des WHKT besteht aus elf europäischen Partnern aus Österreich, Italien, Island, Griechenland, Rumänien, Deutschland und der Türkei. Zusätzlich unterstützen 5 assoziierte Justizvollzugsanstalten aus den Projektpartnerländern die Partnerschaft.

Die Umsetzung des Erasmus+-Projektes erfolgt durch Kofinanzierung der Europäischen Union.

Veranstaltungshinweis:

IT-Sicherheitstag NRW am 30.11.2023

Am 30.11.2023 findet in Köln der IT-Sicherheitstag statt. Er steht unter dem Motto: Irgendwann trifft es einen! Der IT-Sicherheitstag richtet sich gerade auch an kleinere und mittlere Betriebe, an Handwerksbetriebe, die sich informieren und für den Notfall vorbereiten möchten. Interessierte aus Betrieben und Organisationen können sich unter https://eventanmeldung.ihk-koeln.de/it-sicherheitstag-nrw zu der Veranstaltung anmelden. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Der Westdeutsche Handwerkskammertag ist Partner des IT-Sicherheitstags. Mit Unterstützung der für Digitalisierung federführenden Handwerkskammer Ostwestfalen zu Bielefeld und der Handwerkskammer zu Köln beteiligt sich das Handwerk am Programm und wird zwecks Beratung und Information auch mit einem Stand vertreten sein.

Außenwirtschaft:

Lieferketten-Sorgfaltspflichtengesetz (LkSG)

Mit dem Lieferketten-Sorgfaltspflichtengesetz (LkSG) werden große Unternehmen verpflichtet, menschenrechtliche und umweltbezogene Sorgfaltspflichten in ihren internationalen Lieferketten zu beachten.

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit bis zu 250 Mitarbeitenden sind nicht verpflichtet, Risikoanalysen ihrer Zulieferer durchzuführen. Zulieferbetriebe, deren Produkte an Industriebetriebe gehen, die nach dem LkSG berichtspflichtig sind, können dennoch vom Auftraggeber in die Risikoanalyse einbezogen werden. Daten zur Herkunft von Produkten oder Risiken bei der Herstellung (z.B. Kinderarbeit) müssen zur Verfügung gestellt werden, wenn der Auftraggeber in seiner Anfrage klarstellt, dass diese Daten konkret für die Risikoanalyse des Auftraggebers erforderlich sind. Sensible Daten und Geschäftsgeheimnisse sollten unkenntlich gemacht werden.

Ein KMU-Zulieferbetrieb muss keine eigene Risikoanalyse durchführen. Es soll auch keine pauschale Zusicherung unterzeichnet werden, »dass alle Pflichten aus dem LkSG erfüllt werden«.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat hierzu ein Merkblatt veröffentlicht: BAFA - LkSG: Die wichtigsten Fragen und Antworten für KMU

Beratung für ihre Auslandstätigkeit erhalten Unternehmen bei den Außenwirtschaftsberaterinnen und -beratern der Handwerkskammern und Fachverbände: www.handwerk-international.net/ansprechpartner

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ich freue mich, Ihnen die neueste Ausgabe unseres WHKT-Reports präsentieren zu können!

Im Mittelpunkt des politischen Geschehens im Bund und im Land stand in den letzten Wochen einmal mehr die Energiepolitik. Und – wie so häufig – liegen Licht und Schatten nahe beieinander.

In NRW hat das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) die Förderrichtlinie »Härtefallhilfe Überbetriebliche Bildungszentren (ÜBS) Energie des Landes NRW« ins Leben gerufen. Seit dem 15.09.2023 stehen kurzfristig 5 Millionen Euro bereit, um die überbetrieblichen Bildungsstätten zu entlasten, die im Jahr 2022 besonders hohe Energiekosten hatten. Ein sichtbares Bekenntnis zum Handwerk, ein sichtbares Bekenntnis zu den ÜBS.

Auf Bundesebene hingegen geht die Diskussion um den Industriestrompreis weiter. Die Haltung des NRW-Handwerks ist klar: Dem Wirtschaftsstandort Deutschland ist nicht mit selektiven Strompreissubventionen für die Großindustrie gedient, sondern nur mit einem ordnungspolitisch durchdachten Strommarktdesign, das die Wärmekosten für alle Marktteilnehmer möglichst geringhält! Einem festen Strompreis für ausgewählte Industrieunternehmen ist daher eine klare Absage zu erteilen. Er benachteiligt den Mittelstand und verhindert Anreize zur Energieeffizienz. Das NRW-Handwerk lehnt einen solchen Industriestrompreis ab, weil mit ihm die Wirkung des Preismechanismus für einzelne Marktteilnehmer außer Kraft gesetzt wird. Wir brauchen ein Strommarktdesign aus einem Guss, das preistreibende Fehlanreize vermeidet und sämtliche  Möglichkeiten zur Absenkung von energiebezogenen Steuern und Entgelten ausschöpft.

Ich wünsche Ihnen eine gewinnbringende Lektüre des WHKT-Reports!

Mit den besten Grüßen

Ihr Florian Hartmann

Gemeinsame Pressekonferenz mit RD NRW zum Ausbildungsmarkt:

Schaffung von Azubiwohnheimen im Fokus

WHKT-Präsident Berthold Schröder gemeinsam mit Roland Schüßler, Vorsitzender der Geschäftsführung RD NRW, Stefan Hagen, Vize-Präsident der IHK NRW, und Christian Auffenberg, stellvertr. Vorsitzender Verband Freie Berufe (v.r.n.l.) | Foto: RD NRW

Die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit hat gemeinsam mit den Kammerorganisationen auf Landesebene die Lage am Ausbildungsmarkt bewertet. Der Ausbildungsmarkt habe sich endgültig zu einem Bewerbermarkt entwickelt, waren sich die beteiligten Akteure der Pressekonferenz einig.

WHKT-Präsident Schröder betonte: »Attraktive Ausbildungsplätze im Handwerk finden Schulabgängerinnen und Schulabgänger auch im September und Oktober dieses Jahres noch. Für sofort suchen wir junge Menschen, die mit sehr guten Perspektiven in einen technischen, kreativen oder Dienstleistungsberuf im Handwerk einsteigen wollen. Das Handwerk bietet sinnstiftende Berufstätigkeiten, ein familienfreundliches betriebliches Umfeld und die Option, schnell seinen Beruf selbstständig ausüben zu können. Unsere Analysen zeigen, dass das Handwerk junge Menschen von allen Schulformen, knapp 1/4 mit Hochschulreife, und auch viele Studienabbrecher anzieht. Ausbildungsstellen sind zu finden unter www.lehrstellenradar.de. Für den Zugang zur Ausbildung gibt es nichts Besseres, als sich in einem Praktikum gegenseitig kennenzulernen. Unsere Devise ist, besser direkt nach der allgemeinbildenden Schule einen Ausbildungsberuf zu erlernen, anstatt jahrelang weiter zur Schule zu gehen. Denn alle weiteren Schulabschlüsse kann man auch mit einer dualen Ausbildung erreichen.« 

Die Handwerkskammern verzeichnen im Vergleich zum Vorjahr aktuell keinen Zuwachs an Ausbildungsverträgen und liegen noch unter der Anzahl von 2019, also vor Corona. Tausende offene Ausbildungsplätze lassen sich nicht besetzen.

Im Dialog mit den Pressevertretern stand insbesondere die Notwendigkeit im Mittelpunkt, Wohnheime als Unterbringungsmöglichkeiten für Auszubildende – vergleichbar der Studierendenwohnheime – zu schaffen. Alle Kammerorganisationen betonten dieses Erfordernis und stellten aufgrund des eher heterogenen Ausbildungsmarktes in NRW fest, dass grundsätzlich mehr Mobilität bei den Ausbildungssuchenden, d. h. über Stadt- oder Kreisgrenzen hinweg, notwendig wird, um die landesweit offenen Ausbildungsplätze besser zu besetzen und für alle Jugendlichen passende Angebote zu ermöglichen.

Überbetriebliche Berufsbildungsstätten:

Härtefallhilfe des Landes bei hohen Energiekosten

Das Land Nordrhein-Westfalen greift Überbetrieblichen Berufsbildungsstätten (ÜBS) unter die Arme, die im Jahr 2022 besonders hohe Energiekosten hatten. Dazu Berthold Schröder, Präsident des Westdeutschen Handwerkskammertages: »Wir schätzen die finanzielle Unterstützung des Landes als Härtefallhilfen für betroffene Überbetriebliche Bildungszentren sehr. Denn die ÜBS sind ein entscheidender Bestandteil der öffentlichen Bildungsinfrastruktur für die berufliche Aus- und Weiterbildung für das Handwerk. Dank des Engagements von Minister Laumann und seinem Arbeitsministerium wird damit vom Land ein wichtiger Beitrag geleistet, um die Leistungsfähigkeit der ÜBS für die Fachkräftesicherung in Krisenzeiten zu erhalten.«

Antragsberechtigte Einrichtungen können auf Grundlage der Förderrichtlinie »Härtefallhilfe ÜBS Energie des Landes NRW« für die Monate März 2022 bis November 2022 eine Förderung in Höhe von 80% der Mehrkosten 2022 gegenüber 2021 beantragen, wenn die tatsächliche finanzielle Belastung 2023 erfolgt. Dabei wird höchstens der Verbrauch gefördert, der auch 2021 bestand. Eine Beantragung der Mittel für die Energieträger Strom, leitungsgebundenes Erdgas und Wärme ist bis Ende Oktober 2023 möglich.

Weitere Informationen sowie die Antragsunterlagen finden sich auf folgender Seite des Landesarbeitsministeriums: www.mags.nrw/ueberbetriebliche-bildungsstaetten-hilfe-energie.

Praktikumsinitiative in NRW zur Verschlankung des schulischen Übergangssektors:

Vorteilsübersetzung für Betriebe ausformuliert

Die Wirtschaftsorganisationen auf Landesebene unterstützen das Ziel des Schulministeriums und der Landesregierung insgesamt, Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Bildungsgängen der Berufskollegs möglichst schnell in Ausbildung zu vermitteln und damit einen weiteren Beitrag zur Fachkräftesicherung zu leisten. Praktika haben dafür einen ganz entscheidenden Vorteil: Betriebe und potenzieller Nachwuchs können sich kennen- und gegenseitig schätzen lernen. Welche Vorteile diese Praktikumsinitiative in NRW für Ausbildungsbetriebe hat, haben WHKT, IHK NRW, unternehmer nrw, der Verband der Freien Berufe sowie die Landwirtschaftskammer NRW gemeinsam formuliert. Darin rufen sie Betriebe zur Bereitstellung von Praktikumsplätzen auch für diese Zielgruppe auf und benennen folgende fünf Argumente:

  1. Sie können mit dem Praktikumsangebot für Ihre Berufe und Ihr Unternehmen werben und entscheiden, ob Praktikantinnen bzw. Praktikanten als Auszubildende sofort oder nach Abschluss des schulischen Bildungsganges für Sie in Frage kommen.
  2. Sie lernen junge Menschen kennen, zu denen Sie bislang kaum Zugang hatten und dies im eigenen Betrieb.
  3. Junge Menschen, die nicht oder noch nicht für eine betriebliche Ausbildung in Frage kommen, können Sie vielleicht als Arbeitskräfte für Ihren Betrieb gewinnen.
  4. Sie präsentieren sich als verantwortungsvoller Betrieb und erhöhen Ihre Außenwirkung.
  5. Ihre Kontakte zu Schulen, Bildungseinrichtungen und potenziellen Ausbildungspartnern stärken Ihr Netzwerk, um auch zukünftig Nachwuchs zu gewinnen.

Das gemeinsame Papier finden Sie hier als PDF.

Die Qualifizierungsleistungen in den unterschiedlichsten Praktika im Handwerk sind schon beeindruckend. Handwerksbetriebe stellen Praktika für Schülerinnen und Schüler allgemeinbildender Schulen, ebenso für Schülerinnen und Schüler von berufsbildenden Schulen, für Schulabgängerinnen und Schulabgänger und für solche, die sich in Maßnahmen bei Bildungsträgern befinden. Ebenfalls bieten Handwerksbetriebe auch Studierenden von Hochschulen aller Art sowie Lehrkräften Praktikumsstellen an. Zu den Zielen der Praktika gehören u.a.

  • der Einblick in die Arbeitswelt,
  • die berufliche Orientierung,
  • das Kennenlernen eines konkreten Berufes,
  • die Ausbildungs- bzw. Berufsvorbereitung,
  • die Erhöhung der Motivation, in der Schule zu lernen,
  • die Fachhochschulreife zu erwerben,
  • in ein Studium aufgenommen zu werden,
  • schulisches oder hochschulisches Wissen in der Praxis anzuwenden,
  • einzelne Inhalte aus der dualen Ausbildung zu vermitteln.

Nachfolgend sind einige Praktikumsarten genannt:

  1. Schülerbetriebspraktikum
  2. Freiwilliges Ferienpraktikum von Schülern
  3. Berufsfelderkundung/Tagespraktikum/Schnupperpraktikum
  4. Langzeitpraktikum
  5. Praktikum im Rahmen einer berufsvorbereitenden Maßnahmen (BVB)
  6. Gelenktes Praktikum zum Erwerb der Fachhochschulreife
  7. Einstiegsqualifizierung (EQ)
  8. Vor-, Zwischen- und Nachpraktikum im Rahmen eines Hochschulstudiums
  9. Praktikum im Rahmen von vollzeitschulischen Bildungsgängen
  10. Praktikum im Rahmen der außerbetrieblichen Ausbildung
  11. Praktikum im Rahmen einer betrieblichen Verbundausbildung
  12. Lehrerbetriebspraktikum

Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung im Mittelpunkt:

Austausch mit Landespolitik fortgesetzt

WHKT-Hauptgeschäftsführer Dr. Florian Hartmann setzte seine Antrittsbesuche fort und freute sich über den offenen Austausch mit der Politik. Im Mittelpunkt seiner Gespräche, die er mit Vertreterinnen und Vertretern sämtlicher demokratischer Parteien in Landtag und Regierung führen konnte, stand u.a. das Werben des Handwerks für die Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung.

Dr. Hartmann: »Ich sehe über sämtliche demokratische Landtagsfraktionen hinweg große Einigkeit, die berufliche Bildung zu stärken und eine Gleichwertigkeit rechtlich zu verankern. Deshalb sollte der Landtag fraktionsübergreifend die Chance ergreifen, die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung rechtlich zu verankern.« Selbstverständlich wäre es damit nicht getan. Weitere Schritte müssten zukünftig folgen, um die Gleichwertigkeit tatsächlich umzusetzen und zu leben, so Hartmann weiter.

Mittelstandsbeirat:

Agenda für den Mittelstand verabschiedet

Ende August trat der Mittelstandsbeirat der Landesregierung zusammen. Die Mitglieder des Beirats tauschten sich in der Sitzung gemeinsam mit Wirtschaftsministerin Mona Neubaur und Bauministerin Ina Scharrenbach über aktuelle mittelstandspolitische Themen aus. Dabei haben die Mitglieder des Mittelstandsbeirats eine gemeinsame Agenda für die kommenden Jahre verabschiedet. Diese Agenda greift die zentralen Herausforderungen auf, die den Mittelstand aktuell beschäftigen und für die konkrete Vorschläge und Lösungen entwickelt werden.

Die gesamte Agenda ist hier nachzulesen.

»Vielfältig.Nachhaltig.«:

WHKT auf der NRW-Nachhaltigkeitstagung im Landtag vertreten

Am 11.09.2023 war der Westdeutsche Handwerkskammertag mit einem Stand auf dem Markt der Möglichkeiten der NRW-Nachhaltigkeitstagung im Landtag vertreten. Unter dem Motto »Vielfältig.Nachhaltig.« präsentierte er eine Palette an Initiativen der Handwerksorganisationen: Informations- und Beratungsangebote, Vernetzungsinitiativen und Betriebsbeispiele. Dargestellt wurde insbesondere auch der von der Handwerkskammer Dortmund entwickelte kostenfreie Initialcheck »Nachhaltigkeit 360«, der zwischenzeitlich auch von den Handwerkskammern Aachen, Münster und Südwestfalen angeboten wird. Der Innovationsdialog bot zur Anschauung eine Sammlung von Unternehmensbeispielen an.

Die Handwerkskammer zu Köln beteiligte sich einer Mitmachaktion. Teilnehmende waren eingeladen, ihre Fähigkeiten am Schweißsimulator zu erproben. Dieser wird im Bildungszentrum eingesetzt und ermöglicht, effektiv, risikolos und gleichzeitig ressourcenschonend das Schweißen zu erlernen und zu verbessern.

Stellungnahme:

Eckpunkte zur Änderung des LEP für eine nachhaltigere Flächenentwicklung

Im Juni wurden die Eckpunkte zur Änderung des LEP für eine nachhaltigere Flächenentwicklung beschlossen, die eine Vielzahl von Prüfaufträgen vorsehen. Beispielsweise soll die Ausweitung der bestehenden Flex-Modelle auf alle Planungsregionen geprüft werden, welche aus Handwerkssicht zu begrüßen ist. Auch konkrete Maßnahmen sind bereits für die nächste Änderung vorgesehen. Zum Beispiel greifen die Eckpunkte auch die im Koalitionsvertrag vorgesehene Einführung des 5-ha-Grundsatzes auf, der den Flächenverbrauch auf 5 Hektar pro Tag begrenzt. Der WHKT befürchtet, dass durch die Aufnahme des Grundsatzes die Flächenkonkurrenz zunimmt.

Die gesamte Stellungnahme steht online zur Verfügung unter www.whkt.de/positionen.

Impulse aus Sicht der Beruflichen Bildung:

Handwerk beim Netzwerktreffen der Europaschulen in NRW

Am 13. September 2023 trafen sich über 300 Koordinatorinnen und Koordinatoren der Europaschulen in Nordrhein-Westfalen unter Leitung und Moderation von Schulministerium und Staatskanzlei im Ruhrturm in Essen. WHKT-Bildungsexperte Andreas Oehme konnte in seinem Eröffnungsvortrag Impulse aus Sicht der Beruflichen Bildung geben. Er stellte die Bedeutung Europas für die Arbeit des WHKT ebenso dar, wie das breite Berufespektrum und die drei Fortbildungsstufen in der Berufsbildung sowie die Bedeutung des Handwerks für den Mittelstand und die Transformation in Deutschland. Er nutzte die Koordinatorinnen und Koordinatoren als wichtige Multiplikatoren, um Kenntnisse über die duale Berufsausbildung, auch perspektivisch in der Gesellschaft viel stärker zu verbreiten. Denn eine höhere Wertschätzung für die duale Ausbildung und Höhere Berufsbildung ist nur dann zu erreichen, wenn das Wissen in der Gesellschaft vorhanden ist, was die duale Ausbildung ist und wie diese funktioniert. Im Mittelpunkt des Vortrags standen der Umgang des Handwerks mit Auslandspraktika, der Nutzen vor allem während der dualen Ausbildung, die Persönlichkeitsentwicklung der Auszubildenden, die Kultur im Handwerk seit dem Spätmittelalter (»auf die Walz gehen«), die Zusatzqualifikation »Europaassistent/in« sowie genutzte Fördermöglichkeiten.

Das Handwerk war zusätzlich über die Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks auf der Veranstaltung vertreten: Frau Steffes hat in Workshops unter anderem über das UK-Stipendium »nrw:exchange« für Auszubildende, Gesellinnen und Gesellen sowie Fachkräfte informiert. Informationen zum Stipendienprogramm: www.nrwexchange.de

Europaschulen sind Schulen aller Schulformen – von Grundschulen über weiterführende allgemeinbildende Schulen bis hin zu berufsbildenden Schulen (Berufskollegs), die bestimmte Kriterien erfüllen und sich dafür einer (regelmäßigen) Zertifizierung unterziehen. Weitere Details zu Europaschulen unter www.europaschulen.nrw.de.

10-jähriges Jubiläum:

Clearingstelle Mittelstand feiert

Sabine Jahn, Geschäftsführerin der Clearingstelle, und WHKT-Hauptgeschäftsführer Dr. Florian Hartmann

Am 13. September 2023 feierte die Clearingstelle Mittelstand im nordrhein-westfälischen Landtag ihr 10-jähriges Jubiläum. Seit 2013 überprüft sie geplante Gesetze und Verordnungen auf ihre Verträglichkeit für Handwerk und Mittelstand. Unterstützt wird sie dabei von Vertretern der Wirtschaft, der Gewerkschaften und den kommunalen Spitzenverbänden, den sogenannten Beteiligten. Der Westdeutsche Handwerkskammertag gehört seit Anbeginn zu dieser Gruppe.

Mit der Novellierung des Mittelstandsförderungsgesetzes im Jahr 2022 hat sich der Aktionsradius der Clearingstelle erweitert. Sie hat nunmehr auch die Möglichkeit, geltende Gesetze auf ihre Mittelstandsverträglichkeit zu überprüfen. Die für diese Prüfung erforderlichen Prozesse werden derzeit erprobt. Die bisherigen Erfahrungen sind vielversprechend.

Die Clearingstelle ist ein wichtiges strukturelles Instrument der Mittelstandspolitik, das es im Sinne des Koalitionsvertrags weiterzuentwickeln gilt.

Innovationsdialog Handwerk in NRW:

Expertise aus der Wirtschaftspsychologie: »New Work« als Chance für das Handwerk

New Work steht für neue Arbeitskonzepte und ein Umfeld, das Transparenz, Kooperation und Kreativität fördert. Große Betriebe und Start-ups gelten als Vorreiter, die Arbeitsräume und Arbeitszeiten neu gestalten. Im Rahmen des Innovationsdialogs Handwerk in NRW schilderte die diplomierte Wirtschaftspsychologin und Psychotherapeutin Katrin Terwiel, Human Ressources Executive als Vice President Diversity, Equity & Inclusion bei der Deutschen Telekom und selbstständige Beraterin, wie sich Ideen des New Work in Handwerksbetrieben umsetzen lassen und welche Aspekte von New Work eine Rolle spielen könnten, um mehr junge Menschen für eine Ausbildung im Handwerk zu interessieren und die Mitarbeiterbindung zu erhöhen.

Vor dem Hintergrund des arbeitnehmerfreundlichen Arbeitsmarktes gelte es für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, individuelle Lebenswirklichkeiten wahrzunehmen und dafür passende Arbeitsbedingungen zu ermöglichen. Hier spiele beispielsweise die Weiterentwicklung des betrieblichen Gesundheitsmanagements eine Rolle, welches weit über das Thema Arbeitssicherheit hinausgehe.

Das ausführliche Interview mit Katrin Terwiel ist zu finden unter www.innovationsdialog-handwerk.nrw/experteninterviews/experteninterview-katrin-terwiel.

Der Innovationsdialog Handwerk in NRW wird gefördert vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

Neu erschienen:

Handwerksstatistik NRW 2022/2023

Über das Jahr hinweg veröffentlicht der WHKT Statistiken zu unterschiedlichen Themenbereichen, sobald dazu aktuelles Zahlenmaterial vorliegt.

Mit den beiden letzten Kapiteln »Handwerk im Überblick« und »Handwerksunternehmen« ist die Handwerksstatistik NRW 2022/2023 nun vollständig und steht als Downloadfassung bereit unter www.whkt.de/statistik.

Immer in Bewegung:

Aktuelle Initiativen des MobilityHub Handwerk

Der beim WHKT angesiedelte MobilityHub Handwerk hat im vergangenen Monat eine Reihe weiterer Maßnahmen umgesetzt. Unter anderem hat er zwei Veranstaltungen mitgestaltet.

Eine gemeinsame digitale Netzwerkveranstaltung mit dem BEMO | IHK-Netzwerkbüro Betriebliche Mobilität NRW befasste sich mit dem Thema »Investitionen in Elektromobilität und Photovoltaik lohnen sich für Betriebe!«. Etwa 50 Teilnehmende hörten zunächst Impulsvorträge von Herrn Volker Gillessen, Seniorberater der EcoLibro GmbH, und Herrn Adem Aslan, freiberuflicher Seniorberater im Bereich Nachhaltige Mobilität. Anschließend zeigte der MobilityHub den Best-Practice-Film über den Kölner Handwerksbetrieb »Kirschbaum Fenster & Rollladen GmbH«. Geschäftsführer Karlheinz Kirschbaum war selbst anwesend und stand den Teilnehmenden in der nachfolgenden Diskussion für Informationen und Rat zur Verfügung. Weitere gemeinsame Aktionen von MobilityHub und BEMO sind in Planung.

Die zweite Veranstaltung fand in Münster-Roxel in den Räumen der Cervotec GmbH statt. Am 24.08.2023 lud die Handwerkskammer Münster zu ihrem quartalsmäßig stattfindenden Netzwerkfrühstück »Nachhaltiges Handwerk« ein. Dabei drehte sich dieses Mal alles um das Thema: »Fahrradfreundlicher Betrieb – Jobräder, Cargobikes & Fahrradgaragen für Handwerksunternehmen«. Der »MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen« hat bei der Planung, Organisation und Durchführung aktiv unterstützt.

Über die Themen Jobräder, Dienstradleasing sowie entsprechende Förderprogramme informierte vor Ort der E-Bike-Experte Marcel Meuthen von der e-motion e-Bike Welt Münster GmbH. Zu den Themen: »Gewerblich nutzbare Cargobikes – Überblick über die Einsatzmöglichkeiten verschiedener Modelle im Handwerk« und »Lastenradförderung« – lieferte Jan Steinberg von Traix Cycles Münster spannenden Input. Über entsprechende Förderprogramme informierte Thomas Rohloff von der Handwerkskammer Münster. Ein guter Austausch in lockerer Frühstücksatmosphäre zwischen Experten und Teilnehmenden entstand. Zu guter Letzt hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit Lastenräder, E-Lastenräder und E-Bikes direkt vor Ort testen.

Auch jenseits von Veranstaltungen entwickelte der MobilityHub seine Angebote weiter. Beispielsweise wurde ein neuer Blogartikel online gestellt. Er stellt die »Scharfenbaum GmbH« aus Brilon-Madfeld. Ruth und Hans-Jörg Scharfenbaum führen ihre Metzgerei als Familienbetrieb. Sie stellen ihren leitenden Angestellten Elektrofahrzeuge über ein Leasingkonzept zur Verfügung. Außerdem bieten sie ihren Mitarbeitenden ein E-Bike-Dienstradleasing an. Hier der Link zum Artikel: www.mobilityhub-handwerk.de/blog/blogeintraege/metzgerei-scharfenbaum.

Aktuelles finden Sie u. a. auch bei »LinkedIn«. Der MobilityHub freut sich über weitere Vernetzung.

www.mobilityhub-handwerk.de

Erasmus+ Projekt e-SELLER:

Transnationale Partnerschaft veröffentlicht Bericht über Herausforderungen bei der Digitalisierung in ländlichen KMU

Die Initiative e-SELLER zielt darauf ab, den Digitalisierungsprozess insbesondere im Vertrieb zu fördern und KMU dabei zu unterstützen, die im Zuge der digitalen Transformation neu entstehenden Anforderungen zu erfüllen und sich an die verändernden Arbeitsbedingungen anzupassen. Sechs europäische Organisationen aus Griechenland, Polen und Deutschland entwickeln und erproben mit Beteiligung des WHKT ein Trainingsprogramm für Ausbildungspersonal und Betriebe, welches digitale Bildungsinhalte integriert.

Das Ergebnis einer zuvor durchgeführten Analyse in den beteiligten Projektländern hat die Partnerschaft mit dem digitalen E-Retail Bericht nun in vier Sprachen veröffentlicht. Basierend auf einer Umfrage unter Beschäftigten von Handel treibenden KMU in ländlichen Gebieten der EU wurden die vorhandenen digitalen Fähigkeiten, Bedürfnisse und Herausforderungen identifiziert, die für die Nutzung neuer Technologien wichtig sind. Experteninterviews mit Berufsbildungsanbietern sowie Ausbildenden und mit Mitarbeitenden von Kammern und Verbänden bestätigen die Ergebnisse. Darüber hinaus gibt die Umfrage nützliche Einblicke in die digitalen Fähigkeiten, Kompetenzen und Herausforderungen, die aus Sicht der Befragten auf KMU zukommen.

Neben einem kombinierten Lagebild der sechs beteiligten Partnereinrichtungen aus Süd-, Ost- und Westeuropa, welches interessante Gemeinsamkeiten und Unterschiede deutlich macht, sind auch die einzelnen nationalen Auswertungen unter https://e-seller.erasmus.site/de/report/ abrufbar. Der digitale E-Retail Bericht listet zentrale Erkenntnisse der bisherigen Projektarbeit auf und dient somit als Leitfaden für die Ausgestaltung des Trainingsprogramms. Zudem gibt er erste Hinweise für die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von Handel treibenden KMU ländlicher Regionen.

Die Umsetzung der Partnerschaft erfolgt mit Kofinanzierung der Europäischen Union.

Außenwirtschaft:

Internationale Erfolgsgeschichten im Handwerk

Nicht nur im Inland, auch international ist Handwerk aus NRW erfolgreich tätig. Ob es um Zulieferungen im Maschinenbau geht, um hochwertige Innenausstattung durch Tischler, Maler oder Raumausstatter, um die Installation von Sicherheitstechnik durch Elektriker, um künstlerische Werke von Steinmetzen oder Glasmalern oder um das Lebensmittelhandwerk – ausländische Märkte bieten interessante Marktchancen. Handwerkerinnen und Handwerker aus NRW berichten über ihren Weg ins Ausland in kurzen Filmen: 

www.handwerk-international.net/erfolgsgeschichten

– Lassen Sie sich inspirieren!

Haben Sie auch eine internationale Erfolgsgeschichte zu erzählen? Melden Sie sich gerne bei uns: aussenwirtschaft[ ät ]lgh.de. Beratung für ihre Auslandstätigkeit erhalten Unternehmen bei den Außenwirtschaftsberaterinnen und -beratern der Handwerkskammern und Fachverbände:

www.handwerk-international.net/ansprechpartner

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Liebe Leserinnen und Leser,

gerne nutze ich die Gelegenheit, Ihnen nicht nur unseren aktuellen WHKT-Report vorzustellen, sondern auch mich selbst:

Mein Name ist Florian Hartmann. Seit dem 1. Juli 2023 darf ich als Hauptgeschäftsführer des Westdeutschen Handwerkskammertages (WHKT) tätig sein.

Von Haus aus bin ich Jurist und habe zuvor u.a. als Geschäftsführer bei einer berufsständischen Kammer, in einem kommunalen Spitzenverband und als Rechtsanwalt gearbeitet.

Ich bin 47 Jahre alt und wohne mit meiner Frau und unseren drei Töchtern in Düsseldorf.

Ich freue mich darauf, viele Akteurinnen und Akteure aus Politik, Wirtschaft und Handwerk in der nächsten Zeit auch persönlich kennenzulernen und mit ihnen gemeinsam die Herausforderungen anzugehen, vor denen das Handwerk in NRW steht.

Bei den Gesprächen, die ich in den letzten Wochen geführt habe, habe ich gespürt: Das Handwerk und seine Themen werden ernst genommen. Unsere Partnerinnen und Partner sind, über die Parteigrenzen hinweg, offen für unsere Lösungsvorschläge.

Deshalb bin ich sehr zuversichtlich, dass wir gemeinsam Antworten finden auf viele der drängenden Fragen, die Handwerk und Gesellschaft beschäftigen: Wie schaffen wir es, den akuten Fachkräftemangel zu beheben? Wie können unsere Betriebe angemessen auf die sich eintrübende Konjunktur reagieren? Wann endlich macht Politik ernst mit Bürokratieabbau und Digitalisierung?   

Auf gute Zusammenarbeit!


Mit den besten Grüßen

Florian Hartmann

Expertise des WHKT gefragt:

Anhörung zur Novellierung der Landesbauordnung unter Beteiligung des WHKT

WHKT-Hauptgeschäftsführer Dr. Florian Hartmann, Handwerk.NRW-Hauptgeschäftsführer Professor Dr. Hans Jörg Hennecke und Justiziar Rolf Zimmermanns von den Bauverbänden NRW (mittlere Reihe, v.l.n.r.) | Foto: Screenshot des Livestreams; Landtag Nordrhein-Westfalen

Am 17.08.2023 fand die Anhörung zur Novellierung der Landesbauordnung im Landtagsausschuss für Bauen, Wohnen und Digitalisierung statt, an der auch der WHKT mit seiner fachlichen Expertise teilnahm. Neben WHKT-Hauptgeschäftsführer Dr. Florian Hartmann waren für das Handwerk auch Handwerk.NRW-Hauptgeschäftsführer Professor Dr. Hans Jörg Hennecke und Justiziar Rolf Zimmermanns von den Bauverbänden NRW als Sachverständige benannt.

Bei der Anhörung ging es insbesondere um die geplante Einführung der kleinen Bauvorlageberechtigung für Meisterinnen und Meister des Maurer- und Betonbauer- sowie des Zimmererhandwerks.

Auf die Fragen des Bedarfs einer solchen Regelung führte WHKT-Hauptgeschäftsführer Dr. Florian Hartmann aus, dass eine Nachfrage nach der kleinen Bauvorlageberechtigung bestehe. Die Bauherrschaft solle zukünftig die Wahl haben, bei kleinen Bauvorhaben der Gebäudeklassen 1 und 2, die Abwicklung von Planung und Ausführung aus einer Hand zu erhalten. Diese Möglichkeit senke die Bauzeit und die Baukosten für die Bauherrschaft. In vielen anderen Bundesländern habe sich die kleine Bauvorlageberechtigung bereits etabliert. Zudem stelle die Einführung der kleinen Bauvorlageberechtigung eine echte Gleichwertigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung dar.

Gleichwohl sieht das Handwerk in dem vorliegenden Gesetzesentwurf noch Nachbesserungsbedarf. Aus der aktuellen Formulierung ist nicht eindeutig herauszulesen, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen, um die kleine Bauvorlageberechtigung zu erlangen. Im Sinne der Qualitätssicherung sollte der Umfang der Fortbildungsverpflichtung an die Anforderungen der bauvorlageberechtigten Architektinnen und Architekten sowie Ingenieurinnen und Ingenieure richten und eine fünfjährige praktische Tätigkeit im entsprechenden Bereich vorausgesetzt werden.

Weiter wurden im Ausschuss die Änderungen zugunsten des Ausbaus der erneuerbaren Energien und des nachhaltigen Bauens, wie die Einführung der Solarpflicht, die Anpassungen der Abstandsflächenregelungen, die Vereinfachung des Genehmigungsfreistellungsverfahren, als auch der vorgesehene Entfall der Berichtspflicht sowie Möglichkeiten zur Senkung der Baukosten und der Bauzeit thematisiert.

Die schriftliche Stellungnahme zum Gesetzentwurf ist unter www.whkt.de/positionen zu finden.

Aufbauleistung des Handwerks:

Ministerin Ina Scharrenbach besucht die Hochwassergebiete von Rheinbach, Erftstadt und Euskirchen

Anlässlich des zweiten Jahrestages der Flutkatastrophe besuchten am 13.07.2023 Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, Garrelt Duin, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer zu Köln, und Dr. Florian Hartmann, Hauptgeschäftsführer des Westdeutschen Handwerkskammertages, gemeinsam die Hochwassergebiete von Rheinbach, Erftstadt und Euskirchen, um sich ein Bild von der aktuellen Situation und der bis heute anhaltenden Aufbauleistung des Handwerks zu machen.

Das Starkregenereignis im Juli 2021 hat das Leben von vielen Menschen von heute auf morgen verändert. Häuser wurden überflutet, Straßen weggespült und die Infrastruktur schwer beschädigt. Besonders eindrücklich zeigt sich dies in der Sanierung der Fußgängerzone im schwer betroffenen Euskirchen und der betroffenen Marienschule in Euskirchen, die von der Delegation besucht wurden. Wie betroffene Handwerksbetriebe die Nacht der Katastrophe und die unmittelbare Zeit danach erlebt haben, darüber informierte sich die Delegation bei den Firmen Bauunternehmung Theodor Weber GmbH im Rhein-Sieg-Kreis und Bastian Boße Hochbau im Rhein-Erft-Kreis. Beide berichteten eindrucksvoll über ihre Erlebnisse während und kurz nach dem Ereignis und über die bis heute anhaltenden Wiederaufbauleistungen der Handwerksbetriebe.

Um mehr Handwerksbetriebe für den Wiederaufbau in den von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Gebieten zu gewinnen, hat das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen zusammen mit dem Westdeutschen Handwerkskammertag vor rund einem Jahr eine Initiative ins Leben gerufen. Ziel der Initiative HANDWERKimWIEDERAUFBAU ist es, ortsnahes und -fremdes Handwerk für Wiederaufbauprojekte zu gewinnen und alle maßgeblich beteiligten Akteure über den Handwerks-Marktplatz www.handwerk-baut-auf.de zusammenzubringen.

Die Plattform wird inzwischen als gemeinsames Pilotprojekt der Kammern Koblenz und Köln stetig ausgebaut, weiterentwickelt und könnte auch für kommende Naturkatastrophen zum Einsatz kommen. »Es ist wichtig, dass die Flutkatastrophe nicht in Vergessenheit gerät. Denn auch nach zwei Jahren ist der Wiederaufbau nicht abgeschlossen. Mit der Handwerks-Plattform ist ein Instrument geschaffen worden, mit dem langfristig auf unbürokratischem Wege Handwerksbetriebe und Sachverständige von nah und fern an Flutbetroffene für Wiederaufbaumaßnahmen vermittelt werden können. Vielleicht kann unsere Plattform auch eine Blaupause für die Zukunft sein«, so Dr. Florian Hartmann, Hauptgeschäftsführer des Westdeutschen Handwerkskammertages.

Auch wenn schon viel erreicht wurde, ist das Wiederaufbauvorhaben weiterhin zwingend auf die Unterstützung des professionellen Handwerks angewiesen. Da, wo das ortsansässige Handwerk an seine Kapazitätsgrenze kommt, wird Unterstützung aus der Region und dem gesamten Bundesgebiet benötigt. Deshalb bleibt es eine zentrale Aufgabe des Projektkoordinators Marius Siebenhaar, über die Handwerksorganisationen im gesamten Bundesgebiet Betriebe anzusprechen, die ihre Dienstleistungen in den Flutgebieten anbieten.

Aufbauhilfe NRW:

Verlängerung der Förderrichtlinie

Das Land NRW hat vor kurzem die Antragsfristen für die Aufbauhilfen über das ursprünglich vorgesehene Fristende (30.06.2023) verlängert. So bleibt den betroffenen Privatpersonen und Unternehmen ausreichend Zeit, ihre Anträge auf Aufbauhilfe zu stellen.

Anträge auf Aufbauhilfe für Private können bis zum 30.06.2026 und Aufbauhilfe für Unternehmen können bis zum 30.06.2024 gestellt werden.

Vor Ort:

Ministerin Ina Scharrenbach besucht Akademie des Handwerks Schloss Raesfeld

Bauministerin Ina Scharrenbach (2.v.l.), Hans Hund, Präsident der Handwerkskammer Münster (l.), WHKT-Hauptgeschäftsführer Dr. Florian Hartmann (r.), Bürgermeister Martin Tesing (2.v.r.) und Cora Zimmermann, Geschäftsbereichsleiterin der Akademie Schloss Raesfeld (m.) | Foto: MHKBD, franklin berger fotografie/video

Im Rahmen ihrer Sommertour besuchte Bauministerin Ina Scharrenbach die Akademie des Handwerks Schloss Raesfeld. Kernstück des Besuches war eine Führung durch die Vorburg von Schloss Raesfeld, darunter die Besichtigung der Lehrwerkstätten der Akademie.

In Begleitung des Raesfelder Bürgermeisters Martin Tesing ließ sich Ministerin Scharrenbach von Hans Hund, Präsident der Handwerkskammer Münster, WHKT-Hauptgeschäftsführer Dr. Florian Hartmann und Dipl.-Ing. Cora Zimmermann, Geschäftsbereichsleiterin Denkmalpflege, Handwerkskultur und Bau- und Energietechnik der Akademie Schloss Raesfeld die eindrucksvollen Räumlichkeiten des historischen Wasserschlosses zeigen.

Die Akademie des Handwerks Schloss Raesfeld ist deutschlandweit führend in der Fortbildung von Restauratorinnen und Restauratoren sowie Sachverständigen im Handwerk. Die für acht Handwerksberufe angebotene Fortbildung »Geprüfte:r Restaurator:in im Handwerk« schließt nach neuer Prüfungsordnung künftig mit dem zusätzlichen Titel »Master Professional für Restaurierung im Handwerk« ab. In diesem Jahr startete dazu der erste Lehrgang mit 34 Teilnehmenden.

Die Akademie Schloss Raesfeld ist eine gemeinsame Weiterbildungseinrichtung der nordrhein-westfälischen Handwerksorganisationen.

www.akademie-des-handwerks.de

Stellungnahme:

Änderungen des Landesentwicklungsplans für den Ausbau der Erneuerbaren Energien

Im Juni wurden die Änderungen des Landesentwicklungsplans zum beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren Energien beschlossen.

Der WHKT begrüßt die vorgesehenen Änderungen. Beispielsweise schafft die Möglichkeit zur Umverteilung der Flächenziele zwischen den sechs Planungsregionen mehr Flexibilität. Um die ohnehin bestehende Flächenkonkurrenz nicht zu verstärken, ist in Industrie- und Gewerbegebieten die Windenergienutzung explizit nur als arrondierende und den anderen gewerblichen und industriellen Nutzungen untergeordnete Nutzung vorgesehen. Eine vergleichbare untergeordnete Nutzung ist für Freiflächen-Solaranlagen im Siedlungsraum vorgesehen, wobei die Nutzung andere gewerbliche Nutzungen nicht beschränken darf.

Die gesamte Stellungnahme ist unter www.whkt.de/positionen nachzulesen.

Gemeinsam für ein starkes Handwerk:

Spitze der Handwerkskammer Dortmund empfängt neuen WHKT-Hauptgeschäftsführer

Berthold Schröder, Präsident der HWK Dortmund, WHKT-Hauptgeschäftsführer Dr. Florian Hartmann und Carsten Harder, Hauptgeschäftsführer der HWK Dortmund (v.l.n.r.) | Foto: HWK Dortmund

»Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Dr. Hartmann. Mit ihm gewinnen wir eine erfahrene und engagierte Führungspersönlichkeit. Gemeinsam werden wir uns für die Belange der Handwerkerinnen und Handwerker in NRW einsetzen.« Mit diesen Worten empfing Berthold Schröder, Präsident der Handwerkskammer (HWK) Dortmund und des WHKT den neuen WHKT-Hauptgeschäftsführer Dr. Florian Hartmann zu seinem Antrittsbesuch in Dortmund, bei dem er sich mit dem HWK-Hauptgeschäftsführer Carsten Harder und dem Kammerpräsidenten zu aktuellen Themenfeldern austauschte.

Dr. Florian Hartmann bedankte sich für das ihm entgegengebrachte Vertrauen. »Das nordrhein-westfälische Handwerk mit seinen 190.000 Betrieben und seinen 1,1 Millionen Beschäftigten ist ein bedeutender Wirtschaftsbereich, steht aber auch gleichzeitig vor großen Herausforderungen, die wir gemeinsam anpacken müssen. Ich freue mich auf die Aufgaben, die jetzt auf mich warten.«

Mit seinem Besuch in Dortmund setzte Dr. Hartmann seine Reihe der Antrittsbesuche innerhalb und außerhalb der Kammerorganisation fort, mit denen er bereits in seiner ersten Arbeitswoche als WHKT-Hauptgeschäftsführer begonnen hat.

Europa:

Vorschlag zur Beschränkung von PFAS auch für Handwerksbetriebe von Bedeutung

Noch bis zum 25. September 2023 konsultiert die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) interessierte Kreise zum Vorschlag, PFAS zu beschränken. PFAS steht für per- und polyfluorierte Chemikalien. Die Stoffgruppe, auch als Ewigkeitschemikalien bezeichnet, umfasst Schätzungen zufolge mehr als 10.000 verschiedene Stoffe. PFAS sind stabil und langlebig. Das macht sie einerseits interessant. Sie haben beispielweise wasser-, fett- und schmutzabweisende Eigenschaften und sind entsprechend vielseitig einsetzbar. Andererseits kann ihr Eintrag in die Umwelt erhebliche Probleme verursachen.

Eine Beschränkung von PFAS würde deren Verbot bedeuten, zum Teil mit Übergangsfristen und Ausnahmen. Der Ansatz, eine solch große und diverse Stoffgruppe im Rahmen von REACH zu beschränken, ist neu. Und er ist hoch problematisch – sowohl inhaltlich als auch systematisch. PFAS sind weit verbreitet. Sie verbergen sich in Beschichtungen, Kältemitteln, in Dichtungen, Bauprodukten, Textilien, Reinigungsmitteln, Fotopapieren, Kabelummantelungen usw. Ein PFAS-Verbot wäre für Handwerksbetriebe von erheblicher Bedeutung. Es beträfe Handwerksleistungen unmittelbar und mittelbar über Störungen der Lieferketten.

Das PFAS-Verbot ist bisher ein Vorschlag. Die Europäische Chemikalienagentur sammelt Informationen zu Nutzungen und vor allem zu unverzichtbaren, nicht substituierbaren Nutzungen. Es zeigt sich, dass Zielkonflikte auftreten, weil PFAS auch für Anwendungen vonnöten sind, die politisch gewünscht sind, etwa die Herstellung von Halbleitern. Wahrscheinlich ist deswegen, dass die Beschränkung, die von der Europäischen Kommission beschlossen wird, am Ende nicht jegliche PFAS betreffen wird. Trotzdem ist Vorsicht geboten. Handwerksbetriebe sollten ihre Betroffenheit prüfen.

Die ECHA bittet Unternehmen um Rückmeldung zu ihren Verwendungen. Der Fragebogen ist jedoch für die meisten Handwerksbetriebe kaum tauglich (https://comments.echa.europa.eu/comments_cms/AnnexXVRestrictionDossier.aspx?RObjectId=0b0236e1885e69de). Fragen und Hinweise gerne an jeanine.bucherer[ ät ]whkt.de.

Anerkennungsberatung unterstützt die KMU-Fachkräftesicherung:

Große Nachfrage nach digitaler Anerkennungsberatung

Die Einwanderung ausländischer Fachkräfte gilt für KMU als hoffnungsvolle neue Säule der Fachkräftesicherung. Auf Basis erster Pilotprojekte und Initiativen werden Erfahrungen gesammelt und es entstehen neue Netzwerke und Kontakte. Es zeigt sich: Der Prozess ist äußerst komplex, zeitaufwendig und erfordert begleitende Expertinnen und Experten. Ein zentraler Baustein des gesamten Prozesses ist die Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen. Damit dies bestmöglich gelingt, ist eine gute Vorbereitung und Begleitung unerlässlich. Auch Fachkräfte, die bereits in Deutschland leben und arbeiten, benötigen Beratung, um ihre Berufsabschlüsse transparent zu machen. Von einer Anerkennung profitieren damit nicht nur die Fachkräfte selbst, sondern auch die jeweiligen Betriebe.

Im Handwerk sind bekanntermaßen die Handwerkskammern die zuständigen Stellen, bei denen berufliche Anerkennungsverfahren eingereicht werden müssen. Um einen bestmöglichen Ablauf dieser Verfahren sicherzustellen, stehen die Expertinnen und Experten des bundesweiten Förderprogramms IQ (Integration durch Qualifizierung) Ratsuchenden und Beratenden in allen Berufsfeldern unterstützend zur Seite.

In NRW hat der WHKT im Rahmen des Förderprogramms IQ eine digitale Plattform unter www.anerkennungsberatung-iq.de entwickelt. Über die Plattform sind nicht nur die IQ Expertenteams in ganz NRW zu erreichen, es findet auch eine persönliche Beratung darüber statt. Neben NRW haben sich bereits fünf weitere Bundesländer der Plattform angeschlossen und nutzen diese für ihre IQ Anerkennungsberatung: Baden-Württemberg, Brandenburg, Berlin, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz. Insgesamt gibt es damit 34 Beratungsstellen mit 165 registrierten Beraterinnen und Beratern, die auf diese Weise erreichbar sind.

Der Ausbau von www.anerkennungsberatung-iq.de im Jahr 2023 hat dazu geführt, dass bis Ende Juli bundesweit 9.770 Erstberatungen stattgefunden haben – davon 4.665 in NRW. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2022 haben sich in NRW 7.970 Ratsuchende über die Plattform angemeldet. Die Bedeutung des digitalen Services für die berufliche Anerkennung wird zusätzlich deutlich, betrachtet man die Monate Mai bis Juli. 3.569 Ratsuchende haben sich in diesen Monaten in NRW auf dem Portal angemeldet – knapp 40 Anfragen pro Tag, bundesweit ca. 90 Personen täglich. Tendenz steigend: In der ersten Augustwoche waren es täglich bereits 115 Online-Anmeldungen zur Beratung.

Von den Personen, die dieses Jahr über das Portal von den IQ Teams beraten wurden, stammen 37,3% aus der Ukraine, gefolgt von Ratsuchenden aus Syrien mit 5,4%, der Türkei mit 5% und dem Iran mit 3,2%.

Der Bedarf, berufliche Kompetenzen in Deutschland anerkennen zu lassen und sich hierzu beraten zu lassen, ist entsprechend groß. Um dieser Nachfrage gerecht zu werden, kooperieren die ca. 22 IQ Beratenden in NRW erfolgreich mit der Regionaldirektion in NRW der Bundesagentur für Arbeit sowie einigen Arbeitsagenturen vor Ort und auf Landesebene mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen.

Hintergrundinformationen und Kontakte zum Förderprogramm IQ in NRW sowie den neun IQ Beratungsstellen vor Ort: www.iq-nrw-west.de oder www.anerkennungsberatung-iq.de.

Das Förderprogramm »Integration durch Qualifizierung (IQ)« zielt auf die nachhaltige Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Erwachsenen ausländischer Herkunft ab. Das Regionale Integrationsnetzwerk IQ NRW – West wird im Rahmen des Förderprogramms »Integration durch Qualifizierung (IQ)« durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge administriert. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Bundesagentur für Arbeit.

Bewerbung ab sofort möglich:

Innovationspreis Handwerk NRW 2023

Ab sofort und bis zum 08.10.2023 können sich Handwerksbetriebe, die in der Handwerksrolle einer Handwerkskammer in Nordrhein-Westfalen eingetragen sind, um den »Innovationspreis Handwerk NRW« bewerben.

Um Innovationen von Handwerksbetrieben exemplarisch hervorzuheben, vergibt das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen alle zwei Jahre – in diesem Jahr zum dritten Mal – den »Innovationspreis Handwerk NRW«.

Der mit jeweils 10.000 Euro dotierte Preis wird an ein Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitenden und an ein Unternehmen mit mindestens zehn Mitarbeitenden vergeben. Zusätzlich wird in diesem Jahr ein Sonderpreis für Innovationen in den Bereichen Energieeinsparung und Klimaschutz ausgelobt. Innovationen können sowohl technologische Neuerungen als auch neue Verfahren und Lösungsstrategien für sämtliche gesellschaftliche Bereiche sein.

WHKT-Präsident Berthold Schröder: »Handwerksbetriebe sind Impulsgeber für innovative Techniken und Lösungen. Das wird im Alltag jedoch oft nicht deutlich genug kommuniziert. Handwerkerinnen und Handwerker haben eine große Nähe zum Kunden und können darum Lösungen liefern, die nahe an der Praxis sind. Oft bringt das nicht nur einen einzelnen Betrieb weiter, sondern auch die ganze Branche oder andere Wirtschaftsbereiche. Der Innovationspreis Handwerk soll diese Innovationskraft würdigen und transparenter machen, damit junge Leute sehen, welche Chancen das Handwerk ihnen bietet. Ich kann jedem Betrieb, der die Kriterien erfüllt, nur empfehlen, diese Chance zu nutzen und sich zu bewerben.«

Die Einreichung der Bewerbungsunterlagen erfolgt erstmals vollständig digital unter www.whkt.de/innovationspreis-handwerk. Über die Preisträgerinnen und Preisträger entscheidet eine Jury von Expertinnen und Experten, die vom Wirtschaftsministerium NRW gemeinsam mit dem Westdeutschen Handwerkskammertag berufen wird. Die Preisverleihung findet am 01. Dezember 2023 statt.

Anmeldung und Teilnahmebedingungen unter www.whkt.de/innovationspreis-handwerk.

MobilityHub Handwerk NRW:

Betriebliches Mobilitätsmanagement in Kommunen und Handwerksbetrieben

Am 27.07.2023 hat sich das Zukunftsnetz Mobilität NRW in Form der drei Koordinierungsstellen (Verkehrsverbund Rhein-Ruhr AöR (VRR), Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) und Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL)) mit dem MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen beim VRR in Gelsenkirchen getroffen.

Ziel des Treffens war die Intensivierung der Zusammenarbeit in Bezug auf das wichtige Thema »Betriebliches Mobilitätsmanagement in Kommunen und Handwerksbetrieben«. Erfolgreich wurden Ideen für gemeinsame Angebote und Aktivitäten entwickelt.

Neue Artikel online:

Blog zum Thema »Nachhaltige Mobilität im Handwerk«

Unter der Rubrik »Blog« auf der Webseite des »MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen« wurden in den vergangenen vier Wochen zwei neue Artikel veröffentlicht. Hier finden Sie den Link zum Blog: www.mobilityhub-handwerk.de/blog

Im ersten der beiden neuen Blogartikel wird der Tischlereibetrieb »Up Wood« von Karin Oberschelp aus Aachen vorgestellt. Die sympathische und innovative Tischlermeisterin nutzt seit dem Jahr 2020 innerhalb ihres Arbeitsalltags ein dreirädriges Lastenrad und möchte es nicht mehr missen! Link zum Artikel: www.mobilityhub-handwerk.de/blog/blogeintraege/oberschelp

Im Fokus des zweiten neuen Blogartikels steht der Schornsteinfegermeister und Gebäudeenergieberater (HWK) Walter Lange aus Düsseldorf. Er schaffte sich sein erstes Lastenrad bereits vor 15 Jahren an, zunächst angedacht für den privaten Gebrauch. Schnell stellte er jedoch fest, dass sich das umweltfreundliche Verkehrsmittel auch wunderbar für die Arbeit eignet. Seitdem ist das Lastenrad aus seinem Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken! Link zum Artikel: www.mobilityhub-handwerk.de/blog/blogeintraege/schornsteinfeger-lange

INNOVATIVE HANDWERKSBETRIEBE IN NRW:

Best Practice-Betriebe zeigen, wie Fachkräftegewinnung, nachhaltige Geschäftsmodelle und der Einsatz neuer Technologien erfolgreich sind

Der Innovationsdialog Handwerk in NRW identifiziert Herausforderungen und wichtige Entwicklungen für die Zukunft des Handwerks in Nordrhein-Westfalen. Hieraus werden Impulse für die Verwaltung, für Betriebe und die Politik abgeleitet, wobei bestehende innovative Modelle und Betriebe als Referenzpunkte dienen. Sie sind die Vorbilder dafür, wie gute Ideen in innovativen Lösungen münden.

Sechs neue Reportagen über Best Practice-Betriebe wurden nun auf der Webseite des Projektes veröffentlicht. Sie zeigen verschiedene Ansätze, wie Handwerksbetriebe sich für die Zukunft aufstellen und Herausforderungen meistern. Insbesondere für die Fachkräftesicherung sind innovative Lösungen gefragt, was Stuck Belz aus Bonn vormacht: Dank ihrer Strategie zur Nachwuchsgewinnung sind alle Ausbildungsplätze jedes Jahr besetzt. Weiterhin können Auszubildende im digitalisierten Betrieb mit Stuckleisten aus dem 3D-Drucker arbeiten. Zwei Elektrotechnikbetriebe berichten, wie sie Fachkräfte gewinnen und halten: Die Elcotech GmbH aus Lünen setzt sich für die Einwanderung von Elektrikerinnen und Elektrikern aus Drittstaaten und die Anerkennung deren ausländischer Qualifikationen ein. Elektro Ohligschläger aus Würselen wurde für seine Nachwuchsarbeit, welche insbesondere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte fördert und sie so zu Bestleistungen motiviert, ausgezeichnet.

Diese wird bei der Tischlerei Fuhrmann aus Marienmünster schon seit über 30 Jahren vorgelebt. Nicht nachhaltige Aufträge werden abgelehnt und es werden ausschließlich Naturmaterialien genutzt. Auch die Steinbildhauerei Vincent aus Wetter arbeitet nur mit Natursteinen aus Europa, um mit Hilfe einer Short-Distance-Economy die verschiedenen Nachhaltigkeitsaspekte in den Bereichen Umwelt, Wirtschaft und Soziales für seine Kundschaft sichtbar zu machen. Der Betrieb ist das bislang kleinste Unternehmen mit einem zertifizierten Nachhaltigkeitsmanagementsystem. Größer geht es beim SHK-Betrieb Josef Küpper & Söhne zu, der in Meckenheim die bundesweit erste Gewerbeimmobilie mit nachhaltig erzeugtem Wasserstoff realisiert hat und so weitgehend CO2-neutral wirtschaften kann. 

In den nächsten beiden Monaten stellt der Innovationsdialog weitere Best Practice-Betriebe aus NRW auf seinen Kanälen vor. Die vollständigen Reportagen stehen unter www.innovationsdialog-handwerk.nrw/best-practice online. Hier sind auch die Kontaktdaten des Projektteams zu finden, welches sich über Vorschläge für weitere besonders innovative Handwerksbetriebe freut.

Der Innovationsdialog Handwerk in NRW wird gefördert vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

Neu erschienen:

Kurzfilm zum 9. Treffpunkt Ehrenamt Handwerk NRW ist online

In diesem Jahr fand der »Treffpunkt Ehrenamt Handwerk NRW« – mittlerweile zum neunten Mal – unter Teilnahme u.a. von NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur im Festzelt auf Schloss Raesfeld statt.

Einen guten Eindruck vom Treffpunkt Ehrenamt vermittelt das aktuell erschienene Video, das unter www.ehrenamt-handwerk-nrw.de/start/9-treffpunkt-ehrenamt-2023 abrufbar ist.

Der neunte »Treffpunkt Ehrenamt Handwerk NRW« wurde vom Westdeutschen Handwerkskammertag veranstaltet und durch das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.

Die Pressemitteilung vom 19.06.2023 zur Veranstaltung ist unter www.whkt.de/presse abrufbar.

ANERKENNUNGSZUSCHUSS UND QUALIFIZIERUNGSFÖRDERUNG VERLÄNGERT:

Die digitale Antragstellung wird zur Regel

Der Anerkennungszuschuss und die Qualifizierungsförderung für Menschen mit ausländischen Berufsabschlüssen wurden seitens des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) um ein weiteres Jahr bis Ende Juni 2023 verlängert.

Im letzten Jahr wurde die digitale Antragstellung erprobt. Einige Beratungsstellen nahmen bundesweit an der Erprobung teil. Eine dieser Beratungsstellen war die Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung des Westdeutschen Handwerkskammertages (IQ NRW Digitale Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung (DAQ)).

In der neuen Förderphase für den Anerkennungszuschuss im kommenden Jahr sollen alle Beratungsstellen bundesweit die Möglichkeit erhalten, sich an der digitalen Antragstellung zu beteiligen. Bevor diese Öffnung stattfindet, soll die digitale Antragstellung überarbeitet werden. Aktuell gab es auf Initiative des Teams der Anerkennungsberatung ein Treffen mit der Förderstelle (Forschungsinstitut betriebliche Bildung, f-bb) zum Erfahrungsaustausch.

Die Digitalisierung des Antrags bringt zweifellos Vorteile für alle Beteiligten. Bei der Weiterentwicklung der Plattform wurden Feedbacks zur digitalen Antragstellung analysiert und Ideen zur Optimierung erörtert. Die Expertise des WHKT-Beratungsteams in Bezug auf eigene Digitalisierungsprozesse erwies sich hierbei als besonders nützlich.

Wissenswertes zur Förderung:
Der Anerkennungszuschuss gewährt max. 600 Euro für das Verfahren und ermöglicht die Beantragung von bis zu 1.200 Euro für die Qualifikationsanalyse. Für die Einreichung des Antrags ist die Bestätigung einer Beratungsstelle notwendig. Der Qualifizierungszuschuss wird eigenständig beantragt. Er kann bislang noch nicht digital gestellt werden. Die Höhe der Förderung beträgt bis zu 3.000 Euro. Beide Förderinstrumente berücksichtigen das Einkommen bei der Bewilligung.

NRW-UK Stipendienprogramm »nrw:exchange«:

Landesregierung fördert Praktika im Vereinigten Königreich für Auszubildende

Auszubildende im Handwerk können für mindestens einwöchige und in der Regel bis zu vierwöchige Betriebs- oder Berufsschulpraktika in Großbritannien Einzelstipendien erhalten. Insgesamt stehen ca. 50 Stipendien bis Ende Mai 2024 aus dem Landeshaushalt zur Verfügung. WHKT-Hauptgeschäftsführer Dr. Florian Hartmann: »Die nrw:exchange-Stipendien bieten Auszubildenden eine hervorragende Gelegenheit, durch einen Aufenthalt in Großbritannien ihre sprachlichen und beruflichen Kompetenzen zu erweitern. Ich lege dieses Angebot des Landes NRW unseren Handwerksunternehmen in NRW sehr ans Herz.«

Gefördert werden die Kosten für die Fahrt, den Aufenthalt, die Versicherung und das Visum sowie die Teilnahme an digitalen Vorbereitungsveranstaltungen. Auszubildende mit Förderbedarf können auslandsbedingte Mehrkosten erstattet bekommen.

»Berufliche Aufenthalte von jungen Menschen im Ausland können eine große Bereicherung sein. Sie erweitern die beruflichen und persönlichen Kompetenzen und sorgen nicht zuletzt für oft unvergessliche Erfahrungen. Auch Betriebe gewinnen, und zwar gewachsene und motivierte Fachkräfte, die auch neue Impulse einbringen können. Die Steigerung der Attraktivität der beruflichen Ausbildung ist ein wichtiges Ziel der Fachkräfteoffensive NRW. Auslandspraktika leisten dazu zweifelsohne einen Beitrag. Daher werbe ich ausdrücklich dafür, dass die Ausbildungsbetriebe ihre Auszubildenden unterstützen, diesen wichtigen Schritt auch zu gehen und gehen zu können«, so Arbeitsminister Karl-Josef Laumann.

Außenwirtschaft:

Unternehmerreise Niederlande: Wasserstoff in der Industrie und in Gebäuden

Die Niederlande haben sich perspektivisch zum Ziel gesetzt, eine Vorreiterrolle bei »Grünem Wasserstoff« einzunehmen. Die Wasserstofftechnologie hat das Potenzial, das wichtigste Exportprodukt der Niederlande zu werden. Es werden vielfältige Anwendungen im Einsatz von Wasserstoff entwickelt und bereits in der Praxis getestet. Dies gilt für Anwendungsmöglichkeiten für industrielle Prozesse, für den Mobilitätssektor und im Gebäudewesen.

Seit dem niederländischen Beschluss zum Gasausstieg 2018 gibt es einen hohen Bedarf an Umrüstung von Gebäuden auf klimaneutrale Stromversorgung und Heizsysteme. Es müssen noch tausende Wohnungen und ganze Stadtviertel umgerüstet und renoviert werden. Neben dem Einsatz von Photovoltaik und Wärmepumpen wird Wasserstoff in Pilotprojekten als alternativer Energieträger in Gebäuden hochgeschätzt und bereits genutzt.

Die Nutzung von Wasserstoff als Energieträger in Gebäuden steht in Deutschland (noch) nicht so sehr im Fokus. Umso interessanter ist der Blick ins Nachbarland, um Pilotprojekte und Beispiele kennen zu lernen. NRW-Betriebe mit technologischen Lösungen und/oder Erfahrungen bei der Projektumsetzung und Installation stoßen in den Niederlanden auf reges Interesse.

Die Unternehmerreise vom 10.–11. Oktober 2023 führt zur Cleantech-Regio Apeldoorn, zum Wasserstoff-Demohaus und Schulungszentrum »Hydrogen Experience Centre« sowie anderen Pilotprojekten und schließt ab mit einem Besuch der Energiefachmesse mit den Dutch Hydrogen Days in Den Bosch.

Weitere Informationen und Anmeldung: www.handwerk-international.net/veranstaltungen-nrw-hwi

Beratung für Ihre Auslandstätigkeit erhalten Unternehmen bei den Außenwirtschaftsberaterinnen und -beratern der Handwerkskammern und Fachverbände: www.handwerk-international.net/ansprechpartner

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Übergangssektor an Berufskollegs verschlanken:

Mit mehr Praktika zu mehr Auszubildenden

Die Partner im Ausbildungskonsens Nordrhein-Westfalen sind sich einig: Es sind dauerhaft zu viele Jugendliche im schulischen Übergangssektor nach der allgemeinbildenden Schule. Ohne die internationalen Förderklassen befinden sich in der Ausbildungsvorbereitung und in den Bildungsgängen in der Berufsfachschule rund 43.000 Schülerinnen und Schüler im Übergangssektor, die durchschnittlich vier Jahre am Berufskolleg verbleiben. Nur 21 Prozent münden in die duale Ausbildung ein.

Alle Partner des Ausbildungskonsenses sehen hierin ein Potenzial, um mehr Jugendliche für eine duale Erstausbildung zu gewinnen. Gemeinsam wurde vereinbart, mehr Praktikumsplätze für diese Schülerinnen und Schüler einzuwerben, um Betrieben den Kontakt zu diesen Zielgruppen zu ermöglichen, die sie bisher kaum kennengelernt haben. Gerade Ausbildungsbetriebe sollen hiermit die Möglichkeit erhalten, für sofort oder zum Folgejahr potenzielle Auszubildende kennenzulernen oder möglicherweise junge Menschen als Arbeitskräfte zu gewinnen, die für eine Erstausbildung (noch) nicht in Frage kommen.

Gemeinsam wird man in den nächsten Wochen und Monaten in den Strukturen des Ausbildungskonsenses alle Akteure auf diese Zielsetzung hinweisen und Wege zu Praktikumsbetrieben in der Wirtschaft, den freien Berufen und den Verwaltungen verbessern, um das Ziel zu erreichen. Das Handwerk wird zunächst alle Handwerksorganisationen im Land über diese Zielsetzungen informieren, um danach mit einem gemeinsamen Verständnis mehr Betriebe für die verstärkte Bereitstellung von Praktikumsplätzen - dem Akquiseinstrument für Auszubildende im Handwerk schlechthin - zu motivieren.

Fachkräfte für NRW:

Arbeitsminister Laumann und Minister für Internationales Liminski empfangen zugewanderte Elektrofachkräfte und ihre Betriebe aus dem WHKT-Pilotprojekt im Bildungszentrum der Handwerkskammer Münster

Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (6.v.r.), Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien und Chef der Staatskanzlei, Nathanael Liminski (6.v.l.), Andreas Oehme, Geschäftsführer des WHKT (5.v.l.) sowie Hans Hund, Präsident der Handwerkskammer Münster (5.v.r.) gemeinsam mit den zugewanderten Fachkräften sowie den Vertretern der Betriebe. | Foto: Andreas Buck

Die ersten Elektrohandwerker, die im Rahmen des Pilotprojekts »Fachkräfte für NRW: Elektronikerinnen und Elektroniker aus Jordanien und Ägypten« eingereist sind, haben nach erfolgreicher Anerkennung ihre Arbeit in Deutschland aufgenommen. Arbeitsminister Karl-Josef Laumann und der Minister für Internationales Nathanael Liminski haben die zugewanderten Fachkräfte und ihre Arbeitgeber am 28.06.2023 im Bildungszentrum der Handwerkskammer Münster getroffen.

Mit dem Ziel, gemeinsam mit Handwerksbetrieben aus Nordrhein-Westfalen die Verfahren und Möglichkeiten des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes von 2020 zu erproben, hat die Landesregierung das Pilotprojekt Anfang 2021 gestartet. Im Zuge des Projekts konnten wichtige Erfahrungen über Chancen, Herausforderungen und Best-Practices bei der Anwerbung von Fachkräften durch kleine und mittlere Unternehmen im Ausland gesammelt werden. In einem ersten Schritt werden nun sieben jordanische und drei ägyptische Elektrohandwerker eine Arbeit in einem Handwerksbetrieb in Nordrhein-Westfalen aufnehmen. Träger des Projekts ist der Westdeutsche Handwerkskammertag (WHKT), der die Zuwanderer und ihre künftigen Arbeitgeber im komplizierten und komplexen Prozess der Fachkräftegewinnung begleitet und unterstützt hat.

Die ersten vier zugewanderten Fachkräfte haben nun ihre Arbeit in nordrhein-westfälischen Betrieben aufgenommen. Die Fachkräfte wurden mit Sprachkursen im Herkunftsland auf das Leben und Arbeiten in Deutschland vorbereitet und durch das Verfahren der Berufsanerkennung und Visaerteilung schrittweise gelotst. Nun sind sie mit dem Aufenthaltstitel »Fachkräfte zum Zwecke der Anerkennung ihrer im Ausland erworbenen Berufsqualifikation« (§16d Aufenthaltsgesetz) ausgestattet.

In den kommenden Wochen werden weitere Fachkräfte aus Jordanien und Ägypten (insgesamt 10) im Rahmen des Projekts einreisen. Gemeinsam mit den Betrieben organisiert das Projektteam des WHKT das gesellschaftliche Ankommen und die betriebliche Integration der jungen Fachkräfte in Nordrhein-Westfalen.

Weitere Informationen zum Pilotprojekt »Fachkräfte für NRW: Elektronikerinnen und Elektroniker aus Jordanien und Ägypten« des WHKT unter: www.whkt.de/fachkraefte.

Fotomaterial zur Veranstaltung steht unter folgendem Link bereit: www.whkt.de/owncloud/index.php/s/XpXboWuQozvKl7E

Landesbauordnung:

Kabinett verabschiedet Gesetzentwurf

Vor kurzem hat das Kabinett den Gesetzentwurf zur Änderung der Landesbauordnung verabschiedet. Mit der Gesetzesänderung soll insbesondere der Ausbau der erneuerbaren Energien vorangetrieben und im Allgemeinen das Baugenehmigungsverfahren vereinfacht werden. Näheres zu den geplanten Änderungen sind unter www.land.nrw/pressemitteilung/ministerin-scharrenbach-update-der-landesbauordnung-nordrhein-westfalen-fuer-mehr nachzulesen. Die Änderungen sollen zum 01.01.2024 in Kraft treten.

Im August findet eine Sachverständigenanhörung zum Gesetzesentwurf im Landtagsausschuss unter WHKT-Beteiligung statt. Hinweise und Anmerkungen zum Gesetzentwurf nimmt Frau Shen vom WHKT gerne entgegen (sophia.shen@whkt.de).

Clearingstelle Mittelstand:

Erstes Clearingverfahren zum Bestandsrecht abgeschlossen

Seit der Novellierung des Mittelstandsförderungsgesetzes im April 2022 hat die Clearingstelle Mittelstand neben der Prüfung und Bewertung von zu erlassenden Rechtsakten auch die Möglichkeit, bestehendes Recht auf seine Mittelstandsverträglichkeit hin zu überprüfen.

Der Mittelstandsbeirat hat sich in seiner konstituierenden Sitzung in dieser Legislaturperiode darauf verständigt, ein solches Clearingverfahren zum Bestandsrecht in einem Pilotverfahren zum Thema Ausweisung von Gewerbeflächen zu erproben. Dazu fand Ende letzten Jahres ein Werkstattgespräch mit den Beteiligten der Clearingstelle NRW statt, bei der die KMU von ihrer Erfahrung zur Neuansiedlung und Erweiterung ihres Betriebs und der damit verbundenen Herausforderungen berichteten.

Auf Grundlage der Erkenntnisse aus dem Werkstattgespräch wurde im Juni ein Clearingverfahren zur mittelstandsorientierten Flächenpolitik, Energie und Mobilitätsinfrastruktur im Regelungskreis des Landesentwicklungsplans NRW durchgeführt und unter anderem Vorschläge zur Flächenvorsorge als auch zur Weiterentwicklung und Schutz bestehender Wirtschaftsflächen gemacht.

Handlungsbedarf:

Azubiticket in Nordrhein-Westfalen

Mit Sorge betrachtet der WHKT die Diskussion in Nordrhein-Westfalen rund um das Deutschlandticket. Es wird über Sonderkonditionen für unterschiedliche Zielgruppen beraten. Neben Sozialtickets wird die Realisierung von Schülertickets sowie Studierendentickets diskutiert.

Die Auszubildenden finden keine Erwähnung. Deshalb hat der WHKT sich an Verkehrsminister Oliver Krischer und Arbeitsminister Karl-Josef Laumann gewandt und auf die Bedeutung des Azubitickets nicht nur als etablierte Marke, sondern auch für die von der Landesregierung betonte Stärkung der beruflichen Bildung und Gleichwertigkeit mit der akademischen Bildung verwiesen. Zudem findet das Azubiticket ebenfalls Erwähnung in der Strategie der Landesregierung zur Fachkräfteoffensive, um die Mobilität der Ausbildenden zu fördern.

Der WHKT ist überzeugt davon, dass die Attraktivität der beruflichen Bildung unter der Aufgabe eines Azubitickets leiden wird. Die Gesellschaft braucht nicht nur für die digitale Transformation und die Umsetzung der Klimaziele viel mehr gut ausgebildete Handwerkerinnen und Handwerker.

Handwerksbetriebe zunehmend betroffen:

Ökodesign-Reform im Endspurt

Im Juli wird das Plenum des Europäischen Parlaments seine Position zur Überarbeitung der Ökodesign-Richtlinie festlegen. Damit nähert sich auch dieses Dossier der entscheidenden legislativen Phase, in der sich Rat und Parlament auf einen gemeinsamen Änderungstext einigen.

Der im März 2022 von der Europäischen Kommission vorgelegte Vorschlag einer Ökodesign-Verordnung soll die Kreislaufwirtschaft fördern. Er sieht Regelungen vor, die Handwerksbetriebe als Hersteller, als Händler oder als Reparaturbetriebe berühren können. »Berühren können« deshalb, weil der jetzt im Gesetzgebungsverfahren befindliche Rechtsakt ein Rahmengesetz ist. Wirkungen für Betriebe werden erst aus produktgruppenspezifischen Regelungen folgen, die auf Grundlage der Ökodesign-Verordnung getroffen werden.

Zu den prioritären Produktgruppen gehören Möbel und Textilien (Kleidung, Schuhe), also Produkte, die auch von Handwerksbetrieben hergestellt werden. Das ist von besonderer Bedeutung, denn die Anforderungen an Hersteller sind besonders umfangreich. In Rede stehen eine Konformitätsbewertung zu den vorgegebenen Leistungs- und Informationskriterien, die Vergabe des CE-Zeichens sowie das Ausstellen eines digitalen Produktpasses, welcher als zentrales Informationsinstrument neu in die Verordnung eingeführt wird. Ökodesign wurde ursprünglich für Massenprodukte entwickelt. Zu den Schlüsselforderungen des Handwerks gehört deswegen, die Möglichkeit für Erleichterungen und Ausnahmen für Unikat- und Serienfertigungen in die Verordnung aufzunehmen, damit deren Wettbewerbsfähigkeit nicht ungerechtfertigt beeinträchtigt wird.

Beteiligungsforum des Innovationsdialogs:

Die Digitalisierung und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz birgt hohe Potentiale für das Handwerk

Mit regelmäßigen Dialogformaten (Beteiligungsforen) bindet der Innovationsdialog Handwerk in NRW die Kompetenzen aller Handwerksorganisationen Nordrhein-Westfalens sowie der Partner des Handwerks aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik in den Austausch ein, um Einschätzungen und Meinungsbilder zu bündeln. Die vierte Umfrage zum Thema Digitalisierung untersuchte, welche Entwicklungen im Zusammenhang mit der digitalen Transformation den größten Einfluss auf die Handwerksbetriebe von heute und morgen haben und welche Hürden es auf dem Weg zur erfolgreichen Digitalisierung gibt. Erneut zeugen 59 Teilnehmende, die mehr als 1.300 Antworten abgegeben haben, von einem großen Interesse am gemeinsamen Austausch und Mitgestaltung der Zukunft des digitalen Handwerks.

Die Ergebnisse der Umfrage verdeutlichen, dass die Digitalisierung im und aus dem Handwerk nicht wegzudenken ist und große Potentiale birgt, verschiedene alltägliche Herausforderungen zu meistern. Das größte Potential sehen die Befragten mit knapp 90 Prozent in der Buchhaltung, der Kommunikation mit Lieferanten (knapp 83 Prozent), der Lagerverwaltung (knapp 80 Prozent) und im Bereich Marketing/Kundenakquise (knapp 77 Prozent). Hohes Potential sehen die Teilnehmenden ebenfalls mehrheitlich im Bereich Arbeitsvorbereitung (knapp 65 Prozent) und der internen Kommunikation im Betrieb (knapp 67 Prozent). Einzig im Bereich Werkzeug- und Geräteverwaltung fällt das Meinungsbild nicht so deutlich aus, schätzen hier als einzige Ausnahme nicht mehr als die Hälfte der Teilnehmenden das Potential als hoch ein. In diesem Bereich erreicht die Einschätzung, dass es überhaupt kein Potential gäbe, die höchste Zustimmungsrate mit knapp sieben Prozent.

Die vollständige Umfrage und deren detailierte Ergebnisse können Sie einsehen unter www.innovationsdialog-handwerk.nrw/umfragen/umfrage-4.

Der Innovationsdialog Handwerk in NRW wird gefördert vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

Weitere Informationen unter www.innovationsdialog-handwerk.nrw.

Für den Handwerksnachwuchs:

Ideen-Innovationswettbewerb »Deine Ideen für Deinen Beruf« gestartet

Was verstehen junge Handwerkerinnen und Handwerker unter Innovationen, welche Ideen haben sie, was würden sie gerne umsetzen oder haben sie evtl. bereits umgesetzt? Wie können Handwerksberufe aus ihrer Sicht attraktiver und umweltfreundlicher werden?

Um dies herauszufinden, veranstaltet der Westdeutsche Handwerkskammertag im Rahmen des Innovationsdialogs Handwerk in NRW als Träger des Projektes in diesem Sommer einen Ideenwettbewerb für Auszubildende, Gesellinnen und Gesellen sowie Meisterinnen und Meister. Junge Handwerkerinnen und Handwerker können mit ihren innovativen Ideen aus der Praxis nicht nur dafür sorgen, dass ihre Überlegungen als wertvolle Impulse für die zukünftige Arbeit des Innovationsdialogs und der Strategie des WHKT einfließen, sondern auch einen Wertgutschein über 100 Euro für die innovativste und beste Idee gewinnen.

Prämiert wird die jeweils beste Idee aus den drei Zukunftsthemen Fachkräftesicherung, Nachhaltigkeit und Innovationsverhalten mit jeweils 100 Euro. Der Fokus liegt auf neuen, innovativen Ideen und Überlegungen und weniger auf bereits am Markt eingeführte Lösungen. Parallel zur persönlichen Ansprache in Bildungszentren in verschiedenen Regionen Nordrhein-Westfalens können junge Handwerkerinnen und Handwerker landesweit online unter https://umfrage.handwerk.nrw/s/innovationsdialog-ideenwettbewerb teilnehmen.

Der Ideenwettbewerb richtet sich ausschließlich an Auszubildende, Gesellinnen und Gesellen sowie Meisterinnen und Meister unter 30 Jahren aus Nordrhein-Westfalen. Die besten drei Ideen werden vom WHKT im September gekürt. Teilnahmeschluss ist der 18. August 2023, die Teilnahmebedingungen können unter www.innovationsdialog-handwerk.nrw/ideenwettbewerb eingesehen werden.

Der Innovationsdialog Handwerk in NRW wird gefördert vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

Förderprogramm IQ:

IQ NRW – Anerkennungsberatungstelle des WHKT auf dem Kongress »Making skills count« in Brüssel

Auf Einladung der EU konnten Beraterinnen der IQ Anerkennungs – und Qualifizierungsberatung beim WHKT auf dem Kongress »Making skills count« in Brüssel ihre Beratungsarbeit vorstellen.

Themen des Kongresses in Brüssel waren die Validierung bestehender Kenntnisse und Fähigkeiten, sowie deren arbeitsnaher und zukunftsfähiger Weiterentwicklung. Europaweite digitale Formate sollen die (künftigen) Angestellten sowie die Betriebe passgenau, transparent und mit Hilfe zeitlich gut zu realisierender Module unterstützen.  

Als gelungenes Beispiel für ein digitales, individuelles Beratungstool zu im Ausland erworbenen Kompetenzen stellten die Beraterinnen Annette Eschment und Stefanie Schmoll die landesweit verfügbare Plattform www.anerkennungsberatung-iq.de für Zugewanderte vor. Die als Web-App verfügbare digitale Anlaufstruktur wird über den WHKT koordiniert.

Die Kongressbesucher konnten am Stand vom WHKT/IQ Netzwerk die interaktive Testversion ausprobieren, was von Institutionen der Nachbarländer von Deutschland gern wahrgenommen wurde.

In dem Workshop »Anerkennung und Validierung« konnten Annette Eschment und Stefanie Schmoll Best-Practice-Beispiele aus der Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung einbringen.

Zum Workshop »Fachkräfte finden und entwickeln« wurden vor dem Hintergrund der positiven Erfahrungen aus dem WHKT-Projekt »Elektronikerinnen und Elektroniker aus Ägypten und Jordanien für Betriebe in NRW« eingeladen.

Blog zum Thema »nachhaltige Mobilität im Handwerk« ist online

Auf der Webseite des MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen ist ab sofort ein Blog zum Thema »Nachhaltige Mobilität im Handwerk« unter www.mobilityhub-handwerk.de/blog zu finden.

Im persönlichen Gespräch beleuchten Betriebsinhaberinnen und Betriebsinhaber die Möglichkeiten und Chancen, die sich mit der Einführung individueller und speziell auf den eigenen Betrieb zugeschnittener nachhaltiger Mobilitätsmaßnahmen ergeben. Sie berichten über ihre Motive und auch über die Grenzen nachhaltiger Mobilität in ihrem Betrieb.

Der Blog startet mit der Vorstellung von vier NRW-Handwerksbetrieben. Vorgestellt werden die Bulle Bäckerei und das Atelier für Holzbearbeitung, beides Handwerksbetriebe aus Düsseldorf, die die Vorteile einer Lastenfahrrad-Nutzung für sich entdeckt haben. Weiterhin wird über die Kirschbaum Fenster & Rollladen GmbH aus Köln sowie die ZEP-Team GmbH – eine Zimmerei und Dachdeckerei aus Bielefeld – berichtet, deren Betriebsinhaber vom Einsatz von E-Fahrzeugen überzeugt sind.

Zukünftig stellt der Blog alle zwei bis drei Wochen einen Handwerksbetrieb aus NRW vor, der bereits Maßnahmen des betrieblichen Mobilitätsmanagement umgesetzt hat.

»Treffpunkt Ehrenamt Handwerk NRW« durchgeführt:

Anerkennung für das freiwillige Engagement des Handwerks

Am 16.06.2023 fand auf Schloss Raesfeld zum neunten Mal der »Treffpunkt Ehrenamt Handwerk NRW« statt, mit dem der WHKT jährlich das ehrenamtliche Engagement der Handwerkerinnen und Handwerker in Nordrhein-Westfalen würdigt.

Im Zentrum der Veranstaltung standen sieben ehrenamtlich tätige Handwerkerinnen und Handwerker, die vom Westdeutschen Handwerkskammertag (WHKT) in Kooperation mit den nordrhein-westfälischen Handwerkskammern ausgewählt wurden. Sie nahmen gemeinsam mit NRW-Ministerin Mona Neubaur und WHKT-Präsident Berthold Schröder am »Tisch des Ehrenamts« teil und berichteten von ihren Erfahrungen und Motivationen im Ehrenamt und wie es ist, sich einzubringen und Verantwortung zu übernehmen. Ein weiterer thematischer Schwerpunkt war in diesem Jahr der Austausch darüber, wie mehr Handwerkerinnen für die wichtigen ehrenamtlichen Aufgaben im Handwerk gewonnen werden können.

Im Rahmen der Veranstaltung verlieh Nordrhein-Westfalens Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur zum ersten Mal zwei Handwerkern für ihren ehrenamtlichen Einsatz den Ehrenamtspreis Handwerk des Landes NRW: Kfz-Meister Frank Sodermanns, Inhaber der Firma Automobile Sodermanns Reha-Mobilitätszentrum-NRW in Wassenberg und Installateur- und Heizungsbauermeister Oliver Höllen, Inhaber der Firma Oliver Höllen Haustechnik in St. Augustin. Beide hatten sich durch ihre Teilnahme am »Treffpunkt Ehrenamt Handwerk NRW« in den Jahren 2020 bzw. 2022 für die Juryauswahl qualifiziert.

Der Ehrenamtspreis des Ministeriums für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen ist mit 5.000 Euro dotiert und wird jährlich als Auszeichnung für besonderes Engagement an Handwerkerinnen und Handwerker vergeben. Die Preisträger erhalten jeweils ein Preisobjekt, das in diesem Jahr von Jamil Flade aus Münster gefertigt wurde.

Der »Treffpunkt Ehrenamt Handwerk NRW« wurde gefördert vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.
 

Ehrenamtsakademie:

»Ideenforum Junges Ehrenamt NRW« stellt Engagement des Jungen Handwerks in den Mittelpunkt

Das Engagement von jungen Handwerkerinnen und Handwerkern stand am 16.06.2023 im Mittelpunkt des »Ideenforum Junges Ehrenamt NRW« auf Schloss Raesfeld. Das Ideenforum hat eindrucksvoll gezeigt, wie vielfältig interessiert und engagiert Junges Handwerk ist, wie Junge Leute anpacken, Verantwortung übernehmen und für andere Menschen da sind, wo diese Hilfe benötigen.

In einem professionell angeleiteten Workshop-Konzept haben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit den Fragen auseinandergesetzt: Welche Motive treiben mich an, ehrenamtlich engagiert zu sein und welche Beweggründe könnten andere haben, dasselbe zu tun wie ich? Das Ziel der Veranstaltung war, Wege der Ansprache herauszuarbeiten, um als Multiplikatorin bzw. Multiplikator andere für ein freiwilliges Engagement gewinnen zu können.

Zu dem Format waren Handwerkerinnen und Handwerker im Alter von 18 bis 33 Jahre eingeladen, die sich ehrenamtlich engagieren. Die Veranstaltung wurde gemeinsam von der Akademie des Handwerks Schloss Raesfeld und dem Westdeutschen Handwerkskammertag (WHKT) unter dem Dach der Ehrenamtsakademie des NRW-Handwerks durchgeführt und von der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden beim anschließenden »Treffpunkt Ehrenamt Handwerk NRW« des WHKT, ebenfalls auf Schloss Raesfeld, durch NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur und WHKT-Präsident Berthold Schröder für ihr Engagement geehrt.

www.ehrenamtsakademie-handwerk.de | www.akademie-des-handwerks.de

MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen:

Vierter Imagefilm zum Thema »Nachhaltige Mobilität im Handwerk« ist produziert

Im Fokus steht diesmal der Betrieb »Ahlers Wohnen« aus Nottuln, gelegen im Kammerbezirk der Handwerkskammer Münster. Der Betrieb verfügt u. a. über eine Tischlerei und Polsterei.

Ute und Marcus Ahlers führen das traditionelle Familienunternehmen bereits in dritter Generation. Beiden liegt das Thema »Nachhaltige Mobilität« sehr am Herzen. So sind alle Ahlers-Gebäude mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet, die insgesamt mehr Strom erzeugen als tatsächlich gebraucht wird. Im Zuge dessen wird konsequenterweise der betriebseigene Fuhrpark nach und nach auf Elektrofahrzeuge umgerüstet. Zudem nutzen einige Mitarbeitende Jobbikes. Die Akkus der E-Bikes können in der Firma aufgeladen werden. Zukünftig sollen auf dem Kundenparkplatz Ladesäulen entstehen, die es den Kunden ermöglichen das eigene Auto direkt vor Ort zu laden.

Die WDR-Moderatorin Michaela Padberg begleitet Marcus Ahlers in diesem Imagefilm durch dessen Betrieb, spricht ausführlich mit ihm über das Thema „Nachhaltige Mobilität“ und wie er es schafft, diese in den eigenen Betrieb zu integrieren.

Der vierte Imagefilm ist unter folgendem Link zu finden: youtu.be/8RB6NOCzEig

Kennen Sie Handwerksbetriebe, die schon nachhaltig unterwegs sind? Sind Sie selbst eine Betriebsinhaberin/ein Betriebsinhaber, die/der bereits auf nachhaltige Mobilität setzt? Falls ja, dann setzen Sie sich gerne mit uns in Verbindung! Hier unsere Mailadresse: mobihub[ ät ]whkt.de.

Veranstaltung am 17. August 2023:

Netzwerkveranstaltung zum Thema »Investitionen in Elektromobilität und Photovoltaik lohnen sich für Betriebe!

In Kooperation mit dem MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen bietet das IHK | BEMO-Netzwerkbüro für Betriebliche Mobilität NRW am Donnerstag, den 17. August 2023 von 15:00 Uhr bis 17:00 Uhr eine digitale Netzwerkveranstaltung zum Thema »Investitionen in Elektromobilität und Photovoltaik lohnen sich für Betriebe!« an.

Das Zusammenspiel von Elektromobilität und Photovoltaik ist eine große Chance für viele Betriebe Kosten einzusparen und gleichzeitig Umwelt und Klima zu schützen. Erfahren Sie während des Netzwerktreffens mehr über die Potenziale von Elektromobilität und Photovoltaik.

Inhalte und Highlights:

  • Potenziale von Elektromobilität/geeignete Förderprogramme, Referent: Volker Gillessen, EcoLibro GmbH
  • Potenziale von Photovoltaikanlagen/geeignete Förderprogramme, Referent: Adem Aslan
  • Einblick in einen Best-Practice-Betrieb
    Der Handwerksbetrieb » Kirschbaum Fenster & Rollladen GmbH« berichtet aus der Praxis
  • Austausch und Vernetzung mit den Referenten und anderen Teilnehmenden

Eine Anmeldung ist erforderlich und erfolgt über: https://events.dortmund.ihk24.de/bemonetzwerktreffen

Der Zugangslink wird kurz vor Veranstaltungsbeginn versendet.

Außenwirtschaft:

Unternehmerreise Belgien – Nachhaltiges Bauen und Renovieren

Brüssel ist in Belgien seit 2017 ein Pionier im Passivhausstandard und rüstet sich auch als europäisches Labor im Bereich des nachhaltigen Bauens auf. Im Hinblick auf die Herausforderungen des Klimawandels und der Energiewende werden energie- und ressourcenschonende Bauweisen mit nachhaltigen Baumaterialien und neuen Technologien in den Fokus genommen.

Kleine Unternehmen werden für ihre nachhaltigen Innovationen im Bau von der Brüsseler Umweltbehörde be.circular preisgekrönt. Gelungene Beispiele für die Umnutzung bereits bestehender Gebäude mit Berücksichtigung CO2-einsparender Faktoren und dem Einsatz effizienter Energiesysteme sollen im Rahmen der Reise, die am 15. und 16. September nach Brüssel führt, besucht werden. So stellt z.B. das Unternehmen BC Materials Baumaterialien aus Lehm her, Skyfarms gestaltet Dachbegrünungen mitten in der Stadt und Sonian Wood stellt Produkte für das Eigenheim ausschließlich aus Holz vom angrenzenden Sonienwald her.

Die Liebe der Belgier und der in Brüssel arbeitenden Europäer zum Eigenheim, ein hoher Renovierungsbedarf in Bestandsgebäuden, strenge Regeln beim Energie-Pass (PEB, Performance Energétique des Bâtiments) sowie ein allgemein steigendes Interesse nach energieeffizienten Wohnungen sorgen für anhaltende Nachfrage bei Bauunternehmen. Meist handelt es sich bei Anfragen um konkrete private Sanierungs- und Modernisierungsvorhaben rund um die eigene Immobilie.

Für Handwerksunternehmen aus Nordrhein-Westfalen stehen direkte Kontakte zu bauwilligen, deutsch- und englischsprachigen Privatkundinnen und -kunden im Raum Brüssel hoch im Kurs. Der alte Baubestand in Brüssel, der Mangel an qualifizierten Baufachkräften in Belgien und nicht zuletzt die Tatsache, dass Brüssel mittlerweile Platz acht unter den teuersten europäischen Hauptstädten belegt, bieten lukrative Chancen für NRW-Unternehmen im Bau- und Ausbaubereich, die im Rahmen der Reise konkretisiert werden können.

Weitere Informationen und Anmeldung: www.handwerk-international.net/veranstaltungen-nrw-hwi

Beratung für Ihre Auslandstätigkeit erhalten Unternehmen bei den Außenwirtschaftsberaterinnen und -beratern der Handwerkskammern und Fachverbände: www.handwerk-international.net/ansprechpartner

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Fachkräfteoffensive der Landesregierung NRW:

Ressortübergreifend – die großen Themen aufgreifend – strategisch, aber noch ohne konkrete Maßnahmenbeschreibung

Mit dem Signal, dass vier Landesressorts die Fachkräfteoffensive gemeinsam umsetzen werden, haben auf dem Fachkräftekongress am 11. Mai 2023 im Kongresszentrum Düsseldorf, nach einem virtuellen Grußwort von Ministerpräsident Wüst, Minister Laumann und die Ministerinnen Neubauer, Feller und Paul die Strategie des Landes vorgestellt, einzelne Aspekte diskutiert und große Einigkeit gezeigt, dass es nur gemeinsam und mit den Arbeits- und Ausbildungsmarktakteuren geht.

In dem Strategiepapier betont die Landesregierung – wie bereits im Koalitionsvertrag –, dass sie NRW zum Berufsbildungsland Nummer eins machen werden. Jüngst hat der WHKT ein eigenes Positionspapier verfasst und Erwartungen ausformuliert (Download >). Auch will die Landesregierung die möglichen Ansätze herausarbeiten, wie die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung rechtlich verankert werden kann.

Die großen Themen wie Übergang Schule-Beruf, berufliche Ausbildung, grüne und digitale Transformation, inländische Potenziale und gleichberechtigte Teilhabe, Willkommenskultur und Potenziale aus dem Ausland sind thematisiert. Hier gilt es aus Sicht des WHKT, konkrete Maßnahmen zu planen, zu finanzieren und umzusetzen, um die Lage für die Fachkräftesicherung in NRW systematisch zu verbessern.

Gesetzesinitiative in NRW:

Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung in die Landesverfassung NRW verankern

Der Fachkräftemangel und die Transformation hin zu einer klimaneutralen und digitalen Gesellschaft sind aktuelle Herausforderungen des Handwerks. Daher ist ein Paradigmenwechsel, vor allem zugunsten der beruflichen Bildung, notwendig. Vor diesem Hintergrund begrüßt der WHKT den von der FDP-Landtagsfraktion vor kurzem in den Landtag eingebrachten Gesetzentwurf zur Verankerung der Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung in die Landesverfassung (Drucksache 18/4278). Darin ist eine Ergänzung des Artikel 16 um einen dritten Absatz mit dem Wortlaut »Das Land wirkt darauf hin, dass die hochschulische und die berufliche Bildung eine gleichwertige gesellschaftliche Anerkennung finden und stärker durchlässig werden« vorgesehen.

In den letzten Jahren hat sich vieles getan in Richtung Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung. Der Grundsatz der Gleichwertigkeit spiegelt sich in der Vielzahl von Gesetzen wider, exemplarisch ist dabei die Zuordnung der Meister- und Fachwirtqualifikation bzw. Betriebswirtqualifikation auf demselben Niveau wie dem akademischen Bachelor- bzw. Masterabschluss im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) zu nennen oder auch die Einführung der drei Fortbildungsabschlüsse der höherqualifizierenden Berufsbildung und ihrer einheitlichen und international verständlichen Bezeichnung im Zuge der letzten Novellierung des Berufsbildungsgesetzes.

Umgekehrt sind in vielen Bereichen die Rahmenbedingungen noch längst nicht hergestellt. Als Beispiel sind das vergleichsweise teure Azubi-Ticket, fehlende Azubi-Wohnheime oder die Verzögerung in der Auszahlung des Meister-BAföGs zu nennen, die wesentlich zur Attraktivität der beruflichen Bildung beitragen.

Fachkräfteeinwanderung:

Handwerkskammern in NRW unterstützen ausländische Fachkräfte durch zügige Bearbeitung der beruflichen Anerkennung

Fachkräfte mit einer handwerklichen Berufsqualifikation aus dem Ausland können per Anerkennungsverfahren die Gleichwertigkeit ihres Berufsabschlusses bei einer zuständigen Handwerkskammer beantragen. Über die erforderlichen Dokumente und Voraussetzungen informieren die Handwerkskammern oder die Plattform des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB) www.anerkennung-in-deutschland.de. Eine individuelle Beratung und Begleitung von Fachkräften ausländischer Herkunft bietet gleichfalls die Plattform des WHKT www.anerkennungsberatung-iq.de mit Unterstützung des Förderprogramms IQ.

Fachkräfte, die sich noch im Ausland befinden und für ihre Einreise (gem. §16d AufenthG) einen Antrag auf berufliche Anerkennung stellen möchten, können sich für eine beratende Begleitung an die Zentrale Servicestelle Berufsanerkennung (ZSBA) wenden. Diese ist gleichfalls über die genannte Plattform des BiBB erreichbar.

Da die Dauer der Anerkennungsverfahren bei den zuständigen Stellen (Handwerkskammern, Bezirksregierungen, IHK FOSA, ZAB, etc.) häufig in der Kritik steht, hat der WHKT bei den Handwerkskammern in NRW die Daten für 2022 abgefragt. Das Gesetz (§6 BQFG) sieht eine maximale Dauer für die Erstellung des Anerkennungsbescheids von drei Monaten vor, nachdem die Unterlagen vollständig eingegangen sind.

Auf Nachfrage des WHKT bei den Handwerkskammern in NRW betrugen die Laufzeiten für die Bescheiderstellung im Jahr 2022 – nach Eingang der vollständigen Unterlagen – durchschnittlich 1,7 Monate. Insgesamt waren es knapp 1.000 Anträge, die durch die sieben Handwerkskammern in NRW in dieser Zeit bearbeitet wurden. Über ein Drittel der Anträge wurden direkt aus dem Ausland gestellt und etwa ein Viertel der Antragstellenden erhielten die volle Gleichwertigkeit. Antragstellende, die per Bescheid lediglich eine Teilanerkennung erhielten, haben die Möglichkeit durch betriebliche und außerbetriebliche Qualifizierungen die festgestellten wesentlichen Unterschiede auszugleichen. Nach erfolgreicher Absolvierung dieser Ausgleichsmaßnahmen wird ihnen gleichfalls die volle berufliche Gleichwertigkeit durch die Handwerkskammer bescheinigt.

2022 gingen bei den Handwerkskammern in NRW die allermeisten Anträge auf Anerkennung mit Berufsqualifikationen aus der Türkei ein – gefolgt von Kosovo, Serbien, Albanien und Syrien. Die Top 5 der Referenzberufe sind folgenden Gewerbebezeichnungen zuzuordnen: Elektrotechnikerin und Elektrotechniker, Friseurin und Friseur, Kraftfahrzeugtechnikerin und Kraftfahrzeugtechniker, Installateurin und Heizungsbauerin und Installateur und Heizungsbauer sowie Zahntechnikerin und Zahntechniker.

Eine zeitliche Hürde in dem gesamten Anerkennungsprozess besteht vielfach darin, die jeweiligen Curricula und Nachweise in den Herkunftsländern zu beschaffen. Diese müssen zudem meist übersetzt und die Zeugnisse entsprechend beglaubigt vorgelegt werden, damit auf dieser Grundlage die Prüfung durch die zuständige Stelle erfolgen kann und die Anerkennungsbescheide ausgestellt werden können. Eine wichtige Hilfe dabei: das bq-portal.de des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Dieses bietet wichtige grundlegende Informationen über die Berufsbildungssysteme und Ausbildungsgänge der Länder.

Sollte die Beschaffung der Dokumente für den Qualifizierungsnachweis aus nicht selbst zu vertretenden Gründen möglich sein, besteht die Möglichkeit zur Qualifikationsanalyse (QA). Hierbei sieht das Gesetz (BQFG) vor, dass berufliche Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten in Form von Arbeitsproben, einem Fachgespräch, einer praktischen und theoretischen Prüfung sowie einer Begutachtung durch Sachverständige ermittelt werden.

Um insbesondere für KMU die Fachkräfteanwerbung aus Drittstaaten zukünftig leichter zu ermöglichen, stehen Neuerungen im Fachkräfteeinwanderungsgesetz (FEG) ab 2024 an. Dass durch die geplanten neuen Regelungen die Komplexität der Aufenthaltsgesetzgebung wiederum zunimmt, heißt auch, dass Betriebe und ausländische Fachkräfte weiterhin auf eine gute und vor allem unabhängige Begleitung angewiesen sind.

»Tür zu im Netz«:

WHKT beteiligt sich an wichtiger Informationskampagne für mehr digitale Sicherheit in Unternehmen

Bedrohungen im digitalen Raum nehmen stetig zu. Immer mehr Betriebe auch in Nordrhein-Westfalen sind von Cyberangriffen betroffen, bei denen Kriminelle oft auf sensible Daten abzielen. Um auf digitale Gefahren aufmerksam zu machen und über Möglichkeiten zu informieren, die eigene IT-Sicherheit im Unternehmen zu stärken, startet das Land aktuell gemeinsam mit 15 Partnerorganisationen die Aktion »Tür zu im Netz«.

Maßnahmen für mehr Cybersicherheit gehören genauso zur Grundausstattung eines Unternehmens wie die Alarmanlage. Die Aktion »Tür zu im Netz« soll nicht nur das Bewusstsein für Gefahren von Cybercrime schärfen, sondern insbesondere Wege aufzeigen, wie Unternehmen ihre digitalen Abwehrkräfte stärken und sensible Daten schützen können. Jedes Unternehmen kann sich ohne großen Aufwand besser vor Cyberkriminellen schützen.

Die Webseite www.tuer-zu-im-netz.nrw bietet eine unkomplizierte Terminvereinbarung für die kostenfreien Beratungsangebote von DIGITAL.SICHER.NRW und informiert über das Landesförderprogramm für mehr Cybersicherheit in Unternehmen. Kleine und mittlere Unternehmen können durch das Förderprogramm »Mittelstand Innovativ & Digital« im Baustein »MID-Digitale Sicherheit« finanzielle Unterstützung für Cybersicherheitsmaßnahmen erhalten. Mit bis zu 15.000 Euro werden beispielsweise Investitionen in Hardware, Software und Maßnahmen wie Schwachstellen-Analysen oder Schulungen für Mitarbeitende aus Landesmitteln gefördert.

Europa:

Arbeitsschutzreform auf EU-Ebene

Angesichts der im Juni des kommenden Jahres anstehenden Europawahlen wird auf europäischer Ebene derzeit eine Vielzahl von Legislativvorhaben durch das Gesetzgebungsvorhaben gepeitscht. Das gilt beispielsweise für den Vorschlag zur Reform des europäischen Strommarktdesigns, der im März 2023 von der Europäischen Kommission vorgelegt wurde und für den bis zum Sommer 2023 bereits vorläufige Positionen von Rat und Parlament stehen sollen.

Ähnlich verhält es sich mit einem Vorhaben, das üblicherweise weniger mediale Aufmerksamkeit erhält, das aber für Handwerksbetriebe einer Reihe von Gewerken erhebliche praktische Auswirkungen haben kann. Die Rede ist von der Reform des Arbeitsschutzregeln für Blei, anorganische Bleiverbindungen und Diisocyanate. Der Vorschlag der Europäischen Kommission vom Februar 2023 wird derzeit im Rat und im Beschäftigungsausschuss des Europäischen Parlaments beraten. Der Beschäftigungsausschuss wird voraussichtlich am 19.07.2023 über den Bericht des dänischen Berichterstatters Villumsen (Linke) abstimmen.

Der Vorschlag der Europäischen Kommission sieht eine erhebliche Verschärfung der EU-Grenzwerte für Blut und Luft vor, namentlich eine Reduktion von 0.15mg/m3 auf 0.03mg/m3 und von 70µg/100ml auf 15µg/100ml. Der Parlamentsberichterstatter geht noch weiter runter auf 0,004mg/m3 und 4.5μg/100ml. Handwerksbetriebe unterschiedlichster Gewerke sind in Sorge, dass insbesondere die vom Europäischen Parlament vorgeschlagenen Grenzwerte auch bei Einhaltung der technischen Regeln, Qualifizierung und sonstigen Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten möglicherweise nicht zu halten sind und dass der Arbeitsschutz dann nicht die Beschäftigten bei der Arbeit schützt, sondern die Arbeit selbst verunmöglicht. Erheblich ist dabei auch die Frage des Umgangs mit Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit einer historischen Exposition.

Der Bundesrat hat in seinem Beschluss vom 12.05.2023 ausdrücklich auf die Anliegen der restaurierenden Handwerke und den Orgelbau Bezug genommen (siehe www.bundesrat.de/SharedDocs/drucksachen/2023/0001-0100/97-23(B).pdf?__blob=publicationFile&v=1). Die Betroffenheit des Handwerks mit Blick auf Blei geht erheblich über diese Bereiche hinaus. Anwendungen von Blei finden sich beispielsweise auch bei Dachdeckern und im SHK-Handwerk sowie bei Glasern und Tischlern/Schreinern, die Strahlenschutzvorrichtungen für medizinische Einrichtungen herstellen.

Gemeinsam mit anderen Akteuren setzt sich der WHKT für eine tragfähige Lösung ein, die zugleich hilft, ein »Bleiverbot« im Rahmen von REACH abzuwenden.

Warum duale Ausbildung besonders wertvoll ist:

Kurzfilm besser als 1.000 Worte

Vieles weiß man dann zu schätzen, wenn man es nicht hat. Nach diesem Motto macht es Sinn, Stimmen aus Staaten ohne duales Ausbildungssystem zu hören, die duale Lernformen mit betrieblichen Anteilen erstmalig einführen.

Der neueste WHKT-Film auf YouTube wurde 2023 in Tansania aufgenommen und zeigt den Mehrwert gegenüber der rein (hoch)schulischen Bildung und den mit den erlernten Kompetenzen eröffneten Perspektiven. Botschaften, die sich in Deutschland wieder viel stärker herumsprechen müssen.

Der Kurzfilm ist zu finden unter www.youtube.com/watch?v=S3mwhf-xds8.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung über die sequa gGmbH gefördert. 

Konjunkturbarometer erschienen:

Robuste Konjunktur trotz vielfältiger Herausforderungen

Die Lage im nordrhein-westfälischen Handwerk hat sich wieder weitgehend stabilisiert – das stellt das aktuelle Frühjahrs-Konjunkturbarometer 2023 fest. Die Umfrage bei 6.261 Betrieben aus über 40 Gewerken ergab, dass die Konjunktur sich trotz des weiterhin schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeldes robust zeigt, auch wenn die Lage in einigen Branchen nach wie vor angespannt ist. Klar ist aber, so die Umfrage, dass die pessimistischen Erwartungen aus dem Herbst 2022, die von dem Eindruck der Energiekrise und der Gefahr eines konjunkturellen Absturzes geprägt waren, in dieser Form nicht eingetreten sind.

Dennoch bleibe das Umfeld herausfordernd, so stellt das Konjunkturbarometer fest. Hohe Energie- und Materialpreise, Belastungen durch Steuern und Bürokratie sowie der zunehmende Fachkräftemangel setzten die Betriebe des Handwerks unter Druck. Die Politik sei deshalb gefordert, nach dem Krisenmodus der letzten drei Jahre eine nachhaltige Stärkung des Wirtschaftsstandortes Nordrhein-Westfalen voranzutreiben und die mittelstandsfreundlichen Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag schnellstmöglich umzusetzen.

Das aktuelle Konjunkturbarometer können Sie hier als PDF herunterladen > oder hier online lesen >.

Einladung zum 4. Beteiligungsforum des Innovationsdialogs:

Ihre Meinung ist gefragt: Wie kann sich das Handwerk in NRW digitaler aufstellen?

Die digitale Transformation verändert unsere Arbeitswelt nachhaltig. Auch im Handwerk spielt die Digitalisierung in Organisationen und Betrieben eine wachsende Rolle. Erfolgreich digitale Lösungen zu finden, ist daher elementar dafür, sich als Betrieb zukunftsfähig aufzustellen.

Im Rahmen des Innovationsdialogs möchten wir die Kompetenzen aller nordrhein-westfälischen Handwerksorganisationen sowie der Partner des Handwerks aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik einbinden, um herauszufinden, welche Entwicklungen im Zusammenhang mit der digitalen Transformation den größten Einfluss auf die Handwerksbetriebe von heute und morgen haben und welche Hürden es auf dem Weg zur erfolgreichen Digitalisierung gibt.

Interessierte können sich bis zum 09. Juni 2023 an unserer kurzen und technisch unkomplizierten Umfrage (Dauer: ca. 3 Minuten) unter folgendem Link beteiligen: https://umfrage.handwerk.nrw/s/beteiligungsforum4-digitalisierung.

Der Innovationsdialog Handwerk in NRW wird gefördert vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

Handwerk im Hafthaus:

Positives Fazit der ersten Werkstatt-Tage

Im Rahmen des Vorhabens »Handwerk im Hafthaus« fanden nun die ersten sogenannten Werkstatt-Tage für Betriebe statt. Ausrichter waren die Justizvollzugsanstalt (JVA) Heinsberg und die JVA Bochum-Langendreer mit Beteiligung der Handwerkskammer Aachen und des Berufskollegs Geilenkirchen bzw. der Handwerkskammer Dortmund und des Kolping-Werks sowie des Westdeutschen Handwerkskammertages.

Rund 30 Betriebe aus den Bereichen Elektro, Bau, Metall, Maler und Lackierer, Gebäudereinigung, Schweißen, Dachdecker, Straßenbau, Tischler und Garten-/Landschaftsbau besuchten die Anstalten, besichtigten die Werkstätten der Vollzugsanstalten und vertieften sich in intensiven Gesprächen mit Inhaftierten und dem Ausbildungspersonal.

Der Zugewinn an Erkenntnissen und Erfahrungen waren sowohl bei den Handwerkerinnen und Handwerkern als auch den Inhaftierten und den Justizbeschäftigten erheblich. So erfuhren die Personalverantwortlichen der Handwerksbetriebe aus erster Hand, wie die Ausbildung in den Vollzugsanstalten abläuft, welche Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten Inhaftierte in Anspruch nehmen können und welche vielfältigen Unterstützungsleistungen zur Anbahnung und Sicherung eines Beschäftigungsverhältnisses mit einem ehemaligen Inhaftierten zur Verfügung stehen. Anfängliche Berührungsängste verflüchtigten sich bereits nach kurzer Zeit und einige Betriebe nutzten die Gelegenheit, um erste Sondierungsgespräche mit Inhaftierten zu führen.

Individuelle Besichtigungen der Ausbildungseinrichtungen in den Vollzugsanstalten sind für Betriebe weiterhin möglich. Weitere Informationen wie etwa Kontaktdaten von Ansprechpersonen in den Vollzugsanstalten unter www.handwerk-im-hafthaus.de.

Das Vorhaben »Handwerk im Hafthaus« ist eine Kooperation zwischen dem Ministerium der Justiz NRW und dem Westdeutschen Handwerkskammertag. Sie zielt darauf ab, die Beschäftigungsfähigkeit von Inhaftierten zu erhöhen und deren Zugang zum Arbeitsmarkt zu verbessern. Weitere Partner der Initiative sind die JVA Heinsberg als Anstalt für den geschlossenen Vollzug für jugendliche, männliche Straftäter von 14 bis 24 Jahren, die JVA Bochum-Langendreer als zentrale Bildungseinrichtung in NRW für erwachsene Strafgefangene im offenen Vollzug sowie die Handwerkskammern Aachen und Dortmund.

MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen:

Beteiligung an der Konferenz »Rathäuser der Mobilitätswende – Chef*innensache Mobilität 2023«

Am 28.04.2023 fand in der Rheinterrasse Düsseldorf die jährliche Hauptverwaltungsbeamtenkonferenz unter dem Motto »Rathäuser der Mobilitätswende – Chef*innensache Mobilität 2023« statt.

Organisiert wurde die Veranstaltung vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Zukunftsnetz Mobilität NRW. Eingeladen waren Landesverkehrsminister Oliver Krischer, die Landräte und Landrätinnen, (Ober-)Bügermeister und (Ober-)Bürgermeisterinnen sowie die Geschäftsführungen der Verkehrsverbünde und Zweckverbände aus NRW, um über die Erfolgsfaktoren zur Umsetzung der Mobilitätswende in den Kommunen zu diskutieren und das Unterstützungsangebot des Netzwerkes kennenzulernen.

Am Nachmittag wurden fünf verschiedene Themenforen angeboten, zwischen denen die Teilnehmenden wählen konnten.

Der MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen beteiligte sich an einer Talkrunde zum Thema »Betriebliches Mobilitätsmanagement – Standortvorteil für die örtliche Wirtschaft«. Ziel der Talkrunde war es, das wichtige Thema »Betriebliches Mobilitätsmanagement« auch auf der kommunalen Leitungsebene zu platzieren und hier insbesondere die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen/Betrieben/Gewerbegebieten und Kommunen zu betonen.
 

BLOG ZUM THEMA »NACHHALTIGE MOBILITÄT IM HANDWERK« STARTET IM JUNI
Auf der Webseite des MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen wird im Juni unter www.mobilityhub-handwerk.de ein Blog zum Thema »Nachhaltige Mobilität im Handwerk« zu finden sein.

Hier werden Handwerksbetriebe aus den verschiedenen nordrhein-westfälischen Kammerbezirken vorgestellt, die in ihren Arbeitsalltag bereits auf nachhaltige Mobilität setzen – beispielsweise auf E-Bikes, E-Cargobikes und/oder E-Autos.

Im persönlichen Gespräch beleuchten Betriebsinhaberinnen und Betriebsinhaber die Möglichkeiten und Chancen, die sich mit der Einführung individueller und speziell auf den eigenen Betrieb zugeschnittener nachhaltiger Mobilitätsmaßnahmen ergeben. Sie berichten über ihre Motive und auch über die Grenzen nachhaltiger Mobilität in ihrem Betrieb. Der Blog präsentiert authentische Beispiele und interessante Geschichten. Lassen Sie sich inspirieren!

Ehrenamtsakademie:

Erfolgreich auftreten im Ehrenamt

Ehrenamt passiert nicht im Verborgenen. Ob im Prüfungsausschuss, in Gremiensitzungen, auf der Bühne vor vielen Zuhörenden oder im Interview mit nur einem Gegenüber – ehrenamtlich Engagierte kommen in den verschiedensten Situationen mit anderen Menschen zusammen. Unabdingbar ist eine verständliche und klare Kommunikation, wenn das gemeinsame Miteinander gelingen soll. Andernfalls kann dies scheitern, wenn Botschaften missverständlich formuliert werden und Gesagtes vom Gegenüber nicht verstanden wird.

Eben diese erfolgreiche Kommunikation stand in der letzten April- und ersten Maiwoche 2023 gleich drei Mal auf der Agenda der Ehrenamtsakademie.

Am 27.04.2023 hat die Handwerkskammer Südwestfalen Ehrenamtliche aus der handwerklichen Selbstverwaltung und lokalen Ehrenamtsstrukturen eingeladen, um gemeinsam an dem ganztägigen Workshop »Erfolgreich kommunizieren im Ehrenamt« teilzunehmen. Statt Frontalunterricht standen praktische Übungen und konkrete Beispiele aus den eigenen Reihen im Fokus sowie das Lernen in einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten.

Am 29.04.2023 war »Pressearbeit von A bis Z« Thema auf Schloss Raesfeld. Insbesondere ging es darum, wie ehrenamtliche Organisationen Events vorbereiten sowie Texte für Print und Online formulieren sollten, um die gewünschten Zielgruppen zu erreichen. Die Teilnehmenden erhielten hierzu wertvolle Tipps und Anleitungen vom Medienprofi.

Zu dem Workshop »Ehrenamt digital« mit der Handwerkskammer Münster kamen am 05.05.2023 Ehrenamtliche aus der Kammerorganisation sowie aus dem lokalen Ehrenamt zusammen. Die Teilnehmenden waren sich einig, dass es Geschichten und Vorbilder aus dem Ehrenamt brauche, um Freiwilliges Engagement sichtbar und erlebbar zu machen. Eindrucksvoll haben Vertreterinnen und Vertreter aus regionalen Handwerksbetrieben sowie ein Medienprofi zur Imagekampagne des Handwerks veranschaulicht, wie sie mit eigenen Social Media-Konzepten Engagement erlebbar machen. Das Fazit der Impulse und der anschließenden Talk-Runde: Freiwilliges Engagement muss in den sozialen Medien sichtbar sein. Was wir sind und was wir im Handwerk und im Ehrenamt tun, wollen und müssen wir zeigen.

Die Workshops wurden über die Akademie des Handwerks Schloss Raesfeld angeboten und von der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.

Kommende kostenlose Seminare für ehrenamtlich Engagierte unter www.akademie-des-handwerks.de/ehrenamt

www.ehrenamtsakademie-handwerk.de

Internationale Zusammenarbeit:

WHKT-Projekt in Tansania unterstützt die Universität Tel Aviv bei der Realisierung eines Trinkwasserprojektes

Entscheidend für erfolgreiche Entwicklungszusammenarbeit ist auch, in Kooperationen mit anderen internationalen Projekten wertvolle Synergien zu erkennen. Durch eine pragmatische und unbürokratische Zusammenarbeit mit den »Engineers without borders Israel« (Ingenieure ohne Grenzen Israel) der Universität von Tel Aviv trug das WHKT-Projekt nun zur Verbesserung der Wasserversorgung einer Grundschule mit 800 Schülerinnen und Schülern in der Region Manyara bei.

Bereits im letzten Jahr kam es zu einem Treffen zwischen dem Langzeitexperten des WHKT und einer Gruppe von Maschinenbau-Studierenden aus Israel, die im Rahmen ihres Projektes die Versorgung mit klarem, unverseuchtem Trinkwasser in abgelegenen Gebieten des Landes sichern wollen – ein Vorhaben, das insbesondere Grund- und Hauptschulen des Landes unterstützt und durch die Installation effektiver Filteranlagen regelmäßig die Trinkwasserversorgung für hunderte Schülerinnen und Schüler sichert.

Ihr nächstes Ziel: eine Grundschule in Dabil, rund eine Autostunde vom Bildungszentrum in Babati entfernt. Hier sollte ein neuartiges Filtersystem verwendet werden, das von einer lokalen Firma produziert wurde. Dazu bedurfte es der Konstruktion eines neuen Gerüsts, da das verschmutzte Wasser nicht wie vorher durch handelsübliche Nanofilter gepresst werden, sondern vielmehr durch Tonspezialfilter sickern sollte.

An dieser Stelle kam das Bildungszentrum in Babati und somit das Projekt des WHKT ins Spiel: Die neue Wasserfilteranlage verlangte nach einer aufwändigen Konstruktion, die auf verschiedenen Ebenen Behälter und Filter bereit stellte. Das Bildungszentrum übernahm hierbei den Bau der Stahlkonstruktion – eine hervorragende Übung für die Auszubildenden des dualen Lehrgangs, die ihr Wissen in den Bereichen Metallbearbeitung und Schweißen in einem sinnvollen Projekt anwenden konnten.

So dürfen sich seit April 800 junge Menschen über sauberes Wasser in ihrer Schule freuen. Dank der pragmatischen, unbürokratischen Zusammenarbeit zweier internationaler Projekte.

Europa hautnah erleben:

Bis zum 31.05.2023 bewerben! 333 Interrailtickets für Auszubildende

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen verlost 333 Interrail-Tickets für Reisen quer durch Europa. Teilnehmen können Auszubildende, die zum Zeitpunkt der Bewerbungsphase zwischen 18 und 27 Jahren alt sind, die Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedstaates besitzen und eine Berufs(fach)schule in Nordrhein-Westfalen besuchen.

Um an der Verlosung teilnehmen zu können, gilt es, fünf Fragen eines Online-Quiz richtig zu beantworten. Das Quiz und die Fragen sind unter https://mbei.nrw/azubigoeu verfügbar. Aber Achtung: Die Bewerbungsphase für die zweite Auflage von #AzubiGoEU endet am 31.05.2023!

Außenwirtschaft:

Marktchancen in den Niederlanden

Nach Informationen der GTAI, der deutschen Agentur für Außenhandel, die sich auf Zahlen der Europäischen Kommission bezieht, werden die niederländischen Bauinvestitionen auch 2023 noch um 1 Prozent wachsen. Stabilisiert werden Konjunktur und Auftragschancen dabei vor allem durch langfristig angelegte Investitionsprogramme im Verkehrs-, Umwelt- und Energiesektor. Straßenbau, Ausbau der Bahninfrastruktur, Wasserstoff- und Photovoltaikprojekte gehören zu den für die nächsten Jahre budgetierten Großprojekten.

Dank steigender Beschäftigungsquoten und Ausgleichsmaßnahmen für Kaufkraftverluste soll auch der Privatkonsum 2023 wieder um knapp 4 Prozent steigen. Inwiefern sich dies positiv auf private Bauvorhaben auswirkt, bleibt abzuwarten.

Der Fachkräftemangel besorgt auch die niederländischen Unternehmen – etwa ein Drittel der niederländischen Betriebe gaben an, nicht genügend Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter zu finden.

Die Koordinierungsstelle Außenwirtschaft hat den Länderleitfaden Niederlande aktualisiert, der wichtige Hinweise zu zentralen rechtlichen Fragen enthält, die vor Aufnahme einer Geschäftstätigkeit in den Niederlanden zu beachten sind.

Den Leitfaden und Beratung für Ihre Auslandstätigkeit erhalten Unternehmen bei den Außenwirtschaftsberaterinnen und -beratern der Handwerkskammern und Fachverbände: www.handwerk-international.net/ansprechpartner.

Deutsche Stiftung Denkmalschutz:

Stipendien für die Fortbildung zum »Restaurator/in im Handwerk«

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz vergibt auch in diesem Jahr bis zu 15 Stipendien, damit Handwerkerinnen und Handwerker die Chance erhalten, sich fortzubilden und den »Master Professional für Restaurierung im Handwerk« zu erwerben.

Die Stipendien sind ab diesem Jahr mit 6.000 Euro dotiert und stellen eine finanzielle Entlastung dar, um Lehrgänge anerkannter denkmalpflegerischer Bildungszentren zu besuchen und die entsprechenden Prüfungen bei den zuständigen Handwerkskammern ablegen zu können. Mit der Verdopplung der Fördermittel passt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ihre Unterstützung an die aufgrund der neuen Prüfungsverordnung längere Fortbildungsdauer und den damit einhergehenden höheren Kosten an.

Die Auswahl der Bewerber erfolgt durch eine von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz berufenen Fachjury.

Bewerbungsschluss ist der 1. Oktober 2023. Die Bewerbungsunterlagen und Vergaberichtlinien sind zu finden unter: www.denkmalschutz.de/stipendium

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LANDESREGIERUNG MÖCHTE NRW zum »BERUFSBILDUNGSLAND NUMMER EINS« machen:

Spitzenvertretung des Handwerks in NRW formuliert Erwartungen

Am 26. April 2023 haben sich in Raesfeld die Präsidenten, Vizepräsidenten und Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammern in NRW im Rahmen der Vollversammlung des Westdeutschen Handwerkskammertages (WHKT) getroffen und zu dem Ziel des Koalitionsvertrages aus 2022, NRW zum Berufsbildungsland Nummer eins zu machen, die Erwartungen des Handwerks im Rahmen einer WHKT-Position verabschiedet. Zusammenfassend: Die Handwerkskammern in NRW begrüßen das Ziel sehr, weisen allerdings darauf hin, dass hierfür vor allem die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung zu realisieren sei.

Einleitend stellt die verabschiedete Erklärung die zentrale Rolle der beruflichen Bildung fest: »Für das Handwerk hat die Berufsbildung eine überragende Bedeutung, da die kleinen und mittelständischen Betriebe ihren Fach- und Führungskräftenachwuchs, aber auch die Unternehmensnachfolger über die berufliche Aus- und Weiterbildung akquirieren. Für die gewerblich-technischen Berufe gibt es keine quantitativ relevanten Alternativen.«

Damit dieses profilgebende Merkmal des Handwerks gleichfalls in den anstehenden Transformationsprozessen der Wirtschaft sowie den wichtigen Aufgaben bei der Energiewende nachhaltig zur Verfügung steht, fasst die WHKT-Position die wesentlichen Punkte zusammen.

Neben der Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung geht es darum, in allen Schulformen die Berufliche Orientierung ergebnisoffen zu gestalten sowie praktische Unterrichtseinheiten in den Unterricht zu integrieren. Zudem gilt es öffentlichkeitswirksam eine höhere Wertschätzung für das Berufsbildungssystem zu erreichen sowie die Bildungsinfrastruktur in den Berufskollegs und den überbetrieblichen Bildungszentren zukunftsfest zu entwickeln.

Weitere Themenfelder der WHKT-Position: dem Fachlehrkräftemangel in den Berufskollegs zu begegnen, eine Begabten- und Mobilitätsförderung entsprechend der Hochschulen zu gewährleisten, das Azubi-Wohnen analog zu Studierendenwohnheimen zu ermöglichen und eine systematische Unterstützung von besonderen Zielgruppen – z.B. Geflüchtete – in der Berufsausbildung sicherzustellen.

Die WHKT-Position »NRW will »Berufsbildungsland Nummer eins« werden – Erwartungen des Handwerks« steht als Download bereit unter www.whkt.de/positionen.

NRW-Handwerkskammern verabschieden Position:

Stärkung und Förderung der Designkompetenz im Handwerk

Gute Gestaltung im Handwerk ist und kann viel. Sie hat mit Optik, Haptik, Geschmack und nicht zuletzt mit Nachhaltigkeit, Innovation, Funktionsfähigkeit und vor allem mit Können und Erfahrung zu tun. Ob es sich um Möbel, Architektur, Badezimmer, bis hin zur Geschäftsausstattung, dem Internetauftritt oder der Präsentation von Waren und Dienstleistungen handelt, Handwerksbetriebe benötigen ein Grundverständnis für Gestaltung und kundenorientiertes Design. Zudem zeigt sich, dass gestaltungsaffine Handwerksbetriebe meist weniger Probleme haben, Auszubildende und Fachkräfte zu finden und diese zu halten oder neue Kundenkreise von sich zu überzeugen. Die Förderung gestalterischer Kompetenzen im Handwerk hat somit gleichsam Auswirkungen auf die Stabilität und die Möglichkeit der Alleinstellung eines Betriebs.

Um auf den gestalterischen Bereich handwerklicher Leistungserstellung aufmerksam zu machen und Designkompetenzen im Handwerk weiter zu stärken und zu fördern, haben die Spitzenvertretungen der Handwerkskammern in NRW im Rahmen der Vollversammlung des Westdeutschen Handwerkskammertags (WHKT) im April eine entsprechende Position verabschiedet. Diese hebt die wesentlichen Aufgabenbereiche von Handwerk & Gestaltung hervor. Hierzu zählen neben dem dreijährigen Designstudium im Handwerk an den Akademien der Handwerkskammern in Aachen und Münster, vor allem die Designberatung der Handwerkskammern für Betriebe, die handwerklichen Gestaltungswettbewerbe in NRW – Manufactum und DesignTalente – sowie die Fortentwicklung der Gestaltungskompetenz im Handwerk insgesamt.

Die WHKT-Position »Stärkung und Förderung der Designkompetenz im Handwerk« steht als Download bereit unter www.whkt.de/positionen.

WHKT-Vollversammlung:

WHKT-Fortschrittsbilanz unter dem Titel »Zusammenhalt zählt« erschienen

Im Rahmen der jährlichen Frühjahrs-Vollversammlung des WHKT am 25. April 2023 hat die Geschäftsstelle den WHKT-Mitgliedern den Jahresbericht 2022 vorgelegt. Neben einem chronologischen Jahresrückblick stellt die Fortschrittsbilanz die Grundsatzarbeit und die Initiativen des WHKT im letzten Jahr vor, bietet eine Einordnung der relevanten Themen aus Perspektive des Handwerks und fasst die Meilensteine in den Themenfeldern Politik, Europa, Öffentlichkeitsarbeit, Fachkräftesicherung sowie Menschen und Strukturen übersichtlich zusammen.

WHKT-Präsident Berthold Schröder und Geschäftsführer Andreas Oehme betrachten in ihrer gemeinsamen Einleitung zur Fortschrittsbilanz unter der Überschrift »Zusammenhalt zählt« das Jahr 2022 und prognostizieren: »Wir sind zuversichtlich, gute Lösungen gemeinsam mit der Politik und der Verwaltung abzustimmen und die Aufgaben zu meistern.« Sie betonen, dass die junge Landesregierung in den wichtigen Themen Transformation und Nachhaltigkeit, Berufsbildung, Fachkräftesicherung und Energiewende, die Themen einvernehmlich mit dem Handwerk identifiziert hat, bezüglich geeigneter Maßnahmen und deren Finanzierung allerdings Gesprächsbedarf besteht.

Mit klaren Zitaten und in kurzen Interviews äußern sich die Spitzenvertretungen der Handwerkskammern in NRW in der WHKT-Fortschrittsbilanz und zeichnen bei allen Herausforderungen ein insgesamt positives Bild zur Lage und Zukunft des Handwerks.

Die WHKT-Fortschrittsbilanz 2022 steht digital zur Verfügung unter www.whkt.de/downloads/publikationen

Auszeichnung:

Torsten Withake erhält Ehrennadel des Westdeutschen Handwerkskammertages

Torsten Withake (2. v. r.), WHKT-Präsident Berthold Schröder (2. v. l.) sowie die beiden WHKT-Vizepräsidenten Jochen Renfordt (l.) und Alexander Hengst (r.) | Foto: WHKT

Am 25. April 2023 zeichnete WHKT-Präsident Berthold Schröder den ehemaligen Chef der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in NRW und heutigen Geschäftsführer der Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung mbH (G.I.B.), Torsten Withake, mit der Ehrennadel des WHKT aus.

Die Auszeichnung der Persönlichkeit Torsten Withake (56) für seine Verdienste um das Handwerk in NRW hat Präsident Berthold Schröder am Abend der Vollversammlung des Westdeutschen Handwerkskammertages in Raesfeld vorgenommen. Im Kreise der Spitzenvertretungen des Handwerks bedankte er sich in seiner Laudatio für das gute Miteinander von Arbeitsverwaltung und Handwerk, welches Torsten Withake maßgebend in NRW mitgestaltet hat.

An Torsten Withake gerichtet, hob WHKT-Präsident Schröder hervor: »Wir kennen Sie als Modernisierer von Verwaltung, schätzen Ihre Expertise um den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt und ehren Sie dafür, dass Sie das Handwerk, und zwar die Betriebe und die Handwerkerinnen und Handwerker gleichermaßen, stets mitgedacht haben. Ob zu Zeiten von Corona und Kurzarbeitergeld oder als Sie in die Finanzierungslücke der Ausbildungsbotschafter eingestiegen sind. Wir erkennen es sehr an, dass Ihnen betriebsnahe Lösungen wichtiger sind als bürokratische Hürden. Dies haben sie auch mit Ihren Impulsen und stets detaillierten Analysen des Ausbildungsmarktes in den Gesprächen von Politik und Wirtschaft im NRW-Ausbildungskonsens gezeigt. Herr Withake, das Handwerk in NRW dankt Ihnen dafür.«

Änderung der Landesbauordnung:

Einführung der kleinen Bauvorlageberechtigung

Seit Jahren setzt sich der WHKT für die Wiedereinführung der kleinen Bauvorlageberechtigung ein. Es ist gut, dass die Landesregierung in ihrem Koalitionsvertrag die Einführung der kleinen Bauvorlageberechtigung ausdrücklich aufgenommen hat. Umso erfreulicher ist es, dass die Landesregierung ihr Versprechen hält und mit der aktuell laufenden Änderung der Landesbauordnung die kleine Bauvorlageberechtigung in der ersten Hälfte der Legislaturperiode umsetzen wird.

Der Gesetzentwurf sieht die kleine Bauvorlageberechtigung für Meisterinnen und Meister des Maurer- und Betonbauer- sowie des Zimmererhandwerks für die Gebäudeklassen 1 und 2 vor. Diese Berechtigung entsteht automatisch fünf Jahre nach Erwerb der entsprechenden Meisterqualifikation. Zudem trifft der Gesetzentwurf Regelungen über jährliche Fortbildungsverpflichtungen zur Qualitätssicherung und den Abschluss einer ausreichenden Haftpflichtversicherung im Sinne des Verbraucherschutzes. Der WHKT hält den Gesetzentwurf für gelungen und setzt sich weiterhin für eine praxisgerechte und bürokratiearme Umsetzung ein.

Der Blick in andere Länder zeigt bereits, dass sich die kleine Bauvorlageberechtigung in der Praxis bewährt hat und zur Entbürokratisierung und Beschleunigung im gesamten Bauverfahren und zur Kostensenkung von Bauprojekten beiträgt. Gleichzeitig stellt die Einführung der kleinen Bauvorlageberechtigung eine Wertschätzung und Anerkennung der Höheren Berufsbildung, insbesondere der Meisterqualifikation, und damit einen weiteren großen Schritt in Richtung Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung dar.

Neben der Einführung der kleinen Bauvorlage sieht der Gesetzentwurf Änderungen im Bereich der genehmigungsfreien Vorhaben und der Abstandsregelungen als auch die Einführung einer Solaranlagenpflicht bei Neu- und Bestandsbauten vor, um den Ausbau von Erneuerbaren Energien zu beschleunigen.

Der WHKT hat die vorgesehenen Änderungen in der Bauordnung NRW kritisch geprüft und sich zusammen mit Handwerk.NRW zu dem Gesetzentwurf im Rahmen der Verbändeanhörung positioniert. Die gesamte Stellungnahme ist unter www.whkt.de/positionen nachzulesen.

Europa:

Bleiverwender gesucht

Kurz nach Ostern hat die europäische Chemikalienagentur ECHA vorgeschlagen, Blei in Anhang XIV der REACH-Verordnung aufzunehmen. Die Entscheidung über die Aufnahme liegt bei der Europäischen Kommission. Sie hat potentiell einschneidende Folgen. Folge wäre eine Zulassungspflicht, also ein Verbot mit Erlaubnisvorbehalt. Ab einem festgelegten Zeitpunkt dürfen Unternehmen diesen Stoff dann nur noch verwenden, wenn sie für diese Verwendung eine Zulassung von der Europäischen Kommission haben.

Für Handwerksbetriebe unterschiedlichster Gewerke bedeutet das eine zum Teil existenzielle Bedrohung. Deswegen setzt sich der WHKT gemeinsam mit dem ZDH und vielen anderen Bleibtroffenen für alternative Ansätze ein. Sie haben Fragen? Melden Sie sich gerne bei Jeanine Bucherer, Tel.: 0211/3007-718, jeanine.bucherer[ ät ]whkt.de.

Innovationsdialog Handwerk in NRW:

Best Practice-Betriebe belegen die Innovationskraft des Handwerks

Der Innovationsdialog Handwerk in NRW identifiziert Herausforderungen und wichtige Entwicklungen für die Zukunft des Handwerks in Nordrhein-Westfalen. Hieraus werden Impulse für die Verwaltung, für Betriebe und die Politik abgeleitet, wobei bestehende innovative Modelle und Betriebe als Referenzpunkte dienen. Sie sind die Vorbilder dafür, wie gute Ideen in innovativen Lösungen münden.

Die ersten Reportagen über Best Practice-Betriebe wurden nun auf der Webseite des Projektes veröffentlicht und zeigen verschiedene Ansätze, wie Handwerksbetriebe den Innovationsprozess gestalten und sich für die Zukunft aufstellen. Dabei spielen persönliche Überzeugungen eine Rolle, etwa bei der Konditormeisterin Florentine Gronski von La Fiorentina Patisserie & Tortendesign aus Düsseldorf, die sich trotz allen Widrigkeiten während der Pandemie selbstständig machte und rein vegane Hochzeitstorten mit einem Fokus auf Design kreiert. Oder bei René Willnat, der die Prozesse und Arbeitsbedingungen seines Zimmererbetriebs wohnbehagen GmbH & Co. KG in Velen gemeinsam mit den Beschäftigten optimierte und anpasste, um möglichst viel Lebensqualität im Betrieb und nachhaltige Mitarbeiterführung zu schaffen.

Auch bei der Uwe Walter Gruppe aus Dortmund entwickeln und überarbeiten die Beschäftigten gemeinsam Leitbilder der Unternehmensgruppe weiter. Durch Prozessoptimierungen, Digitalisierung und Automatisierung kann beispielsweise eine effizientere Ressourcenplanung erfolgen, was gleichzeitig zu mehr Umweltfreundlichkeit führt. Beim Metallbau-Unternehmen CERVOTEC GmbH & Co. KG aus Münster liegt der Fokus nicht nur auf der nachhaltigen Produktion, ihre Fahrradgaragen tragen selbst zu mehr Nachhaltigkeit bei.

In den nächsten Monaten stellt der Innovationsdialog weitere Best Practice Betriebe aus NRW auf seinen Kanälen vor. Die vollständigen Reportagen sind zu finden unter www.innovationsdialog-handwerk.nrw/best-practice.

Der Innovationsdialog Handwerk in NRW wird gefördert vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

#freiwilligvorn:

9. Treffpunkt Ehrenamt Handwerk NRW am 16. Juni 2023

Viele Menschen im Handwerk engagieren sich weit über ihr Berufsfeld hinaus. Ob in der Entwicklungszusammenarbeit, bei der Unterstützung von geflüchteten Menschen, bei Katastrophen im In- und Ausland oder auch im kleinen, nachbarschaftlichen und sozialen Umfeld sowie der Lebenshilfe. Ihre Leistungen sind eine tragende Säule unserer Gesellschaft – sie stehen für Zusammenhalt und Verantwortung. Warum sie dies tun? Weil ihnen die Menschen wichtig sind, weil es ihnen ein Anliegen ist, zu unterstützen, weil sie etwas beitragen und weitergeben wollen, weil es ein gutes Gefühl ist, etwas unternommen zu haben, was anderen Erleichterung, Sicherheit oder neuen Lebensmut verschafft.

Da dieser wertvolle Beitrag ehrenamtlich und sozial engagierter Handwerkerinnen und Handwerker eine Bühne und Anerkennung verdient, findet einmal jährlich in Raesfeld der vom Westdeutschen Handwerkskammertag organisierte »Treffpunkt Ehrenamt Handwerk NRW« mit Förderung des NRW-Wirtschaftsministeriums statt. Gleichgesinnte im Ehrenamt des Handwerks tauschen sich aus und berichten im persönlichen Gespräch über ihre Erfahrungen, Erlebnisse und anstehende Vorhaben. Sehr persönlich, sehr direkt.

Der 9. Treffpunkt Ehrenamt Handwerk NRW findet am Freitag, dem 16. Juni auf Schloss Raesfeld statt.

Die Anmeldung zur Veranstaltung erfolgt ausschließlich online unter https://www.ehrenamt-handwerk-nrw.de/anmeldung.

Neben dem Austausch mit Ministerin Mona Neubaur erfolgt als jährliches Highlight die Vergabe des mit 5.000 Euro dotierten Ehrenamtspreises Handwerk NRW vom NRW-Wirtschaftsministerium.

Hintergründe zum Treffpunkt Ehrenamt Handwerk NRW unter https://www.ehrenamt-handwerk-nrw.de/start/treffpunkt-ehrenamt.

#freiwilligfürandere:

Jetzt anmelden: Ideenforum Junges Ehrenamt NRW

Junge Handwerkerinnen und Handwerker im Alter zwischen 18 und 33 Jahren mit ehrenamtlichen Erfahrungen können sich für das »Ideenforum Junges Ehrenamt NRW« anmelden, das am Freitag, den 16. Juni 2023 ab 12:30 Uhr auf Schloss Raesfeld stattfinden wird.

Mit dem »Ideenforum Junges Ehrenamt NRW« bietet die Akademie des Handwerks Schloss Raesfeld unter dem Dach der Ehrenamtsakademie des NRW-Handwerks gemeinsam mit dem Westdeutschen Handwerkskammertag 20 ehrenamtlich engagierten Handwerkerinnen und Handwerkern (in Ausbildung, dualem Studium, Meisterschule, Beruf etc.), die sich #freiwilligfürandere einsetzen, ein Forum für Austausch und Anerkennung.

Das Ideenforum wird unter professioneller Anleitung einer Trainerin sowie im Austausch mit Gleichgesinnten als modernes Workshop-Konzept stattfinden. Ziel ist, nicht nur die Motive des eigenen Engagements herauszuarbeiten, sondern sich auch über die Herausforderungen, denen junge Ehrenamtliche im Ehrenamt begegnen, auszutauschen und Lösungen für diese zu suchen. Zudem besteht ein weiteres Ziel darin, neue Wege zu identifizieren, Handwerkerinnen und Handwerker für die Perspektiven im Ehrenamt zu begeistern.

Maximal 20 Interessierte können sich unter dem nachfolgenden Link anmelden: www.akademie-des-handwerks.de/forum/

Die Teilnahme am »Ideenforum Junges Handwerk NRW« sowie am 9. Treffpunkt Ehrenamt Handwerk NRW ist kostenfrei. Die An- und Abreise organisieren die Teilnehmenden selbst. Parkplätze stehen ausreichend zur Verfügung.

Das »Ideenforum Junges Ehrenamt NRW« wird als Fortbildung realisiert von der Akademie des Handwerks Schloss Raesfeld unter dem Dach der Ehrenamtsakademie des NRW-Handwerks und finanziell gefördert von der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen.

MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen:

Netzwerkarbeit für nachhaltige Mobilität

Am 22.04.2023 nahm der MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit dem IHK-Netzwerkbüro Betriebliche Mobilität NRW, an einer Podiumsdiskussion zum Thema »Fahrräder im gewerblichen Einsatz – Grenzen, Perspektiven und neue Ideen« teil. Anlass war das Dortmunder E-Bike Festival, das als größtes Festival seiner Art gilt und bei dem sich in diesem Jahr alles ums Elektrofahrrad drehte.

E-Bikes und E-Lastenfahrräder können für Handwerksbetriebe eine Option sein, beispielsweise bei innerstädtischen Kundenterminen, kleineren Reparatur- und Montagearbeiten. Damit Handwerksbetriebe bei neuen Mobilitätsformen und -strategien stets mitgedacht werden, bringt sich der MobilityHub Handwerk in Netzwerke unterschiedlicher Akteursgruppen ein.

Nächster Schritt auf diesem Weg ist die Beteiligung des MobilityHub Handwerk an der Konferenz »Rathäuser der Mobilitätswende« am 28.04.2023, einer gemeinsamen Veranstaltung des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW und dem Zukunftsnetz Mobilität NRW in Düsseldorf.

Außenwirtschaft:

Potenziale im Denkmalschutz in Rumänien – Infoveranstaltung 13. Juni 2023 in Dortmund

Seit 2001 gibt es in Rumänien ein neues Denkmalschutzgesetz, 2015 standen über 30.000 historische Bauten unter Denkmalschutz. Da vor 1990 wenig für den Erhalt der Denkmäler getan wurde, ist der Bedarf an denkmalpflegerischen Tätigkeiten an alten Gebäuden, Kirchenburgen und Klöstern groß.

Durch Fördermittel der EU, Engagement von Kirchen, deutschen Stiftungen und Verbänden für den Erhalt deutschen Erbes in Siebenbürgen, nationale Förderprogramme und private Gelder, die in den Denkmalschutz fließen, werden viele interessante Maßnahmen in Rumänien angestoßen.

Im Juni wird eine Delegation rumänischer Experten – Architekten, Bauunternehmer, Stadtverwaltungen – nach NRW reisen, um sich über den Stand der Denkmalpflege und die Optionen für ihre Vorhaben in Rumänien zu informieren. Am 13. Juni 2023 besteht im Rahmen einer Infoveranstaltung von 10:00–15:00 Uhr in der HWK Dortmund die Möglichkeit, die Potenziale in der Denkmalpflege in Rumänien kennen zu lernen und sich mit den 20 Teilnehmern der Delegationsreise auszutauschen.

Information und Anmeldung: www.handwerk-international.net/event-details/informationsreise-denkmalschutz-rumanien

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Start der Antragsphase für die Energiehärtefallhilfen

Seit dem 21.03.2023 können Unternehmen in Nordrhein-Westfalen Anträge auf Energiehärtefallhilfen stellen. Die zugrundeliegende Billigkeitsrichtlinie setzt insbesondere voraus, dass das beantragende Unternehmen ein kleines und mittleres Unternehmen ist, seinen Sitz in NRW hat und dass sich die Gas- bzw. Strompreise in wenigstens einem Monat im Zeitraum zwischen Juni und November 2022 mit Vergleich zum Vorjahreszeitraum mindestens vervierfacht haben. Eine weitere »Förderlinie« richtet sich an energieintensive Betriebe. Sie hat das Ziel, Härten auszugleichen, die von den Energiepreisbremsen nicht angemessen abgefedert werden.

Die Billigkeitsrichtlinie, Antragsunterlagen, der Link zum Portal und weitere Informationen sind verfügbar unter www.nrwbank.de/de/foerderung/foerderprodukte/60166/haertefallhilfe-kmu-energie.html.

Fluorierte Treibhausgase:

Reform mit möglicherweise erheblichen Auswirkungen für Betriebe

Am 30.03.2023 hat das Plenum des Europäischen Parlaments über die Reform der F-Gase-Verordnung abgestimmt. Der Begriff »F-Gase« steht für fluorierte Treibhausgase. Für Handwerksbetriebe ist die Neufassung der F-Gase-Verordnung in hohem Maße relevant. Das gilt für die kälte- und klimatechnischen Handwerke ebenso wie für die anwendenden Unternehmen, etwa die Lebensmittelhandwerke. Betroffen ist die Installation von Neuanlagen ebenso wie die Wartung und Reparatur von Bestandsanlagen im Bereich der Kälte-, Klima- und Wärmepumpenanlagen.

Das Europäische Parlament setzt sich für eine schnelle und umfassende Verringerung der Verfügbarkeit von F-Gasen auf dem Markt ein. Den Phasedown, also die Verringerung der auf dem Markt verfügbaren Quoten an Kältemitteln, hat das Parlament gegenüber dem Vorschlag der Europäischen Kommission im Zeitraum bis 2030 etwas abgemildert.

Aus Sicht des Handwerks ist der Pfad für die Umstellung indes noch nicht geeignet. Handwerksbetriebe sehen das mit Sorge sowohl mit Blick auf den Wärmepumpenhochlauf als auch im Besonderen mit Blick auf die Lebensdauer von Bestandsanlagen. Zwar hat das Parlament beschlossen, dass Ersatzteile für bestehende Anlagen weiter verkehrsfähig sein sollen, problematisch bleibt voraussichtlich aber das »Nachfüllen« von F-Gasen in solchen Anlagen.

Das Gesetzgebungsverfahren ist noch nicht beendet. Nächster Schritt ist die Positionierung des Rates, also der Mitgliedstaaten. Die schwedische Ratspräsidentschaft ist aber bemüht, bis zum Sommer zu einer Einigung zu kommen.

Deutschlandticket:

Auszubildende in den Blick nehmen

Am 31. März 2023 hat der Bundesrat der Einführung und Finanzierung des Deutschlandtickets zugestimmt. Damit wird das Ticket bundesweit ab dem 1. Mai 2023 im Nahverkehr gelten und zum Einführungspreis von 49 Euro im monatlichen kündbaren digitalen Abonnement angeboten werden.

IHK NRW und WHKT haben sich im Vorfeld der Entscheidung in einem gemeinsamen Brief an Landesverkehrsminister Krischer gewandt und sich dafür eingesetzt, die Marke »Azubiticket« in NRW zu erhalten und die Einführung des Deutschlandtickets zu nutzen, um das Angebot für Auszubildende weiter zu verbessern.

Einige Bundesländer haben bereits Angebote für die Zielgruppe »Auszubildende« angekündigt. In Nordrhein-Westfalen wäre dies ein wichtiger Baustein auf dem Weg Berufsbildungsland Nummer 1 zu werden.

Initiative HANDWERKimWIEDERAUFBAU:

Wiederaufbau in den von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Gebieten

Im vergangenen Frühjahr wurde die Initiative »HANDWERKimWIEDERAUFBAU« gemeinsam vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung und dem Westdeutschen Handwerkskammertag ins Leben gerufen, um mehr Handwerksbetriebe für den Wiederaufbau in den von der Hochwasserkatastrophe im Juli 2021 betroffenen Gebiete zu gewinnen. Denn auch nach mittlerweile mehr als anderthalb Jahren ist der Wiederaufbau in den betroffenen Gebieten noch längst nicht abgeschlossen.

Im Rahmen der Initiative wurde die digitale Plattform www.handwerk-baut-auf.de der Handwerkskammer Koblenz zu einer bundesweiten Plattform weiterentwickelt, auf der sich Handwerksbetriebe registrieren können, die Leistungen für den Wiederaufbau anbieten, als auch Sachverständige, die den Schaden und eventuelle Reparaturkosten begutachten. Diese können wiederum von Privatpersonen und Kommunen aus den betroffenen Regionen schnell und einfach gefunden werden. Aktuell sind ca. 1.850 Betriebe auf der Plattform registriert.

Die Initiative »HANDWERKimWIEDERAUFBAU« wird von der Handwerkskammer zu Köln unter der Leitung vom Projektkoordinator, Herrn Marius Siebenhaar, durchgeführt, der mithilfe der Initiative auch für die Vernetzung zwischen den relevanten Akteuren im Wiederaufbau, wie Handwerksorganisationen, Hilfsorganisationen, Privatpersonen und Kommunen in den betroffenen Regionen, sorgt, damit die Hilfe auch schnell und unbürokratisch vor Ort ankommt.

Jährlich auch auf Landesebene Nordrhein-Westfalen:

Aus PLW wird Deutsche Meisterschaft im Handwerk (DMH)

Die besten Gesellinnen und Gesellen, die gerade ihre duale Ausbildung absolviert haben, messen ihre beruflichen Kompetenzen auf Innungs-, Kammer-, Landes- und Bundesebene. Ab 2023 erhält dieser Wettbewerb einen zukunftsfähigen Namen, einen modernen Anstrich. Auf Landesebene heißt der Wettbewerb neu »Deutsche Meisterschaft im Handwerk – Landeswettbewerb Nordrhein-Westfalen«. Die Bundesebene hängt an den Wettbewerbsnamen noch die internationale Ergänzung »German Craft Skills«, um aufzuzeigen, dass man auch auf EU-Ebene an den Euro Skills oder bei den Berufsweltmeisterschaften World Skills je nach Beruf teilnehmen kann, wenn man den Sieg auf Bundesebene erreicht hat.

Im vergangenen Jahr erreichten 11 Landessiegerinnen und Landessieger aus Nordrhein-Westfalen auf Bundesebene den ersten Platz.

Deutliches Meinungsbild im zweiten Beteiligungsforum des Innovationsdialogs:

Handwerksorganisation bewertet schulische Pflichtpraktika als wichtiges Mittel für die Nachwuchsgewinnung

Mit regelmäßigen Beteiligungsforen bindet der Innovationsdialog Handwerk in NRW die Kompetenzen aller Handwerksorganisationen Nordrhein-Westfalens in den Austausch ein, um Einschätzungen und Meinungsbilder zu bündeln. Auch die Umfrage zum Themenfeld Fachkräftesicherung, welches in der ersten Umfrage als das wichtigste Zukunftsthema für das Handwerk wahrgenommen worden war, stieß auf großes Interesse.

Die Ergebnisse der Umfrage verdeutlichen die unterschiedlichen Ansätze und Strategien, die für die Schließung der wachsenden Fachkräftelücke denkbar sind. Die überwiegende Mehrheit der Befragten (80 Prozent) erachten einen Ausbau verbindlicher Praktika in Handwerksbetrieben während der Schulzeit grundsätzlich als einen geeigneten Beitrag zur Bekämpfung des Nachwuchsmangels. 73,3 Prozent halten es für notwendig, verbindliche handwerkliche Praktika in der Schule einzuführen. Das Angebot seitens des Handwerks scheint dabei nicht das Problem zu sein: 95,5 Prozent sind der Ansicht, dass die nordrhein-westfälischen Handwerksbetriebe die Möglichkeit haben, mehr Praktikumsplätze bereitzustellen, wobei sich 60 Prozent diesbezüglich mehr Unterstützung für Betriebe durch die Handwerksorganisation wünschen.

Bereits in der Reduzierung von Ausbildungsabbrüchen bestünde zudem ein enormes Potenzial, schließlich werden rund ein Viertel aller Ausbildungsverträge vorzeitig gelöst. Allerdings glaubt mehr als die Hälfte der Befragten nicht, dass bessere pädagogische Kompetenzen seitens der an der betrieblichen Ausbildung beteiligten Personen Ausbildungsabbrüche verhindern könnten. Vielmehr sei es wichtig, eine bessere Vorbereitung auf das Berufsleben und die stärkere Vermittlung sozialer Kompetenzen in den Fokus zu nehmen. Neben gezielten individuellen Förderungen müsse auch eine intensivierte Betreuung der Auszubildenden gewährleistet werden, um Konflikte früh zu erkennen und eine erfolgreiche Ausbildung sicherzustellen.

Der Innovationsdialog Handwerk in NRW wird gefördert vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

Weitere Informationen unter www.innovationsdialog-handwerk.nrw.

Save-the-Date:

Auftaktveranstaltung zur Fachkräfteoffensive NRW am 11. Mai 2023

Mit der Fachkräfteoffensive NRW stellt sich die Landesregierung NRW einer der zentralen Zukunftsaufgaben für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft: der Fachkräftesicherung. Unter Federführung des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen findet am 11. Mai 2023 von 10:00 Uhr bis 15:00 Uhr im Congress Centrum Düsseldorf die Auftaktveranstaltung zur Fachkräfteoffensive NRW statt.

Im Rahmen der Veranstaltung werden Arbeitsminister Karl-Josef Laumann und weitere Mitglieder der Landesregierung sowie Expertinnen und Experten aus Politik, Wirtschaft und Sozialpartnerschaft zu den Schwerpunkten der Fachkräfteoffensive NRW diskutieren sowie mehrere Workshops den Teilnehmenden Gelegenheit bieten, sich mit ihren Ideen sowie Anregungen zu beteiligen und aktiv an dem Prozess mitzuwirken.

#freiwilligfürandere:

Ideenforum Junges Ehrenamt NRW – Für Dich und Dein Ehrenamt

Junge Handwerkerinnen und Handwerker im Alter zwischen 18 und 33 Jahren mit ehrenamtlichen Erfahrungen können sich für das »Ideenforum Junges Ehrenamt NRW« anmelden, das am Freitag, den 16. Juni 2023 ab 12:30 Uhr auf Schloss Raesfeld (Westmünsterland) stattfinden wird.

Sich ehrenamtlich zu engagieren und für unsere Gesellschaft, die Sicherheit, die Umwelt oder Hilfsbedürftige in anderen Ländern Verantwortung zu übernehmen und diese zu unterstützen, ist Vielen im Handwerk ein persönliches Anliegen. Gemeinsam mit Anderen opfern diese Menschen eine Menge Freizeit und organisieren ihr freiwilliges Engagement. Hierfür ist neben viel Energie und einer starken Überzeugung vor allem ein berufliches und familiäres Umfeld nötig, welches das erforderliche Verständnis mitbringt.

Mit dem »Ideenforum Junges Ehrenamt NRW« bietet die Akademie des Handwerks Schloss Raesfeld unter dem Dach der Ehrenamtsakademie des NRW-Handwerks gemeinsam mit dem Westdeutschen Handwerkskammertag (WHKT) 20 ehrenamtlich engagierten Handwerkerinnen und Handwerkern (in Ausbildung, dualem Studium, Meisterschule, Beruf etc.), die sich #freiwilligfürandere einsetzen, im Rahmen des gemeinsamen Forums die Möglichkeit der Unterstützung und Anerkennung.

Das Ideenforum wird unter professioneller Anleitung einer Trainerin sowie im Austausch mit Gleichgesinnten als modernes Workshop-Konzept stattfinden. Ziel ist, nicht nur die Motive des eigenen Engagements herauszuarbeiten, sondern sich auch über die Herausforderungen, denen junge Ehrenamtliche im Ehrenamt begegnen, auszutauschen und zu erfahren, wie diese zu meistern sind. Zudem besteht ein weiteres Ziel darin, neue Wege zu identifizieren, Handwerkerinnen und Handwerker für die Perspektiven im Ehrenamt zu begeistern.

WHKT-Präsident Berthold Schröder zum »Ideenforum Junges Ehrenamt NRW«: »Mit dem Ideenforum möchten wir jungen Handwerkerinnen und Handwerkern ihr Engagement im Ehrenamt erleichtern, sie bestärken, ihnen zuhören und sie unterstützen sowie vor allem dafür sorgen, dass sie die nötige Wertschätzung erfahren. Unsere Gesellschaft und das Handwerk selbst brauchen das Engagement dieser besonderen Menschen. Wir freuen uns daher auf den Auftakt, auf das Kennenlernen, die Erfahrungen, Ideen und vor allem die Leidenschaft und Freude, die das Ehrenamt allseits prägt.«

Im Anschluss an das Ideenforum lädt der WHKT zur Teilnahme am 9. Treffpunkt Ehrenamt Handwerk NRW mit Ministerin Mona Neubaur sowie zur Würdigung der Teilnehmenden am »Ideenforum Junges Ehrenamt NRW« ein. Infos hierzu: www.ehrenamt-handwerk-nrw.de

Maximal 20 Interessierte können sich unter dem nachfolgenden Link anmelden: www.akademie-des-handwerks.de/forum/

Die Teilnahme am »Ideenforum Junges Handwerk NRW« sowie am 9. Treffpunkt Ehrenamt Handwerk NRW ist kostenfrei. Die An- und Abreise organisieren die Teilnehmenden selbst. Parkplätze stehen ausreichend zur Verfügung.

Das »Ideenforum Junges Ehrenamt NRW« wird als Fortbildung realisiert von der Akademie des Handwerks Schloss Raesfeld unter dem Dach der Ehrenamtsakademie des NRW-Handwerks und finanziell gefördert von der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen.

Der »Treffpunkt Ehrenamt Handwerk NRW« wird jährlich vom Westdeutschen Handwerkskammertag mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen organisiert.

MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen:

Save the date: Digitaler Mobilitätstag Handwerk in der Metropole Ruhr am 16.05.2023

Die Handwerkskammern Dortmund, Düsseldorf und Münster präsentieren am 16. Mai 2023, ab 12.00 Uhr online, gemeinsam mit weiteren Partnern eine breite Palette an aktuellen Strategien und Lösungen für eine zukunftsfähige Mobilität in der Metropolregion Ruhr.

Der MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen unterstützt die Kammern bei der Organisation und Durchführung.

Im Fokus des Digitalen Mobilitätstags stehen folgende Themen, zu denen es jeweils einen Fachbeitrag und einen Erfahrungsbericht eines Handwerksbetriebs gibt:

  • Betriebliches Mobilitätsmanagement
    Mobilität im Betrieb neu denken und Kosten sparen
     
  • Mitarbeiter-Mobilität
    Auf neuen Wegen gesund und entspannt zur Arbeit kommen
     
  • Förderprogramme
    Wie kann mein Betrieb profitieren?
     
  • Lastenräder & Micro-Mobilität
    Alternativen zum Transporter bei Klein- und Serviceaufträgen
     
  • Photovoltaik, Batteriespeicher & Elektromobilität
    Sonne tanken und laden am Betriebsstandort
     
  • Fahrradfreundlicher Arbeitgeber
    Als Unternehmen Vorbild sein

Die digitale Veranstaltung findet am Dienstag, den 16. Mai von 12:00 bis 18:00 Uhr statt. Weitere Informationen und Anmeldung: www.hwk-do.de/digitaler-mobilitaetstag 

Förderprogramm IQ:

Regionales Integrationsnetzwerk IQ NRW West für neue Förderphase bewilligt

Der WHKT hat sich mit der Konzeption eines Netzwerks IQ NRW West als Koordinierungsstelle an dem Förderaufruf des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales im Jahr 2022 beteiligt. Seit Mitte März 2023 liegt nun der offizielle Bewilligungsbescheid vor, welcher den Zeitraum 01. Januar 2023 bis 31. Dezember 2025 abdeckt. In dieser Zeit erfolgt die Umsetzung der insgesamt 16 Teilvorhaben gemeinsam mit den Netzwerkpartnern.

Das Ziel des Förderprogramms IQ besteht darin, in Deutschland lebende Erwachsene mit ausländischer Herkunft dabei zu unterstützen, nachhaltig und bildungsadäquat in den Arbeitsmarkt einzumünden. Im Mittelpunkt dabei:

  • Unterstützung im Verfahren der Anerkennung von im Ausland erworbenen formalen Berufsqualifikationen
  • Sicht- und Nutzbarmachung von ausländischen Abschlüssen, die gleichfalls außerhalb formaler Anerkennungsverfahren liegen
  • Fachkräftegewinnung und -sicherung in Deutschland


Um die in NRW seit 2012 über das Förderprogramm IQ erfolgreich etablierte Beratung zur beruflichen Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse weiter zu optimieren, hat der WHKT in einem ersten Schritt in der neuen Förderphase eine Onlineplattform für Ratsuchende programmiert und unter www.anerkennungsberatung-iq.de freigeschaltet. Gemeinsam mit insgesamt neun IQ Anerkennungs- und Qualifizierungsberatungsstellen in ganz NRW entsteht so eine digitale Plattform, über die Ratsuchende ihre Anliegen und Dokumente erfassen und ein direkter Kontakt mit den IQ Beratungsstellen hergestellt wird.

In insgesamt 11 Sprachen werden Nutzerinnen und Nutzer durch das System geleitet.

Details zu den Aktivitäten und Trägern im Förderprogramm IQ in NRW: www.iq-nrw-west.de

Das Förderprogramm »Integration durch Qualifizierung (IQ)« wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge administriert. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Bundesagentur für Arbeit.

Handwerk im Hafthaus:

Werkstatt-Tage im Justizvollzug

Die Suche nach geeigneten Fachkräften stellt für Betriebe eine der größten Herausforderungen der heutigen Zeit dar. Wenn altbewährte Wege für die Personalakquise nicht mehr die gewünschten Ergebnisse liefern, gilt es, sich nach neuen Wegen umzuschauen und Alternativen zu finden. Vor diesem Hintergrund unterstützen die Handwerkskammern Aachen und Dortmund die Initiative »Handwerk im Hafthaus«, die der Westdeutsche Handwerkskammertag gemeinsam mit dem Ministerium der Justiz NRW vor einem Jahr auf den Weg gebracht hat. Ziel dieses Vorhabens ist es, die guten Ausbildungsleistungen der beiden Justizvollzugsanstalten Heinsberg und Bochum-Langendreer sichtbar zu machen und Betrieben Möglichkeiten aufzuzeigen, ehemalige Inhaftierte als Fachkräfte, Auszubildende oder für Helfertätigkeiten zu beschäftigen.

In der Justivollzugsanstalt Heinsberg können junge Männer im Alter von 14 bis 24 Jahren während ihrer Haftzeit eine Vielzahl beruflicher Qualifizierungen in Anspruch nehmen. Die JVA Bochum-Lanendreer bietet ihren erwachsenen Inhaftierten berufsvorbereitende Qualifizierungen und Umschulungen in vielfältigen Berufen an – mit dem Ziel, nach der Haft motiviert und gut vorbereitet in den Arbeitsmarkt einzumünden und so den Weg zurück in die Gesellschaft zu finden.

Die Bandbreite der möglichen Berufsabschlüsse und Qualifizierungen ist breit aufgestellt: in Heinsberg können Inhaftierte vom Hochbaufacharbeiter und Maurer über den Maler und Lackierer, die Fachkraft für Metalltechnik und den Industriemechaniker bis hin zum Lichtbogenschweißer vielfältige Abschlüsse erwerben, die ihren persönlichen Interessen und Neigungen entsprechen. In der JVA Bochum-Langendreer können Inhaftierte neben diesen Berufsabschlüssen auch den Abschluss als Elektroniker für Betriebstechnik, Industrieelektroniker mit der Fachrichtung Betriebstechnik, Gärtner mit der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau und einige weitere Abschlüsse erwerben. Beide Vollzugsanstalten bieten ihren Gefangenen außerdem in zahlreichen Handwerksberufen sogenannte Teilqualifizierungen an. Mit diesen Teilqualifizierungen erwerben die Inhaftierten eine solide berufliche Basis, die im übrigen zu einer Anrechnung auf die Ausbildungsdauer einer anschließenden Berufsausbildung führen kann.

Betriebsinhaberinnen und -inhabern, die sich ein Bild von den Ausbildungseinrichtungen in den Vollzugsanstalten machen möchten, bietet sich hierzu eine gute Gelegenheit im Rahmen der Werkstatt-Tage der Vollzugsanstalten an. Diese finden in der JVA Heinsberg am 19. und 20. April 2023 und in der JVA Bochum-Langendreer am 4. und 5. Mai 2023 statt. Neben einer Besichtigung der Werkstätten besteht die Möglichkeit, mit dem Ausbildungspersonal und den Gefangenen unverbindlich ins Gespräch zu kommen. Auch die Ausbildungsberatung und die Lehrstellenvermittlung der Handwerkskammern Aachen und Dortmund werden an diesen Tagen für Fragen interessierter Betriebe vor Ort in den Vollzugsanstalten vertreten sein.

Für die Teilnahme ist eine vorherige Anmeldung erforderlich. Weitere Informationen zur Initiative »Handwerk im Hafthaus« und zu den Werkstatt-Tagen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie unter www.handwerk-im-hafthaus.de.

Tour d’Europa – Kunsthandwerk international!:

Handwerkskammer Aachen begleitet Europäische Tage des Kunsthandwerks (ETAK) in NRW

Vom 31. März bis 2. April finden in ganz Deutschland die Europäischen Tage des Kunsthandwerks (ETAK) statt. Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerker sowie Designerinnen und Designer können sich für die zehnte Auflage dieses Ereignisses bewerben. An den drei Tagen haben die Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, eine Entdeckungstour durch die Werkstätten von Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerkern sowie Kreativschaffenden zu unternehmen und dabei die unverwechselbare Handschrift der Kreativszene zu erleben.

Für Nordrhein-Westfalen begleitet die Handwerkskammer Aachen das Ereignis und berät Interessierte. Weitere Informationen unter https://nrw.kunsthandwerkstage.de/.

Messe Meets Mittelstand:

NRW: Förderung auf internationalen Messen im In- und Ausland

Partner im Ausland finden. Kunden, Lieferanten, Kooperationspartner. Internationale Messen sind hierfür ideal. Der Aufwand für einen Stand auf einer internationalen Messe übersteigt häufig das Budget eines Unternehmens. Das Land NRW unterstützt deshalb kleine und mittlere Unternehmen mit der Förderung Messe meets Mittelstand.

Neu ist, dass auch Einzelbeteiligungen von Handwerksunternehmen im In- und Ausland förderfähig sind. Auch für die Beteiligung – einzeln oder mit einer Gruppe von Unternehmen - auf internationalen Messen in Deutschland kann daher die Förderung nun beantragt werden. Voraussetzungen sind:

  • kleine und mittlere Unternehmen bis zu 250 Mitarbeiter
  • bis zu 10 Mio. Euro Vorjahresumsatz bei Messen in EU- oder EFTA-Ländern
  • bis zu 50 Mio. Euro Vorjahresumsatz bei Messen außerhalb von EU- oder EFTA-Ländern
  • konzernunabhängig

Die Förderung beträgt 50% der Kosten für Standmiete und Standbau, jährlich bis zu maximal 7.500 Euro. Bis zur Gesamt-Förderhöhe von 7.500 Euro können in einem Jahr auch mehrere Anträge gestellt werden.

Beratung für ihre Auslandstätigkeit erhalten Unternehmen bei den Außenwirtschaftsberaterinnen und -beratern der Handwerksorganisation: www.handwerk-international.net/ansprechpartner.

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Erfolgsmodell für Schülerinnen und Schüler:

Karrierestart mit dualer Berufsbildung in NRW

Dass junge Menschen nach ihrem Schulabschluss ihre Karriere mit einer Dualen Berufsausbildung im Handwerk starten, findet beim Land Nordrhein-Westfalen breite Unterstützung. So führt etwa das NRW-Schulministerium unter dem Titel »Die duale Berufsausbildung als Chance für eine berufliche Karriere« gemeinsam mit der Wirtschaft digitale Elternveranstaltungen durch. Selbst erklärt NRW-Schulministerin Feller dazu: »Der Wechsel von der Schule ins Berufsleben ist für Jugendliche und auch ihre Eltern ein ganz besonderer Schritt. In dieser wichtigen Entscheidungsphase wollen wir sie so gut wie möglich unterstützen und aus erster Hand über die vielfältigen Chancen und Vorzüge einer Berufsausbildung informieren. Eine duale Ausbildung bietet hervorragende Karrierechancen.« (Presseinformation – 112/02/2023)

Arbeitsminister Karl-Josef Laumann erklärt: »Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels und der großen, dauerhaften sozialen Schwierigkeiten, die mit einer gebrochenen Bildungsbiografie einhergehen, darf uns kein junger Mensch am Übergang von der Schule in den Beruf verloren gehen. Das ist auch erklärtes Ziel aller Partner der Landesregierung im Ausbildungskonsens NRW und ist fest in der Fachkräfteoffensive NRW verankert.« (Presseinformation – 24.02.2023)

Der immense Fachkräftemangel im Handwerk verschärft sich aktuell durch demografische Entwicklungen und Transformationsprozesse, insbesondere durch die Verwirklichung der Energie- und Klimawende sowie die Digitalisierung. Handwerksbetriebe brauchen hervorragend ausgebildete Fachkräfte, um die Aufgaben zu bewältigen.

Die Ausbildungsangebote und Angebote der Höheren Berufsbildung des Handwerks seien in NRW breit aufgestellt, unterstreicht in diesem Zusammenhang der Präsident des WHKT, Berthold Schröder. »Die Duale Berufsausbildung ist im Inland ein Erfolgsmodell für Schülerinnen und Schüler aller Schulabschlüsse und stößt weltweit auf Anerkennung.« Jährlich registrierten die sieben Handwerkskammern zwischen 28.000 und 30.000 neue Ausbildungsverträge im Handwerk. Präsident Schröder: »Wir müssen alle Potentiale erschließen, sei es bei Personen im Übergangssystem zwischen Schule und Beruf, bei Studienzweiflerinnen und Studienzweiflern sowie Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern.«

Ein wichtiger Schritt um die Fachkräftelücke zu schließen und jungen Menschen die Karrierewege mit einer dualen Berufsausbildung näherzubringen, besteht darin, dass Politik und Wirtschaft gemeinsam die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung herstellen. Außerdem gilt es, in den allgemeinbildenden Schulen die berufliche Orientierung in Richtung duales Berufsbildungssystem wesentlich auszubauen. »Praktikumsprämien« sind ein möglicher Baustein. In Sachsen-Anhalt unterstützt das Land Schülerinnen und Schüler mit 120 Euro pro Woche, wenn sie sich während der Ferien für ein Schülerbetriebspraktikum zur beruflichen Orientierung entscheiden. Hans-Peter Wollseifer, Präsident der Handwerkskammer zu Köln, stellte das Modell im Rahmen eines Besuchs von NRW-Schulministerin Feller in der Karrierewerkstatt der Kölner Handwerkskammer vor. (Medieninformation 05/2023, HWK zu Köln)

Ein Austausch zu dem Thema Fachkräftesicherung und duale Berufsausbildung mit NRW-Bildungsministerin Dorothee Feller wird im Rahmen der WHKT-Vollversammlung am 25. April 2023 in der Akademie des Handwerks Raesfeld stattfinden.

Forum Klimaresilienz NRW:

Fachsession Handwerk und Klimaanpassung am 27.03.2023

Am 27.03.2023 findet in den Räumen des NRW-Umweltministeriums in Düsseldorf und unter Beteiligung von Umwelt- und Verkehrsminister Oliver Krischer das »Forum Klimaresilienz NRW« statt. Nachmittags widmet sich eine Fachsession der Rolle des Handwerks bei der Anpassung an den Klimawandel.

Die Zunahme extremer Wetterphänomene wie Starkregen, Hitze, Dürreperioden oder Unwetter mit Überflutungen, Hagel oder Sturm und eher schleichende Veränderungen wie das Absinken des Grundwasserspiegels betreffen Handwerksbetriebe, ihre Standorte und ihre Arbeitsprozesse. Zugleich können einige Gewerke erheblich dazu beitragen, durch präventive Maßnahmen schwerwiegende Folgen zu vermeiden. Die Gelingensbedingungen dafür werden Gegenstand der Fachsession Handwerk »Handwerk.macht.Klimaanpassung« sein.

Die Veranstaltung wird organisiert vom Netzwerk Klimaanpassung & Unternehmen.NRW. Der Westdeutsche Handwerkskammertag und Handwerk.NRW begleiten die Fachsession Handwerk. Wir freuen uns über reges Interesse.

Weitere Informationen und den Link zur Anmeldung finden Sie unter  https://klimaanpassung-unternehmen.nrw/event/forum-klimaresilienz-nrw.

Gesundheitshandwerke:

Ausgabe von elektronischen Berufsausweisen (eBA) in den Gesundheitshandwerken

Im Rahmen der Digitalisierung des Gesundheitswesens bildet die Telematikinfrastruktur einen umfassenden digitalen Rahmen für die Verwaltungs- und Versorgungsverfahren in allen Leistungen des Gesundheitswesens. In 2026 wird die Anbindung der Gesundheitshandwerke an die Telematikinfrastruktur und ihre Nutzung verpflichtend. Die Handwerkskammern übernehmen dabei nach § 91 Abs. 1 Nr. 14 HwO die Ausgabe der elektronischen Berufsausweise in den Gesundheitshandwerken. Zusammen mit den IT-Dienstleistern und den Kartenanbietern werden auf Bundesebene momentan die rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen für die Ausgabe geschaffen. Die Ausgabe dieser Ausweise soll im kommenden Jahr testweise an den Start gehen.

Der WHKT begleitet die Pilotierung der Ausgabe bei den NRW-Handwerkskammern Düsseldorf und Dortmund. Ende März findet dazu ein interner Auftaktworkshop zur Pilotierung des Ausgabesystems in der Handwerkskammer Düsseldorf statt.

Umfrage unter Vertreter/innen von Politik und Wissenschaft:

Fachkräftesicherung wird auch in Krisenzeiten als das wichtigste Zukunftsthema für das Handwerk wahrgenommen

Als Schnittstelle zwischen Handwerk, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft möchte der Innovationsdialog Handwerk in NRW die Einschätzungen und Meinungen aus dem Handwerk mit Erkenntnissen und Impulsen von externen Partnern flankieren, weshalb die Ergebnisse der ersten Umfrage unter Spitzenvertretungen aus Haupt- und Ehrenamt durch eine Befragung von handwerksnahen Forschungsinstituten, Wirtschaftsverbänden und der NRW-Landespolitik gespiegelt wurden.

 

Welche zwei Themen des Innovationsdialogs sind besonders wichtig?
14 der insgesamt 21 Vertreter/innen (66,7 Prozent) sehen die Fachkräftesicherung als dringendstes Thema an, welches dem Ergebnis der Umfrage innerhalb der Handwerksorganisation ähnelt, in der 64,2 Prozent der Befragten aus Haupt- und Ehrenamt ebenfalls Fachkräftesicherung als prioritäres Thema beurteilen. Als zweitwichtigstes Thema erachten die Vertreter/innen aus Politik und Wissenschaft mehrheitlich das Thema Nachhaltigkeit mit sieben Antworten, jeweils sechs Antworten geben Qualifikationsbedarfe und das Thema Digitalisierung als besonders wichtig an.


Wo liegt der größte Veränderungsbedarf im Handwerk?
Den größten Veränderungsbedarf im Handwerk sieht fast die Hälfte der Befragten besonders in der Ausbildung, gleichauf gefolgt von Digitalisierung und Nachhaltigkeit mit jeweils nur einer Stimme weniger. Damit ähneln die Ergebnisse sehr dem Meinungsbild aus dem NRW-Handwerk, welches einzig Mitarbeiterbindung als größeren Veränderungsbedarf als die drei genannten erachtet. Inhaltlich wurde etwa vorgeschlagen, dass die Ausbildung im Handwerk stärker auf aktuelle Themen wie Nachhaltigkeit und Digitalisierung fokussiert werden muss, um die Transformation für eine Attraktivitätssteigerung der beruflichen Bildung zu nutzen. Dieses und weitere hilfreiche Impulse wird der Innovationsdialog in seiner weiteren Ausrichtung berücksichtigen.

Der Innovationsdialog Handwerk in NRW wird gefördert vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

Weitere Informationen unter www.innovationsdialog-handwerk.nrw und auf den Social Media Kanälen (Facebook, Instagram, LinkedIn, Twitter) des Innovationsdialogs, die regelmäßig über die Inhalte des Projektes berichten.

MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen:

Dritter Imagefilm zum Thema »Nachhaltige Mobilität im Handwerk« produziert

Der MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen hat eine insgesamt dreiteilige Gute-Beispiele-Imagefilmreihe zum Thema »Nachhaltige Mobilität im Handwerk« produziert. Im Fokus des dritten Imagefilms steht der Handwerksbetrieb Bischof-Heizung GmbH & Co. KG aus Dissen am Teutoburger Wald. Der Heizungs- und Klimatechnikbetrieb setzt voll und ganz auf das Thema »Digitalisierung«, beispielsweise im Bereich der betrieblichen Mobilität. So wird die betriebseigene Fahrzeugflotte digital mit einer Fuhrparkmanagement Software gesteuert. Weiterhin hat der Betrieb die eigene Lagerlogistik digitalisiert und damit optimiert. Die dritte Folge ist unter folgendem Link zu finden: https://lnkd.in/e_MEWx_f

Darüber hinaus sucht der MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen weiterhin Handwerksbetriebe, die bereits (teilweise) nachhaltig mobil sind und Interesse hätten an einem Podcast oder bei einer Reportage als Interviewpartner mitzuwirken. Bei Interesse kurze Mail an: heike.rosenberger[ ät ]whkt.de 

Aktuelle Hinweise zu interessanten Veranstaltungen mit Bezug zur nachhaltigen Mobilität sind ab sofort auf der Homepage des MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen www.mobilityhub-handwerk.de zu sehen.

Ehrenamtsakademie:

Ehrenamtsakademie baut Angebot weiter aus

Ehrenamtlich engagierte Handwerkerinnen und Handwerker erwartet in diesem Jahr ein abwechslungsreiches Angebot an Online- und Präsenzseminaren. Insbesondere stehen die Themen Kommunikation, Marketing & PR sowie Öffentlichkeitsarbeit auf dem Programm. Welche Ehrenämter im Handwerk ausgeübt werden können und welche rechtlichen Rahmenbedingungen dahinterstehen, wird ebenfalls erklärt. Damit sollen Engagierte in ihren Ehrenämtern unterstützt und Interessierte über ein freiwilliges Engagement informiert werden.

Die Seminare werden von der Akademie des Handwerks Schloss Raesfeld angeboten und von der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Maßnahme »Ausweitung des Angebotes an Weiterbildungen und Qualifizierungen für ehrenamtlich Engagierte und zivilgesellschaftliche Organisationen« gefördert. Die Angebote richten sich an alle engagierten Personen in Nordrhein-Westfalen und sind für die Engagierten kostenlos.

Mit Förderung der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) bereitet die Akademie Schloss Raesfeld derzeit ein Seminarangebot zum Thema Konfliktlösungen und Deeskalation vor, welches sowohl online als auch in Präsenz auf Schloss Raesfeld stattfinden soll. Nähere Informationen sowie Termine werden zeitnah auf der Webseite der Akademie eingestellt.

Anmeldung unter www.ehrenamtsakademie-handwerk.de oder www.akademie-des-handwerks.de.

Erasmus+ Projekt CAMPLUS:

Transnationale Partnerschaft verbessert Kompetenzerwerb von Geflüchteten für eine erfolgreiche Integration

Laut Schätzung des Flüchtlingskommissariats der Vereinten Nationen (UNHCR) ist 2022 die Zahl von gewaltsam aus ihrer Heimat vertriebenen Menschen auf mehr als 100 Millionen Menschen angestiegen, die nun vor der Herausforderung der Eingliederung in die aufnehmende Gesellschaft stehen. Damit diese Integration erfolgreich gelingen kann, sollen Flüchtende nach Möglichkeit bereits am Herkunftsort auf die Einwanderung in das Aufnahmeland vorbereitet werden. Dies soll dazu dienen, interkulturelle und interreligiöse Barrieren zu überwinden sowie Kompetenzen zu erwerben, die auf dem europäischen Arbeitsmarkt benötigt werden.

Die Initiative CAMPLUS setzt genau hier an, indem unabhängige und kostenlose Bildungsinhalte zur Stärkung der persönlichen und berufsbezogenen Kompetenzen entwickelt werden, um die Soft Skills von Menschen mit Fluchterfahrung zu verbessern. So soll eine persönliche und berufliche Weiterentwicklung auf Grundlage eines lebenslangen Lernens ermöglicht und modellhaft erprobt werden. Unter französischer Leitung arbeiten die europäischen Partner aus Griechenland, Italien, den Niederlanden und Deutschland daher eng mit der Polytechnischen Universität Erbil im Irak zusammen, deren Aufgabe darin besteht, die erarbeiteten Bildungsressourcen vor Ort mit Lehrkräften und Flüchtenden zu testen. Das letzte transnationale Treffen des Konsortiums fand unter Einbeziehung von Vertretern des UNHCR und des Bildungsministeriums der Region Kurdistan-Irak statt, das seine Unterstützung für die Partnerschaft und ihre Ziele ausdrücklich bekräftigte.

Der WHKT programmiert im Rahmen des Projektes eine digitale Lernplattform, die im laufenden Jahr praxisnah erprobt und validiert werden soll. Der Zugang zu dieser Plattform und die Nutzung aller Inhalte wird kostenfrei möglich sein. Durch den Erwerb und die Verbesserung der Kompetenzen von Flüchtenden kann mittelfristig deren Beschäftigungsfähigkeit durch eine Vorbereitung auf eine berufliche Qualifizierung erhöht werden.

Die Umsetzung der Partnerschaft erfolgt mit Kofinanzierung von der Europäischen Union.

Save the Date – 27. Mai 2023:

MANUFACTUM – Verleihung der Staatspreise für angewandte Kunst und Design im Handwerk im Land Nordrhein-Westfalen

Die diesjährige Verleihung  des Staatspreises für angewandte Kunst und Design im Handwerk im Land Nordrhein-Westfalen MANUFACTUM durch den Schirmherrn, Ministerpräsident Hendrik Wüst, und Wirtschaftsministerin Mona Neubaur wird am 27. Mai 2023 im großen Sendesaal des WDR und anschließend im MAKK – Museum für Angewandte Kunst Köln feierlich durchgeführt.

Neu in diesem Jahr: Aus dem »Staatspreis für das Kunsthandwerk« wird zum ersten Mal der »Staatspreis für angewandte Kunst und Design im Handwerk«. Der traditionsreiche Wettbewerb ‑ MANUFACTUM ‑ hat in 60 Jahren sein Gesicht oft verändert, doch er bleibt eine Leistungsschau des gestaltenden Handwerks in Nordrhein-Westfalen und einer der bedeutendsten Preise seiner Art in Deutschland.

Die nominierten Arbeiten sind vom 27. Mai bis zum 13. August 2023 in einer Ausstellung im MAKK - Museum für Angewandte Kunst Köln zu sehen.

Korea – Praktikanten für NRW:

Staatliche koreanische Jobagentur vermittelt junge Fachkräfte für Praktika nach NRW

HRD Korea, die staatliche koreanische Jobagentur vermittelt Praktikanten in technischen Berufen nach NRW. Die Fachkräfte (in Ausbildung/Studium) werden speziell auf die Profile der kooperierenden NRW-Unternehmen gesucht.

Die koreanischen Praktikantinnen und Praktikanten 

  • sind zwischen 18–34 Jahre alt
  • sind in einer technischen (hochschulischen) Ausbildung oder haben diese beendet
  • verfügen über max. 2–3 Jahre Berufserfahrung
  • sprechen englisch, ggf. können auch deutschsprachige Praktikanten gesucht werden
  • erhalten ein Stipendium aus Korea, das Visum, Versicherung, Reise- und Lebenshaltungskosten für den Aufenthalt abdeckt. Von den aufnehmenden Betrieben wird nicht erwartet, die Praktikanten zu vergüten.

Geplant ist ein Aufenthalt von Juli bis November 2023. Nach Übermittlung der Interessensbekundungen an HRD Korea bis Mitte März wird dort nach passenden Interessenten für die Tätigkeitsprofile gesucht.

Das aufnehmende Unternehmen erhält eine Vergütung von 1.400 Euro für die Aufnahme eines Praktikanten.

Im Anschluss ist den Praktikantinnen und Praktikanten freigestellt, ob sie weiter in Deutschland arbeiten oder nach Korea zurückkehren möchten. Das Programm ist ein Pilotprojekt, aus dem zunächst 25 junge Fachkräfte nach NRW entsandt werden sollen. Die Erfahrungen sollen in die Weiterführung des Programms einfließen.

Kontakt: Almut Schmitz, LGH, schmitz[ ät ]lgh.de; 0211-30108450

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Vorschau:

Was uns 2023 erwartet

In dem breiten Themenfeld des WHKT lässt sich eine zuverlässige Vorschau der Themen für das Jahr 2023 beschreiben, denn einige Themen stehen bereits fest, andere sind mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartbar. Die nachfolgenden Überschriften zeigen, mit welchen Themen der WHKT sich auf jeden Fall im Jahr 2023 beschäftigen wird. Jenseits der Projektarbeit und den Veranstaltungsformaten blickt der WHKT u.a. auf diese Themen:

 

Ausgabe von elektronischen Berufsausweisen an Gesundheitshandwerke
Die Ausgabe von elektronischen Berufsausweisen an Gesundheitshandwerke geht im kommenden Jahr testweise an den Start. Der WHKT begleitet die Pilotierung bei den NRW-Kammern Düsseldorf und Dortmund.

Azubiwohnen
Vor dem Hintergrund des immer enger werdenden Wohnungsmarktes erwarten wir eine intensivere Diskussion um Azubiwohnen und die Frage, wer Bauherr und Betreiber solcher Einrichtungen auf welchen Grundstücken werden wird.

Berufliche Orientierung der Schüler/innen
Die berufliche Orientierung im Hinblick auf passende Anschlüsse nach der Schulzeit ist noch nicht so erfolgreich, wie alle Akteure es sich vorstellen. Weitere Stellschrauben im System der beruflichen Orientierung für Nordrhein-Westfalen werden in 2023 beraten und umgesetzt.

Bundesgesetzliche Weiterentwicklung der Fachkräfteeinwanderung
Auf der Basis der Eckpunkte aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales für eine Weiterentwicklung der Fachkräfteeinwanderung wird in 2023 ein Gesetz erwartet, welches zusätzliche Regelungen schafft und das Einwanderungsrecht und Regelungen zu Aufenthaltstiteln hoffentlich nicht noch komplizierter macht.

Clearingverfahren ausbauen
Das Mittelstandsförderungsgesetz ermöglicht der Clearingstelle, Clearingverfahren anzuregen, um im Einzelfall geltendes Recht zu überprüfen. Die neuen Möglichkeiten werden in Pilotverfahren getestet, Prozesse werden etabliert und die Ergebnisse in den Mittelstandsbeirat gespiegelt.

Cybersicherheit wird immer wichtiger
Mit gemeinsamen Initiativen in Nordrhein-Westfalen wird Wirtschaft und Verwaltung motiviert und noch stärker beraten werden, ihre digitalen Systeme sicherer aufzustellen und damit Cyberangriffen besser begegnen zu können.

Digitalisierung der Verwaltungsleistungen
Mit den Anträgen zur öffentlichen Bestellung und Vereidigung als Sachverständige und zur Eintragung und Löschung aus der Handwerksrolle werden über das Wirtschafts-Service-Portal.NRW bereits einige Kammerleistungen digital angeboten. Weitere Kammerleistungen werden über die Nachnutzungsallianz zeitnah und bürokratiearm umgesetzt.

Distanzunterricht in der Berufsschule
Im Regelsystem der Beschulung von Auszubildenden soll zukünftig nicht nur Präsenzunterricht stattfinden. Wie ein hybrider Unterricht idealerweise ausgestaltet werden sollte, wird in diesem Jahr austariert und abgestimmt.

Ehrenamtsakademie Handwerk (EAH) wird weiter ausgebaut
Ehrenamtlich Tätige im Handwerk werden auch im Jahr 2023 mit Qualifizierungs- und Austauschangeboten unter der Dachmarke Ehrenamtsakademie Handwerk (EAH) von der Akademie Schloss Raesfeld landesweit unterstützt.

Energiekrise und Energiewende
Energiesicherheit und Energiepreise werden das Jahr 2023 weiter umtreiben. Das betrifft kurzfristig den Start der Härtefallhilfen und Maßnahmen, die Betriebe in das »new normal« begleiten. »NRW spart Energie« bleibt aktuell. Die Beschleunigung des Ausbaus erneuerbarer Energien wird unterstützt durch Maßnahmen auf mehreren Ebenen. Auf europäischer Ebene werden wichtige Gesetzgebungsverfahren des Fit für 55-Paket abgeschlossen und es startet die Revision des Strommarktdesigns.

Fachkräfteoffensive für das Handwerk
Die Aktivitäten für eine Fachkräfteoffensive für das Handwerk, wie sie in der Koalitionsvereinbarung der Landesregierung in NRW vereinbart ist, wird im angelaufenen Jahr Gestalt annehmen.

Fachkräfte- und Auszubildendengewinnung für das Handwerk aus dem Ausland
Da der Druck im Handwerk für mehr Fachkräfte in den Betrieben kontinuierlich steigt, wird die Anwerbung und Integration von Fachkräften aus dem Ausland noch stärker in den Mittelpunkt rücken als in den vergangenen Jahren.

Kleine Bauvorlageberechtigung
Die kleine Bauvorlageberechtigung für Meisterinnen und Meister des Maurer- und Betonbauer- und des Zimmererhandwerks ist geplant. Im gleichen Zuge soll eine neue Landesbauordnung NRW erlassen werden, die vermutlich im Jahr 2024 in Kraft treten soll.

Kompetenzen der Schulabgänger/innen
Aufgrund aktueller Schulleistungsstudien, einem stark steigenden Unterrichtsausfall, aufgrund von Lehrkräftemangel in Nordrhein-Westfalen und dem geringen Lernfortschritt aus den Coronajahren wird die Diskussion um die Anschlussfähigkeit von schulentlassenen jungen Menschen in die berufliche sowie akademische Bildung zunehmen.

Landes- und Regionalplanung
Im Rahmen der Landes- und Regionalplanung setzt sich der WHKT weiter für die ausreichende Ausweisung von Gewerbe- und Industrieflächen in städtischen und ländlichen Räumen ein.

Meistergründungsprämie
Da die Landesregierung der Koalitionsvereinbarung die Meistergründungsprämie »noch attraktiver gestalten« will, erwartet der WHKT Änderungen der Förderkonditionen in 2023.

Meisterprämie
Das Land Nordrhein-Westfalen wird im Verlauf dieses Jahres ein Förderprogramm auflegen, das erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen der Meisterprüfung eine sogenannte »Meisterprämie« zahlt.

Nachhaltigkeit
Auf EU-Ebene sind eine Reihe von Gesetzgebungsverfahren anhängig, die sich mit unterschiedlichen Dimensionen von Nachhaltigkeit befassen: Nachhaltigkeitsberichterstattung, Ökodesign, Lieferketten, Verpackungsrecht. Sicherzustellen, dass diese handwerksverträglich gestaltet sind, wird für Handwerksbetriebe von wesentlicher Bedeutung sein. Weitere Gesetzesvorhaben sind angekündigt, die vor allem das Thema Kreislaufwirtschaft vorantreiben. Dazu gehören beispielsweise ein Vorschlag zum ökologischen Fußabdruck, ein Recht auf Reparatur und die Überarbeitung der Abfallrahmenrichtlinie.

Neuregelungen zur Fachkräfteeinwanderung
Das Bundesarbeitsministerium hat mit seinen Eckpunkten angekündigt, dass die Regelungen zur Fachkräfteeinwanderung erweitert werden, um ein größeres Potenzial an qualifizierten Menschen aus Drittstaaten für den Arbeitsmarkt in Deutschland gewinnen zu können.

Qualifizierung für den Markt der regenerativen Energien
Um die politischen Ziele der Energiewende zu erreichen und möglichst viele Handwerksbetriebe für diesen Markt aufzuschließen, müssen immer mehr Führungskräfte sowie Gesellinnen und Gesellen im Handwerk für die Planung und Ausführung der notwendigen Arbeiten zur Installation und Wartung von regenerativen Energietechnologien, wie Wärmepumpen, PV-Anlagen und Windkraft, qualifiziert werden.

Sachverständigenwesen
Die Zahl an Neu- und Wiederbestellungen von handwerklichen Sachverständigen nimmt stetig ab. Gleichzeit nimmt die Nachfrage an Gutachterleistungen durch Gerichte und Privatpersonen zu. Es müssen Wege gefunden werden, um Nachwuchs zu gewinnen.

Studienzweifler für eine Karriere über die berufliche Bildung gewinnen
Die Landesregierung will daran mitwirken, mehr Zielgruppen für die duale Erstausbildung, Umschulung und berufliche Qualifizierungen zu gewinnen. Besonders spannend wird die Etablierung von Strukturen, um das Ziel des Koalitionsvertrags umzusetzen: „Studierenden, die sich während eines Studiums umorientieren wollen, wollen wir eine verbesserte Beratung hin zu einer dualen Ausbildung anbieten.“

»Übergangssystem« zwischen Schule und Beruf erneut im Fokus
Nicht nur das weiter steigende Durchschnittsalter beim Einstieg in eine duale Ausbildung, sondern auch eine sehr große Anzahl von Schülerinnen und Schülern, die nach der allgemeinbildenden Schule weiter zur Schule gehen, beschäftigen die Bildungs- und Arbeitsmarktexperten aufgrund des enormen Fachkräftebedarfs in Wirtschaft und Verwaltung.

Vereinfachung und Digitalisierung des Planungs- und Genehmigungsverfahrens
Das Planungs- und Genehmigungsverfahren in verschiedenen Bereichen (z.B. Bauwesen, Verwaltung) und auf verschiedenen Ebenen (Kommune, Land, Bund) muss weiterhin vereinfacht und digitalisiert werden.
 
Vergabe
Die öffentliche Vergabe muss ganzheitlich digitalisiert werden. Die kommunale Auftragsvergabe muss attraktiv für das Handwerk gestaltet sein.

Vorhaben zur rechtlichen Verankerung des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR)
Zur Stärkung der Berufsbildung wird es weitere Initiativen geben, um den DQR rechtlich auf der Bundesebene zu verankern.

 

»Erfolgschance bei guter Vorbereitung im Heimatland und Unterstützung der aufnehmenden KMU«:

Präsident des Westdeutschen Handwerkskammertages Berthold Schröder zur Fachkräfteeinwanderungsoffensive des Bundes

Foto: WHKT/RG

Das Migrationspaket des Bundes enthält drei Säulen: 1. Eine Fachkräftesäule, für Fachkräfte mit anerkannten Berufsabschlüssen; 2. Eine Erfahrungssäule, d.h. die Voraussetzung mindestens zweijähriger Berufserfahrung in dem nicht reglementierten Beruf, der ausgeübt werden soll, und einen Berufsabschluss in einem anderen Beruf; 3. Eine Potentialsäule. Danach hätten Fachkräfte ohne bereits vorliegenden Arbeitsvertrag auf Basis eines Punktesystems und einer daraufhin vergebenen Chancenkarte die Möglichkeit zur Einreise, auch um beispielsweise einer Probebeschäftigung nachzugehen und einen Arbeitsplatz zu suchen.

 

Wie bewertet der Westdeutsche Handwerkskammertag (WHKT) die Pläne der Bundesregierung für eine Weiterentwicklung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes im Hinblick auf NRW?

»Mit den geplanten Neuregelungen im Migrationspaket hat der Bund wichtige Rahmenbedingungen angepasst, die es gerade auch Fachkräften mit beruflichen Qualifikationen schneller ermöglicht, nach Deutschland einzureisen. Wir erhoffen uns dadurch auch für die Erwerbsmigration ins NRW-Handwerk wichtige Impulse. Ob es allerdings tatsächlich gelingt, dass Betriebe des Handwerks und ausländische Fachkräfte die neuen Chancen für sich nutzen, ist von den regionalen Begleit- und Unterstützungsstrukturen abhängig und davon, ob sich gleichfalls die bürokratischen Herausforderungen von kleinen und mittleren Unternehmen meistern lassen«, betont WHKT-Präsident Berthold Schröder.

Der Erfolg der Bundesstrategie in NRW sei maßgeblich davon abhängig, wie es gelinge, das Thema in die Fachkräfteoffensive des Landes einzubetten. So bleibe der Prozess der Anwerbung, die vorbereitenden Maßnahmen im jeweiligen Herkunftsland sowie die professionelle Unterstützung der Betriebe bei den bürokratischen Hürden erfolgsentscheidend. »Zudem sind weiterhin sehr viele Akteure am gesamten Integrationsprozess beteiligt. Hier gilt es, regionale Netzwerke zu organisieren und Modelle anzubieten, die gerade aus betrieblicher Sicht Zeiträume überbrücken und Planungssicherheit bieten«, empfiehlt Schröder.

Welche Qualifikationen könnten über Zuwanderung erfolgen, welche über eine bessere Ausbildung der heimischen Bevölkerung?

Die Ausbildungsangebote und Angebote der Höheren Berufsbildung des Handwerks seien in NRW breit und vielfältig aufgestellt, unterstreicht der Spitzenrepräsentant des Kammertags. »Die Duale Berufsausbildung ist im Inland ein Erfolgsmodell für Schülerinnen und Schüler aller Schulabschlüsse und stößt weltweit auf Anerkennung.« Jährlich registrierten die sieben Handwerkskammern zwischen 28.000 und 30.000 neue Ausbildungsverträge im Handwerk. Schröder: »Wir müssen alle Potentiale erschließen, sei es bei Personen im Übergangssystem zwischen Schule und Beruf, bei Studienzweiflerinnen und Quereinsteigern.«

Handwerksbetriebe könnten aktuell noch deutlich mehr Menschen ausbilden, so der WHKT-Präsident. »Dennoch gelingt es ihnen aktuell noch nicht ausreichend, viel mehr junge Menschen für die Karrierewege des Handwerks zu interessieren. Die Gründe sind vielfältig.« Einerseits habe dies demografische Ursachen; aktuell rückten nur halb so viele Jugendliche aus den Schulen nach wie vor 50 Jahren. »Andererseits hat es aber auch damit zu tun, dass die berufliche Bildung gegenüber der akademischen Bildung nach wie vor nicht als gleichwertig in der Gesellschaft angesehen wird«, so Schröder. Auch daran müsse mit der Politik gemeinsam weitergearbeitet werden: »Weil wir in nahezu allen Berufen in den nächsten Jahren aufgrund der Berufsaustritte der geburtenstarken Jahrgänge in die Rente mehr Erwerbstätige benötigen als Nachwuchs im Inland zur Verfügung steht, werden wir auch auf Einwanderung setzen«, begründet der Präsident der Dachorganisation der NRW-Handwerkskammern seine grundsätzlich positive Haltung den Integrationsplänen des Bundes gegenüber.

Programm zur Förderung strukturschwacher Gebiete:

»Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Regionalen Wirtschaftsstruktur« (GRW) benachteiligt das Handwerk

Im vergangenen Monat wurde der neue Koordinierungsrahmen der »Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Regionalen Wirtschaftsstruktur« (GRW) überarbeitet und beschlossen. Die GRW ist ein Programm von Bund und Länder zur Förderung von Investitionen in strukturschwachen Gebieten. Auf dieser Grundlage überarbeitet das Land NRW aktuell die Förderrichtlinie zur Förderung der gewerblichen Wirtschaft im Rahmen des Regionalen Wirtschaftsförderungsprogramms.

Das nordrhein-westfälische Handwerk sieht in der neuen GRW und dem Richtlinienentwurf eine Verschlechterung der Förderfähigkeit des Handwerks gegenüber den bisherigen Rahmenbedingungen. Denn auf der einen Seite sind die Ziele der GRW und damit der Kreis des förderfähigen Gewerbes und der förderfähigen Infrastruktur ausgeweitet worden: Die Exportbasisorientierung ist weggefallen, stattdessen liegt der Fokus auf dem regionalen Absatz. Hinzugekommen ist u.a. auch die Förderung zur Beschleunigung der klimaneutralen und nachhaltigen Transformation. Auf der anderen Seite sind mehr Gewerke über die Negativliste von der Förderung ausgeschlossen: Neben dem weiterhin bestehenden Ausschluss des Baugewerbes von der Förderung ist nunmehr auch das Kraftfahrzeuggewerbe von der Förderung ausgeschlossen. Die Förderung für das Lebensmittelhandwerk wurde erschwert, indem es nur ausnahmsweise gefördert werden darf.

Der WHKT hat seine Kritik in der Stellungnahme gegenüber der Landesregierung deutlich gemacht. Die Stellungnahme ist hier zu lesen.

Sachverständigenwesen – Änderungen im Justizgesetz NRW:

Rechtliche Grundlage zur Übermittlung personenbezogener Daten durch Gerichte und Staatsanwaltschaften bei Pflichtverletzung des Sachverständigen geschaffen

Eine wesentliche Änderung der jüngsten Novellierung des Justizgesetzes NRW ist die lang ersehnte Einführung von § 43 a JustG NRW, die den Gerichten und Staatsanwaltschaften von Amts wegen die Übermittlung von Informationen über die von ihnen herangezogenen Sachverständigen und relevanten Akteninhalten an die Bestellkörperschaften erlaubt, soweit diese im Rahmen der gutachterlichen Tätigkeit vor Gericht gegen ihre Pflichten verstoßen. Geringfügige Pflichtverletzungen sind davon ausgenommen.

Auf diese Weise können die Kammern als Bestellkörperschaften die notwendigen Informationen erlangen, die zur Beurteilung, ob die von ihnen bestellten Sachverständigen ihrer Tätigkeit ordnungsgemäß nachgehen, unerlässlich sind und so bei Bedarf erforderliche Maßnahmen ergreifen. So kann langfristig der hohe Qualitätsstandard der öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen gewährleistet werden.

2023–2025:

Förderprogramm Integration durch Qualifizierung (IQ)

Mit dem Programm werden aus Mitteln des ESF+ sowie des BMAS bundesweit Maßnahmen unterstützt, die Zugewanderten und Zuwandernden mit ausländischer Qualifikation einen adäquaten Berufseinstieg ermöglichen. Das Anerkennungsgesetz sowie die Regelungen im Fachkräfteeinwanderungsgesetz (FEG) stehen dabei im Mittelpunkt.

Der WHKT war an den verschiedenen Förderphasen IQ seit 2005 beteiligt und hatte 2015 die Koordinierung für NRW übertragen bekommen. Mit der Neuausrichtung und Neustrukturierung der Förderrichtlinie IQ (2021-2027) wurde gleichfalls die bisherige Struktur der Landesnetzwerke aufgelöst und durch Regionale Integrationsnetzwerke ersetzt. Für den Zeitraum 2023–2025 hat der WHKT sich mit der Koordinierungsstelle für das Regionale Integrationsnetzwerk IQ NRW - West beworben.

Bei der neuen Förderrichtlinie steht zukünftig neben den Integrationsnetzwerken die IQ Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung und damit die individuelle Begleitung und Qualifizierung von Fachkräften mit ausländischer Herkunft in allen Berufsfeldern im Vordergrund. Digitale Beratungs- und Qualifizierungsangebote sollen dabei zum Einsatz kommen sowie eine Überführung in die Regelstruktur der beruflichen Qualifizierung sowie deren Finanzierung gewährleistet sein.

Geprägt ist die koordinierende Arbeit des WHKT im Förderprogramm IQ durch die Administration der Fördermittel für insgesamt 16 Teilvorhaben sowie die Umsetzung der Maßnahmen. Letztere zeichnet sich durch eine enge Kooperation mit relevanten Akteuren der Migration und Integration in der Verwaltung, Wirtschaft und Politik sowie kommunalen Einrichtungen und Migrantenorganisationen in NRW aus.

MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen:

Dreiteilige Imagefilmreihe zum Thema »Nachhaltige Mobilität im Handwerk« gestartet

Der MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen hat eine insgesamt dreiteilige Gute-Beispiele-Imagefilmreihe zum Thema »Nachhaltige Mobilität im Handwerk« produziert. Die ersten beiden Folgen sind jetzt auf der Projektwebseite unter www.mobilityhub-handwerk.de/gute-beispiele abrufbar.

Im ersten Film wird der Meister- und Ausbildungsbetrieb ZEP-Team! Dachdeckerei und Zimmerei aus Bielefeld vorgestellt. Geschäftsführer Eugen Penner setzt in seinem Betrieb auf das Thema Nachhaltigkeit, auch im Bereich der betrieblichen Mobilität. So verfügt der betriebseigene Fuhrpark über fünf E-Kleinfahrzeuge sowie über einen E-Kleintransporter. Weiterhin gehören zu diesem ein Lastenrad, das bei gewissen Wartungsarbeiten und Serviceleistungen zum Einsatz kommt, sowie ein vollelektrischer Kran. Zu finden ist dieses Beispiel unter: https://lnkd.in/eYUuaRbT.

Im zweiten Imagefilm wird der Handwerksbetrieb Kirschbaum Fenster- und Rollladen GmbH aus Köln vorgestellt. Kirschbaum Fenster- und Rollladen GmbH verfügt über 2 PV-Anlagen und versorgt damit unter anderem 4 Ladestationen für E-Fahrzeuge mit nachhaltigen, erneuerbaren Energien. Seit 2022 sind insgesamt 17 E-Fahrzeuge im Einsatz. Dieser Film ist unter folgendem Link: https://lnkd.in/ee9-UP_Z zu finden.

Seit neustem verfügt der MobilityHub auch über einen Newsticker. Anmeldungen sind über: www.mobilityhub-handwerk.de/ticker-abo möglich.

Darüber hinaus sucht der MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen Handwerksbetriebe, die bereits (teilweise) nachhaltig mobil sind und Interesse hätten an einem Podcast oder bei einer Reportage als Interviewpartner mitzuwirken. Bei Interesse kurze Mail an: heike.rosenberger[ ät ]whkt.de oder andrea.muckenheim[ ät ]whkt.de

Angewandte Kunst und Design im Handwerk:

Bewerbung zum Wettbewerb MANUFACTUM noch bis zum 31.01.2023 möglich

Noch bis zum 31. Januar 2023 können sich Designerinnen/Designer, Kunsthandwerkerinnen/Kunsthandwerker sowie Gestalterinnen/Gestalter ab dem vollendeten 25. Lebensjahr, die in Nordrhein-Westfalen leben und arbeiten, wieder um die Teilnahme an der Landesausstellung bewerben. Die Besten von ihnen werden mit dem Staatspreis ausgezeichnet.

Der traditionsreiche Wettbewerb, den die Landesregierung alle zwei Jahre ausschreibt, hat mit neuem Konzept an Attraktivität gewonnen und gehört mit insgesamt 60.000 Euro zu den bedeutenden Kunstpreisen in Deutschland. Er rückt das Unikat, das handgefertigte Einzelstück, in den Mittelpunkt.

2023 werden zum 31. Mal Handwerk, Design und angewandte Kunst auf höchstem Niveau einem breiten Publikum präsentiert. Die Wichtigkeit der Ausstellung im Museum für Angewandte Kunst in Köln (MAKK) unterstreicht die Landesregierung durch die Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten Henrik Wüst. Durch ihn erfolgt die feierliche Verleihung der Staatspreise am 27. Mai 2023.

Weitere Informationen zum vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen geförderten Staatspreis und Online-Bewerbung unter www.staatspreis-manufactum.de

Bilanz:

Vier Jahre »Netzwerk Qualifikationsanalyse« – Förderung von Qualifikationsanalysen im beruflichen Anerkennungsverfahren

Eine positive Bilanz zieht der WHKT aus vier Jahren Verbund-Projekt »NetQA« (2019–2022) zur fachlichen und finanziellen Unterstützung der zuständigen Stellen bei der Durchführung der »sonstigen Verfahren«. Das BMBF-geförderte Projekt unter fachlicher Steuerung des WHKT wurde von mehreren Partnern aus dem Handwerk und dem IHK-Bereich umgesetzt. Trotz des pandemie-bedingten Rückgangs an bundesweit durchgeführten Qualifikationsanalysen (QA) kann das Verbund-Projekt eine positive Bilanz ziehen. Der Wissenstransfer und die Vernetzung konnten erfolgreich digital vorangetrieben werden.

NetQA hat in insgesamt 37 Seminaren über 180 Teilnehmende zur Durchführung der »sonstigen Verfahren« bei fehlenden schriftlichen Belegen geschult. Daneben konnten auch digitale Unterstützungsangebote wie regionale oder bundesweite Austauschformate für zuständige Stellen ausgebaut werden. Das Projekt hat Kammern bei ihren ersten Qualifikationsanalysen begleitet. Insbesondere Landwirtschaftskammern wurden für das Verfahren gewonnen und nahmen erstmalig den Sonderfonds in Anspruch.

Durch die finanzielle Förderung des projekteigenen Sonderfonds konnten mehr als 80 Antragstellende am »sonstigen Verfahren« teilnehmen und ihre Anerkennung erhalten. Die Fördersumme betrug insgesamt knapp 99.000 Euro. Der Sonderfonds schließt eine wichtige Lücke bei der Finanzierung der »sonstigen Verfahren«.

Die finanzielle Förderung der Qualifikationsanalyse ist aus Sicht des WHKT von besonderer Bedeutung, um Antragstellenden diese Option de facto zu ermöglichen.

Die Förderung der Qualifikationsanalyse wird in den nächsten Monaten im Förderinstrument des Anerkennungszuschusses bis zu einer Höhe von 1.200 Euro integriert, wie im Bundesanzeiger am 21. Dezember 2022 veröffentlicht wurde.

Ausbildung international:

nrw:exchange – Das UK-Stipendium für Azubis

Das Förderprogramm nrw:exchange des Landes NRW bietet volljährigen Auszubildenden sowie Gesellinnen/Gesellen bis zu 12 Monate nach der Gesellenprüfung die Möglichkeit, ein bis zu vierwöchiges Praktikum in Großbritannien zu absolvieren. Zunächst werden vorwiegend Aufenthalte in einer Berufsschule mit Praxisphase angeboten, da für ein Betriebspraktikum seit dem Brexit zusätzlich ein teures Visum erforderlich ist. Das Stipendium bietet die Möglichkeit, die Sprachfertigkeit zu trainieren und einen Einblick in die berufliche Praxis zu bekommen. Auch der Austausch mit britischen Berufsschülern im gleichen Ausbildungsberuf soll während des Aufenthalts nicht zu kurz kommen.

Das Stipendienprogramm wurde 2022 vom Land NRW ins Leben gerufen und wird auch 2023 fortgesetzt, um jungen Fachkräften Gelegenheit zu bieten, internationale Erfahrungen zu gewinnen und dadurch die engen Beziehungen zwischen NRW und UK zu stärken.

Anträge für die UK-Stipendien für Azubis können bei der LGH eingereicht werden. Kontakt: Frau Judith Steffes, E-Mail: steffes[ ät ]lgh.de, Telefon: 0211-30108-108, www.handwerk-international.net/nrw-exchange

Terminvorschau 2023

16. Juni 2023 | 9. Treffpunkt Ehrenamt Handwerk NRW, Raesfeld, www.ehrenamt-handwerk-nrw.de/start/treffpunkt-ehrenamt

25. September 2023 | Handwerksabend – Partnertreff von WHKT und LGH, Düsseldorf

28. Oktober 2023 | Schlussfeier des Leistungswettbewerbs des Deutschen Handwerks (PLW) NRW, Arnsberg


Weitere Termine von WHKT und Handwerkskammern unter www.whkt.de/termine

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NRW Meisterprämie im Handwerk:

Starkes Signal für die Gleichwertigkeit der beruflichen Bildung

Im Rahmen der angekündigten Fachkräfteoffensive fördert das Land NRW ab Mitte 2023 jede erfolgreich abgelegte Meisterprüfung mit 2.500 Euro. Insgesamt sollen so 11 Mio. Euro jährlich – die Zustimmung des Landtags vorausgesetzt – für die Meisterprämie im Handwerk in NRW zur Verfügung stehen. »Wir investieren in kluge Köpfe und die Attraktivität der beruflichen Bildung«, betont Arbeitsminister Laumann in seiner Pressemeldung. »Eine Meisterfortbildung ist nicht nur fachlich und zeitlich anspruchsvoll, sondern ist auch für viele Teilnehmende ein finanzieller Kraftakt«, so der Minister weiter.

WHKT-Präsident Berthold Schröder begrüßt die Prämie vor allem auch deshalb, weil sie nicht nur wichtige Anreize für die Meisterausbildung im Handwerk setzt, sondern gleichzeitig »ein wertvolles Signal zur Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung darstellt.«

Meisterschülerinnen und Meisterschüler müssen nach wie vor für einen Großteil der ihnen entstehenden Fortbildungskosten selbst aufkommen. Das ist bei den meisten Studierenden anders. Die angekündigte Meisterprämie sorgt hier auf Seiten des Handwerks für ein größeres Gleichgewicht. Dies ist umso wichtiger, als dass zahlreiche Handwerksbetriebe dringend Nachfolgerinnen und Nachfolger suchen. Hinzu kommt, dass sich die Energiewende nur mit gut qualifizierten Fach- und Führungskräften im Handwerk meistern lässt.

Schreiben an die Landesregierung:

Einführung der kleinen Bauvorlageberechtigung

Vor dem Hintergrund der steigenden Anzahl an notwendigen Umbaumaßnahmen zugunsten der Energieeffizienz und des Klimaschutzes im Bereich der Gebäudetechnik oder des Wärmeschutzes bei sinkender Anzahl an geeigneten Fachkräften ist es sinnvoll, Handwerksmeisterinnen und Handwerksmeistern des Maurer- und Betonbauer- sowie des Zimmereihandwerks die kleine Bauvorlageberechtigung einzuräumen, um dabei ein Stück weit Abhilfe zu schaffen. Handwerksmeisterinnen und Handwerksmeister dieser Handwerke verfügen aufgrund ihrer Meisterqualifikation über die fachlichen Kenntnisse zur Planung einfacher Bauvorhaben.

Die kleine Bauvorlageberechtigung führt zur Entbürokratisierung und Beschleunigung des Bauprozesses für alle Beteiligten und zur Kostenreduzierung von Bauvorhaben für den Bauherren. Die Einführung stellt gleichzeitig auch eine Wertschätzung und Anerkennung der dualen Ausbildung, insbesondere der Meisterqualifikation, und damit einen Schritt in Richtung Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung dar. Umso erfreulicher ist es, dass die Landesregierung in ihrem Koalitionsvertrag die Einführung einer kleinen Bauvorlageberechtigung ausdrücklich festgehalten hat und damit an Regelungen anknüpft, welche es in den meisten anderen Bundesländern bereits gibt und sich bewährt haben.

Mit einem kürzlich verfassten Schreiben an Ministerin Scharrenbach hat der WHKT um die zeitnahe Überarbeitung der entsprechenden Vorschrift in der Bauordnung NRW gebeten.

WHKT-Kaminabend:

NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur im Gespräch mit Arbeitnehmer-Vizepräsidenten der Handwerkskammern

NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Foto: Land NRW/R. Sondermann) und WHKT-Arbeitnehmer-Vizepräsident Alexander Hengst (Foto: WHKT/RG)

Auf dem diesjährigen WHKT-Kaminabend in Raesfeld am 30.11.2022 begrüßte Alexander Hengst, WHKT-Vorstandsmitglied und Vizepräsident der Handwerkskammer zu Köln, NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur zum gemeinsamen Austausch. Im Mittelpunkt standen die Themen, die die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer des Handwerks und die NRW-Politik bewegen. Dazu gehören: die Fachkräftesicherung, die Entwicklung von NRW als Wasserstoffstandort, die Herstellung der Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung sowie die Berücksichtigung der Tariftreue bei öffentlichen Vergaben.

Im Gespräch konnten alle Bereiche erörtert und deren Einordnung aus Sicht der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gegenüber NRW-Ministerin Neubaur dargelegt werden. »Und genau darin bestand unser Ziel. Wir wollten und wollen klarmachen, wie die aktuellen Entwicklungen im Energiesektor, die Fachkräfteproblematik und die Ungleichheit zwischen akademischer und beruflicher Bildung die Betriebe und Handwerkerinnen und Handwerker belasten und was getan werden muss, damit beispielsweise die Energiewende nachhaltig gelingt. Somit war es ein gutes Gespräch und wir freuen uns auf die vereinbarte weitere Zusammenarbeit mit Frau Ministerin Neubaur und der gesamten NRW-Landesregierung«, so die zusammenfassenden Worte von WHKT-Vizepräsident Alexander Hengst.

Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur erklärte: »Der intensive Austausch mit den Arbeitnehmer-Vizepräsidenten der Handwerkskammern in Nordrhein-Westfalen zeigt einmal mehr: Das Handwerk ist für die Landesregierung ein wichtiger, kompetenter und verlässlicher Partner. Für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist es besonders wertvoll, dass sie mit den Arbeitnehmer-Vizepräsidenten in den Handwerkskammern eine starke Stimme haben.«

Berthold Schröder, Präsident des WHKT und der HWK Dortmund, mit dem Handwerkszeichen in Gold ausgezeichnet

Hauptgeschäftsführer der HWK Dortmund, Carsten Harder, Kammer- und WHKT-Präsident Berthold Schröder, ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer (v.l.n.r.) | Foto: Handwerkskammer Dortmund

Mit der höchsten Auszeichnung, die der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) zu vergeben hat, würdigte die Dachorganisation unter anderem Berthold Schröders großes Engagement in der Corona-Krise, als es darum ging, dringend benötigte Unterstützungen für Handwerksbetriebe bei den politischen Entscheidungsträgern zu erwirken.

ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer überreichte die Auszeichnung persönlich im Rahmen der HWK-Herbst-Vollversammlung in Dortmund. In seiner Laudatio bezeichnete der Handwerkspräsident Schröder als einen »Menschen mit Visionen, der dann auch noch den Mut besitzt, diese Visionen umzusetzen.«

Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks auf Bundesebene:

11 Bundessiegerinnen- und Bundessieger aus Nordrhein-Westfalen

Am 29. Oktober 2022 ehrte der Westdeutsche Handwerkskammertag gemeinsam mit der Handwerkskammer Münster 71 Landessiegerinnen und Landessieger des Leistungswettbewerbs des Deutschen Handwerks Nordrhein-Westfalen in Münster. Die Landessiegerinnen und Landessieger aus Nordrhein-Westfalen hatten sodann die Möglichkeit, am Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks auf Bundesebene teilzunehmen und sich in ihren Wettbewerbsberufen gegenseitig zu messen. Am 9. Dezember 2022 wurden in Augsburg 11 Bundessiegerinnen und Bundessieger aus Nordrhein-Westfalen geehrt. Das sind (Name – Wettbewerbsberuf):

  • Alexander Bökmann, Elektroniker – Fachrichtung: Automatisierungstechnik
  • Bleonita Sejdiu, Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk – Fachrichtung: Bäckerei
  • Hannah Gnegel, Fotografin
  • Jonathan Meyer, Feinwerkmechaniker – Fachrichtung: Zerspanungstechnik
  • Leonard Will, Konditor
  • Moritz Meyer, Metallbauer: Nutzfahrzeugbau
  • Oliver Joppe, Gebäudereiniger
  • Rebecca Reinecke, Schilder- und Lichtreklameherstellerin
  • Robin Hannes, Holz- und Bautenschützer – Fachrichtung: Bautenschutz
  • Sebastian Breuer, Elektroniker – Fachrichtung: Informations- und Telekommuni-kationstechnik
  • Stefan Günter Huven, Oberflächenbeschichter.

Für die großartige Leistung gratulieren wir den Bundessiegerinnen und Bundessiegern des Leistungswettbewerbs des Deutschen Handwerks aus Nordrhein-Westfalen ganz herzlich.

Große Beteiligung und hilfreiche Impulse aus der Handwerksorganisation:

Umfrage des Innovationsdialogs zeigt: Fachkräftesicherung auch in Krisenzeiten das wichtigste Zukunftsthema für das Handwerk

Mit regelmäßigen Dialogformaten wird der Innovationsdialog Handwerk in NRW die Kompetenzen aller Handwerksorganisationen Nordrhein-Westfalens in den Austausch einbinden, um die für das Handwerk wichtigsten Themen der Zukunft zielgenau zu identifizieren sowie Einschätzungen und Meinungsbilder zu bündeln. 518 abgegebene Antworten von knapp einem Drittel der befragten Spitzenvertretungen aus Haupt- und Ehrenamt zeugen vom großen Interesse an einem gemeinsamen Austausch, welchen der WHKT im Rahmen des Innovationsdialogs in den nächsten Monaten fortsetzen wird.

Die Ergebnisse der Umfrage lassen einen klaren Schwerpunkt erkennen, welches Thema der Innovationsdialog prioritär behandeln sollte, und bestätigen damit den in den letzten Jahren mehr und mehr in den Fokus gerückten Trend: dem Handwerk mangelt es mit Blick auf den demografischen Wandel und die Akademisierung der jüngeren Generationen an Nachwuchs. So sehen 64,2 Prozent der Befragten die Fachkräftesicherung als dringendstes Thema, gefolgt vom Führungskräftenachwuchs mit 28,2 Prozent. Ebenso für 30,2 Prozent der Befragten ein Dauerthema: Die Digitalisierung.

Blickt man auf Innovationstreiber im Handwerk, so sieht knapp die Hälfte aller Befragten den technologischen Fortschritt als größten Impulsgeber für die Handwerksbetriebe. Führend in dieser Kategorie ist allerdings der Unternehmergeist mit 56,6 Prozent Zuspruch. Immerhin ein knappes Drittel der Befragten sieht in entsprechenden Weiterbildungen Potenziale für die Förderung von Innovationen in Handwerksbetrieben. Hier ist es Aufgabe aller Bildungsanbieter im Handwerk zu analysieren, ob passgenaue Angebote bereits existieren, (weiter-)entwickelt oder beworben werden müssen.

Der Innovationsdialog Handwerk in NRW wird gefördert vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

Weitere Informationen unter www.innovationsdialog-handwerk.nrw.

Viele Gründungen im Handwerk trotz Krise:

Meistergründungsprämie des Landes Nordrhein-Westfalen wegen Erfolg im Antragsstop

In diesem Krisenjahr haben unter den erhöhten Risikobedingungen schon so viele Meisterinnen und Meister im Handwerk einen Betrieb übernommen oder einen neuen Betrieb gegründet, dass die Mittel der Meistergründungsprämie ausgeschöpft sind. Seit Ende Oktober 2022 wird kein Antrag mehr angenommen, wissend, dass sich eine Vielzahl von Personen zum 1. Januar 2023 selbstständig machen wollen. Wer die Meistergründungsprämie erhalten möchte, sollte nicht am 1. Januar 2023 gründen, sondern im Januar 2023 zunächst einen Antrag auf Meistergründungsprämie bei der Landesgewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks stellen.

Landesregierung und Parlament arbeiten daran, dass ab 2023 wieder ausreichend Mittel für ein Förderinstrument zur Verfügung stehen, das laut Koalitionsvereinbarung »noch attraktiver« gestaltet werden soll.

»Für Sicherheit, Wachstum und Klimaschutz«:

Handwerk.NRW verabschiedet Leitlinien zur Energie- und Rohstoffpolitik

Am 18. November 2022 hat der Handwerksrat Leitlinien der Energie- und Rohstoffpolitik aus der Sicht des Handwerks verabschiedet. Der Beschluss mit dem Titel »Für Sicherheit, Wachstum und Klimaschutz« befasst sich mit Fragen der Versorgungssicherheit und der Bezahlbarkeit von Energie, mit Entlastungen in der Krise und den Perspektiven für die Zeit danach.

Der Beschlusstext ist online verfügbar unter https://www.handwerk.nrw/fileadmin/user_upload/Unsere_Positionen/Energieversorgung/Energiepolitik.pdf

Neues aus Europa:

Das Verpackungsrecht wird überarbeitet

Am 30.11.2022 hat die Europäische Kommission einen Vorschlag für eine neue EU-Verpackungsverordnung veröffentlicht.  Diese soll die geltende Richtlinie über Verpackungen und Verpackungsabfälle ersetzen und dafür sorgen, dass EU-weit exakt dieselben Anforderungen gelten.

Der Vorschlag ist geleitet vom Konzept der Kreislaufwirtschaft. Das Ziel ist, Verpackungsabfall zu vermeiden und geschlossene Recyclingkreisläufe zu fördern. Die zugrundeliegende Lebenszyklusbetrachtung geht einher mit einer Reihe zusätzlicher Pflichten entlang der Wertschöpfungskette. Dazu gehören die Dokumentation der Konformität beim Inverkehrbringen, Prüfpflichten der Vertreiber und Informationspflichten entlang der Lieferkette sowie gegenüber Verbrauchern. Zu erwarten ist, dass zusätzliche Anforderungen auf Handwerkbetriebe zukommen.

Handwerksrelevant in der Praxis werden auch die verbindlichen Mindestziele für wiederverwendbare und nachfüllbare Verpackungslösungen sein. Diese betreffen zum Beispiel Transportverpackungen großer Haushaltsgeräte sowie Getränke und Speisen zum Mitnehmen. Was warme Speisen und Getränke betrifft, sieht der Vorschlag Ausnahmen insbesondere für Kleinstunternehmen und solche mit geringer Fläche vor. In einigen Bereichen sind zudem delegierte Rechtsakte angekündigt, die Vorgaben präzisieren.

Insgesamt handelt es sich um ein hochkomplexes Vorhaben. Weil die Verordnung in den Mitgliedstaaten unmittelbar gelten soll, werden auf rund 250 Seiten Grundsatz- und Detailregelungen getroffen – etwa die Frage, ob eine Wursthülle als Verpackung gilt. Die bisher ausschließlich auf Englisch vorliegenden Texte sind unter https://environment.ec.europa.eu/publications/proposal-packaging-and-packaging-waste_en verfügbar.

Pilotprojekt Fachkräfteanwerbung in Jordanien und Ägypten:

Erste Elektrofachkräfte sollen Anfang 2023 einreisen

Für die Teilnehmenden am Pilotprojekt des WHKT, welches mit finanzieller Unterstützung des NRW-Arbeitsministeriums aus Mitteln des Ministers für Europaangelegenheiten Nordrhein-Westfalen umgesetzt wird, startet Anfang 2023 die nächste Projektphase. Nachdem insgesamt 20 Elektrofachkräfte aus Jordanien und Ägypten in enger Zusammenarbeit mit der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) sowie der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) identifiziert und sprachlich vorbereitet werden konnten, findet aktuell die Vermittlung in Handwerksbetriebe und die Visabeantragung statt.

Als Grundlage der Einreise dient der im Jahr 2020 mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz (FEG) entstandene § 16 d AufenthG, der die Einreise aus Drittstaaten für Fachkräfte ermöglicht, die ein berufliches Anerkennungsverfahren durchlaufen.

Die ersten fünf Fachkräfte konnten nun gemeinsam mit dem Arbeitgeber-Service der Bundesagentur für Arbeit (AG-S) an NRW-Betriebe im Elektrohandwerk (Fachrichtung Gebäude- und Energietechnik) vermittelt werden. Die Arbeitsverträge, welche die Fachkräfte zur Visabeantragung bei der jeweiligen Botschaft benötigen, sind von den Betrieben unterzeichnet und befinden sich auf dem Postweg. Die Bescheide zur beruflichen Anerkennung liegen gleichfalls bereits vor. Zudem stellen einige Betriebe für das erste Ankommen in Deutschland geeigneten Wohnraum zur Verfügung.

Nach der Einreise, die für die ersten Fachkräfte im ersten Quartal 2023 geplant ist, werden weitere Sprachqualifikationen über das Pilotprojekt und danach Fachsprachkurse über das BAMF organisiert. Zudem finden Anpassungsqualifizierungen berufsbegleitend in den Bildungsstätten des Handwerks statt, damit die ausländischen Fachkräfte möglichst zügig die Gleichwertigkeit ihrer Berufsqualifikationen erhalten.

Betriebe, die sich beteiligen möchten, finden den Kontakt zum Pilotprojekt sowie Profile der Fachkräfte unter www.whkt.de/fachkraefte

Erste Erfahrungen im Pilotprojekt zeigen, dass die Anwerbung und Vorbereitung der ausländischen Fachkräfte sowie die administrative Abwicklung der Einreise Zeit brauchen, Kosten verursachen sowie mit Hürden und Ungewissheiten verbunden sind. Ohne das Pilotprojekt wäre es kaum gelungen, die zahlreichen Akteure zusammenzubringen und den Prozess so zu gestalten, dass insbesondere kleine und mittlere Betriebe des Handwerks davon profitieren.

Damit sich Fachkräfteeinwanderung perspektivisch im Handwerk als Säule der Fachkräftegewinnung entwickelt, sind entsprechende Begleitstrukturen auf Seiten der Betriebe und der ausländischen Fachkräfte notwendig. Idealerweise würde eine Fachkräfteeinwanderung-Gesellschaft NRW, gemeinsam getragen von Politik, Wirtschaft und Arbeitsverwaltung den Prozess begleitend organisieren. Dies ist umso wichtiger, als dass der Bund für Herbst mit der Fachkräftestrategie weitere Vereinfachungen angekündigt hat und dadurch die Attraktivität der Anwerbung ausländischer Fachkräfte weiter an Chancen gewinnt.

Etablierung nachhaltiger Mobilität in Handwerksbetrieben:

Neues vom »MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen«

Die Veranstaltung »Trotz Krise die Nachhaltigkeit im Blick behalten?!« wurde gemeinsam mit der Ehrenamtsakademie des NRW-Handwerks am 02.12.2022 durchgeführt.

Der MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen möchte, durch die enge Zusammenarbeit mit seinen Kooperationspartnern – dem Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen sowie dem Zukunftsnetz Mobilität NRW –, die Etablierung nachhaltiger Mobilität im Handwerk weiter vorantreiben. Grundlage hierfür bildet eine Kooperationsvereinbarung zur Förderung des Betrieblichen Mobilitätsmanagements in NRW.

Am 05.12.2022 fand die Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung im Ministerium durch Vertreterinnen und Vertreter der drei Partner im Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr in Düsseldorf statt. Das gemeinsame Ziel der Kooperationsvereinbarung ist die Bildung eines Netzwerkes für Betriebliches Mobilitätsmanagement in NRW, das nur durch die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Akteure seine volle Kraft entfalten kann. Hierbei sollen in erster Linie ein gemeinsames Verständnis und der Austausch zwischen Kommunalverwaltungen, insbesondere der für Stadt- und Verkehrsplanung zuständigen Ämter sowie der kommunalen Wirtschaftsförderung, den zuständigen Handwerksorganisationen und den ortsansässigen Betrieben gefördert werden. Die dazugehörige Pressemeldung ist zu finden unter www.whkt.de/presse.

Gemeinsam mit der Ehrenamtsakademie des NRW-Handwerks bot der MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen am 02. Dezember 2022 in der Handwerkskammer Dortmund die Veranstaltung »Trotz Krise die Nachhaltigkeit im Blick behalten?!« an. Die Veranstaltung setzte sich aus zwei Modulen zusammen: einem Impulsvortrag des Nachhaltigkeits-Experten Prof. Dr. Christian Berg zum Thema »Nachhaltigkeit in der Krise« sowie einem von september Strategie & Forschung GmbH moderierten Kreativworkshop zum Thema »Handwerksbetriebe im Spannungsfeld: Heute auch an Morgen denken« Entwicklung von Lösungsansätzen am Beispiel Betrieblicher Mobilität. Siegfried Riemann von der Handwerkskammer Dortmund komplettierte das Veranstaltungsprogramm durch die Vorstellung des »Check Nachhaltigkeit 360°«. Die Veranstaltung kam bei allen Teilnehmenden sehr gut an. Es wurden kreative Ideen entwickelt und handfeste Lösungsansätze erarbeitet, die darlegen, wie nachhaltige Mobilität im Handwerk weiter vorangetrieben werden kann.

Treffpunkt Ehrenamt Handwerk NRW 2023:

Gesucht: Ehrenamtlich engagierte Handwerkerinnen und Handwerker

Viele Menschen im Handwerk engagieren sich weit über ihr Berufsfeld hinaus. Ob in der Entwicklungszusammenarbeit bei der Unterstützung von geflüchteten Menschen und Menschen in der Ukraine, bei Katastrophen im In- und Ausland oder auch im kleinen, nachbarschaftlichen und sozialen Umfeld, in der Lebenshilfe. Was sie leisten, ist eine tragende Säule unserer Gesellschaft, zeigt Zusammenhalt und Verantwortung. Warum sie dies tun? Weil ihnen die Menschen wichtig sind, weil es ihnen ein Anliegen ist, zu unterstützen, weil sie etwas beitragen und weitergeben wollen, weil es ein gutes Gefühl ist, etwas unternommen zu haben, was anderen Erleichterung, Sicherheit oder neuen Lebensmut verschafft.

Da dieser wertvolle Beitrag ehrenamtlicher Handwerkerinnen und Handwerker selten die Bühne betritt oder hinreichend Anerkennung erfährt, findet einmal jährlich in Raesfeld der vom Westdeutschen Handwerkskammertag organisierte »Treffpunkt Ehrenamt Handwerk NRW« mit Förderung des NRW-Wirtschaftsministeriums statt. Gleichgesinnte im Ehrenamt des Handwerks tauschen sich aus und berichten im persönlichen Gespräch über ihre Erfahrungen, Erlebnisse und anstehende Vorhaben. Sehr persönlich, sehr direkt.

Im nächsten Jahr findet der 9. Treffpunkt Ehrenamt Handwerk NRW am Freitag, dem 16. Juni, am frühen Abend in der Akademie des Handwerks Schloss Raesfeld statt. Interessierte können sich gerne bis Mitte Februar unter Angabe ihres Handwerks und einer kurzen Skizze ihres ehrenamtlichen Engagements melden, unter paulina.lempa[ ät ]whkt.de. Vorschläge sind ebenfalls herzlich willkommen.

Neben dem Austausch mit Ministerin Mona Neubaur erfolgt als jährliches Highlight die Vergabe des mit 5.000 Euro dotierten Ehrenamtspreises des Handwerks NRW durch das NRW-Wirtschaftsministerium an eine Handwerkerin oder einen Handwerker, die bzw. der in den letzten drei Jahren am Treffpunkt Ehrenamt teilgenommen hat.

Hintergründe zum Treffpunkt Ehrenamt Handwerk NRW unter https://www.ehrenamt-handwerk-nrw.de/start/treffpunkt-ehrenamt.

Ehrenamtsakademie:

Kreative Lösungen zur Nachhaltigkeit in der Krise

Gleich zwei Mal hat sich das Ehrenamt im Dezember zum Thema Nachhaltigkeit getroffen. Zu einem Vortrag und anschließenden Workshop kamen am 02.12.2022 ehrenamtliche und hauptamtliche Vertreterinnen und Vertreter aus dem Handwerk in der Handwerkskammer Dortmund zusammen, um sich zum Thema »Trotz Krise die Nachhaltigkeit im Blick behalten?!« auszutauschen. Das Modul der Ehrenamtsakademie wurde gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung.

Die Handwerksjunioren aus NRW trafen sich auf Einladung der Ehrenamtsakademie am 05.12.2022 im Krefelder Nordbahnhof. In kreativen Gesprächsformaten, aber auch in zielorientierten Gruppenarbeiten wurden Lösungsansätze rund um ehrenamtliches Engagement in und mit Handwerksbetrieben erarbeitet. Im Fokus standen dabei Erwartungen der Generation Z an betriebliche Nachhaltigkeit sowie die Frage, wie Handwerkerinnen und Handwerker generationenübergreifend für ein Ehrenamt in der handwerklichen Selbstverwaltung begeistert werden können. Dass sich Nachhaltigkeit sowohl auf ökologische und ökonomische als auch auf soziale Aspekte bezieht, wurde in den erarbeiteten Lösungsvorschlägen deutlich. Wenn Betriebe die soziale und fachliche Kompetenz ihrer Mitarbeitenden in die Umsetzung ehrenamtlicher Projekte einbringen, kann dies auch ein wichtiger Schritt zur Gewinnung von Nachwuchs sein. Denn insbesondere für junge Menschen sind die Themen Nachhaltigkeit oder Klimaschutz eng verwoben mit Vorstellungen von einem (zukünftigen) Arbeitgeber. Auch hier war das Fazit: im Netzwerk miteinander und voneinander zu lernen ist nicht nur ein persönlicher Gewinn, sondern auch notwendig, um gemeinsame Ziele verfolgen zu können. Die Veranstaltung wurde gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung.

Förderprogramm »Integration durch Qualifizierung« (IQ):

Bundesprogramm zur Integrationsförderung ausländischer Fachkräfte in den Arbeitsmarkt startet 2023

Nach erfolgreicher Beteiligung an dem vom BMAS durchgeführten Interessenbekundungsverfahren für interessierte Träger hat der Westdeutsche Handwerkskammertag e.V. (WHKT) das »Regionale Integrationsnetzwerk IQ NRW – West« als Koordinierungsstelle gemeinsam mit weiteren 15 Teilvorhaben im Rahmen des Bundesprogramms »IQ« beantragt. Zudem knüpft der WHKT als Träger einer Beratungsstelle für die berufliche Anerkennung und Qualifizierung mit einem IQ Antrag an die erzielten Ergebnisse der aktuellen Förderphase an. Nach aktuellem Stand sollen insgesamt sieben IQ Beratungsstellen für Anerkennung und Qualifizierung in NRW in enger Kooperation mit der Regionaldirektion in NRW der Bundesagentur für Arbeit entstehen.

Mit dem Förderprogramm »Integration durch Qualifizierung« (IQ) unterstützt das Bundesarbeitsministerium die qualifikationsadäquate Integration von Fachkräften mit Einwanderungsgeschichte in den deutschen Arbeitsmarkt. Im Mittelpunkt stehen dabei die berufliche Anerkennung, Maßnahmen der Anpassungsqualifizierung sowie die Möglichkeiten, die das Fachkräfteeinwanderungsgesetz (FEG) bietet. Die nächste Förderphase IQ ist bundesweit für 2023 bis 2025 geplant und zielt insbesondere auf die Fachkräftegewinnung und Fachkräftesicherung im Rahmen der folgenden vier Programmteile: 1. Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung, 2. Faire Integration (sozial- und arbeitsrechtliche Beratung), 3. Regionales Integrationsnetzwerk sowie 4. virtuelle Qualifizierungen. Details zum Interessenbekundungs- und Antragsverfahren und zur Förderrichtlinie, sind auf den Seiten des ESF zu finden: www.esf.de/portal/DE/ESF-Plus-2021-2027/Foerderprogramme/bmas/iq.html. Die technische Abwicklung erfolgt über das Förderportal des Bundes Z-EU-S.

Der WHKT ist seit 2005 an dem Förderprogramm beteiligt. Im Jahr 2015 hat dieser die Koordinierung des IQ Netzwerks in NRW übertragen bekommen.

Weitere Informationen zum Förderprogramm »Integration durch Qualifizierung« (IQ) und Kontakt in Nordrhein-Westfalen sind zu finden unter: https://www.iq-netzwerk-nrw.de

Handwerk im Hafthaus:

Einblicke in die berufliche Qualifizierung in Vollzugsanstalten

Der Westdeutsche Handwerkskammertag realisiert gemeinsam mit dem Ministerium der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen sowie den Justizvollzugsanstalten Heinsberg und Bochum-Langendreer und mit Unterstützung der Handwerkskammern Dortmund und Aachen das Vorhaben Handwerk im Hafthaus. Ziel des Modellprojekts ist es, den Zugang von ehemaligen Inhaftierten zum Arbeitsmarkt durch die Erprobung neuer Ansätze und Wege zu unterstützen und über diesen Weg einen Beitrag zum Bedarf an Auszubildenden und qualifizierten Fachkräften in den Betrieben zu leisten.

Wie sich die Berufsausbildung oder Ausbildungsvorbereitung während einer Haftzeit gestaltet, ist bislang außerhalb von Justizvollzugsanstalten kaum bekannt. Tatsächlich unterliegen die Berufsausbildungen, die Inhaftierte in Anspruch nehmen können, den allgemein gültigen Richtlinien und Vorgaben.

In drei neuen Kurzvideos, die in den Werkstätten der Justizvollzugsanstalt Bochum-Langendreer – Berufsförderungsstätte – und der Justizvollzugsanstalt Heinsberg entstanden sind, ermöglichen Gefangene und Ausbildungspersonal nun Einblicke in ihre Ausbildungswerkstätten. Sie erzählen von ihren Erfahrungen, Wünschen und Zukunftsplänen und zeigen, wie sie sich auf das Berufsleben nach der Haft vorbereiten.

Die Kurzvideos und viele weitere Informationen zum Vorhaben Handwerk im Hafthaus, wie beispielsweise Kontaktmöglichkeiten zu den Vollzugsanstalten für interessierte Betriebe, sind unter www.handwerk-im-hafthaus.de abrufbar. Ansprechpartner im WHKT ist Herr Peter Dohmen unter 0211/3007-707 oder peter.dohmen[ ät ]whkt.de.

Anerkennungsverfahren ausländischer Berufsqualifikationen:

Praxiseinblick »sonstige Verfahren« nach § 18 BQFG NRW

Eine Informationsveranstaltung des Verbund-Projekts »Netzwerk Qualifikationsanalyse« zu den Möglichkeiten der Gleichwertigkeitsfeststellung bei fehlenden schriftlichen Nachweisen stieß im Oktober bei den zuständigen Stellen für die Anerkennung nach den Anerkennungsgesetzen der Länder auf großes Interesse. Vertreten waren achtzehn zuständige Stellen aus acht Bundesländern. Neben der Qualifikationsanalyse – die sich im Handwerk sowie in Industrie und Handel als »sonstiges Verfahren« durchgesetzt hat – wurde ebenso das breite Spektrum der Anwendungsmöglichkeiten vorgestellt.

Im Mittelpunkt der digitalen Veranstaltung stand ein Praxiseinblick der Bezirksregierung Münster in zwei durchgeführte »sonstige Verfahren«. Die Bezirksregierung Münster ist für die Anerkennung von Berufsfachschul- und Fachschulabschlüssen aus außereuropäischen Staaten sowie Skandinavien zuständig. So hat sie beispielsweise in den Referenzberufen Kinderpfleger*innen und Bautechnische Assistent*innen mehrere »sonstige Verfahren« nach § 18 BQFG NRW durchgeführt. Im Anschluss wurden viele Fragen zur praktischen Umsetzung der Kompetenzfeststellung gestellt, diskutiert und Praxistipps ausgetauscht.

Alle anwesenden zuständigen Stellen gaben an, Erfahrung mit der Durchführung von Gleichwertigkeitsfeststellungsverfahren zu haben. Persönliche Praxiserfahrung mit der Ausnahmeregelung des BQFG bei fehlenden Dokumenten hatte bereits jede dritte teilnehmende Person. Die »sonstigen Verfahren« wurden vom Gesetzgeber sowohl im BQFG Bund als auch in den jeweiligen Landesgesetzen vorgesehen für die Anerkennung nicht-reglementierter, dualer oder schulischer, Ausbildungs- und Fortbildungsberufe. Auch von zuständigen Stellen, die Anerkennungen für reglementierte Berufe durchführen, wurde Interesse am standardisierten und qualitätsgesicherten Verfahren der Qualifikationsanalyse bekundet. Fazit der Veranstaltung ist, dass sich die zuständigen Stellen nach den jeweiligen Landesgesetzen mehr bundeslandübergreifenden Austausch zur Anerkennung in den gleichen Referenzberufen wünschen.

Das BMBF-geförderte Verbund-Projekt »NetQA« endet zum 31. Dezember 2022 und hat seit Projektbeginn Anfang 2019 mit Fachpublikationen, Schulungen und Informationsveranstaltungen sowie einem finanziellen Fördertopf die Durchführung der »sonstigen Verfahren« gefördert.

Weitere Informationen finden Sie unter www.whkt.de/netqa.

Experteninterview zur Transformation der Baubranche:

Innovationsdialog erhält Expertise aus der Wissenschaft

»Kann Digitalisierung überhaupt nachhaltig sein?«, »Vor welchen Herausforderungen wird die Baubranche in der Zukunft stehen?« und »Welche Rolle spielen Handwerksbetriebe dabei?« Diesen und vielen weiteren Fragen hat sich Prof. Moritz Fleischmann, Professor und Mitglied der Forschungskommission an der Hochschule Düsseldorf, im Experteninterview gestellt.

Für Prof. Fleischmann steht im Rahmen der Digitalisierung der Baubranche eine Planungsmethode im Vordergrund, die in Deutschland immer noch auf ihren Durchbruch warte: BIM (Building Information Modeling) ersetzt die klassische – analoge – Planung mit Skizzen und schriftlichen Entwürfen und hat den Vorteil, dass alle am Bau beteiligten Unternehmen parallel damit arbeiten können. Dadurch sei der Informationsaustausch koordinierter. Die digitalen Modelle ließen sich gut prüfen und der Bauprozess würde damit effizienter ablaufen.

Mehr eingesetzte Technologien bedeuten jedoch auch mehr benötigte Energie. Nachhaltig können diese aber trotzdem sein. Für Prof. Fleischmann ist die Digitalisierung Teil der Lösung für die Herausforderung des Klimawandels. Dabei hob der Experte hervor, dass es eine globale Aufgabe sei, an erneuerbaren Energien und an Speichertechnologie zu arbeiten, damit Daten immer dann abgerufen werden können, wenn sie gebraucht werden.

Prof. Fleischmann betonte Kompetenz und Potenzial des Handwerks und ermunterte dazu, interessiert und offen neuen Arbeitsmethoden und -formen, wie BIM, gegenüberzustehen. Auch wünsche er sich mehr »strategische Partnerschaften« zwischen Architekturbüros und Handwerksbetrieben, als auch gemeinsame Forschungsprojekte mit der Wissenschaft.

Das ausführliche Interview mit Prof. Fleischmann zum Themenbereich Digitalisierung und Nachhaltigkeit unter www.handwerk-digital.nrw.

Wie sieht für Sie die Zukunft des Handwerks aus? Beteiligen Sie sich am Innovationsdialog in unserem Ideenspeicher unter https://www.innovationsdialog-handwerk.nrw/ideen.

Der Innovationsdialog wird gefördert durch das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

Europäische Kooperationen:

WHKT entwickelt Unterstützungsangebote für die Fachkräfte von morgen

In verschiedenen internationalen Initiativen im Rahmen von Erasmus+ entwickelt der WHKT gemeinsam mit Partnereinrichtungen aus verschiedenen europäischen Ländern praxisnahe Lösungsansätze für einen erleichterten Zugang von potenziellen Fachkräften ins Handwerk und für die Förderung von Digitalisierungsprozessen.

Im Rahmen der Partnerschaft unter der Kurzbezeichnung NEXT STEPS werden Instrumente entwickelt, die zu einer erfolgreichen Resozialisierung ehemaliger Inhaftierter beitragen. Das Projektkonsortium, bestehend aus acht Organisationen, die europaweit mit Anstalten des Strafvollzugs kooperieren, hat in der ersten Hälfte der Projektlaufzeit eine Datenbank entwickelt, in der sich in Kürze Betriebe und Ehrenamtliche unkompliziert registrieren können, um den beruflich qualifizierten Gefangenen nach ihrer Entlassung beispielsweise ein Praktikum anzubieten. Die Datenbank und weitere entwickelte Instrumente, die nächstes Jahr im Rahmen einer Prozesskette erprobt werden, werden zeitnah auf www.nextsteps.whkt.de veröffentlicht.

Im Rahmen der transnationalen Partnerschaft unter der Bezeichnung CAMPLUS werden unabhängige und kostenlose Bildungsinhalte entwickelt, um die Soft Skills von Menschen mit Fluchterfahrung zu verbessern. So sollen eine persönliche und berufliche Weiterentwicklung sowie lebenslanges Lernen ermöglicht und modellhaft erprobt werden, um so interkulturelle Barrieren zu überwinden und die Kompetenzen zu erwerben, die auf dem europäischen Arbeitsmarkt benötigt werden. Der WHKT programmiert im Rahmen des Projektes eine digitale Lernplattform, die 2023 praxisnah erprobt und validiert wird. Die pädagogischen Inhalte erhöhen mittelfristig die Beschäftigungsfähigkeit und bereiten auf eine berufliche Qualifizierung vor. Langfristig erhöht sich das Potential für die Ausbildung der Fachkräfte von morgen.

Um der digitalen Transformation der Wirtschaft zu begegnen, ist kürzlich unter der Kurzbezeichnung e-SELLER eine Initiative gestartet, die darauf abzielt, den Digitalisierungsprozess insbesondere im Vertrieb zu fördern und KMU dabei zu unterstützen, die neu entstehenden Anforderungen zu erfüllen und sich an die verändernden Arbeitsbedingungen ideal anzupassen. Sechs europäische Organisationen entwickeln zu diesem Zweck gemeinsam ein effektives Trainingsprogramm für Ausbildungspersonal und Betriebe, welches durch eine vorige Analyse genau auf die Bedürfnisse und Herausforderungen von Beschäftigten abgestimmt ist und digitale Bildungsinhalte integriert.

Die Umsetzung der Partnerschaften erfolgt mit Kofinanzierung von der Europäischen Union.

Neu erschienen:

Kurzvideo zur Preisverleihung und Ausstellungseröffnung der Designtalente Handwerk NRW ist online

Die Preisverleihung und Ausstellungseröffnung zum Wettbewerb »DesignTalente Handwerk NRW« fand unter Teilnahme u. a. von NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur in der Handwerkskammer zu Köln statt.


Einen guten Eindruck von der Preisverleihung und der ausgestellten Objekte bietet das aktuell erschienene Video, welches unter www.designtalente-handwerk-nrw.de abrufbar ist.

Der vom Westdeutschen Handwerkskammertag durchgeführte Wettbewerb wurde gefördert durch das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIKE NRW).

Die Pressemeldung zur Veranstaltung vom 26.09.2022 finden Sie unter www.whkt.de/presse-aktuelles.

Neu erschienen:

Kurzvideo zum 11. Meistertag NRW ist online

In diesem Jahr fand der »Meistertag NRW« – inzwischen zum elften Mal – unter Teilnahme u.a. von NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur in der historischen Schauburg in Iserlohn statt.

Einen guten Eindruck von der Veranstaltung bietet das aktuell erschienene Video, welches unter https://www.meistertag-nrw.de/content/11-meistertag-nrw-2022 abrufbar ist.

Der vom Westdeutschen Handwerkskammertag veranstaltete elfte »Meistertag NRW« wurde gefördert durch das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

Die Pressemeldung zur Veranstaltung vom 19.09.2022 finden Sie unter www.whkt.de/presse-aktuelles.

NRW-Wirtschaftsministerium vermittelt Hilfsangebote:

Unterstützung für die Ukraine

Wegen der massiven Beschädigung der ukrainischen Infrastruktur durch russische Angriffe und der Notwendigkeit der Gewährleistung stabiler Strom- und Wasserversorgung ist die Ukraine gegenwärtig auf die Hilfe internationaler Partner angewiesen. Elektrizitätsausrüstung, Generatoren, Transformatoren, Kabel und Heizkörper, Wasserversorgungsausrüstung usw. werden dringend gesucht und gebraucht. Das Bundesfinanzministerium hat die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Aufwendungen für vom Krieg in der Ukraine Geschädigte steuerlich geltend gemacht werden können. Das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIKE NRW) bietet nordrhein-westfälischen Unternehmen und Verbänden Unterstützung bei der Vermittlung von Hilfsangeboten, um betrieblich verzichtbare Sachspenden zur Verfügung stellen zu können. Darüber steht dieser Kommunikationskanal auch für andere Angebote zur Verfügung, mit denen NRW-Unternehmen sich an den Wiederaufbau-Maßnahmen in der Ukraine und an der Modernisierung der ukrainischen Wirtschaft, u.a. durch Handwerksleistungen und Logistik beteiligen können. Weitere Informationen und Kontaktdaten unter www.handwerk-international.nrw.

Junge Führungskräfte im Handwerk »Go Israel«:

Meisterliche Zusammenarbeit mit israelischen Unternehmen

Mitte vorne: Malermeister Jonas Renfordt (Malerfachbetrieb Renfordt, Iserlohn), Gemälde-Konservator Shay Farkash (Tchelet Studio, Tel Aviv); rechts vorne: Steinmetzmeister Daniel Schubert (Dombauhütte Köln), Steinmetz Ohad Cohen (Abbaeven, Zefat); hinten links: Dr. Gil Yaron, Leiter des NRW-Büros in Israel, daneben Augenoptikerin Charlotte Krüger (Augenoptik Kleinhans, Wipperfürth) Praktikum bei OrCam, Tel Aviv

Die ersten drei jungen Führungskräfte im Handwerk haben ihren Erfahrungsschatz in Israel erweitert. Mit innovativen und etablierten israelischen Unternehmen arbeiten, ihre eigenen Kenntnisse aus ihrer handwerklichen Ausbildung weitergeben und israelische Lebensfreude erfahren, haben den 6-wöchigen Aufenthalt ausgefüllt. In einem Seminar zur dualen beruflichen Bildung konnten sie ihren Werdegang vorstellen und erfahren, wie sehr auch etablierte israelische Unternehmer sich ein ähnliches Modell der beruflichen Bildung für ihre Berufe wünschen würden. Die fachlichen Kenntnisse der jungen deutschen Handwerkerinnen und Handwerker haben einen tiefen Eindruck bei ihren israelischen Praktikumsbetrieben hinterlassen.

Einige Eindrücke der Aufenthalte sind hier zusammengestellt: https://www.handwerk-international.net/go-israel-impressionen

Junge Führungskräfte im NRW-Handwerk können mit Unterstützung der Israel-Repräsentanz des Landes NRW im Rahmen von »Go Israel« ein Praktikum in israelischen Unternehmen durchführen. Das Handwerkerstipendium »Go Israel« bietet Gesellinnen und Gesellen sowie Meisterinnen und Meistern aus NRW bis 35 Jahre, die sich auf eine Führungsposition im Handwerk vorbereiten, die Chance, die Zukunft ihres Gewerks im innovativen israelischen Markt kennen zu lernen, vor Ort unterstützt durch die AHK Israel. Kontakt: israel[ ät ]lgh.de. Bewerbungen können jederzeit eingereicht werden: https://www.handwerk-international.net/stipendium-go-israel

Besinnliche Weihnachten


Das Team des Westdeutschen Handwerkskammertages wünscht Ihnen ein frohes und besinnliches Fest, viel Gesundheit und einen guten Übergang in das neue Jahr.

 

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WHKT-Vollversammlung verabschiedet Grundsatzposition:

Handwerksgerechtes politisches Handeln als Leitmotiv

In Zeiten multipler Krisen und großer Umbrüche steigt der politische Druck, Probleme schnell und zugleich möglichst allgemeingültig zu lösen. Diesen Druck und damit einhergehende Schwierigkeiten sehen wir derzeit beim Thema Energie. Sie sind aber genauso relevant für viele weitere Themen, die den politischen und rechtlichen Rahmen der kommenden Jahre und Jahrzehnte bestimmen. Das zeigen beispielhaft Vorhaben auf europäischer Ebene, die sich gerade im Gesetzgebungsverfahren befinden: Fluorierte Treibhausgase, Ökodesign, Datengesetz, Gebäudeenergieeffizienz.

Fragen wie das Ziel einer schadstofffreien Umwelt bis 2050 umgesetzt wird, wie Nachhaltigkeitsinformationen erhoben werden, welche Technologien am Markt erlaubt sind, sind in höchstem Maße handwerksrelevant. Vermeintlich klare und übergreifende Lösungen haken oftmals am Ende, wenn es gilt, sie im betrieblichen Alltag umzusetzen. Vor diesem Hintergrund hat die WHKT-Vollversammlung eine Grundsatzposition mit dem Titel »Handwerksgerechtes politisches Handeln als Leitmotiv« und ein Positionspapier mit dem Titel »Erwartungen an die mittelstandsgerechte Bewältigung der Energiekrise« verabschiedet.

Beide Dokumente stehen als Download bereit unter https://www.whkt.de/positionen.

WHKT-Vollversammlung:

Berthold Schröder als WHKT-Präsident bestätigt

Der neu gewählte WHKT-Arbeitnehmer-Vizepräsident Alexander Hengst (rechts) mit WHKT-Präsident Berthold Schröder (links) und WHKT-Geschäftsführer Andreas Oehme

Die Vollversammlung des Westdeutschen Handwerkskammertages hat am 28. Oktober 2022 in Münster ihre turnusmäßige Vorstandswahl durchgeführt. In ihren Ämtern bestätigt wurden WHKT-Präsident Berthold Schröder und Arbeitgeber-Vizepräsident Jochen Renfordt. Eine geplante Neubesetzung hat es auf Arbeitnehmerseite gegeben. Alexander Hengst, Arbeitnehmer-Vizepräsident der HWK zu Köln, folgt auf Felix Kendziora, Vizepräsident der HWK Aachen und seit 2010 Arbeitnehmervertreter im WHKT-Vorstand.

Die Mitglieder der WHKT-Vollversammlung, dem Spitzengremium der Handwerkskammern in NRW, haben Alexander Hengst, Kfm. Groß- und Außenhandel, einstimmig in den neuen Vorstand des WHKT satzungsgemäß für seine dreijährige Amtszeit gewählt.

WHKT-Präsident Berthold Schröder bedankte sich bei Felix Kendziora, gelernter Kfz-Mechaniker, für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement und das stets konstruktive und lösungsorientierte Miteinander zwischen Arbeitnehmerschaft und Arbeitgebenden. Alexander Hengst gratulierte der wiedergewählte WHKT-Präsident Schröder herzlich zur Neuwahl in den Vorstand des WHKT.

Ehrung:

WHKT-Ehrenzeichen an Klaus Feuler verliehen

Im Rahmen der WHKT-Vollversammlung am 28. Oktober 2022 in Münster hat Klaus Feuler, WHKT-Vorstandsmitglied von 1998 bis 2010, das Ehrenzeichen des WHKT für seine Verdienste um die Arbeitnehmerschaft des Handwerks erhalten.

35 Jahre hat sich Klaus Feuler für die Belange der Arbeitnehmerschaft des Handwerks als Vizepräsident der Handwerkskammer Dortmund eingesetzt und über 12 Jahre auf Landesebene im WHKT-Vorstand viel Verantwortung übernommen. Als oberster Arbeitnehmervertreter beim Deutschen Handwerkskammertag (DHKT) hat er von 2005 bis 2019 die Interessen der Arbeitnehmerschaft in Berlin gestärkt. Damit hat Klaus Feuler – wie kaum ein anderer Arbeitnehmer in Deutschland – an der Beantwortung der zentralen Zukunftsfragen des Handwerks an oberster Stelle ehrenamtlich mitgewirkt und dafür gesorgt, dass die Arbeitnehmerschaft in der Politik und bei der Entwicklung neuer Strategien und Konzepte stets partnerschaftlich beteiligt ist.

Klaus Feuler hat mit seinen Ehrenämtern das Selbstverständnis geprägt, dass Entwicklungen und Meinungen im Handwerk nicht von oben herab vorgegeben werden, sondern sich aus der Gemeinschaft aller Handwerkerinnen und Handwerker heraus gemeinsam entwickeln. Sein Engagement galt vor allem der Durchlässigkeit zwischen den Bildungssystemen in Europa, der interkulturellen Kompetenz sowie der gleichwertigen Anerkennung dualer und akademischer Bildungsabschlüsse.

Die höchste Auszeichnung der Spitzenorganisation der Handwerkskammern in NRW hat WHKT-Präsident Berthold Schröder in Münster mit großer Wertschätzung an Klaus Feuler verliehen.

Mittelstandsbeirat mit drei Handwerksvertretern:

WHKT-Präsident Berthold Schröder erneut in den Mittelstandsbeirat der Landesregierung NRW berufen

Foto: ©MWIKE NRW/M. Hermenau

Zusammen mit der NRW-Wirtschaftsministerin und stellvertretenden Ministerpräsidentin Mona Neubaur tauschte sich der neu konstituierte Mittelstandsbeirat der Landesregierung NRW am 17. Oktober 2022 über die aktuelle mittelstandspolitische Situation und zur Zukunft des Mittelstands aus. Eine von vielen Herausforderungen ist die Energiekrise.

WHKT-Präsident Berthold Schröder: »Die Handwerksbetriebe sind in vielerlei Hinsicht von der Energiekrise betroffen. Einerseits sind es die direkten Auswirkungen aufgrund der steigenden Energiekosten. Andererseits verstärken die Preissteigerungen die bestehenden Probleme in den Lieferketten. Eine Kostenüberwälzung der steigenden Kosten muss gerade auch für diejenigen Betriebe in der Wertschöpfungskette möglich sein, die Leistungen aufgrund längerfristiger Verträge mit der öffentlichen Hand erbringen. Dieses setzt voraus, dass öffentliche Auftraggeber willens sind und finanziell in die Lage versetzt werden, Preissteigerungen auch für ihre Verträge zu akzeptieren.«

Am Mittelstandsbeirat wirken insgesamt drei Vertreter des Handwerks mit. Neben WHKT-Präsident Berthold Schröder sind Handwerk.NRW-Präsident Andreas Ehlert als stellvertretender Vorsitzender des Mittelstandsbeirates sowie der Arbeitnehmer-Vizepräsident der HWK Aachen Felix Kendziora in das Gremium berufen.

Der Mittelstandsbeirat hat seine Agenda für das kommende Jahr 2023 festgelegt: So wird als Erstes die Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren und öffentlichen Vergaben in Krisenzeiten in den Fokus genommen. Dazu werden in einem ersten Schritt Werkstattgespräche mit kleinen und mittleren Unternehmen durchgeführt, um mittelstandsfeindliche Regelungen zu identifizieren. In einem weiteren Schritt wird mittels Clearingverfahren in den entsprechenden Rechtsgebieten eine mittelstandsfreundlichere Regelung geschaffen.

Meistergründungsprämie NRW:

Förderprogramm aufgrund hoher Nachfrage überzeichnet

Es ist eine Nachricht wie aus einer anderen Welt: Aufgrund der hohen Nachfrage sind die Mittel für die Gewährung einer Meistergründungsprämie verbraucht! Trotz Ukrainekrieg und multipler Krise gibt es im Handwerk weiterhin in erheblichem Umfang Gründungswillige, die bereit sind, neu zu gründen oder einen Betrieb zu übernehmen. Soweit die positive Nachricht. Unerfreulich ist demgegenüber, dass das Land wegen des Programmerfolgs Ende Oktober einen Antragsstopp für die Meistergründungsprämie ausrufen musste. Das für das Jahr 2022 verfügbare Budget ist erschöpft. Anträge können voraussichtlich ab dem 01.01.2023 wieder gestellt werden. Deshalb besteht dringender politischer Handlungsbedarf, um gerade diejenigen, die zum Jahreswechsel gründen wollen, nicht aus der Förderung auszuschließen.

Mit der Meistergründungsprämie wird die Gründung einer selbstständigen Vollexistenz vom Land Nordrhein-Westfalen mit einem nicht zurückzuzahlenden Zuschuss von max. 10.500 Euro gefördert. Die Gewährung der Meistergründungsprämie setzt eine Existenzgründungsberatung bei der zuständigen Handwerkskammer voraus und ist zudem an die Schaffung oder Sicherung von Arbeits- bzw. Ausbildungsplätzen geknüpft.

10 Jahre »Kein Abschluss ohne Anschluss«:

WHKT als Interviewpartner gefragt

Die Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung (G. I. B. NRW) stellte das Thema KAoA in den Mittelpunkt ihrer letzten Ausgabe ihres Magazins G. I. B. INFO.

WHKT-GF Andreas Oehme begleitete den Entstehungsprozess dieser Landesinitiative, vertritt das Handwerk im Steuerungskreis und wurde zu diversen Aspekten hinsichtlich KAoA von der G. I. B. befragt. Herr Oehme sagte unter anderem: »Erst im Schuljahr 2019/2020 hatte ein kompletter Jahrgang flächendeckend die Berufliche Orientierung durchlaufen. Um Erfolge, Misserfolge und Grenzen von KAoA vernünftig beurteilen zu können, ist es daher noch zu früh. Fest steht aber schon heute: Die Landesinitiative konnte einiges bewirken. So hat zum Beispiel das Thema der Beruflichen Orientierung in der Gesellschaft an Bedeutung gewonnen. Probleme erkenne ich in der Gestaltung von Übergängen. Zu selten erhalten junge Menschen, die Unterstützung benötigen, das passende Angebot. Hier mangelt es an Anreizen, Schülerinnen und Schüler in Bildungsgängen oder Lernende in Bildungsmaßnahmen vorzeitig in zielführende Anschlüsse abzugeben. Versuche des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, entsprechende Anreize zu schaffen, konnten sich bislang leider nicht durchsetzen. Bei Personen, die KAoA generell infrage stellen, fällt mir immer wieder auf, dass sie meist nicht verstehen, dass es sich hier um ein System handelt, in dem jedes Element seinen vorgesehenen Platz in einer Kette von Angeboten hat. Häufig sind sie völlig überrascht, wenn sie erkennen, wie durchdacht dieses System ist. Gleichwohl muss sich KAoA zurecht der Kritik aussetzen, dass die Systematik bis heute noch zu wenige Akteure wirklich verstehen. Hier hätte die Initiative bei ihrer Einführung kommunikativ besser begleitet werden müssen.«

Der komplette G. I. B.-Artikel mit dem Interview ist zu lesen unter: »https://www.whkt.de/themen/bildung«

Initiative »Handwerk im Hafthaus«:

Auftaktveranstaltung mit Justizminister Dr. Benjamin Limbach

Am Freitag, den 21.10.2022, begrüßte WHKT-Vizepräsident Felix Kendziora gemeinsam mit zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern der Arbeitnehmer-Seite der sieben nordrhein-westfälischen Handwerkskammern NRW-Justizminister Dr. Benjamin Limbach auf Schloss Raesfeld zur Auftaktveranstaltung im Rahmen des Vorhabens »Handwerk im Hafthaus«.

Minister Dr. Limbach diskutierte mit den Vorstandsmitgliedern der Handwerkskammern Ideen, Ansätze und Perspektiven, wie die Wiedereingliederung entlassener Straftäter funktionieren kann. Dr. Limbach: »Ich freue mich sehr darüber, das Handwerk als kompetenten und verlässlichen Partner im Projekt neben mir zu wissen. Mit Ihrer Kooperationsbereitschaft setzen Sie ein starkes Zeichen für die gesellschaftliche Akzeptanz entlassener Straftäter. Damit wird das von Ihnen vertretene Handwerk, das zurecht als das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bezeichnet werden darf, zu einem Vorreiter bei der gesamtgesellschaftlichen Aufgabe der Wiedereingliederung ehemaliger Straftäter.«

WHKT-Vizepräsident Kendziora betonte die Perspektiven, die die Kooperation zwischen Handwerk und Justiz bietet: »Während das Handwerk vielfach qualifizierte Fachkräfte sucht, sorgen Sie in Ihren Justizvollzugsanstalten für eine fachlich fundierte berufliche Qualifizierung inhaftierter Menschen, um sie für den Arbeitsmarkt vorzubereiten. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir zusammen gute Ansätze ausarbeiten werden, um in Zeiten des Fachkräftemangels mehr Arbeitsplätze für Haftentlassene zu finden.«

Auf der Webseite www.handwerk-im-hafthaus.de, die die beteiligten Partnerorganisationen unter dem Motto »Türen öffnen. Gemeinsam. Mit dem Handwerk.« entwickelt haben, stehen vielfältige Informationen rund um das Thema »Beschäftigung von Haftentlassenen im Handwerk« zur Verfügung. Dieses Informationsangebot wird fortlaufend ausgebaut.

Das Vorhaben »Handwerk im Hafthaus« zielt darauf ab, den Zugang von ehemaligen Inhaftierten als qualifizierte Fachkräfte zum Arbeitsmarkt in enger Zusammenarbeit mit dem Westdeutschen Handwerkskammertag und den sieben Handwerkskammern in NRW zu verbessern. Zu Beginn der Umsetzung stehen die Handwerkskammern Aachen und Dortmund sowie die Justizvollzugsanstalten Heinsberg und Bochum-Langendreer im Fokus der Aktivitäten.

Ansprechpartner beim Westdeutschen Handwerkskammertag ist Peter Dohmen, Tel.: 0211/3007-707 oder peter.dohmen[ ät ]whkt.de.

»Wir wissen, was wir tun«:

Landesbeste im Handwerk von NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur ausgezeichnet

Foto: HWK Münster

Unter dem Motto »Wir wissen, was wir tun« haben sich 263 Gesellinnen und Gesellen dem freiwilligen Berufswettbewerb gestellt und ihr handwerkliches Können gezeigt. Ihre Gesellenprüfung haben sie in diesem Jahr als Beste von rund 23.200 Handwerkslehrlingen in Nordrhein-Westfalen abgeschlossen. In Münster wurden am Samstag, den 29. Oktober, die 71 Landessiegerinnen und -sieger von Ministerin Neubaur persönlich ausgezeichnet. Im nächsten Schritt können diese am Bundeswettbewerb teilnehmen, dessen Siegerinnen und Sieger am 9. Dezember in Augsburg geehrt werden.

Die Broschüre mit allen diesjährigen Siegerinnen und Siegern auf Landesebene ist zu finden unter www.whkt.de/themen/wettbewerbe/leistungswettbewerb-des-deutschen-handwerks-plw.

WHKT-Bildungsexperte Andreas Oehme im VBE-Interview:

Berufliche Orientierung an Schulen weiter stärken

Interview mit Andreas Oehme, Geschäftsführer des WHKT, in der Zeitschrift »SCHULE HEUTE« des Verbandes Bildung und Erziehung Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V.

Der Verband Bildung und Erziehung NRW (VBE) hat unter der Überschrift »Herausforderungen Bildung« den Bildungsexperten des WHKT, Geschäftsführer Andreas Oehme, zu den steigenden Anforderungen in der dualen Ausbildung, dem zunehmenden Fachkräftemangel und den Perspektiven für Schulabgängerinnen und Schulabgänger mit »niedriger Schulbildung« interviewt.

Andreas Oehme thematisiert die Inflation der Bildungsabschlüsse, die Notwendigkeit, den Blick auf Schülerinnen und Schüler mit Frusterlebnissen in der Schule zu richten, die verschiedenen allgemein bildenden Schulen neu zu betrachten, sich bildungspolitisch mit der Tatsache auseinanderzusetzen, dass z. B. immer mehr Hochschulabsolventen nach ihrem Studium einfache Sachbearbeitertätigkeiten ausüben.

Das Interview ist zu lesen im Verbandsmagazin des VBE unter: www.vbe-nrw.de/downloads/PDF%20Dokumente/sh091022.pdf

 

Innovationsdialog:

Hauptamt des Handwerks diskutiert über zusätzliche Wege der Fachkräftegewinnung neben dem dualen Ausbildungssystem

WHKT-Geschäftsführer Andreas Oehme (r.) eröffnete die Veranstaltung mit einem Impulsvortrag zum dualen System

Im Workshopformat diskutierte der WHKT im Rahmen des »Innovationsdialogs« am 19. Oktober 2022 in den Räumlichkeiten der Handwerkskammer Düsseldorf mit hauptamtlichen Vertretern aus der Handwerksorganisation über mögliche Wege, Fachkräfte für das Handwerk zu gewinnen. Beleuchtet wurden dabei bewusst Strategien zusätzlich zum dualen Ausbildungssystem. Die Teilnehmenden kamen aus den nordrhein-westfälischen Handwerkskammern, den Kreishandwerkerschaften sowie aus den Fachverbänden.

Andreas Oehme, Geschäftsführer des WHKT, eröffnete die Veranstaltung mit einem Impulsvortrag zum dualen System und verdeutlichte, dass mit Blick auf die Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft dringend zusätzliche Lösungen zu finden seien, um den Fachkräftebedarf im Handwerk decken zu können.

Anschließend wurden mit der Expertise der Teilnehmenden verschiedene Handlungsstrategien entwickelt. Es kristallisierte sich heraus, dass vor allem Fachkräfte aus dem Nicht-EU-Ausland stärker in den Blick genommen werden sollten. Dazu bedürfe es einfacherer und transparenter Einwanderungsregelungen. Als weiterer zielführender Ansatz wurde über die Qualifizierung in Bausteinen von potenziellen Mitarbeitenden beraten. Der Fachkräftegewinnung könne so zügiger begegnet werden, jedoch seien Mitarbeitende dann auch zumindest vorläufig weniger universell einsetzbar. Gemeinsam hat man festgestellt, dass mit dem Begriff »Teilqualifizierung« oft negative Konnotationen einhergehen.

Weniger Potenzial sahen die Teilnehmenden in angelernten Arbeitskräften, Quereinsteigern und dem Strukturwandel in Handel und Industrie.

Weitere Anregungen und Ihre Meinung zu dem Thema der Fachkräftegewinnung nehmen wir mit Freude entgegen und verweisen an dieser Stelle gerne auf unseren Ideenspeicher: https://www.innovationsdialog-handwerk.nrw/ideen.

Der Innovationsdialog wird gefördert durch das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

Etablierung nachhaltiger Mobilität in Handwerksbetrieben:

Neues vom »MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen«

Der WHKT ergänzt mit dem MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen das bestehende Angebot des Zukunftsnetz Mobilität NRW. Grundlage hierfür bildet eine Kooperationsvereinbarung zur Förderung des Betrieblichen Mobilitätsmanagements in NRW zwischen dem Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW, dem Zukunftsnetz Mobilität NRW sowie dem Westdeutschen Handwerkskammertag. Die Unterzeichnung dieser Kooperationsvereinbarung durch Herrn Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, die Vertreter des Zukunftsnetz Mobilität NRW sowie des Westdeutschen Handwerkskammertages findet am 05. Dezember 2022 statt. Ziel dieser Vereinbarung ist die Bildung eines Netzwerkes für Betriebliches Mobilitätsmanagement in NRW.

Der MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen bietet gemeinsam mit der Ehrenamtsakademie des NRW-Handwerks am 02. Dezember 2022 von 13:00 Uhr bis 17:00 Uhr eine Veranstaltung mit dem Titel »Trotz Krise die Nachhaltigkeit im Blick behalten?!« in der Handwerkskammer Dortmund, Ardeystr. 93 in 44139 Dortmund an.

Die Veranstaltung setzt sich aus zwei Modulen zusammen – einem Impulsvortrag zum Thema »Nachhaltig in der Krise« (gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung) sowie einem sich anschließenden Kreativworkshop zum Thema »Handwerksbetriebe im Spannungsfeld: Heute auch an Morgen denken« (gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW). Ziel hierbei ist, Lösungsansätze am Beispiel Betrieblicher Mobilität zu entwickeln.

Zudem wird während der Veranstaltung der »Check Nachhaltigkeit 360°« von der Handwerkskammer Dortmund vorgestellt. Mit dem »Check Nachhaltigkeit 360°« erhalten Betriebe auf Grundlage der »Sustainable Development Goals« (SDGs) einen Überblick über ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten, mögliche Ansatzpunkte und machen ihr Engagement gegenüber Stakeholdern sichtbar.

Die Veranstaltung richtet sich in erster Linie an Handwerkerinnen und Handwerker, die zugleich ehrenamtlich im Handwerk tätig sind. Anmeldungen sind über: www.akademie-des-handwerks.de/ehrenamt/nachhaltigkeit-im-blick-behalten möglich.

Im Jahr 2023 möchten die Handwerkskammern Dortmund, Düsseldorf und Münster einen Mobilitätstag veranstalten. Mit einer Blitzumfrage, die sich an Handwerksbetriebe richtet, soll herausgefunden werden, welche Themengebiete Handwerkerinnen und Handwerker aktuell besonders interessieren. Die Top-Themen werden im Themenfokus des geplanten Mobilitätstages stehen. Hier der Link zur Umfrage: https://umfrage.handwerk.nrw/s/cqksscz

Ein Erklärfilm, der das Thema »Betriebliches Mobilitätsmanagement im Handwerk« unterhaltsam darstellt, ist auf der Homepage des MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen unter www.mobilityhub-handwerk.de zu sehen.

Regelmäßige Informationen rund um das Thema nachhaltige Mobilität stellt der Newsletter des MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen zukünftig bereit, der über folgenden Link abonniert werden kann: https://www.mobilityhub-handwerk.de/aktuelles/newsletter/newsletter-abo

Wichtiger Termin:

IT-Sicherheitstag NRW am 6. Dezember 2022 in Siegen

Schutz vor Cyber-Attacken, sichere Nutzung von Cloudlösungen, Betreiben und Nutzen von Online-Shops oder Arbeiten im Homeoffice: IT-Sicherheit hat viele Gesichter. Der IT-Sicherheitstag NRW am 06.12.2022 bietet erstmalig auch Handwerksbetrieben die Möglichkeit, sich kompakt und praxisorientiert zu unterschiedlichen Handlungsfeldern zu informieren. Das Programm finden Sie unter https://www.it-sicherheitstag-nrw.de/Agenda.html. Der IT-Sicherheitstag findet in diesem Jahr hybrid statt, anmelden können Sie sich unter https://events.sihk.de/itsnrw. Die Teilnahme ist kostenfrei, aber begrenzt. Melden Sie sich daher zeitig an!

Als WHKT-Federführerin für Digitalisierung wird die Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld in der Siegerlandhalle mit einem Infostand vertreten sein: Im Fokus steht dabei ein neues Online-Weiterbildungsprogramm, das sich direkt an Betriebsangehörige richtet, um IT-Sicherheits-relevantes Wissen nachhaltig im Betrieb zu verankern. Es werden Beispiele der Mitarbeitersensibilisierung on the job gegeben, die vor Ort ausprobiert werden können. Auch das um die Themen IT-Sicherheit und Datenschutz erweiterte Beratungsportfolio der Kammern wird vorgestellt sowie die landesweite Digitalisierungsplattform handwerk-digital.nrw mit der speziell für Handwerksbetriebe entwickelten anbieterneutralen IT-Dienstleistersuche als zusätzliches und digitales Unterstützungswerkzeug.

Neben dem WHKT wird auch die LGH als Partnerin und Vertreterin der Digitalisierungsplattform handwerk-digital.nrw an dem Event präsent sein. Ansprechpartner bei der LGH ist Herr Rafael Olkusnik (olkusznik[ ät ]lgh.de, Tel.:  0211-30108-340); Ansprechpartnerin bei der Handwerkskammer Ostwestfalen zu Bielefeld ist Frau Miriam Belke (miriam.belke[ ät ]hwk-owl.de, Tel. 0521/5608-141).

Ehrenamtsakademie:

Lohnenswerte Seminare für Prüferinnen und Prüfer im Handwerk im November und Dezember

Für Prüferinnen und Prüfer im Handwerk sind im Seminar »Verstehen und verstanden werden – Kommunikation individuell auf den Prüfling abstimmen« noch freie Plätze verfügbar.

Das Seminar findet in hybrider Form am 17.11.2022 und am 08.12.2022 jeweils von 09:00 bis 17:00 Uhr statt. Die Teilnahme ist kostenlos! Die Anmeldung erfolgt unkompliziert über www.akademie-des-handwerks.de/ehrenamt/.

Die Seminare werden über die Ehrenamtsakademie des NRW-Handwerks (EAH) von der Akademie des Handwerks Schloss Raesfeld angeboten und von der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt gefördert.

Programm Mittelstand Innovativ & Digital:

Land fördert Cybersicherheit in Unternehmen mit 4,2 Millionen Euro

Mit der zunehmenden Digitalisierung steigen für Betriebe auch die Anforderungen an die IT-Sicherheit, um sich vor Cyberangriffen zu schützen. Mit dem neuen Programmbaustein MID-Digitale Sicherheit unterstützt das Land ab sofort kleine und mittlere Unternehmen dabei, die eigenen Sicherheitsstandards zu verbessern, Sicherheitsprobleme zu beheben und sensible Daten zu schützen. MID-Digitale Sicherheit ist Teil des Förderprogramms Mittelstand Innovativ & Digital. Das Land stellt hierfür bis Ende des Jahres zunächst 4,2 Millionen Euro bereit. Im kommenden Jahr soll das Teilprogramm weitergeführt werden.

Mit dem Programmbaustein MID-Digitale Sicherheit werden Beratungsleistungen, Schulungen und Fortbildungen zur Sensibilisierung der Mitarbeitenden sowie Software für einen IT-Basisschutz gefördert. Die Förderquote für Kleinstunternehmen und kleine Unternehmen beträgt 80 Prozent, für mittlere Unternehmen 60 Prozent. Die Fördersumme liegt bei 4.000 bis 15.000 Euro.

Unternehmen können ihre Anträge online über das Förderportal unter www.mittelstand-innovativ-digital.nrw stellen und sich vorab für Info-Webinare anmelden.

Innovationen aus Israel für NRW:

Handwerkerstipendium »Go Israel«

Das Land NRW fördert 10 Stipendien für junge Führungskräfte im NRW-Handwerk, die ihre Berufserfahrung durch ein Praktikum in einem israelischen Unternehmen erweitern möchten.

Der erste Stipendiat, ein junger Steinmetzmeister, hat gerade seinen Aufenthalt in Israel begonnen. Weitere junge Experten – Malermeister, Dachdeckermeister, Augenoptikerinnen sowie ein Installateur- und Heizungsbaumeister – werden in Kürze nach Israel aufbrechen. Interessante Chancen gibt es in Israel auch für Elektroniker, KFZ-Mechatroniker oder Landmaschinen-Mechatroniker, aber auch für Bäcker und Konditoren liegt uns ein Praktikumsangebot vor. Das Praktikum muss bis spätestens Anfang Februar 2023 gestartet sein. Bewerbungen können jederzeit eingereicht werden: https://www.handwerk-international.net/stipendium-go-israel

Junge Führungskräfte im NRW-Handwerk können mit Unterstützung der Israel-Repräsentanz des Landes NRW im Rahmen von »Go Israel« ein Praktikum in israelischen Unternehmen durchführen. Das Handwerkerstipendium »Go Israel« bietet Gesellinnen und Gesellen sowie Meisterinnen und Meistern bis 35 Jahre, die sich auf eine Führungsposition im Handwerk vorbereiten, die Chance, die Zukunft ihres Gewerks im innovativen israelischen Markt kennen zu lernen. Kontakt: israel[ ät ]lgh.de

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Energiekrise: Wettlauf gegen die Zeit

Schirme, Bremsen und Deckel unterschiedlicher Ausführungen haben in diesen Tagen Hochkonjunktur. Initiativen zur Linderung der Krisenfolgen überschlagen sich. Zusammenstöße bleiben da nicht aus. So geschehen etwa in der vergangenen Woche bei der Gaspreisbremse. Der geplante deutsche Alleingang hat sofort andere EU-Mitgliedstaaten und die Europäische Kommission auf den Plan gerufen. Kritisiert werden unter anderem mögliche Wettbewerbsverzerrungen im Binnenmarkt. Das ist nicht ohne, denn die Europäische Kommission wird die Beihilfekonformität des deutschen Abwehrschirms prüfen, sobald die Maßnahmen konkretisiert sind. Zugleich beraten die Mitgliedstaaten nun über mögliche europäische Gaspreissenkungsmechanismen. Der verkündete Abwehrschirm steht also noch auf wackeligen Füßen.

Diese Unsicherheit spiegelt sich im Handwerk wider. Trotz der Vielzahl politischer Ankündigungen und Maßnahmen fühlen sich Handwerksbetriebe verbreitet alleingelassen. Sie vermissen vor allem Klarheit über die Rahmenbedingungen der kommenden Monate.

Zudem kommt im betrieblichen Alltag bisher wenig an Entlastungen an. Das Energiekostendämpfungsprogramm erreicht Handwerksbetriebe nicht. Das KMU-Programm wird absehbar nur einem Teil der stark betroffenen Betriebe zu Gute kommen.

An anderen Stellen zeichnet sich Bewegung ab. Der Bundesrat hat am vergangenen Freitag der reduzierten Umsatzsteuer auf Gas und weiteren energiepolitischen Vorhaben zugestimmt, das Bundesfinanzministerium hat in einem Schreiben an die obersten Finanzbehörden der Länder appelliert, Stundungen von Steuerzahlungen und Anträge auf Anpassung von Vorauszahlungen wohlwollend zu prüfen. Das sind Bausteine eines großen Puzzles.

Ein weiterer wesentlicher Baustein zur Sicherung der Energieversorgung und der Senkung der Preise – darüber herrscht weitgehend Einigkeit – ist das Energiesparen. Der WHKT hat dazu eine Fragebogenaktion gestartet: #NRWspartEnergie. Richtig. Mit dem Handwerk. Ziel der Befragung ist, Erfahrungen zu sammeln von den Vielen, die sich bereits auf den Weg gemacht haben. Was lohnt sich? Wo gibt es relevante ungehobene Potenziale? Welche Fehler gilt es zu vermeiden? Gerade im Handwerk gibt es dazu viel Kompetenz. Der Fragebogen ist digital verfügbar unter www.whkt.de/richtig-energiesparen. Machen Sie mit!

Sachverständigenwesen:

Gesetzentwurf zur Änderung des JustG NRW

Die öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen spielen eine wesentliche Rolle in gerichtlichen Verfahren bei der Klärung von Beweisfragen und tragen damit zur Entscheidungsfindung der Richter bei.

Das NRW-Justizministerium hat einen Gesetzentwurf zur Änderung des nordrhein-westfälischen Justizgesetzes auf den Weg gebracht, der eine Verbesserung für den Bereich des Sachverständigenwesens zur Folge hat. Mit dem neu eingefügten § 43a JustG NRW wird eine gesetzliche Grundlage geschaffen, die Gerichten künftig ermöglicht, Informationen über etwaige Fehlverhalten von öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen im Rahmen ihrer gutachterlichen Tätigkeit vor Gericht an die Handwerkskammern als Bestellkörperschaften weitergeben zu können.

Das nordrhein-westfälische Handwerk begrüßt ausdrücklich die Einführung dieser gesetzlichen Grundlage. Auf diese Weise können die Kammern notwendige Informationen erlangen, die zur Beurteilung, ob die Sachverständigen ihrer Tätigkeit ordnungsgemäß nachgehen, unerlässlich sind und so bei Bedarf erforderliche Maßnahmen ergreifen. Damit kann der hohe Qualitätsstandard der öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen sichergestellt werden.

Nachjustierungsbedarf hinsichtlich des Gesetzesentwurfs sieht das Handwerk in der Ermöglichung der Weitergabe des gesamten Akteninhalts und nicht nur bestimmter Auszüge, da für eine umfassende Beurteilung von etwaigen Pflichtverstößen der gesamte Sachverhalt relevant ist. Zudem wäre im Sinne der Entbürokratisierung und Verfahrensbeschleunigung die Ermöglichung der Weitergabe direkt vom jeweiligen Spruchkörper anstatt über die Justizverwaltung begrüßenswert.

Preisverleihung:

Designtalente im Handwerk von NRW-Ministerin Mona Neubaur ausgezeichnet

Mit einer Siegerehrung eröffneten in der Handwerkskammer zu Köln am 25.09.2022 NRW-Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur, der Präsident des Westdeutschen Handwerkskammertages (WHKT), Berthold Schröder, und der Präsident der Handwerkskammer zu Köln, Hans Peter Wollseifer, die Ausstellung DesignTalente Handwerk NRW, die vom 25.09. bis zum 09.10.2022 in der Handwerkskammer zu Köln zu sehen war.

Hans Peter Wollseifer, Präsident der Handwerkskammer zu Köln, begrüßte die jungen Designtalente des Handwerks: »Design ist im Handwerk nicht nur richtig, sondern es ist wichtig. Kenntnisse und Fähigkeiten beim Thema Design vertiefen das Verständnis von Material und Technik, und verstärken damit die praktische Lösungskompetenz. Design ist auch ein Schlüssel zur Lösung des Fachkräftemangels, denn wer Design machen will, ist im Handwerk gut aufgehoben. Ich freue mich daher sehr über eine gelungene Ausstellung von und mit Designerinnen und Designern einer neuen Generation. Diese Menschen werden mit Ihren Fähigkeiten ihre eigene Zukunft gestalten. Und die Zukunft des Handwerks gleich mit.«

Im Gespräch mit Moderatorin Michaela Padberg stellte Ministerin Neubaur die Bedeutung anspruchsvollen Designs für die Fachkräftesicherung heraus: »Das Handwerk macht nicht nur die Energiewende, sondern bietet viele Möglichkeiten kreativ zu gestalten. Die Preisträgerinnen und Preisträger des Wettbewerbs DesignTalente beweisen erneut, welche Vielfalt im Handwerk liegt. Viele junge Menschen möchten sich selbst etwas ausdenken, planen und dann mit den eigenen Händen umsetzen. Deshalb macht das Erlernen von Gestaltungswissen eine Ausbildung im Handwerk attraktiv.«

WHKT-Präsident und Zimmerermeister Berthold Schröder gratulierte allen Teilnehmenden und unterstrich, »dass Handwerkerinnen und Handwerker ihren Beruf zu etwas machen, was mit ihnen selbst zu tun hat – mit ihrer Persönlichkeit und ihrem Talent. Wenn das gelingt, wird aus Beruf Berufung und aus Talent Erfolg.« Abschließend rief er die jungen Designtalente des Handwerks und die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung dazu auf: »Lassen Sie sich begeistern – vom Handwerk, vom Design und vom Wettbewerb DesignTalente Handwerk NRW.«

Die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger mit ihren Themenbereichen sind:

  • Leonard Elias Böker aus Aachen, Möbel
  • Patricia Flock aus Münster, Wohnen & Außenbereich
  • Moritz Berrer aus Münster, Wohnen & Außenbereich
  • Aram Gosau aus Aachen, Objekt & Skulptur
  • Jan Weßelmann aus Dülmen, Medien
  • Sebastian Kahl aus Aachen, Schmuck
  • Jonas Finkeldei und Nicklas Coombe Potter aus Münster, Sonderpreis

Der überaus sehenswerte Katalog DesignTalente Handwerk NRW mit allen Ausstellerinnen und Ausstellern steht online unter www.designtalente-handwerk-nrw.de/2022 zur Verfügung.

Der Schirmherr des Wettbewerbs DesignTalente Handwerk NRW ist Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst. Gefördert wird der vom WHKT organisierte Wettbewerb inklusive Ausstellung und Prämien für die Siegerinnen und Sieger seitens des Ministeriums für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

Pressebilder zur Preisverleihung und Ausstellungseröffnung unter: www.whkt.de/owncloud/index.php/s/lfyYg32Ffa9Zcw9

Handwerksabend in Düsseldorf:

WHKT-Ehrenzeichen an Prof. Dr. Andreas Pinkwart verliehen

WHKT-Präsident Berthold Schröder, Prof. Dr. Andreas Pinkwart (MdL), WHKT-Vizepräsident Felix Kendziora (v.l.n.r.)

Mit dem Ehrenzeichen des Westdeutschen Handwerkskammertages (WHKT) würdigt die Dachorganisation der Handwerkskammern in NRW besondere Persönlichkeiten. Zu diesen besonderen Persönlichkeiten für das Handwerk zählt seit dem 28. September 2022 der ehemalige NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart (MdL).

Die Ehrung des NRW-Landtagsabgeordneten Andreas Pinkwart für seine Verdienste um das Handwerk in NRW hat Präsident Berthold Schröder im Rahmen des diesjährigen »Handwerksabend – Partnertreff von WHKT und LGH« in Düsseldorf vorgenommen. Im Kreise der Spitzenvertretungen aus Handwerk und Politik bedankte er sich in seiner Laudatio für das Miteinander, den stets ehrlich-offenen Austausch auch in schwieriger Coronazeit und die guten und innovativen Lösungen, die gemeinsam für die Betriebe und Handwerkerinnen und Handwerker entstanden sind. Hierzu zähle vor allem der Prozess der Umsetzung von 171 Empfehlungen, welche die Enquetekommission zur Zukunft von Handwerk und Mittelstand Nordrhein-Westfalen zwischen 2015 und 2017 entwickelt habe. Der dazugehörige gemeinsame Abschlussbericht konnte im November 2021 an den nordrhein-westfälischen Landtag überreicht und gleichzeitig der zukunftsweisende »Innovationsdialog Handwerk NRW« gestartet werden. Zudem habe Prof. Pinkwart mit der Entfesselungsinitiative den Fokus auf den Abbau von Bürokratielasten gelegt, mit dem Wirtschafts-Service-Portal.NRW die Digitalisierung von Verwaltungsleistungen entscheidend nach vorne gebracht, das Ehrenamt im Handwerk mit dem Ehrenamtspreis NRW zu mehr Anerkennung verholfen und die Meistergründungsprämie so reformiert, dass sie Gründungen und Betriebsübernahmen im Handwerk zeitgemäß unterstützt. Des Weiteren ist der Innovationspreis Handwerk unter der Ägide des Herrn Ministers a.D. Pinkwart ins Leben gerufen worden.

Handwerk gründet. Auch in schwierigen Zeiten:

Meistertag NRW in Iserlohn erfolgreich durchgeführt

Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, Hans-Joachim Hering, Vorsitzender der Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks e.V. (LGH), Berthold Schröder, Präsident des Westdeutschen Handwerkskammertages (WHKT) und Jochen Renfordt, Präsident der Handwerkskammer Südwestfalen (hinten v.l.n.r.) im Gespräch mit der Moderatorin Gisela Steinhauer

Etwa 160 Gäste konnten Wirtschaftsministerin Mona Neubaur und WHKT-Präsident Berthold Schröder zum elften »Meistertag NRW« am 16.09.2022 in Iserlohn begrüßen. Im Zentrum des »Meistertag NRW« standen rund 30 Handwerksmeisterinnen und Handwerksmeister aus ganz NRW, die mit Unterstützung der Meistergründungsprämie den Schritt in die Selbstständigkeit gehen. Gemeinsam stellten das Land NRW und das Handwerk Meisterinnen und Meister vor, die als Garant für die Sicherung von Qualität in der beruflichen Bildung gelten.

Im Meistertalk, den WDR-Journalistin Gisela Steinhauer moderierte, tauschten sich Gründerinnen und Gründer mit der Ministerin und Kay Schlüter, Gründungsexperte der Handwerkskammer Südwestfalen über die Perspektiven, Chancen und aktuellen Herausforderungen aus, die auf die frischgebackenen Betriebsinhaberinnen und -inhaber warten.

Höhepunkt der Veranstaltung war die feierliche Übergabe der Urkunden für die Meistergründungsprämie durch Ministerin Neubaur, den LGH-Vorsitzenden Hering und WHKT-Präsident Schröder an die Handwerksmeisterinnen und Handwerksmeister, die zudem noch ein Erinnerungsfoto mit nach Hause nehmen konnten.

Der Meistertag NRW wird gefördert durch das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

Weitere Informationen sind hier in der Pressemeldung zu finden.

WHKT-Unternehmensstatistik:

Neue Statistik zu Handwerksunternehmen veröffentlicht

Die Statistik liefert Informationen über die Entwicklungen im Handwerksrollenbestand der Jahre 2019 bis 2021. Dabei berücksichtigt sie die Unternehmen, deren Umsatz und die Anzahl an tätigen Personen in den verschiedenen Gewerken.

Das nordrhein-westfälische Handwerk verzeichnet mit einem Rekordzuwachs von 1.714 Unternehmen um 0,9 % im Jahr 2021 insgesamt 195.788 Unternehmen und setzt damit den Wachstumstrend der vergangenen Jahre fort.

Auch beim Umsatz ist den Prognosen zufolge mit einem Zuwachs von 5,1 Milliarden Euro um 3,7 % zu rechnen. Dies ist nicht nur als eine beachtliche Steigerung im Gegensatz zum Zuwachs vom vorangegangenen Coronajahr von nur 1,2 % zu sehen, sondern knüpft auch an die Wachstumszahlen seit 2014 an. In den Bereichen des gewerblichen Bedarfs und des Ausbaugewerbes liegt auch das größte Umsatzwachstum von 8,1 % bzw. 6,6 % vor, das deutlich über dem Durchschnitt liegt.

Allerdings geht die Anzahl der im Handwerk beschäftigten Personen in NRW weiter zurück und folgt damit dem Negativtrend aus dem letzten Jahr. Im Gegensatz zu der Prognose aus dem Vorjahr liegt hier ein Rückgang von knapp 1 % auf einen Tiefstwert von 1.182.830 vor.

Interessante Entwicklungen zeigen sich im Verhältnis der Rolleneintragungen und der Anzahl an Beschäftigten zueinander an.

Beim Ausbaugewerbe sind weniger Handwerksrolleneintragungen zu verzeichnen. Die Zahl reduziert sich um 2,5 % auf 59.780 (2021). Dies rührt vor allem von dem Rückgang der Eintragungen im Bereich Fliesen-, Platten- und Mosaikleger. Die Zahl der Eintragungen reduziert sich um 7,2 % auf 14.168 (2021). Gleichzeitig ist über den Zeitraum hinsichtlich der Anzahl an tätigen Personen in dem Handwerk ein leichter Zuwachs von 1,5 % auf 24.299 (2021) zu verzeichnen.

Das umgekehrte Phänomen ist im Bereich des gewerblichen Bedarfs zu erkennen. Hier nahm die Anzahl an eingetragenen Betrieben um 4,2 % auf 24.638 (2021) zu. Gleichzeitig wird in dem Bereich die Anzahl Beschäftigten um 2,8 % auf 296.091 im Jahr 2021 festgestellt. Dies zeichnet sich besonders bei den Gebäudereinigern ab. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl an Eintragungen im Bereich des Gebäudereinigers um 8,5 % auf die Zahl von 12.006 gestiegen. Bei den beschäftigten Personen ist im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang von 3,7 % festgestellt.

Im Bereich des Lebensmittel- und des Gesundheitsgewerbes ist hingegen ein deutlicher Rückgang sowohl bei der Anzahl an Betrieben als auch an beschäftigten Personen zu erkennen.

Bei personenbezogenen Dienstleistungen und im Bauhauptgewerbe ist eine signifikante Steigerung von 56,9 % bzw. 22,8 % beim Rollenbestand über den Zeitraum der letzten zwei Jahre zu erkennen, die auf den Wechsel des Bestattungsgewerbes und der Kosmetiker bzw. Holz- und Bautenschutzgewerbes vom handwerksähnlichen Gewerbe (Anlage B2 HwO) in das zulassungsfreie Handwerk (Anlage B1 HwO) zurückzuführen ist.

Mit dem Kapitel »Unternehmensstatistik« ist die Handwerksstatistik 2021/2022 nun vollständig und steht als Gesamtausgabe – ebenso wie die Einzelstatistiken zu den unterschiedlichen Themenbereichen – als Download zur Verfügung unter https://www.whkt.de/statistik.

Etablierung nachhaltiger Mobilität in Handwerksbetrieben:

Webseite des »MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen« online

Das Projekt »MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen« möchte unter Einbindung der Handwerkskammern die Etablierung nachhaltiger Mobilität in Handwerksbetrieben weiter vorantreiben. Ein erster Baustein zum Erreichen dieses Ziels leistet die Projektwebsite unter www.mobilityhub-handwerk.de.

Als Servicepartner der Handwerkskammern entwickelt der »MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen« zugeschnittene Informationsmaterialien und Beratungsinstrumente. Einige davon werden den Beratenden der Handwerkskammern nun über die Projektwebsite des »MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen« zur Verfügung stehen.

Zudem dient die Seite als direkte Informationsquelle für Handwerksbetriebe, die an nachhaltiger Mobilität interessiert sind und sich über Maßnahmen des Betrieblichen Mobilitätsmanagements informieren möchten. Auf der Projektwebsite werden zukünftig Themenflyer, Veranstaltungshinweise, Erklärfilme sowie kurze Imagefilme über Handwerksbetriebe, die die eigene betriebliche Mobilität bereits umgestaltet haben, zu finden sein.

Der »MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen« wird gefördert vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. Weitere Informationen unter www.mobilityhub-handwerk.de.

Ausbildungsplatz sucht Auszubildende:

Kammern und NRW Arbeitsagentur blicken auf den Ausbildungsmarkt

Torsten Withake, Vorsitzender der Geschäftsführung der RD NRW; Ralf Stoffels, Präsident von IHK NRW; Berthold Schröder, Präsident des WHKT; Bernd Zimmer, Vorsitzender Verband Freie Berufe in NRW (v.l.n.r.)

Zum Start des Ausbildungsjahres blickten Kammern und NRW Arbeitsagentur gemeinsam auf den Ausbildungsmarkt: Die Folgen der Corona-Virus-Pandemie sind noch spürbar, gleichzeitig verändert sich der Ausbildungsmarkt. Insbesondere bei der Anzahl der Jugendlichen, die sich für eine duale Berufsausbildung interessieren, wird dies sichtbar. Während die Anzahl der Bewerberinnen und Bewerber um eine Ausbildungsstelle weiterhin rückläufig ist, gibt es wieder mehr Ausbildungsstellen in NRW.

Gemeinsam haben der Westdeutsche Handwerkskammertag (WHKT), die Industrie- und Handelskammern in NRW (IHK NRW), der Verband Freier Berufe NRW und die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit am 02.09.2022 eine erste
Zwischenbilanz zum Ausbildungsstart gezogen.

Vor allem mit Blick auf den Fachkräftebedarf war die gemeinsame Botschaft aller Beteiligten: Die Chancen, für junge Menschen einen Ausbildungsplatz zu finden, sind in NRW so gut, wie schon lange nicht mehr. Eine duale Ausbildung bietet beste Möglichkeiten für einen erfolgreichen Start in eine berufliche Zukunft.

»Einen Einstieg über die betriebliche Erstausbildung im Handwerk bietet beste berufliche und persönliche Perspektiven am Arbeitsmarkt. Wir qualifizieren junge Menschen zu Fachkräften, Führungskräften sowie auch zu Unternehmerinnen und Unternehmern. Mit dem Mensch im Mittelpunkt und einem familienfreundlichen Umfeld bieten die kleinen und mittelständischen Betriebe des Handwerks sowohl Schulabgängerinnen und Schulabgänger als auch Studienzweiflerinnen und Studienzweiflern sinnstiftende Berufe und die Möglichkeit, an der Realisierung unserer Klimaziele aktiv mitzuwirken«, betonte WHKT-Präsident Berthold Schröder.

Die gemeinsame Pressemeldung des Westdeutsche Handwerkskammertage (WHKT), der Industrie- und Handelskammern in NRW (IHK NRW), des Verbands Freier Berufe NRW und der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit steht hier als Download bereit.

ValiKom Transfer:

Rechtliche Verankerung von Validierungsverfahren in Aussicht gestellt

Am 23. Juni 2022 fand die Beiratssitzung statt, bei der alle bildungspolitischen Akteure über den aktuellen Stand des Projektes »ValiKom Transfer« informiert wurden. Neben den Projektpartnern berichtete auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) über die aktuellen Entwicklungen. So stellte das BMBF in Aussicht, dass das Validierungsverfahren noch möglichst in dieser Legislaturperiode rechtlich verankert werden soll.

Bezüglich der Projektumsetzung informierte der WHKT, dass seit November 2021 zwei weitere Handwerkskammer-Standorte (HWK Dortmund und HWK Potsdam) aufgebaut werden. Ebenfalls wurde das Berufsangebot erweitert, sodass die Projektkammern in Summe mittlerweile 39 Ausbildungsberufe anbieten, für die ein Validierungsverfahren absolviert werden kann. Auch die Teilnehmerzahl wächst von Monat zu Monat. Bis Ende Mai wurden insgesamt 1.518 Verfahren durchgeführt.

Ebenfalls wurde über die Erprobung einer engeren Zusammenarbeit zwischen Arbeitsagenturen (AA), Jobcentern (JC) und Projektkammern berichtet. In drei Regionen werden in diesem Pilotprojekt, Erkenntnisse gesammelt, wie eine zielgerichtete Zusammenarbeit zwischen Projektkammern und Arbeitsagenturen bzw. Jobcentern etabliert werden kann. Anfang Juli fanden pro Region erste digitale Workshops statt, in welchen die Vermittlungsfachkräfte der Arbeitsagenturen und Jobcenter sowie die Kammermitarbeitenden von ihren bisherigen Erfahrungen berichtet haben. Die Workshop-Teilnehmenden waren sich einig, dass ein Validierungsverfahren eine gute Chance bietet, arbeitslose Personen dauerhaft in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Das Forschungsinstitut für Berufsbildung im Handwerk (FBH) stellte bei der Sitzung Ergebnisse der Befragung von Berufsexperten und-expertinnen vor. Berufsexpertinnen und -experten bewerten während des Validierungsverfahrens die beruflichen Kompetenzen der Teilnehmenden. Sie sind für die Vorbereitung und Durchführung der Fremdbewertung, dem Herzstück des Validierungsverfahrens, verantwortlich. Vor der Fremdbewertung findet zwischen den Teilnehmenden und den Berufsexpertinnen und -experten ein Beratungsgespräch statt. Dieses Gespräch als auch die Einsicht in die Antragsunterlagen werden von den Expertinnen und Experten als sehr hilfreich empfunden, um einen Eindruck von den Teilnehmenden und ihren Kompetenzen zu erlangen. Auch die Unterstützung der Expertinnen und Experten bei ihren Aufgaben durch die Projektkammer-Mitarbeitenden bewerten die Expertinnen und Experten als durchweg positiv, wie die Befragung des FBH beweist.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf www.validierungsverfahren.de.

Musterverträge neu erschienen:

Aktualisierte Arbeitsverträge und unternehmensrechtliche Verträge

Der WHKT hat seine Vertragsmuster im Bereich des Arbeitsrechts und des Unternehmensrechts überarbeitet und an die neusten Regelungen angepasst.

Mit den Änderungen im NachweisG, die zum 1. August in Kraft getreten sind, hat der deutsche Gesetzgeber die EU-Richtlinie über transparente und vorhersehbare Arbeitsbedingungen in der EU umgesetzt. Seitdem treffen den Arbeitgeber strengere Anforderungen an Informations- und Dokumentationspflichten. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, wesentliche Bedingungen des Arbeitsverhältnisses schriftlich festzuhalten. Dies betrifft beispielsweise die Vergütung, die vereinbarte Arbeitszeit oder das einzuhaltende Verfahren bei Kündigung des Arbeitsverhältnisses. Verstöße gegen das NachweisG sind mittlerweile bußgeldbewährt.

Einzelne Regelungen in den Muster-Gesellschaftsverträgen wurden konkretisiert. Dies gilt unter anderem hinsichtlich der Möglichkeit zur Fortführung der Gesellschaft nach Ausscheiden von Gesellschaftern, der Regelungen zur Beschlussfähigkeit und zur Beschlussfassung der Gesellschafterversammlung oder der Vertretungsregelungen.

Die neuen Musterverträge stehen unter www.whkt.de/downloads/formulare als Download zur Verfügung.

In dritter Auflage erschienen:

WHKT-LGH-Broschüre »Das handwerkliche Sachverständigenwesen« 2022

Die Broschüre »Das handwerkliche Sachverständigenwesen« steht nun in der aktualisierten Fassung 2022 zur Verfügung.

Die bereits dritte Auflage berücksichtigt insbesondere die fünfte Novelle der Handwerksordnung, das neuste Kostenrechtsänderungsgesetz als auch die geplante Novellierung der Sachverständigenordnungen der Handwerkskammern. Mit der fünften Novelle der Handwerksordnung wurde der Tätigkeitsbereich des Sachverständigen erweitert. Dem öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen ist nun auch erlaubt, Gutachten über den reinen Wert einer Sache zu erstatten. Mit dem Kostenrechtsänderungsgesetz 2021 ist unter anderem das Justizvergütungs- und Entschädigungsgesetz (JVEG) in den für öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige maßgeblich Rechtsvorschriften teilweise erheblich umgestaltet worden. Insbesondere erfolgt die Zuordnung nicht mehr nach Honorargruppen, sondern nach einzelnen Sachgebieten. Im Vergleich zum alten JVEG hat der Gesetzgeber die Stundensätze deutlich angehoben und an marktübliche Preise angepasst.

Die neue Mustersachverständigenordnung sieht unter anderem nicht mehr vor, dass handwerkliche Sachverständige in die Handwerksrolle eingetragen werden müssen. Ferner kann die Handwerkskammer als Bestellkörperschaft bei Pflichtverstößen des Sachverständigen in erforderlichem Umfang Aufsichtsmaßnahmen ergreifen.

Die Broschüre steht hier als Download zur Verfügung >.

UnternehmerFrauen im Handwerk NRW:

»Wir sind Botschafterinnen für das Handwerk«

Am 02.09.2022 traf sich der Landesverband der UnternehmerFrauen im Handwerk NRW, organisiert durch die Ehrenamtsakademie Handwerk, auf Schloss Raesfeld zu einem ganztägigen Workshop, um gemeinsam über Beteiligungswege im handwerklichen Ehrenamt sowie über Strategien und moderne Wege in der Personalentwicklung zu sprechen. Fazit der Veranstaltung: die Zusammenhänge zwischen diesen beiden Themen liegen auf der Hand – die erfolgreiche Gewinnung und Bindung von Ehrenamtlichen ist vergleichbar mit einer strategischen Personalentwicklung in Unternehmen.

Tatjana Lanvermann, Vorsitzende des Bundesverbandes, und Juana Bleker, Vorsitzende des Landesverbandes der UnternehmerFrauen, setzen sich in ihren Funktionen für die Qualifikation und Weiterbildung sowie die betriebliche und persönliche Weiterentwicklung nicht nur ihrer Mitglieder, sondern allgemein von Frauen und Mädchen im Handwerk ein. Frauen haben heute enorme Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten in Handwerksberufen sowohl als Fach- aber auch als Führungskraft. Sie haben vielfältige Möglichkeiten, sich aktiv für ihren Beruf zu engagieren, sei es als Unternehmerinnen mit eigenem Betrieb aber auch als Arbeitnehmerinnen im Handwerk. Sowohl in die Gewinnung und Bindung von Fachkräften, die Betreuung von Auszubildenden und das ehrenamtliche Engagement in der UFH sind die UnternehmerFrauen eingebunden, darüber hinaus oftmals in weitere Ehrenämter. Dabei ist oftmals ein Spagat zwischen den Aufgaben im Betrieb, Familie, Freizeit und ehrenamtlichen Tätigkeiten erforderlich. Die UnternehmerFrauen setzen auf ein konstruktives und wertschätzendes Netzwerk mit kreativen Unterstützungsangeboten. An Ideen mangelt es nicht. Starre Konstrukte und festgefügte Strukturen schrecken eher ab, Flexibilität und Agilität sind gefragt: beispielsweise kann eine gute Kinderbetreuung vor Ort die Teilnahme an einer Veranstaltung ermöglichen und stressfrei machen. 

Begleitend bieten insbesondere die Handwerksorganisationen viele Möglichkeiten für ein ehrenamtliches Engagement, zum Beispiel in Gremien, Ausschüssen und Prüfungskommissionen.

Zum Mitgliederkreis der UnternehmerFrauen zählen nicht nur Unternehmerinnen, sondern genauso Teilhaberinnen, Meisterinnen, Gesellinnen und Frauen, die im Unternehmen des Ehemannes oder Partners mitarbeiten. Insgesamt 18 Arbeitskreise sind dem Verband in Nordrhein-Westfalen angeschlossen. Der besondere Einsatz der UnternehmerFrauen gilt der Nachwuchsförderung von Mädchen und jungen Frauen im Handwerk mit der Initiative des UFH Bundesverbandes »HANDWERK ist hier auch FRAUENSACHE

Die Veranstaltung wurde gefördert und fachlich begleitet von der SIGNAL IDUNA.

Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen:

Webinar des BQ-Portals zu ukrainischen Abschlüssen und zur Qualifikationsanalyse

Welche Berufsabschlüsse bringen ukrainische Antragstellende mit? Mussten Antragstellende ihre Unterlagen bei der Flucht zurücklassen, kommt eine Qualifikationsanalyse in Betracht. Einen Einblick in das ukrainische Bildungssystem und die Berufsanerkennung mittels Qualifikationsanalyse bei fehlenden schriftlichen Belegen bietet das Webinar des BQ-Portals am 18. Oktober 2022. Die digitale Veranstaltung wird zusammen mit dem Kooperationspartner »NetQA Netzwerk Qualifikationsanalyse« angeboten.

Interessierte zuständige Stellen sowie Mitarbeitende von Beratungsstellen zur beruflichen Anerkennung können sich hier zum Webinar »Praxis der Qualifikationsanalyse – Ukrainische Berufsqualifikationen im Fokus« anmelden.

Das BMBF-geförderte Verbund-Projekt »NetQA« wird vom Westdeutschen Handwerkskammertag fachlich gesteuert und unterstützt zuständige Stellen noch bis Ende 2022 im beruflichen Anerkennungsverfahren bei fehlenden Nachweisen. Weitere Informationen finden Sie unter www.whkt.de/netqa.

Außenwirtschaft:

Wirtschaftsausblick Europa

Die schon während der Corona-Zeit aufgetretenen Lieferengpässe und die durch den russischen Angriff auf die Ukraine gestiegenen Energiekosten machen Unternehmen in ganz Europa große Sorge. Hohe Ersparnisse z.B. französischer Haushalte und gut gefüllte Auftragsbücher geben Unternehmen in Frankreich Hoffnung – wie auch die laufenden Ausschreibungen für Großprojekte wie Gran Paris Express (Bahntechnik, Infrastruktur, Stadtentwicklung) oder die Vorbereitungen für die Olympischen Spiele 2024.

In Spanien entwickeln sich insbesondere touristische Regionen gut. Private Bauprojekte für die Renovierung von Ferienhäusern stehen in Aussicht, aber auch Stadtentwicklungsprojekte in Madrid und eine Schnellzuglinie zwischen Santander und Bilbao.

In Belgien bieten Großprojekte in der Chemie- und Metallindustrie sowie u.a. der Ausbau der U-Bahn in Brüssel und der Stromverteilungsnetze in Flandern Anlass zur Hoffnung. Zudem sind mehrere Krankenhausneubauten in Brüssel, Charleroi, Antwerpen und Diest geplant.

Ähnliche Vorhaben sind in den Niederlanden in Planung: Straßenbauprojekte im Umfang von 25 Mrd. Euro werden bis 2028 realisiert, Bahn- und U-Bahnprojekte sowie der Ausbau von Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern sind in Vorbereitung.

Da auch der Fachkräftemangel europaweit die Aktivitäten von Unternehmen bremst, können sich z.B. in grenzüberschreitenden Kooperationen Chancen für spezialisierte Handwerksunternehmen ergeben. Beratung für ihre Auslandstätigkeit erhalten Unternehmen bei den Außenwirtschaftsberaterinnen und -beratern der Handwerksorganisation: https://www.handwerk-international.net/ansprechpartner.

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Bürokratieabbau im Lichte von Nachhaltigkeit

Im Koalitionsvertrag verpflichtet sich die Landesregierung zum Bürokratieabbau. In den Zeilen 845 ff. des Zukunftsvertrags für Nordrhein-Westfalen heißt es dazu: »Kleine Unternehmen werden wir von übermäßigen Bürokratieanforderungen und Aufzeichnungspflichten entlasten, indem wir Bagatellgrenzen einführen bzw. nach oben anpassen, Statistikanfragen bündeln und das Prinzip der Änderungsmitteilung ausweiten. Berichtspflichten werden wir, wo möglich, mit einer zeitlichen Beschränkung versehen.«

Viele Handwerksbetriebe beklagen steigende bürokratische Lasten, die ihnen die Zeit für das Kerngeschäft rauben. Das Bekenntnis der Landesregierung zum Bürokratieabbau ist deswegen zu begrüßen. Jenseits des Abbaus bestehender Lasten tut aber vor allem auch Bürokratievermeidung Not. Das gilt zum Beispiel für die Nachhaltigkeitsberichterstattung.

Nachhaltigkeitsberichterstattung hat viele Gesichter. Es gibt freiwillige und verpflichtende Berichte, qualitative und quantitative. Zunehmend sprießen Initiativen, die darauf angelegt sind, die Nachhaltigkeit von Produkten, von betrieblichen Prozessen und übergreifend von unternehmerischem Handeln zu messen und zu dokumentieren. Das Ziel ist, Fortschritte auf dem Weg zur Erreichung von Klimaneutralität und den »Sustainable Development Goals« sichtbar zu machen, Investitionen zu steuern und »Greenwashing« zu vermeiden. In der Sache ist das konsequent. Zugleich entscheidet sich in der Art der Umsetzung, ob Nachhaltigkeit für Handwerksbetriebe Chance oder zum Hemmschuh wird.

Betrachtet man allein die laufenden europäischen Initiativen, ist die Situation vordergründig entspannt. Die meisten Handwerksbetriebe werden von der Nachhaltigkeitsberichterstattung der »Bilanzrichtlinie« (CSRD), der Taxonomie oder des europäischen Lieferkettengesetzes unmittelbar gar nicht betroffen sein. Sie erreichen den Schwellenwert nicht. Und auch bei der Ökodesign-Verordnung werden nur Teile einen Produktpass und ökologischen Fußabdruck liefern müssen. Aber ist das ein Grund für Entwarnung? Mitnichten. Handwerksbetriebe werden in Lieferbeziehungen, in Beziehungen zu ihrer Bank und bei Förderungen gehalten sein, zu Nachhaltigkeitsberichten Anderer zuzuliefern oder selbst zu berichten. Das heißt konkret, sie müssen nachhaltigkeitsrelevante Daten erheben und weitergeben – und das voraussichtlich in unterschiedlichen Formaten für unterschiedliche Kontexte. Jeder Rechtsakt hat seine eigenen Anforderungen. Wenn es schlecht läuft, müssen Betriebe ihre Daten immer wieder von Neuem zur Verfügung stellen und sind dabei auf externe Unterstützung angewiesen. Das wäre ganz klar übermäßige Bürokratie.

Dasselbe Problem wird zunehmend auch produktbezogen auftreten, zum Beispiel im Bereich Ökodesign, wenn der Anwendungsbereich erweitert wird und für die »green claims«, also Umweltaussagen, die voraussichtlich mit einer Ökobilanz hinterlegt werden sollen. Ein entsprechender Verordnungsvorschlag der Europäischen Kommission ist für Ende November angekündigt. Weil Handwerksbetriebe typischerweise Kleinserien oder Unikate fertigen und kundenspezifische Dienst- und Werkleistungen erbringen, sind Aufwand und Kosten für die Berichterstattung pro Einheit ungleich höher als bei industrieller Fertigung und standardisierten Dienstleistungen. Das heißt, hier entsteht nicht nur einzelbetrieblich zusätzlicher Aufwand, das Problem ist systemisch. Es hat Potenzial, die Wirtschaftsstruktur zu beeinflussen.

Handwerksbetriebe brauchen passfähige Lösungen, die Bürokratie vermeiden helfen. Das kann die Landesregierung nicht im Alleingang sicherstellen, aber sie kann unterstützen.

  • In laufenden Gesetzgebungsverfahren sind die Folgen für kleine Betriebe konsequent »mitzudenken«. Wenn – wie im Falle der Ökodesign-Verordnung – Belastungen geschaffen werden, muss auf dieser Ebene – im betroffenen Rechtsakt – zugleich eine adäquate Lösung geschaffen werden. Das bedeutet, die Ökodesign-Verordnung muss – zeitgleich mit dem Inkrafttreten einer möglichen Ökodesign-Verordnung – Regelungen treffen und Instrumente zur Verfügung stellen, die es kleinen und mittleren Unternehmen ermöglicht, die Erfassung und Weitergabe von Informationen sowie die Erstellung eines Produktpasses, von Etiketten etc. weitgehend aufwandsfrei durchzuführen. Die von der Europäischen Kommission vorgeschlagene Lösung, die Unterstützung der Betriebe einfach auf die Mitgliedstaaten abzuwälzen, ist unzureichend.
  • Silolösungen, also Lösungen für jeden einzelnen Rechtsakt reichen nicht. Für Betriebe zählt, dass sie ein Datum nur einmal erheben müssen. Wichtig ist deswegen, Anforderungen übergreifend und aus betrieblicher Ebene zu betrachten und entsprechend auf ihre Schnittstellenfähigkeit hin auszurichten. Ziel der Lösungen muss der Grundsatz »only once« sein.
  • Nachhaltigkeitsberichterstattung hat mit Kommunikationsstrukturen zu tun. Dafür sind auch neue Netzwerke erforderlich, die gemeinsam ergründen, an welchen Stellen Prozesse vereinfacht werden können, wo Handlungsbedarf besteht.
  • Es braucht technische Lösungen, die Unternehmen helfen, Informationen – quasi auf Knopfdruck – für unterschiedliche Zwecke nutzbar zu machen.

All das könnte helfen, Bürokratie im Ansatz zu vermeiden, damit sie später nicht abgebaut werden muss.

Bedeutung der energie- und klimatechnischen Handwerke:

Handwerk in NRW und Landesregierung vereinbaren Maßnahmen zur Energieeffizienz

Rüdiger Otto, Vizepräsident des Unternehmerverbands Handwerk, Andreas Peeters, Landesinnungsmeister des Landesfachverbands des Schornsteinfegerhandwerks Nordrhein-Westfalen, Matthias Heidmeier, Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Andreas Ehlert, Präsident von HANDWERK.NRW, Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, Berthold Schröder, Präsident des Westdeutschen Handwerkskammertages, Hans-Joachim Hering, Präsident des Unternehmerverbands Handwerk, Martin Böhm, Präsident des Fachverbands Elektro- und Informationstechnische Handwerke Nordrhein-Westfalen (v.l.n.r.) | Foto: © MWIKE NRW

Die Preise für Energieträger und Rohstoffe sind in den vergangenen Monaten drastisch gestiegen und weiterhin droht eine Verknappung von Energie, insbesondere von Erdgas. Die Preissteigerungen spüren Betriebe und Haushalte. Ihr Ausmaß zeigt sich zum Teil mit zeitlicher Verzögerung, insbesondere dann, wenn Verträge auslaufen und zu neuen Konditionen geschlossen werden müssen.

Die steigenden Energiepreise treffen viele Handwerksbetriebe hart. Deswegen bitte vormerken: Die Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz (MIE) bietet ab Mitte Oktober digitale Energieeffizienz-Workshops für Handwerksbetriebe an. Das Besondere ist, dass die Veranstaltungen gewerkespezifisch Einsparmaßnahmen vorstellen, die Betriebe ergreifen können, um ihre Energiekosten zu senken. Geplant sind folgende Veranstaltungen:

  • 19.10.2022 von 09:00–10:00 Uhr für Kfz-Betriebe
  • 20.10.2022 von 15:00–16:00 Uhr für Betriebe des Metallhandwerks
  • 26.10.2022 von 14:00–15:00 Uhr für Friseurbetriebe
  • 27.10.2022 von 14:00–15:00 Uhr für Tischlereien
  • 02.11.2022 von 14:00–15:00 Uhr für Bäckerbetriebe
  • 03.11.2022 von 10:00–11:00 Uhr für Textilreiniger und
  • 08.11.2022 von 14:00–15:00 Uhr für Fleischerbetriebe.

Energie- und insbesondere Gassparen stand am 04.08.2022 im Mittelpunkt des Gesprächs der Spitzenvertretungen des NRW-Handwerks mit die Landesregierung NRW, vertreten durch Wirtschafts- und Klimaministerin Mona Neubaur sowie Staatssekretär des NRW-Arbeitsministerium Matthias Heidmeier.

In einer gemeinsamen Erklärung mit dem Titel #NRWspartEnergie wurden kurz- und mittelfristig wichtige Maßnahmen skizziert. Das Maßnahmenspektrum umfasst den Ausbau der Beratungen durch Betriebe für Energieeinsparung, eine breit angelegte Energiesparinitiative #NRWspartEnergie sowie die Gewinnung dringend benötigter Fachkräfte im Handwerk für Klimaneutralität und Versorgungssicherung. Nicht zuletzt sollen Planungs- und Genehmigungsverfahren unter die Lupe genommen und beschleunigt werden. Die dreiseitige Vereinbarung steht online zur Verfügung unter: www.whkt.de/download/22-08-04-Erklaerung-Energiesparen-final.pdf

Sie haben Anregungen, Tipps, Anliegen zum Thema Energiesparen? Schreiben sie uns an jeanine.bucherer[ ät ]whkt.de.

Handwerk fordert Anpassung der StVO:

Parken von Betriebsfahrzeugen in Bewohnerparkgebieten und Einführung von Servicezonen für Handwerkerinnen und Handwerker

Durch die Ausweisung von Bewohnerparkgebieten in den dicht besiedelten Innenstädten stehen viele der in der Innenstadt ansässigen Handwerksbetriebe vor dem Problem, dass sie ihre Betriebsfahrzeuge nicht für einen längeren Zeitraum am Betriebssitz oder in unmittelbarer Nähe dazu parken können. Denn Anspruch auf einen Bewohnerparkausweis hat nach der Verwaltungsvorschrift zu § 45 der Straßenverkehrsordnung (StVO) nur derjenige, der in dem Bereich meldebehördlich registriert ist und dort tatsächlich wohnt. Gewerbebetriebe werden davon ausdrücklich nicht erfasst. Sie sind daher auf die Ausnahmeregelung angewiesen, die einer Einzelfallprüfung unterliegt. In der Verwaltungsvorschrift zum § 46 StVO werden Gewerbebetriebe jedoch nicht konkret benannt, sodass mancherorts keine Ausnahmegenehmigung erteilt oder die Erteilung erschwert wird.

Aus diesem Anlass fordert der Westdeutsche Handwerkskammertag (WHKT), die Verwaltungsvorschrift zum § 46 StVO so zu konkretisieren, dass die Gewerbebetriebe mit Betriebssitz in Bewohnerparkgebieten auf Antrag von der zuständigen Behörde vor Ort Ausnahmegenehmigungen erhalten. Die konkrete Anzahl der Genehmigungen soll sich an der Zahl der betriebsnotwendigen Fahrzeuge der Gewerbebetriebe orientieren.

Darüber hinaus spricht sich der WHKT dafür aus, ein neues Verkehrszeichen »Lade-/Servicezone« in der StVO einzuführen. Die Lade-/Servicezonen sollen Handwerkerinnen und Handwerkern ermöglichen, für Wartungs- und Servicearbeiten in vertretbarer räumlicher Nähe zum Kunden zu parken, um auf Werkzeuge und Maschinen zuzugreifen, die für den Auftrag erforderlich sind.

MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen gestartet:

Nachhaltige Mobilität macht Handwerksbetriebe fit für die Zukunft!