WHKT-REPORT – AUSGABE 07/2026

Liebe Leserinnen und Leser,

ab dem kommenden Ausbildungsjahr wird jede Auszubildende und jeder Auszubildende KI-Grundkompetenzen begleitend zu ihrer/seiner Ausbildung kostenlos über eine zentrale Lernplattform erwerben können. Dank der Erprobung des entwickelten Angebots durch Auszubildende aus über 260 Ausbildungsbetrieben in NRW wird das Angebot qualitätsgesichert und auf die Zielgruppe angepasst sein. Alles läuft nach dem Sommer über die Plattform www.azubitrain.nrw. Wirtschaftsorganisationen und Verbände können ihre ausbildenden Mitgliedsunternehmen auf dieses Angebot mit dem Titel »AZUBITRAIN« konkret aufmerksam machen, sobald digitale Flyer und Poster von Landesebene verfügbar sind.

Warum ist dies von besonderer Bedeutung? Künstliche Intelligenz (KI) wird in jeden Beruf, jeden Arbeitsalltag, jeden Haushalt, jedes Hobby einziehen und auch unsere Beziehungen zu anderen Menschen stark prägen. Deshalb sollen flächendeckend in NRW u. a. Azubis die Möglichkeit bekommen, auf Basis ihrer ersten Erfahrungen insbesondere mit Large Language Models wie ChatGPT, Claude, Gemini und Vibe die Grundlagen für den professionellen Umgang mit KI für ihre Ausbildung und den Arbeitsalltag zu erlernen.

Der mündige Bürger in unserer Zukunftsgesellschaft muss sich mit den Grundlagen der KI auskennen, denn KI wird nicht nur im virtuellen Raum bleiben, sondern über die sog. »Physical AI« in unsere physische Realität über Roboter unterschiedlicher Art Einzug erhalten. Leistungsstarke humanoide Roboter stehen vermutlich kurz vor der breiteren Markteinführung. Japan will mit einer neuen Automatisierungsinitiative dem wachsenden Arbeitskräftemangel begegnen. Bis 2040 sollen zehn Millionen KI-gestützte Roboter in 18 Wirtschaftssektoren zum Einsatz kommen. Geplant ist ihr Einsatz nicht nur in der Industrie, sondern auch in der Lebensmittelproduktion, im Gesundheitswesen, bei der Infrastrukturwartung und im Katastrophenschutz. Sie sollen insbesondere dort eingesetzt werden, wo offene Stellen nicht mit menschlichen Arbeitskräften besetzt werden können.

Welche Auswirkungen diese Entwicklungen auf Beschäftigung, Qualifizierung und die Zukunft unserer Arbeitswelt haben werden, war auch Gegenstand eines ersten Fachkongresses des nordrhein-westfälischen Arbeitsministeriums. An dem in der KI-Erklärung des Arbeitsministeriums angekündigten Dialog beteiligt sich der WHKT sehr gerne.

Mit freundlichen Grüßen

Hauptgeschäftsführer Dr. iur. Florian Hartmann | Geschäftsführer Andreas Oehme

WHKT-PROJEKT »MACHBARKEITSSTUDIE«:

WHKT übergibt Abschlussbericht in Berlin

Ministerin Mona Neubaur (2. v. l.), Berthold Schröder, Präsident des WHKT (l.), Dr. Rosemarie Kay, stellvertretende Geschäftsführerin des IfM Bonn (2. v. r.) und Christine Schmelting, WHKT (r.) | Foto: WHKT/DA

Anfang Juli übergab WHKT-Präsident Berthold Schröder in Berlin den Abschlussbericht der Machbarkeitsstudie »Wege der Unterstützung für Selbständige im Handwerk während Schwangerschaft und Mutterschaft« an NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur. Die zentralen Ergebnisse wurden von Christine Schmelting, WHKT-Projektleiterin, sowie Dr. Rosemarie Kay, stellvertretende Geschäftsführerin des IfM Bonn, vorgestellt und gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des Bundesfamilienministeriums, des Bundeswirtschaftsministeriums sowie verschiedener Wirtschaftsverbände diskutiert.

Die NRW-Landesregierung hat das vorgeschlagene WHKT-Modell für einen flexiblen Mutterschaftsausgleich für Selbständige vollständig übernommen und wird es unter dem Namen »FAIRsorgt – NRW-Initiative für fairen Mutterschutz« auf Landes- und Bundesebene weiter vorantreiben.

Das Modell umfasst drei zentrale Bausteine:

  • einen pauschalen finanziellen Basis-Mutterschaftsausgleich,
  • eine einkommensabhängige Aufstockung auf Antrag sowie
  • eine finanzielle Unterstützung für den Betrieb.

Anspruchsberechtigt sind alle selbständig tätigen Frauen – einschließlich Gründerinnen und Hybrid-Selbständigen. Das Modell orientiert sich an den gesetzlichen Mutterschutzfristen, kann bei Bedarf jedoch auch auf den gesamten Zeitraum der Schwangerschaft ausgeweitet werden. Damit bietet es einen wirksamen Ansatz, die erheblichen volkswirtschaftlichen und persönlichen Folgen eines schwangerschafts- oder mutterschaftsbedingten Erwerbsausfalls abzufedern.

Unser herzlicher Dank gilt allen, die das Projekt in den vergangenen zwei Jahren begleitet, unterstützt und mit ihrer Expertise zur Entwicklung des Modells beigetragen haben. Mit FAIRsorgt – NRW-Initiative für fairen Mutterschutz liegt nun ein konkreter, praxisnaher und wissenschaftlich fundierter Vorschlag für einen Mutterschutz für Selbständige vor. Nun ist der Bund gefordert, dieses Modell umzusetzen. Der WHKT wird den weiteren Prozess aktiv begleiten und sich weiterhin für eine nachhaltige Verbesserung des Mutterschutzes für Selbständige einsetzen.

Die Ergebnisse der Studie sind abrufbar unter www.machbarmachen-handwerk.de/aktuelles.

5 Jahre Wiederaufbau:

NRW-Initiative »HANDWERKimWIEDERAUFBAU« erfolgreich abgeschlossen

Arne von Boetticher, Landrat des Rheinisch-Bergischen Kreises, Thomas Radermacher, Präsident der Handwerkskammer zu Köln, Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, Laura Lundberg, Bürgermeisterin der Gemeinde Odenthal, Dr. Sabrina Schaper, 1. Vorsitzende Odenthaler Kobolde e. V., Berthold Schröder, Präsident des Westdeutschen Handwerkskammertages (v. l. n. r.) | Foto: WHKT/RG

Anlässlich des Abschlusses der gemeinsamen Initiative »HANDWERKimWIEDERAUFBAU« besuchten Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, WHKT-Präsident Berthold Schröder und Thomas Radermacher, Präsident der HWK zu Köln, zum fünften Jahrestag der Starkregen- und Hochwasserkatastrophe am 14./15. Juli 2021 den »Kindergarten und Familienzentrum Odenthaler Kobolde e. V.« in Odenthal. Dort informierten sie sich über den Wiederaufbau der Einrichtung und blickten gemeinsam auf die Landesinitiative zurück.

WHKT-Präsident Berthold Schröder: »Der Besuch in der Kita Odenthaler Kobolde zeigt, wie der erfolgreiche Wiederaufbau aussehen kann. Mit der Initiative HANDWERK im WIEDERAUFBAU unter der Leitung des Flutkoordinators Marius Siebenhaar haben wir über die Jahre Handwerksbetriebe und Betroffene miteinander vernetzt und Wiederaufbauprojekte unterstützt. Für die Zukunft gilt weiterhin: Der Wiederaufbau gelingt nur gemeinsam.«

Mit der Starkregen- und Hochwasserkatastrophe im Juli 2021 war für viele Menschen völlig unklar, woher all die Handwerker kommen sollten, die den Wiederaufbau verlässlich stemmen. Im April 2022 wurde die gemeinsame Initiative »HANDWERK im WIEDERAUFBAU« gegründet und im Juni 2024 um zwei weitere Jahre bis zum 30.06.2026 verlängert. Ziel war es, zusätzliche Handwerksbetriebe für den Wiederaufbau zu gewinnen und den Betroffenen einen niedrigschwelligen Zugang zu passenden Betrieben zu ermöglichen. Die Plattform vermittelte den Kontakt zu qualifizierten und verlässlichen Handwerksbetrieben und schuf damit Vertrauen. Koordiniert wurde die Initiative von der Handwerkskammer zu Köln. Zentrales Instrument war die Plattform www.handwerk-baut-auf.de, die Flutbetroffene mit qualifizierten Handwerksbetrieben zusammenbrachte.

Auch nach dem offiziellen Ende der gemeinsamen Initiative bleibt das Erreichte bestehen: Die sieben Handwerkskammern in Nordrhein-Westfalen halten die Plattform für künftige Katastrophenfälle einsatzbereit. Zudem wurde aus den Erfahrungen der Initiative ein Handlungsleitfaden entwickelt, der Handwerksorganisationen dabei unterstützt, im Ernstfall schnell und koordiniert Hilfe zu leisten. Der Handlungsleitfaden steht zum Download zur Verfügung unter www.hwk-koeln.de/katastrophen-leitfaden.

Ehrenamt im Handwerk:

Treffpunkt Ehrenamt am 11. September 2026 auf Schloss Raesfeld

Ehrenamtliches Engagement ist das Rückgrat unserer Gesellschaft – im Handwerk und weit darüber hinaus. Viele Handwerkerinnen und Handwerker setzen sich mit großem persönlichem Einsatz für soziale, kulturelle und gesellschaftliche Belange ein. Ihr Engagement zeigt, dass das Handwerk Verantwortung übernimmt und zusammenhält.

In diesem Jahr wird das ehrenamtliche Engagement von Handwerkerinnen und Handwerkern in den Mittelpunkt gerückt, die mit großem persönlichen Einsatz Verantwortung übernehmen – sei es durch konkrete Hilfe in Krisen- und Katastrophengebieten und für Menschen in akuter Not, durch internationale Hilfe zur Selbsthilfe oder durch die Organisation gemeinsamer Aktionen zur Spendensammlung.

Die Anmeldung zur Abendveranstaltung ist unter www.ehrenamt-handwerk-nrw.de/anmeldung möglich. Bei Fragen oder wenn Sie weitere Informationen wünschen, wenden Sie sich gerne an Barbara Herfs (barbara.herfs@whkt.de).

Wie schon im vergangenen Jahr wird der Treffpunkt Ehrenamt in Kooperation mit der Ehrenamtsakademie des NRW-Handwerks, den UnternehmerFrauen im Handwerk Landesverband NRW sowie den Junioren des Handwerks Landesverband NRW stattfinden.

Bereits am Mittag bietet die Ehrenamtsakademie in Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer Aachen den Workshop »Social-Media fürs Ehrenamt und Handwerk« an. Bei Interesse freuen wir uns über Ihre Anmeldung und Teilnahme unter: ehrenamt[ ät ]akademie-des-handwerks.de. Die Zahl der Teilnehmenden ist begrenzt.

Weitere Informationen unter: www.ehrenamt-handwerk-nrw.de

Integrationsausschuss des Landes NRW:

Leistungen des Handwerks für Erwerbsmigration vorgestellt

Dr. Florian Hartmann, WHKT-Hauptgeschäftsführer | Foto: WHKT/RG

Die Integrationsleistung des Handwerks war und ist mit Blick auf den Arbeits- und Ausbildungsmarkt in NRW führend. In vielen Handwerksberufen besitzen weit mehr als ein Viertel aller Auszubildenden einen internationalen Hintergrund und sind damit tragender Bestandteil der Strategie zur Fachkräftesicherung im Handwerk.

Wie sich diese Perspektive der Fachkräftegewinnung und nachhaltigen Integration am Arbeitsmarkt gemeinsam mit dem Land NRW weiterentwickeln lässt und welchen Herausforderungen sich das Handwerk in diesem Zusammenhang trotz großen Engagements der Betriebe gegenübersieht, darüber hat Dr. Florian Hartmann, Hauptgeschäftsführer des WHKT, sich gemeinsam mit den Mitgliedern des Integrationsausschusses des Landes NRW, mit NRW-Integrationsministerin Verena Schäffer und mit dem Ausschussvorsitzenden Herrn Dr. Georg Kaiser MdL, am 8. Juli im Rahmen eines Fachgesprächs im Landtag ausgetauscht.

Dr. Florian Hartmann, WHKT-Hauptgeschäftsführer: »Im Kern des Gesprächs ging es uns als Handwerk darum, den Abgeordneten zu zeigen, welche Integrationsleistung unsere Betriebe, Bildungsstätten und Organisationen tagtäglich erbringen und damit zu verdeutlichen, dass die Leistungsfähigkeit unseres Wirtschaftszweigs maßgeblich von internationalen Fachkräften abhängt. Um dieses Potential allerdings weiterhin erschließen und erfolgreich integrieren zu können, brauchen wir regionale Unterstützungs- und Begleitstrukturen, wie bspw. erste Welcome Center für KMU, die mit dem Kommunalen Integrationsmanagement (KIM) und der regionalen Wirtschaft vor Ort zusammenarbeiten. Unsere Betriebe und die Erwerbsmigration insgesamt dürfen nicht an den bürokratischen Hürden scheitern.«

Bürokratieabbau:

Drei Praxischecks Handwerk in Vorbereitung

Das zweite Beschleunigungs- und Entlastungspaket der Landesregierung sieht vor, bis Herbst drei Praxischecks im Handwerk durchzuführen. Sie dienen dazu, Möglichkeiten der Vereinfachung und der Entlastung zu identifizieren, vorrangig solche, die auf Landesebene umsetzbar sind.

Drei Themen stehen im Fokus: das Ausbildungsförderungsgesetz, Arbeiten mit Asbest und die Kumulation von Informations-, Berichts- und Dokumentationspflichten.

Mit Unterstützung des MWIKE organisieren die Spitzenorganisationen des Handwerks nach den Sommerferien drei Workshops. Deren Ziel ist es, im Miteinander der jeweils am Prozess Beteiligten – Betriebe, Handwerksorganisationen, Fachverwaltung, Ministerien u. a. – Wege zu finden, Prozesse besser, schneller, einfacher zu gestalten. Die Erfahrungen der Werkstattgespräche im Rahmen der Clearingstelle zeigen, dass in einem solchen Austausch gute Ideen entstehen. Diese sollen im Herbst in Handlungsempfehlungen münden.

Europa:

Der Digitale Produktpass nähert sich

Der Digitale Produktpass soll perspektivisch das Informationsinstrument im Produktrecht werden. Seine Grundlage findet er in der europäischen Ökodesignverordnung. Der erste Anwendungsfall werden Batterien. Produktpässe für Bekleidung, Eisen und Stahl sowie für Möbel folgen. Auch jenseits von Ökodesign nehmen die Anwendungsfelder rapide zu.

Neueste Entwicklung ist die Freischaltung des Produktpassregisters seitens der Europäischen Kommission. Das DPP-Register dient vor allem als zentrale Vertrauens- und Referenzinstanz für digitale Produktpässe in der EU. Es soll sicherstellen, dass ein Produktpass eindeutig identifizierbar, auffindbar und überprüfbar ist. Seit dem 20. Juli ist auch eine Testumgebung freigeschaltet, die Betrieben und Diensteanbietern ermöglichen soll, sich mit dem System vertraut zu machen.

Handwerksseitig geplant ist, die Testumgebung zu nutzen, um für unterschiedliche Konstellationen Herausforderungen zu identifizieren und Lösungen zu suchen, etwa für kleine Betriebe, für Soloselbständige sowie für Betriebe, die im Wesentlichen Unikate fertigen oder reparieren.

Interessierte melden sich gerne bei Jeanine Bucherer (jeanine.bucherer@whkt.de).

Erfahrungsaustausch:

Aktuelle Themen beim Austausch der Rechtsberaterinnen und -berater der Handwerkskammern in NRW

Im Juni haben sich die Rechtsberaterinnen und -berater der Handwerkskammern in NRW in Münster getroffen, um sich über die tagesaktuellen Themen auszutauschen und über neue Rechtsprechungen zu informieren. Die Tagesordnung bot ein Potpourri an relevanten Themen an. 

Gestartet wurde mit einem Vortrag von Christian Reuter, Referatsleiter beim ZDH, über aktuelle Rechtspolitik. Insbesondere die neu in Kraft getretenen Regelungen zur elektronischen Widerrufsfunktion können praktische Auswirkungen auf Verbraucherverträge haben. Des Weiteren treffen ab September aufgrund der Umsetzung der EmpCo-Richtlinie in nationales Recht Händler erweiterte Informationspflichten bei bestimmten Verbraucherverträgen. Ein weiteres Highlight war das Thema Namensgebung bei Handwerksbetrieben, zu dem Dr. Sebastian Knoch, Rechtsanwalt und Notar, eingeführt und die damit verbundenen Fallstricke und Lösungsansätze erläutert hat. 

Gleichzeitig haben sich die Kolleginnen und Kollegen auch Zeit genommen, um die WHKT-Musterverträge und -formulare aus den verschiedenen Rechtsbereichen auf ihre Aktualität zu überprüfen. Diese sind verfügbar unter www.whkt.de/downloads/musterdokumente.

Entwicklung eines Prototyps:

KI-Assistenz soll Anerkennungsberatung stärken

Der Westdeutsche Handwerkskammertag (WHKT, Düsseldorf) hat gemeinsam mit dem Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz e. V. (ism, Mainz) und dem Institut für Gesellschaftliche Innovation e. V. (IGI, Gießen) die Entwicklung des Prototyps einer KI-Assistenz für Beratende in der beruflichen Anerkennung gestartet. Bis Ende 2026 soll ein Prototyp entstehen, dessen Entwicklung von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration gefördert wird.

Ziel ist es, Beratende künftig dabei zu unterstützen, individuell und passgenau über Verfahren zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse zu informieren. Denn die Praxis zeigt: Eine qualitativ hochwertige Beratung und die Begleitung ausländischer Fachkräfte in den Anerkennungsverfahren erfordern viel Erfahrung, fachliche Kompetenz sowie ein funktionierendes Netzwerk. Nur dann trägt sie maßgeblich dazu bei, diese zu beschleunigen und die Qualität der Bescheide für Antragstellende zu verbessern.

Genau hier setzt die KI-Assistenz für Beratende an, indem sie komplexe Informationen strukturiert aufbereitet und Beratungsprozesse effizient unterstützt. Damit werden Beratende in die Lage versetzt, schneller und präziser auf individuelle Anliegen einzugehen und dabei auf aktuelle Informationen zuzugreifen.

Auch das Handwerk profitiert unmittelbar: Berufliche Anerkennung schafft Transparenz und erleichtert insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen die Einschätzung ausländischer Berufsqualifikationen. Zudem können Fachkräfte mit ausländischen Berufsabschlüssen schneller in den Arbeitsmarkt integriert werden.

Das Projekt leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung im Handwerk, indem vorhandene Potenziale erschlossen und Fachkräftelücken nachhaltig abgebaut werden.

Validierung:

Erstes Feststellungsverfahren im Handwerk in NRW erfolgreich abgeschlossen

Die Handwerkskammer Dortmund hat als erste Handwerkskammer in Nordrhein-Westfalen nach den neuen gesetzlichen Vorgaben des Berufsbildungsgesetzes ein Berufliches Feststellungsverfahren (Validierungsverfahren) erfolgreich durchgeführt. Das Verfahren richtet sich an erfahrene Berufstätige ohne entsprechenden formalen Berufsabschluss und ermöglicht die offizielle Anerkennung ihrer beruflichen Kompetenzen. Davon profitieren sowohl die Teilnehmenden durch bessere Arbeitsmarktchancen als auch Betriebe, die Qualifikationen ihrer Mitarbeitenden verlässlich einschätzen, gezielt weiterentwickeln und so Fachkräfte langfristig binden können.

Erster erfolgreicher Teilnehmer ist der aus der Ukraine stammende Fahrradmonteur Mykhailo Sikorskyi. Seine langjährige Berufserfahrung als Fahrradmechaniker und Werkstattinhaber wurde im Referenzberuf Zweiradmechatroniker, Fachrichtung Fahrradtechnik, anhand praxisnaher Aufgaben durch zwei Prüfer der Handwerkskammer bewertet. Sein fachliches Know-how wurde mit einer überwiegenden Vergleichbarkeit im Vergleich zum deutschen Ausbildungsberuf bestätigt. Für Sikorskyi ist diese offizielle Validierung ein wichtiger persönlicher Meilenstein und zugleich eine Grundlage für seine weitere berufliche Entwicklung in Deutschland. Herr Sikorskyi konnte kein Gleichwertigkeitsfeststellungsverfahren als Bewertung seines im Ausland erworbenen Berufsabschlusses durchlaufen, da sein Kompetenzerwerb nicht im Rahmen einer in der Ukraine staatlich anerkannten Ausbildung erfolgte.

Nach Einschätzung der HWK leisten Validierungsverfahren einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung, stärken das Selbstvertrauen erfahrener Beschäftigter und fördern ihre berufliche Weiterentwicklung. Von Arbeitgebern wird der Nutzen für die Mitarbeiterbindung besonders geschätzt.