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Konjunkturbarometer Nr. 87 – 01/2022:
Ungeahnte Risiken für die Handwerkskonjunktur

Ergebnisse der Frühjahrsumfrage 2022 der nordrhein-westfälischen Handwerkskammern

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat auch den nordrhein-westfälischen Landtagswahlkampf überschattet. Die Inflation hat seit dem letzten Herbst erheblich an Fahrt aufgenommen und hat inzwischen eine Höhe erreicht, die in der Geschichte der Bundesrepublik nur ganz selten gemessen wurde. Durch die Fernwirkungen des Krieges werden nicht nur die Preise für Energie und Rohstoffe weiter in die Höhe getrieben, sondern es ergeben sich ernsthafte Risiken für die Energie- und Rohstoffversorgung und für die Stabilisierung von Lieferketten und Wertschöpfungsprozessen.

Das Handwerk mit seinen 195.800 Unternehmen und seinen rund 1,2 Millionen Beschäftigten in Nordrhein-Westfalen ist nach wie vor der Stabilitätsanker. Es kann und wird auch in den kommenden Jahren seinen Beitrag dazu leisten, dass unser Land seine Herausforderungen meistern kann. Zu den Antworten, die jetzt nötig sind und die die nächste Landesregierung finden muss, gehört die forcierte Transformation unserer Gesellschaft zu mehr Energie- und Ressourceneffizienz. Vieles, was ohnehin richtig ist, gewinnt nun an Bedeutung. Die Wirtschaft, insbesondere der Mittelstand, muss den Rücken frei haben für Innovation und Unternehmertum. Ohne das Handwerk wird die Transformation hin zu Klimaneutralität und Energieunabhängigkeit nicht gelingen. Investitionen und Qualifizierungsschritte hin zu Zukunftstechnologien müssen erleichtert werden.

Das Megathema Fachkräftesicherung bewegt uns wie kein anderes, denn die Transformation muss auch umgesetzt werden: Wir brauchen deswegen jetzt einen Ruck für die berufliche Bildung. Es ist entscheidend, dass in der jetzt erfolgenden Regierungsbildung die Weichen dafür gestellt werden, dass Nordrhein-Westfalen alle Talente bestmöglich fördert und für Talente von außerhalb besonders attraktiv ist. Dazu müssen wir die Qualität der schulischen Bildung weiter verbessern und die Berufsvorbereitung und Berufsorientierung systematisch ausbauen.

Wir danken den 5.162 Betrieben, die sich an dieser Umfrage beteiligt haben. Sie erlaubt einen differenzierten Blick in die wirtschaftliche Lage der unterschiedlichen Branchen und gibt wichtige Hinweise darauf, welche Themen nun aus Sicht des Handwerks ganz oben auf die Agenda gehören.


Berthold Schröder, WHKT-Präsident
Matthias Heidmeier, WHKT-Hauptgeschäftsführer
 


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