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Konjunkturbarometer Nr. 86 – 02/2021:
Viele Betriebe blicken zuversichtlich nach vorn

Ergebnisse der Herbstumfrage 2021 der nordrhein-westfälischen Handwerkskammern

Die Herbstumfrage der nordrhein-westfälischen Handwerkskammern macht deutlich, dass das Handwerk in den folgenden Monaten seit dem zweiten Corona-Lockdown viel Boden gut gemacht hat. Das Stimmungsbild zu Umsatzentwicklung und Auftragsbeständen hat sich erkennbar aufgehellt, und viele Betriebe blicken zuversichtlich nach vorne. Die Zeichen stehen also auf Erholung und Aufschwung, allerdings sind die Konjunkturwerte, wie sie vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie bei der Herbstumfrage 2019 erreicht wurden, noch nicht wieder erreicht. Das gilt in ähnlicher Weise für die Ausbildungssituation: Gegenüber dem Corona-Jahr wurde bei den Neuverträgen ein kräftiges Plus erreicht, aber nicht alle Verluste konnten schon wieder ausgeglichen werden.

Das macht deutlich: Es kommt nun darauf an, dass das konjunkturelle Wachstum im Handwerk anhält und nicht gefährdet wird. Mehr denn je sind jetzt bestmögliche Standortbedingungen für Handwerk und Mittelstand in Nordrhein-Westfalen und in Deutschland nötig. Politik muss handeln und deutlich mehr dafür tun, dass  die Attraktivität und Leistungsfähigkeit der beruflichen Bildung gestärkt werden. Das größte Konjunktur-Risiko im Handwerk ist der sich mehr und mehr zuspitzende Fachkräftebedarf.

Höheres Wachstum und bessere Bildung sind kein Selbstzweck. Sie erschließen Investitions- und Innovationspotentiale, die unser Land an vielen Stellen braucht – nicht zuletzt, um unsere Wirtschafts- und Lebensweise auf mehr Nachhaltigkeit auszurichten. Es ist zwar leicht, immer ambitioniertere Ziele der Klimapolitik zu definieren. Aber ohne die Kompetenzen und Kapazitäten des Handwerks wird man bei der Umsetzung von konkreten Maßnahmen nicht weit kommen und seine Ziele verfehlen. Beste Bedingungen für höheres Wachstum und stärkere Berufsbildung in Handwerk und Mittelstand sind deshalb auch unverzichtbar zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele.

Wir danken den insgesamt 4.757 Betrieben, die sich diesmal an der Konjunkturumfrage der Handwerkskammern beteiligt haben und damit wieder ein differenziertes und präzises Bild der derzeit besonders dynamischen Entwicklung im Handwerk möglich machen.


Berthold Schröder, WHKT-Präsident
Matthias Heidmeier, WHKT-Hauptgeschäftsführer
 


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