Aktuelle Pressemeldung
Übergabe Zuwendungsbescheid durch NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann
Raquel Barros, Arbeitsgruppenleiterin im Kommunalen Integrationszentrum StädteRegion Aachen; Rolf Göbels, Fachbereichsleiter Westdeutscher Handwerkskammertag; Karl-Josef Lauman, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen; Daniela Perner, Geschäftsführerin Berufliche Bildung und Handel, IHK Mittlerer Niederrhein; Dieter Begaß, Leitender Verwaltungsdirektor/Fachbereichsleiter des Fachbereichs Wirtschaft, Wissenschaft, Digitalstadt und Europa, Stadt Aachen; Dr. Raymund Heiliger, Vorstandsvorsitzender, Vereinigte Unternehmerverbände Aachen e. V. ; Wilhelm Grafen, stellv. Hauptgeschäftsführer Handwerkskammer Aachen; Marco Herwartz, Präsident der Handwerkskammer Aachen (v. l. n. r.). | Foto: MAGS NRW
Mit dem Welcome Center für internationale Fachkräfte sowie kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) fördert das Land NRW den Aufbau und Betrieb eines Kompetenzzentrums für Fragen der beschäftigungsbezogenen Integration internationaler Fachkräfte im Rheinischen Revier. Die Unterstützung ist auf drei Jahre angelegt und verfolgt das Ziel, Akteure unter dem »Dach« eines Welcome Centers KMU – Rheinisches Revier als Partnernetzwerk zusammenzuschließen, um gemeinsam den strukturellen Wandel in der Region durch eine erfolgreiche Erwerbsmigration zu stärken.
Die Übergabe des Zuwendungsbescheids von Minister Laumann an die Projektträger hat am 26.08.2025 im NRW-Arbeitsministerium in Düsseldorf stattgefunden. Als Grundlage der Projektvergabe hatten interessierte Träger aus der Region bis zum 21. März 2025 ihre Konzepte entwickelt und beim Ministerium eingereicht. Ein unabhängiges Gremium hat diese bewertet.
Zur Frage, warum das Arbeitsministerium des Landes NRW ein Welcome Center im Rheinischen Revier errichtet, sagt Arbeitsminister Karl-Josef Laumann:
»Das Rheinische Revier steht angesichts des bevorstehenden Kohleausstiegs vor besonderen Herausforderungen. Für das Gelingen der Transformation spielt es eine entscheidende Rolle, dass vor Ort ausreichend Fachkräfte sind, die an ihr mitwirken können. Dafür muss zum einen das inländische Arbeitskräftepotenzial bestmöglich ausgeschöpft werden. Zum anderen ist aber klar, dass wir auch Fachkräfte aus dem Ausland brauchen, um unsere Wirtschaft und Daseinsvorsorge aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig sind die Verfahren für Fachkräfteeinwanderung nach wie vor extrem komplex. Mit der Förderung des Welcome Center schaffen wir eine Anlauf- und Begleitstruktur im Rheinischen Revier, an die sich sowohl die Betriebe als auch die Fachkräfte aus dem Ausland wenden können. Das Center wird sie dabei unterstützen, dass das Ankommen im Revier und das Ankommen im Betrieb gelingt.«
Die eingesetzten Fördermittel für den Aufbau des Welcome Centers im Rheinischen Revier stammen vom Land NRW selbst sowie aus dem Just Transition Fund (JTF) der EU, der speziell vom Kohleausstieg betroffenen Regionen und Menschen dabei hilft, die Auswirkungen der Transformation zur Klimaneutralität zu bewältigen. Zudem sind die Projektträger des WCR mit einem 20%-igen Eigenanteil an der Finanzierung der insgesamt 12 Projektstellen beteiligt.
Zu dem Verbund des WCR gehören: Westdeutscher Handwerkskammertag e.V. als Zuwendungsempfänger sowie IHK Mittlerer Niederrhein, Stadt Aachen und Städteregion Aachen, Unternehmerverband VUV und die Handwerkskammer Aachen mit der Qualitec GmbH. Gemeinsam entwickeln sie auf Basis ihrer Zuständigkeiten und ihrer regionalen Zugänge und Netzwerke ein regionales Beratungs- und Begleitangebot für KMU und internationale Fachkräfte, so dass das Ankommen, Leben und Arbeiten im Rheinischen Revier nachhaltig funktionieren.
In dem Aufruf zur Einreichung von Interessenbekundungen des NRW-Arbeitsministeriums heißt es: Um den Menschen, die nach NRW kommen, eine attraktive Lebensweise zu bieten und sie so zum Bleiben zu motivieren, müssen grundlegende Willkommensstrukturen geschaffen werden. Die Welcome Center tragen durch Unterstützung der beschäftigungsbezogenen Integration internationaler Fachkräfte zur Fachkräftesicherung und zum Erhalt einer weltoffenen Gesellschaft mit einer gelebten Willkommenskultur bei.
Die gemeinschaftlichen und trägerspezifischen Angebote des Welcome Centers werden in den nächsten Monaten von den Partnern etabliert und sollen ab November 2025 unter anderem über eine zentrale Internetplattform zugänglich sein. Neben der individuellen Beratung und Begleitung in allen Fragen der Erwerbsmigration für eingereiste Fachkräfte und KMU durch die Projektpartner, sollen interessierte regionale Akteure für Integration und Migration in das Netzwerk des Welcome Centers nachhaltig einbezogen werden und davon profitieren.
Ein wichtiger Partner des WCR im Thema Anwerbung ist die NRW Fachkräfte Agentur International (FAI NRW). Die Expertinnen und Experten von FAI geben beispielsweise Betrieben Auskunft, die Fachkräfte im Ausland selbst anwerben möchten.
Westdeutscher Handwerkskammertag e.V. (WHKT)
Berthold Schröder, WHKT-Präsident:
»Bei der Integration internationaler Fachkräfte am Arbeitsmarkt müssen wir mit dem Welcome Center da ansetzen, wo sie stattfindet: im Betrieb. Hier ist die Unterstützung notwendig, damit wir die Erwerbsmigration meistern und Erfolgsgeschichten erzeugen. Dafür engagieren wir uns gemeinsam mit unseren Projektpartnern im Welcome Center KMU – Rheinisches Revier (WCR) und freuen uns sehr über den Zuwendungsbescheid. Das Ankommen gilt es zu erleichtern und das Bleiben zu stärken! Die Förderung durch das NRW Arbeits- und Sozialministerium für das WCR ist die Voraussetzung dafür. Machen wir gemeinsam das Beste: für internationale Fachkräfte, für eine stabile Willkommenskultur in unseren Betrieben und für den Strukturwandel im Rheinischen Revier insgesamt.«
IHK Mittlerer Niederrhein
Daniela Perner, Geschäftsführerin Berufliche Bildung und Handel:
»Insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen ist die Suche nach Fachkräften aus Drittstaaten oft eine echte Herausforderung. Komplexe Gesetze, umfangreiche Bürokratie, fehlende Ressourcen in der eigenen Personalabteilung und kulturelle Hürden machen es schwer, den Prozess allein zu stemmen. Für viele Betriebe ist das im Alltag kaum zu schaffen. Unterstützung ist deshalb kein Luxus, sondern eine echte Notwendigkeit, damit kleine und mittlere Unternehmen im internationalen Wettbewerb mithalten und weiterwachsen können. Als Industrie- und Handelskammer sind wir Dienstleister für unsere Mitgliedsunternehmen und wollen insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen im Welcome Center Rheinisches Revier einen umfassenden Service im Rekrutierungs- und Integrationsverfahren anbieten. Wir ermitteln die Bedarfe der Unternehmen, begleiten und beraten diese in allen Prozessschritten: Bei der Rekrutierung im Ausland, der Beantragung von Visum und Aufenthaltserlaubnis sowie dem Onboarding und der Integration der Fachkräfte im Unternehmen. Wir unterstützen auch die ausländischen Fachkräfte bei ihrer Ankunft und Integration in Deutschland. Nicht nur im Betrieb, sondern auch in der Gesellschaft. Wir setzen dabei zum Beispiel auf Kooperationen mit Sportvereinen und Kultureinrichtungen, um ausländische Fachkräfte richtig in Deutschland ankommen zu lassen. Nur wenn alle Beteiligten zufrieden sind, lassen sich langfristige Erfolgsmodelle schaffen. Dabei unterstützen wir gerne.«
Stadt Aachen
Dieter M. Begaß, Fachbereichsleiter des Fachbereichs Wirtschaft, Wissenschaft, Digitalstadt und Europa, Stadt Aachen:
»Mit dem Welcome Center KMU – Rheinisches Revier setzen wir in Aachen ein starkes Signal: Internationale Fachkräfte sind bei uns willkommen – und unsere Unternehmen erhalten genau die Unterstützung, die sie brauchen, um Talente zu gewinnen und zu halten. Es bringt Unternehmen und internationale Fachkräfte zusammen, baut Hürden ab und eröffnet neue Chancen – für wirtschaftliches Wachstum und für ein offenes, vielfältiges Aachen. So stärken wir nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft, sondern auch das Miteinander in unserer Stadt. Wir freuen uns, Teil dieses starken Verbunds zu sein und gemeinsam die Zukunft unserer Region zu gestalten.«
Städteregion Aachen
Jan Röder, Leiter des Kommunalen Integrationszentrums StädteRegion Aachen:
»Für das Welcome Center haben wir uns stark gemacht, um Unternehmen eine wirkliche Hilfe zu bieten bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels. Wir haben es geschafft, eine Institution nach Aachen zu holen, die einen echten, spürbaren Mehrwert bietet – das ist ein großer Erfolg und eine konsequente Erweiterung unseres Kompetenzzentrums Integration und Arbeit (KIA). KIA ist unsere zentrale Anlaufstelle für neu zugewanderte und geflüchtete Menschen, internationale Fachkräfte sowie Unternehmen. Hier werden Dienstleistungen und Beratungsangebote gebündelt, statt Menschen von Pontius nach Pilatus zu schicken.«
VUV – Vereinigte Unternehmerverbände Aachen e. V.
Dr. Raymund Heiliger, VUV-Vorstandsvorsitzender:
»Unternehmen decken ihren Arbeitskräftebedarf immer zielgerichtet und pragmatisch. Ein Kompetenzzentrum als Nukleus zur Gewinnung und Beschäftigung internationaler Fachkräfte ist ein wertvoller, notwendiger und wichtiger Baustein der Arbeitskräftegewinnung und -integration in der Region. Als zentraler Ansprechpartner unterstützt es Betriebe erfolgreich und nachhaltig, diesen Bedarf zu bedienen.
Die Bewilligung und Förderung des Projekts Welcome Center KMU – Rheinisches Revier (WCR) durch das NRW Arbeits- und Sozialministerium sendet somit ein sehr positives Signal in die Region und die Unternehmen: Einerseits erhalten Betriebe aktive und kompetente Unterstützung beim Rekrutieren und Integrieren, andererseits wird dadurch ein weiteres Zeichen für die Attraktivität des Rheinischen Reviers im Prozess der Transformation gesetzt. Wir freuen uns, mit unseren Projektpartnern daran erfolgreich zu arbeiten!«
Qualitec/HWK Aachen:
Marco Herwartz, Präsident der Handwerkskammer Aachen:
»Das Welcome Center NRW ist die konsequente Fortsetzung der Integrationsmaßnahmen der Handwerkskammer Aachen. Seit vielen Jahren unterstützen wir Handwerksbetriebe bei der Gewinnung und Integration ausländischer Fachkräfte. Unsere ehrenamtlichen Botschafterinnen und Botschafter des Handwerks – selbst mit eigener Migrationsgeschichte – berichten in Netzwerken authentisch von ihren Erfahrungen und Herausforderungen. Bereits 2019 haben wir mit dem Projekt ‚Werkzeugkoffer Deutsch‘ ein praxisnahes Instrument geschaffen, das nicht nur berufsbezogene Sprachkenntnisse vermittelt, sondern auch interkulturelle Kompetenzen stärkt. Unser Ziel ist klar: Wir wollen im Handwerk eine echte Willkommenskultur etablieren – denn das Handwerk ist und bleibt ein Integrationsmotor unserer Gesellschaft.«