Aktuelle Pressemeldung
Handwerk begrüßt das Vorhaben des Landes, baldmöglichst eine zusätzliche Sprachförderung vor der Einschulung verbindlich vorzusehen
Das Ministerium für Schule und Bildung des Landes NRW hat angekündigt, ab dem Schuljahr 2028/29 schulische Vorkurse „ABC-Klassen“ einführen zu wollen, um damit vor allem die Sprachkompetenz von Kindern vor ihrer Einschulung gezielt zu fördern.
Berthold Schröder, Präsident Westdeutscher Handwerkskammertag e.V. erklärt hierzu: „Die Basis für eine erfolgreiche Schulkarriere sind ausreichende Sprachkompetenzen. Denn wer von Beginn an dem Unterricht nicht richtig folgen kann, wird es später schwer haben, diesen Rückstand aufzuholen. Wir erleben es im Handwerk viel zu oft, dass Jugendliche nicht die nötige Ausbildungsreife mitbringen, weil grundlegende Kenntnisse fehlen, die eigentlich während der Schulzeit erworben werden sollten. Eine frühzeitige Sprachförderung könnte die Bildungschancen dieser Jugendlichen verbessern. Daher begrüßen wir den Vorstoß des Landes NRW, allen Kindern die gleichen Chancen beim Start in die Schule zu ermöglichen. Auch mit Blick auf die Kinder von zugezogenen Fachkräften aus dem Ausland ist das Angebot ein wertvoller Baustein. Wir werden die weitere Entwicklung dieses Vorhabens aufmerksam verfolgen.“
Andreas Ehlert, Präsident von HANDWERK.NRW: „Die Entscheidung der Landesregierung zur Einführung von ABC-Klassen ist eine starke bildungspolitische Botschaft zu Beginn des Jahres. Sprache ist die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Bildungskarriere – nur wer grundlegende Kompetenzen früh erlernt, kommt im Unterricht mit und kann sein Potenzial voll entfalten. Eine frühzeitige Sprachförderung zahlt auf die Ausbildungsreife ein und kommt damit am Ende auch dem Handwerk zugute. Bildung ist der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben und zu beruflichem Erfolg – je früher sie ansetzt, desto besser.“
Damit der bessere Schulstart für alle gelingt, sollen die schulischen Vorkurse im Schuljahr vor der Einschulung verpflichtend stattfinden. Basis hierfür sind landesweit einheitliche Sprachstandsfeststellungen, an denen alle Kinder teilnehmen. Zur Begründung NRW-Schulministerin Dorothee Feller: „Die Ergebnisse der jüngsten Schuleingangsuntersuchungen zeigen, dass etwa ein Drittel der Kinder nicht über hinreichende deutsche Sprachkenntnisse verfügt, um später aktiv am Unterricht teilzunehmen. (…) Mit den neuen ABC-Klassen sollen alle Kinder beim Schulstart faire Chancen auf einen erfolgreichen Bildungsweg bekommen.“
Neben den ABC-Klassen sieht die damit einhergehende Anpassung im Schulgesetz gleichfalls vor, Kindern bei Bedarf eine zusätzliche Förderung zu ermöglichen, um das Lernen zu lernen. ABC-Plus, so der Titel der Maßnahme.
Fotos Berthold Schröder/Andreas Ehlert: https://www.whkt.de/owncloud/index.php/s/8nD2pabGStyqyNX