Aktuelle Pressemeldung
Elektrohandwerk NRW führt tarifvertraglich Deutschlandticket für Auszubildende ein
Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen (3. v. r.), Dr. Florian Hartmann, Hauptgeschäftsführer des Westdeutschen Handwerkskammertages (2. v. r.), Martin Böhm, Präsident des Fachverbands Elektro- und Informationstechnische Handwerke NRW (r.), Oliver Wittke, Vorstandssprecher des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (4. v. l.), Thomas Weilbier, IG Metall-Bezirksleitung NRW (2. v. l.), Prof. Dr. Ulrich Breilmann, Vorsitzender Tarifausschuss FEH.NRW (l.), gemeinsam mit zwei Auszubildenden | Foto: Dino Niemann, VRR
Das Elektrohandwerk Nordrhein-Westfalen setzt ein starkes Signal für moderne Mobilität, die Attraktivität der dualen Ausbildung und die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung. Unter Koordination des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) und in enger Zusammenarbeit mit dem Verkehrsministerium NRW, den Verkehrsverbünden und Tarifgemeinschaften in NRW sowie dem Westdeutschen Handwerkskammertag, dem Fachverband Elektro- und Informationstechnische Handwerke NRW (FEH.NRW) und der IG Metall NRW wurde innerhalb kürzester Zeit eine wegweisende Lösung geschaffen: Ab Februar 2026 erhalten Auszubildenden der E-Handwerke NRW über ihren Ausbildungsbetrieb ein für sie kostenfreies Deutschlandticket. Das Elektrohandwerk NRW übernimmt damit eine klare Vorreiterrolle.
Vom 1. Februar 2026 an erhalten Auszubildende im Elektrohandwerk NRW ein DeutschlandTicket Job (DT Job) zum Preis von 37,80 Euro monatlich, was 60 Prozent des regulären Deutschlandtickets entspricht. Die Ausbildungsbetriebe übernehmen diesen Betrag vollständig als Mobilitätszuschuss gemäß Tarifvertrag. Die Abrechnung erfolgt direkt zwischen Verkehrsunternehmen und Betrieb, während die Differenz zum Regelpreis durch Drittmittel ausgeglichen wird.
Diese kurzfristig entwickelte Lösung zeigt, wie schnell und wirkungsvoll Tarifpartner, Verkehrsunternehmen und Verbände handeln können, wenn es darum geht, junge Menschen zu entlasten und Mobilität zum festen Bestandteil guter Ausbildungsbedingungen zu machen.
Deutschlandticket als Erfolgsmodell
Seit seiner Einführung hat das Deutschlandticket bundesweit gezeigt, welches Potenzial einfache, bezahlbare Mobilitätsangebote entfalten: Millionen Menschen nutzen es bereits regelmäßig, die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs wurde spürbar erleichtert, und der Weg hin zu nachhaltiger Mobilität wurde geebnet. Mit dem neuen Modell für Auszubildende im Elektrohandwerk NRW wird diese Erfolgsgeschichte konsequent fortgeschrieben. Die Initiative steigert nicht nur die Attraktivität der Ausbildungsbetriebe, sondern macht den ÖPNV zu einem selbstverständlichen Teil des täglichen Arbeitswegs junger Menschen. Sie trägt dazu bei, den privaten Pkw zu ersetzen, die Verkehrswende zu unterstützen und Mobilität als Standortfaktor zu stärken – ein Thema, das für Betriebe und Fachkräftenachwuchs zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Signalwirkung über das Elektrohandwerk hinaus
Die Lösung zeigt, wie mobilitätsorientierte Tarifpolitik gelingen kann und wie sie die Lebensrealität junger Menschen im positiven Sinne verändert. Die landesweit koordinierte Umsetzung bietet Betrieben eine einfache Möglichkeit, ihre Attraktivität zu steigern und ihre Auszubildenden konkret zu unterstützen. Durch die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten entsteht ein Modell, das als Blaupause für andere Branchen dienen kann – sowohl innerhalb des Handwerks als auch darüber hinaus. Die Partner sind überzeugt, dass Mobilitätsangebote künftig einen festen Platz in modernen Tarifverträgen haben sollten.
Stimmen der Partner
Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen:
»Wie für die Studierenden gibt es jetzt das Deutschlandticket für alle Auszubildenden des Elektro-Handwerks. Damit geht das Elektrohandwerk neue Wege, betriebliche Ausbildung noch attraktiver zu machen. Das Land NRW und das Elektrohandwerk sind damit bundesweit Vorreiter, allen jungen Menschen deutschlandweite Mobilität im öffentlichen Verkehr zu ermöglichen. Ich bin sicher, das Solidar-Modell wird bundesweit Schule machen. Unser Ziel ist, dass alle Azubis mit Ausbildungsvertrag ein Deutschlandticket bekommen.«
Oliver Wittke, Vorstandssprecher des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR):
»Der VRR sieht in dieser Deutschlandticket-Lösung einen echten Mehrwert für Auszubildende, der über Arbeitszeit und Entlohnung weit hinausgeht, weil es Mobilität sichert. Mit dem Elektrohandwerk NRW geht der erste Branchenverband nun voran und bietet jungen Menschen einen einfachen Zugang zu moderner und umweltfreundlicher Mobilität. So wird der öffentliche Nahverkehr frühzeitig Teil des Berufsalltags – und die Mobilitätswende konkret erlebbar. Der VRR setzt sich dafür ein, dass dieser Schritt einen Vorbildcharakter für andere Branchen und deren Tarifverträge entfaltet.«
Dr. Florian Hartmann, Hauptgeschäftsführer des Westdeutschen Handwerkskammertages (WHKT):
»Das Modell der Elektrohandwerke Nordrhein-Westfalen zeigt, wie das Handwerk neue Anreize für eine berufliche Ausbildung setzen kann. Die landesweite Umsetzung und die enge Zusammenarbeit der Partner haben Vorbildcharakter. Dem beim WHKT angesiedelten MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen und seinen Kooperationspartnern danke ich für den Impuls und die aktive Unterstützung. Initiativen wie das AzubiTicket erhöhen die Attraktivität der dualen Ausbildung insgesamt, sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Zukunftssicherung des Handwerks und der Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung. Wir hoffen, dass weitere Gewerke diesem Beispiel folgen werden.«
Martin Böhm, Präsident des Fachverbands Elektro- und Informationstechnische Handwerke NRW (FEH.NRW):
»Wer eine Ausbildung im Elektrohandwerk wählt, kann auf moderne und verlässliche Rahmenbedingungen zählen. Das Deutschlandticket steht für Verantwortung gegenüber unseren Auszubildenden sowie für Anerkennung und Wertschätzung ihrer Arbeit. Es unterstützt die allgemeine Mobilität junger Menschen und trägt dazu bei, die berufliche Bildung aufzuwerten. Eine echte Gleichstellung von beruflicher und akademischer Bildung sollte sich so spürbar in der Lebensrealität junger Menschen widerspiegeln.«
Thomas Weilbier, IG Metall-Bezirksleitung NRW:
»Gute Ausbildung braucht gute Rahmenbedingungen – für Auszubildende muss die Ausbildung auch im Alltag funktionieren. Mit dem Deutschlandticket wird nachhaltige Mobilität zu einem selbstverständlichen Teil im Leben der jungen Menschen. Diese Vereinbarung stärkt den Fachkräftenachwuchs und verdeutlicht den hohen Stellenwert einer Ausbildung im Elektrohandwerk.«
Ausblick: Mobilität als Bestandteil moderner Tarifpolitik
Die gemeinsame Initiative unterstreicht, welches Potenzial tarifliche Vereinbarungen für eine moderne, nachhaltige Ausbildungspolitik haben. Sie entlastet junge Menschen, stärkt Betriebe und bringt die Verkehrswende voran. Mit dem Elektrohandwerk NRW übernimmt erstmals eine Branche eine bundesweit sichtbare Rolle in der Weiterentwicklung des Deutschlandtickets – und zeigt, wie Mobilität künftig dauerhaft Teil moderner Tarifpolitik werden kann.
Kontakt für Journalisten:
Verkehrsverbund Rhein-Ruhr AöR (VRR)
Dino Niemann
Pressesprecher
Tel.: 0209 1584 418
presse[ ät ]vrr.de
Westdeutscher Handwerkskammertag (WHKT)
Jeanine Bucherer
Tel.: 0211 3007 718
jeanine.bucherer[ ät ]whkt.de
Fachverband Elektro- und Informationstechnische Handwerke NRW (FEH.NRW)
Ingo Strauß
Tel.: 0231 51985-14
strauss[ ät ]feh.nrw
IG Metall-Bezirksleitung NRW
Thomas Weilbier
Tel.: 0211 45484 125
thomas.weilbier[ ät ]igmetall.de