WHKT-REPORT – AUSGABE 12/2025
Liebe Leserinnen und Leser,
die Adventszeit lädt uns dazu ein, den Blick auf das zu richten, was uns verbindet. In einem Jahr voller Veränderungen – in Betrieben, in der Wirtschaft, in der Gesellschaft – zeigt sich einmal mehr, wie wichtig Verlässlichkeit, Vertrauen und Zusammenhalt sind. Werte, die das Handwerk seit jeher prägen und die uns auch in bewegten Zeiten tragen.
Dieses Miteinander trägt viele Namen: Es zeigt sich beispielsweise in der täglichen Arbeit in den Betrieben, im Engagement der ehrenamtlichen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreterinnen und -vertreter, die sich für eine starke berufliche Bildung einsetzen, und in Projekten, die gesellschaftliche Verantwortung konkret werden lassen.
So unterschiedlich die Aufgaben und Herausforderungen auch sind, sie alle beruhen auf einem gemeinsamen Verständnis: Das Handwerk ist nicht nur ein Wirtschaftsbereich, sondern eine Gemeinschaft, die Verantwortung übernimmt und zusammenhält. Gerade in der Advents- und Weihnachtszeit wird spürbar, wie wertvoll dieses Fundament ist.
Mit dieser Zuversicht richten wir den Blick auf das kommende Jahr. Die Aufgaben werden nicht kleiner, aber die Kraft, sie gemeinsam anzugehen, ist spürbar. Dafür gilt allen, die das Handwerk in Nordrhein-Westfalen mitgestalten, unser herzlicher Dank.
Wir wünschen Ihnen eine besinnliche Adventszeit, frohe Festtage und einen guten Start in ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2026.
Mit freundlichen Grüßen
Hauptgeschäftsführer Dr. iur. Florian Hartmann | Peter Dohmen
Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH):
Berthold Schröder ist neuer Vizepräsident des ZDH
Berthold Schröder, Präsident der Handwerkskammer Dortmund und seit 2021 Präsident des Westdeutschen Handwerkskammertages, wurde zum Vizepräsidenten des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) gewählt. In dieser Funktion wird der selbstständige Handwerksmeister aus Hamm in den kommenden drei Jahren die Interessen des deutschen Handwerks in Berlin vertreten. Herr Schröder ist damit Stellvertreter vom wiedergewählten ZDH-Präsidenten Jörg Dittrich. In den Vorstand des DHKT wurde Alexander Hengst, Vizepräsident der Handwerkskammer zu Köln und des WHKT gewählt. Wir gratulieren den Herren sehr herzlich und wissen NRW damit gut vertreten in den Dachverbänden des Handwerks auf Bundesebene.
Der ZDH fungiert als zentrale Interessenvertretung des Handwerks in Deutschland. Er vereint die Arbeit von 53 Handwerkskammern, rund 50 Bundesfachverbänden sowie wirtschaftlichen und weiteren Einrichtungen des Handwerks in Deutschland.
ÜBS-Förderkonferenz:
Auftaktkonferenz zur Umsetzung des Modernisierungspakts II im Handwerk
Unter reger Beteiligung von Vertretern aller Handwerksorganisationen in NRW fand am 08.12.2025 in der HWK Düsseldorf die erste »Förderkonferenz zur Umsetzung des Modernisierungspaktes II in den Überbetrieblichen Berufsbildungsstätten (ÜBS) des Handwerks« statt.
Für die Landesseite machte Matthias Heidmeier, Staatssekretär im Arbeitsministerium, deutlich, welches Gewicht einer zukunftsfesten landesweiten ÜBS-Infrastruktur in Nordrhein-Westfalen zugemessen wird. WHKT-/LGH-Hauptgeschäftsführer Dr. Florian Hartmann wies als Veranstalter auf die besonderen Herausforderungen hin, denen sich Handwerkskammern, Fachverbände, Kreishandwerkerschaften und Innungen als Träger der überbetrieblichen Bildungsstätten in Nordrhein-Westfalen bei den Modernisierungen gemeinsam stellen müssen. Eine Datengrundlage für die landesweite Perspektive lieferte Thomas Waxweiler von der Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks, Stefan Pfeifer aus dem Arbeitsministerium skizzierte Ansätze und Herausforderungen der landesseitigen Förderung. Die Praxisberichte der ÜBS-Bauherren HWK Düsseldorf, KH Steinfurt Warendorf und Bäckerinnungsverband WEST ordnete Dr. Christian Welzbacher vom Heinz-Piest-Institut ein. Zu den Ansätzen und Perspektiven der Hauptfinanzierung durch den Bund referierte schließlich Monica Leitsch vom Zentralverband des Deutschen Handwerks.
Im »Modernisierungspakt II« haben das Land, das Landeshandwerk und IHK.NRW eine zehnjährige Investitionsoffensive zur Modernisierung der Überbetrieblichen Bildungszentren in Handwerk und Industrie vereinbart. Im nordrhein-westfälischen Handwerk übernehmen die Überbetrieblichen Bildungszentren mit ihren ergänzenden Lehrgängen für Auszubildende und mit ihren Meisterschulen eine wichtige Funktion für die Ausbildung von Fachkräften und für die Heranbildung des Unternehmernachwuchses. Auch ihren Fortbildungsangeboten fällt eine hohe Bedeutung für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Landes zu, insbesondere wenn es um die anstehenden Transformationsaufgaben geht. Kern des Modernisierungspaktes II ist eine Verdoppelung der Landesfördermittel auf 16 Millionen Euro jährlich. Zusammen mit der Förderung des Bundes und den Eigenmitteln von Handwerk und Industrie werden so Gesamtinvestitionen in die überbetriebliche Bildungsinfrastruktur von jährlich 80 Millionen Euro ermöglicht.
Die »ÜBS-Förderkonferenz« wird Gesicht und Begleitformat des Modernisierungspaktes II im Handwerk sein. Sie soll den landesweiten Gesamtprozess unterstützen, Fortschritte darstellen und helfen, mögliche Synergie- und Optimierungspotenziale zu heben. Eine nächste Konferenz ist für das Jahr 2027 geplant.
Teilnahme des WHKT:
Kongress »NRW.integrativ – Gemeinsam vor Ort: Teilhabe ermöglichen, Wege ebnen, Potenziale entfalten«
Eine funktionierende Erwerbsmigration und eine nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt gehören in Nordrhein-Westfalen zu den zentralen und vor allem gemeinsamen Aufgaben von Wirtschaft, Politik und Verwaltung. Um die dafür nötigen Wege weiter zu verbessern und die Herausforderungen zu meistern, hatten das Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes NRW in Kooperation mit dem das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW, dem Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes NRW und der Bundesagentur für Arbeit am 4. Dezember zum Kongress »NRW.integrativ – Gemeinsam vor Ort: Teilhabe ermöglichen, Wege ebnen, Potenziale entfalten« nach Essen eingeladen.
Die Strategie und die Perspektiven des Landes NRW stellten Integrationsministerin Josefine Paul und Arbeitsminister Karl-Josef Laumann vor über 300 angereisten Expertinnen und Experten aus Kommunen, Kammern, Betrieben und Verwaltungen vor und diskutierten ihre Meinungen und Erfahrungen.
WHKT-Hauptgeschäftsführer Dr. Florian Hartmann brachte auf dem zentralen Podium die besondere Rolle des dualen Berufsbildungssystems und die betriebliche Struktur des Handwerks in NRW ein: wichtig seien lebens- und betriebsnahe Unterstützungsstrukturen, die Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung, eine passende Sprachförderung sowie die Herstellung einer Transparenz der vorhandenen Kompetenzen internationaler Fachkräfte.
Landesausschuss für Berufsbildung:
WHKT-Bericht zu Anerkennungsverfahren der Handwerkskammern
Der Landesausschuss für Berufsbildung in NRW hat sich intensiv mit dem Thema der Migration und Integration befasst und unterschiedliche Themen unter Beteiligung der Integrationsministerin Paul erörtert. Berichtet haben zudem das Schulministerium, die Regionaldirektion NRW der BA, das BAMF, das MAGS, die FAI NRW und IHK NRW.
Ein Thema war auch die Anerkennung von im Ausland erworbenen Abschlüssen. Die Handwerkskammern liegen bei der Anzahl der Verfahren nach Zuständigkeitsbereichen an zweiter Stelle. Dies weist die Statistik von IT NRW aus: Öffentlicher Dienst (19.164), Handwerkskammern (1.125), IHK (822), Freie Berufe (438), Landwirtschaft (18).
Herr Oehme berichtete für die Handwerkskammern, dass es zur Anerkennung von im Ausland erworbenen Abschlüssen zunächst besonders wichtig ist, das individuelle Anerkennungsanliegen zu ermitteln. Denn abhängig vom Anliegen gibt es viele verschiedene Verwaltungsverfahren, deren rechtliche Grundlage das Berufsbildungsgesetz oder die Handwerksordnung sind, um möglichst schnell und kostengünstig zum Anerkennungsziel zu gelangen. Es muss nicht immer ein Verfahren nach dem Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz sein. Problematisch für die politische Diskussion um Zahlen ist immer wieder, dass die Anerkennungsstatistik, die sich nur auf das BQFG bezieht, zur Grundlage der Anerkennungen gemacht wird. Folgende Verfahren gibt es neben dem Gleichwertigkeitsfeststellungsverfahren, in denen die ausländischen Bildungsabschlüsse und Zeiten der Berufstätigkeit im Ausland zu berücksichtigen sind: Zulassung zur Abschluss- und Gesellen- und Umschulungsprüfung, Zulassung zur Fortbildungsprüfung und Meisterprüfung, Befreiung von Prüfungsbestandteilen in der Meisterprüfung, Zuerkennung der fachlichen Eignung für die Ausbildungsberechtigung, Verkürzung der Dauer von Ausbildungsverhältnissen, Validierung.
Neben den in der Infografik relevanten Daten sind die Ausbildungsstaaten von Bedeutung. Unter den TOP 11-Staaten sind zwei EU-Staaten mit Polen und Griechenland. Die TOP 11 Ausbildungsstaaten sind: Türkei (387), Ukraine (96), Kosovo (90), Marokko (57), Bosnien und Herzegowina (54), Syrien (54), Albanien (45), Polen (45), Nordmazedonien (30), Serbien (24), Griechenland (21).
DQR-8-BB-EXZELLENZ:
Erschließung von beruflicher Praxis auf Promotionsniveau
Gemeinsam mit der IHK Arnsberg Hellweg-Sauerland, dem Bildungswerk Metall (BWM) und weiteren Verbundpartnern entwickelt der WHKT eine Prüfungsregelung in der Höheren Berufsbildung auf Promotionsniveau. Ein Abschluss auf diesem Niveau war bislang nur der akademischen Bildung vorbehalten.
Als Praxispartner unterstützen die IHK Arnsberg und das Bildungswerk Metall das InnoVET PLUS Projekt DQR-8-BB-EXZELLENZ bei der Gewinnung und Analyse realer Praxisprojekte aus Handwerks- und Industrieunternehmen. Ziel ist, berufliche Tätigkeiten in Betrieben zu identifizieren, die Kompetenzen auf einem so hohen Bildungsniveau voraussetzen.
Zur Akquise der Unternehmen wurden von der IHK Arnsberg insbesondere Innovations- und Fachpreise, Initiativen in den Bereichen KI und Digitalisierung sowie Engagements im Bereich Nachhaltigkeit genutzt. Rund 40 Unternehmen wurden von der IHK Arnsberg angesprochen, aus denen bisher 19 Projekte aus verschiedenen Branchen hervorgingen – von der Energiewirtschaft über Metall- und Elektrotechnik bis hin zum Bauwesen.
Die Erfassung der Praxisvorhaben erfolgt in einem strukturierten, dreistufigen Verfahren: Zunächst ein Erstgespräch mit den Geschäftsführenden oder dem Personalwesen des Unternehmens, anschließend der Austausch mit den Fachabteilungen und abschließend die Dokumentation anhand eines einheitlichen Erfassungsbogens. Dieser wurde von den wissenschaftlichen Projektverbundpartnern – dem Forschungsinstitut für Berufsbildung im Handwerk an der Universität zu Köln (FBH) und der FernUniversität in Hagen – erarbeitet. Die dokumentierten Praxisfälle werden gemeinsam von den Verbundpartnern ausgewertet. Sie liefern wichtige Erkenntnisse für mögliche Kriterien einer beruflichen Qualifikation auf Promotionsniveau – insbesondere zu Fragen der Innovation, der Abgrenzung zu akademischen Arbeiten und zu denkbaren Anforderungen eines späteren Prüfungsverfahrens einer Kammer.
Im Februar des kommenden Jahres 2026 werden die Partner einen weiteren DQR8-Praxistalk veröffentlichen und über weitere Details zu den betrieblichen Praxiserfahrungen informieren. Der Talk wird auf der Projektwebseite www.dqr8.de zugänglich sein.
Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.
Europa:
Viel Bewegung bei Ökodesign
Die europäische Ökodesign-Verordnung ist seit fast anderthalb Jahren in Kraft und ihre Umsetzung gewinnt zunehmend an Dynamik. Als Rahmengesetz hat sie keine unmittelbaren Auswirkungen auf Betriebe. Erst durch weitere untergesetzliche Maßnahmen entstehen konkrete Pflichten.
Derzeit befindet sich eine Reihe von produktspezifischen Maßnahmen in Vorbereitung. Dazu gehört die Überarbeitung bestehender Vorgaben etwa für Heiz- und Kühlgeräte. Wichtig ist, dass diese in ihrer Wirkungen nicht nur punktuell Produkte verbessen können, sondern auch Produkte und Produktgruppen vom Markt verdrängen können. Ebendies wurde Anfang des Jahres mit Blick auf einen Vorentwurf zu Festbrennstoffkesseln konkret befürchtet.
Anfang 2026 soll ergänzend zu den laufenden Studien zu Textilien und Reifen eine Vorstudie zu Möbeln beginnen. Gerade bei den durch die Verordnung neu hinzugekommenen Produkten zeigt sich die Brisanz von Ökodesign für Handwerksbetriebe, denn die Vorgaben gelten grundsätzlich ab dem ersten hergestellten Produkt. In dem komplexen Prozess der delegierten Rechtsakte gilt es sicherzustellen, dass die Anforderungen tatsächlich verhältnismäßig und für Handwerksbetriebe kleinmaßstäblich umsetzbar sind.
WHKT verbreitet sein Positionspapier:
Handwerk setzt Impulse für praxisorientierteren Unterricht
Der WHKT arbeitet daran, die Schulpolitik in NRW zu mehr Praxisnähe im Unterricht zu bewegen. Ziel ist es, anwendungsbezogenes Lernen in allen allgemeinbildenden Schulen zu stärken und damit die Lernmotivation der Schülerinnen und Schüler zu fördern sowie indirekt auch ihre berufliche Orientierung zu verbessern. Das WHKT-Positionspapier fordert unter anderem die verbindliche Einführung des Unterrichtsfachs »Technik«, die Ausstattung aller Schulen mit Werkräumen und eine Intensivierung der Ausbildung von Techniklehrkräften. »Der Unterricht ist vielerorts zu theoretisch. Wir wollen Räume schaffen, in denen junge Menschen ihre Fähigkeiten nicht nur verkopft, sondern auch praktisch erproben können«, betont der WHKT.
Für diese Initiative hat der WHKT starke ideelle Unterstützer gewonnen: unternehmer nrw, DGB NRW, GEW NRW, SCHULEWIRTSCHAFT vom Bildungswerk der Nordrhein-Westfälischen Wirtschaft e. V., Verband der Lehrerinnen und Lehrer an Berufskollegs in NRW e. V. (VLBS), Verein Deutscher Ingenieure e. V. (VDI NRW), Deutsche Gesellschaft für Technische Bildung e. V., Verband der Techniklehrer für die gymnasiale Oberstufe in NRW. Diese breite Allianz unterstreicht die gesellschaftliche Bedeutung des Anliegens von mehr Praxisbezug in allen allgemeinbildenden Schulen.
Das Positionspapier wurde den zuständigen Ministerien übermittelt: Schulministerin Dorothee Feller, Arbeitsminister Karl-Josef Laumann und Wirtschaftsministerin Mona Neubaur sind adressiert sowie viele bildungspolitische Akteure in NRW, wie die schul- bzw. bildungspolitischen Sprecher der Landtagsfraktionen. Besonders erfreulich ist die erste Reaktion der Schulministerin: Ministerin Feller hat auf einer Veranstaltung gegenüber WHKT-Präsident Schröder angekündigt, innerhalb der nächsten sechs Monate eine MINT-Konferenz unter Einbindung des Handwerks durchzuführen.
Mit dieser WHKT-Initiative ist ein erster wichtiger Schritt im Jahr 2025 getan, um die Praxisorientierung im Unterricht nachhaltig zu verankern. Das Handwerk steht bereit, diesen Prozess aktiv zu begleiten und seine Expertise einzubringen.
Ein 5-minütiger Podcast zur WHKT-Position ist zu finden unter https://t1p.de/i5ff4.
Kooperation für eine starke Ausbildung:
Aktualisierte Handreichung für Betriebe, Berufsschulen und ÜBS-Zentren
Eine erfolgreiche duale Ausbildung lebt von guter Zusammenarbeit. Damit diese Partnerschaft zwischen Ausbildungsbetrieben, Berufsschulen und Überbetrieblichen Ausbildungsstätten (ÜBS) noch besser gelingt, haben der Westdeutsche Handwerkskammertag (WHKT) und das Ministerium für Schule und Bildung NRW unter Einbindung der Bezirksregierungen die bewährte Kooperationshandreichung überarbeitet. Die erste Fassung stammt aus dem Jahr 1995 – nun wurde sie nach 15 Jahren aktualisiert und an die heutigen Anforderungen angepasst.
Die Broschüre soll die vertrauensvolle und effiziente Abstimmung zwischen den dualen Partnern fördern. Denn für eine hochwertige Ausbildung ist es entscheidend, dass Betriebe und Berufsschulen eng zusammenarbeiten, sich über die Auszubildenden austauschen und organisatorische Abläufe – insbesondere zwischen Schule und ÜBS – reibungslos gestalten.
Die Kooperation ist so wichtig, weil die dualen Partner ein gemeinsames Ziel haben: erfolgreiche Berufsabschlüsse. Die enge Kooperation trägt zur Qualitätssicherung bei, ermöglicht z. B. schnelle Unterstützung, wenn Auszubildende zusätzliche Förderung benötigen und ist die Voraussetzung für das Funktionieren des Dualen Ausbildungssystems.
Die Handreichung gibt praxisnahe Empfehlungen und stellt bewährte Formen der Zusammenarbeit vor. Sie betont den Kooperationsgedanken und zeigt, wie rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen optimal genutzt werden können.
Die aktualisierte Handreichung steht als PDF im Broschürenservice des Landes NRW bereit unter https://broschuerenservice.nrw.de.
Vielfältig.Nachhaltig:
WHKT mit Infostand auf der NRW-Nachhaltigkeitstagung vertreten
Unter dem Motto »Vielfältig.Nachhaltig« hat der WHKT gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen der Handwerkskammern Münster und Düsseldorf auf der NRW-Nachhaltigkeitstagung für Initiativen aus dem Handwerk geworben.
Vorgestellt wurden unter anderem der Check 365 Grad samt Social Media-Initiative, das Projekt »Circular Performer« und weitere Vorhaben zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und der Nachhaltigkeitsbericht der Handwerkskammer Düsseldorf.
Handwerk im Hafthaus:
Save-the-date Werkstatt-Tage 2026
Sobald in wenigen Wochen die Talsohle des diesjährigen Winters durchschritten ist, wird der Frühling nicht mehr lange auf sich warten lassen. Zeit, sich heute schon einen interessanten Termin im Kalender einzutragen:
Es ist kaum bekannt, dass der Justizvollzug große Anstrengungen unternimmt, um Inhaftierte unter anderem mit einer soliden beruflichen Qualifizierung auf ein verantwortungsvolles Leben nach der Haft vorzubereiten. Noch weniger bekannt ist, dass die Justizvollzugsanstalten Heinsberg und Bochum-Langendreer berufliche Qualifizierungen und Grundlagenvermittlung mit handwerklichem Schwerpunkt in bis zu 18 unterschiedlichen Berufen anbieten.
Nach dem großen Interesse der vergangenen Jahre bieten diese beiden Justizvollzugsanstalten daher auch im kommenden Frühjahr Handwerksbetrieben die Möglichkeit, hinter die Mauern, Zäune und Gitter einer Haftanstalt zu blicken, mit Inhaftierten und Ausbildungspersonal unverbindlich ins Gespräch zu kommen und die Werkstätten zu besichtigen.
Die JVA Bochum-Langendreer öffnet ihre Pforte für interessierte Betriebsinhaberinnen und Betriebsinhaber am 21. und 22. April 2026. Eine Besichtigung der JVA Heinsberg ist eine Woche später am 28. und 29. April 2026 möglich.
Für den Besuch der Vollzugsanstalten ist eine vorherige Anmeldung erforderlich, die ab sofort unter www.handwerk-im-hafthaus.de freigeschaltet ist.
Kooperationspartner der Werkstatt-Tage sind die nordrhein-westfälischen Handwerkskammern, das Ministerium der Justiz NRW und der Westdeutsche Handwerkskammertag.
Stärker vernetzt für nachhaltige Mobilität in NRW:
Kooperationspartner bündeln Kräfte für ein landesweites Kooperatives Mobilitätsmanagement
Der MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen arbeitet künftig noch enger mit dem Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, dem Zukunftsnetz Mobilität NRW sowie dem BEMO | IHK-Netzwerkbüro Betriebliche Mobilität NRW zusammen.
Ziel der Zusammenarbeit ist es, Handwerksbetriebe, Kommunen und Unternehmen eines Standortes/einer Region in Nordrhein-Westfalen beim Aufbau eines Kooperativen Mobilitätsmanagements zu unterstützen und die Umsetzung gemeinsamer Maßnahmen vor Ort zu fördern.
Im Rahmen der Kooperation entwickeln die Partner gemeinsame Aktivitäten, die auf dem bisherigen landesweiten NRW-Wettbewerb »Ways2Work« aufbauen. Dieser Wettbewerb hatte zum Ziel, die Erreichbarkeit von Unternehmensstandorten mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln zu verbessern und den Arbeitsverkehr nachhaltiger zu gestalten. Gefördert wurden Gemeinschaftsprojekte zwischen Unternehmen, Kommunen und lokalen Partnern, die durch Beratung, Aktions- und Informationstage die Mobilität der Mitarbeitenden positiv beeinflussen.
Zukünftig wird das Engagement im Bereich des Kooperativen Mobilitätsmanagements auf der überarbeiteten Ways2Work-Webseite sichtbar sein. Der Relaunch der Webseite ist noch für Dezember 2025 geplant. Dort werden alle gemeinschaftlichen Angebote und Initiativen der Kooperationspartner gebündelt dargestellt.
WHKT in landesweiter Arbeitsgruppe:
Gemeinsam für mehr Erwerbstätigkeit von Frauen in NRW
Im Dezember nahm der WHKT an der 6. Sitzung der Arbeitsgruppe »Fachkräftepotentiale heben – Erwerbstätigkeit von Frauen in NRW stärken« teil. Die AG wird gemeinschaftlich vom MAGS, vom MKJFGFI und von der RD NRW geleitet und vereint Teilnehmende des DGB, der IHK Niederrhein und Dortmund (für IHK NRW), der Unternehmer NRW, der LAG Freie Wohlfahrtspflege, der Freien Berufe NRW, der G.I.B. und des WHKT.
Das Landesprogramm »Vereinbarkeit Beruf & Pflege« wurde vom MAGS vorgestellt und das MKJFGFI führte in das Thema »Aktuelle Entwicklungen und gute Beispiele in der Kindertagesbetreuung« ein. Basierend darauf sollen im nächsten Jahr gemeinsame Handlungsansätze erarbeitet werden, um die Frauenerwerbstätigkeit in NRW zu stärken.
Schutz vor digitalen Gefahren:
Erster Online-Cybersicherheitstag für das Handwerk in NRW
Die Digitalisierung bringt Chancen, aber auch Risiken. Cyberangriffe betreffen zunehmend kleine und mittelständische Handwerksbetriebe. Um Betriebe zu stärken, veranstaltete der Westdeutsche Handwerkskammertag gemeinsam mit Partnern im November 2025 den ersten zweitägigen Online-Cybersicherheitstag für das Handwerk.
Jeweils rund 100 Teilnehmende informierten sich an beiden Tagen über aktuelle Bedrohungen, gesetzliche Anforderungen und praxisnahe Schutzmaßnahmen.
Geboten wurden den Handwerksbetrieben und Multiplikatoren aus den Handwerksorganisationen am ersten Tag Einblicke in Hacker-Methoden und Unterstützungsangebote wie die »Initiative Cybersicherheit im Handwerk«. Am zweiten Tage folgten Informationen zur NIS2-Richtlinie, zu IT-Notfallmanagement, den psychologischen Aspekten von Hackerangriffen und zu Cyberversicherungen.
Die zentrale Botschaft: IT-Sicherheit ist auch für kleine Betriebe überlebenswichtig. Mit Wissen, Vorbereitung und starken Partnern lässt sich digitale Resilienz deutlich erhöhen.
Die Veranstaltung wurde von den sieben Handwerkskammern in NRW, der Initiative Cybersicherheit Handwerk, dem Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk, der Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk und dem Westdeutschen Handwerkskammertag organisiert.