WHKT-REPORT – AUSGABE 01/2026

Liebe Leserinnen und Leser,

der Mensch braucht stets Zuversicht. Das ist bei der medialen Reizüberflutung mit schlechten Nachrichten, Katastrophen, Einzelschicksalen sowie nur Aufmerksamkeit erhaschenden Schlagzeilen nicht immer einfach. Sollten wir das neue Jahr nicht viel stärker dazu nutzen, unseren Glauben an positive Veränderung zu stärken und uns auf die Themen zu fokussieren, die wir beeinflussen können? 

Das Jahr 2026 hat mit einigen positiven Botschaften angefangen. Zwei davon möchten wir hier gerne hervorheben:

Azubiticket im Elektrohandwerk ab Februar: Vom 1. Februar 2026 an erhalten Auszubildende im Elektrohandwerk NRW ein DeutschlandTicket Job (DT Job) zum Preis von 37,80 Euro monatlich, was 60 Prozent des regulären Deutschlandtickets entspricht. Die Ausbildungsbetriebe übernehmen diesen Betrag vollständig als Mobilitätszuschuss gemäß Tarifvertrag. Die Abrechnung erfolgt direkt zwischen Verkehrsunternehmen und Betrieb, während die Differenz zum Regelpreis durch Drittmittel ausgeglichen wird. Das Elektrohandwerk Nordrhein-Westfalen setzt damit ein starkes Signal für moderne Mobilität, die Attraktivität der dualen Ausbildung und die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung. Unter Koordination des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) und in enger Zusammenarbeit mit dem Verkehrsministerium NRW, den Verkehrsverbünden und Tarifgemeinschaften in NRW sowie dem Westdeutschen Handwerkskammertag, dem Fachverband Elektro- und Informationstechnische Handwerke NRW (FEH.NRW) und der IG Metall NRW wurde innerhalb kürzester Zeit eine wegweisende Lösung geschaffen.

Mehr Verbindlichkeit lässt sich in unserem Bildungssystem verankern – ein Fokus auf frühe Bildung ist möglich: Das für Bildung zuständige Land NRW hat schon lange erkannt, dass die Basiskompetenzen der Schülerinnen und Schüler gestärkt werden müssen. Auch ist bekannt, dass zu viele Kinder ohne ausreichende Deutschkenntnisse in die Grundschule kommen: Die Ergebnisse der jüngsten Schuleingangsuntersuchungen hätten gezeigt, so Schulministerin Feller, dass etwa ein Drittel der Kinder nicht über hinreichende deutsche Sprachkenntnisse verfügten, um später aktiv am Unterricht teilzunehmen. Nun hat die Landesregierung angekündigt, dass der Zeitpunkt für die Grundschulanmeldung nach vorne verlegt und mit einer Sprachstandsfeststellung verknüpft werden soll, an denen alle Kinder teilnehmen. Alle Kinder, die demnach nicht über die notwendigen deutschen Sprachkenntnisse verfügen, erhalten im Schuljahr vor der Einschulung eine verpflichtende Sprachförderung.

Für eine moderne Mobilität, eine attraktivere duale Ausbildung und eine bessere Bildung sind das vielversprechende Signale am Anfang des Jahres. 

Mit freundlichen Grüßen

Hauptgeschäftsführer Dr. iur. Florian Hartmann | Geschäftsführer Andreas Oehme

Starkes Signal für moderne Mobilität:

Elektrohandwerk NRW führt tarifvertraglich Deutschlandticket für Auszubildende ein

Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen (3. v. r.), Dr. Florian Hartmann, Hauptgeschäftsführer des Westdeutschen Handwerkskammertages (2. v. r.), Martin Böhm, Präsident des Fachverbands Elektro- und Informationstechnische Handwerke NRW (r.), Oliver Wittke, Vorstandssprecher des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (4. v. l.), Thomas Weilbier, IG Metall-Bezirksleitung NRW (2. v. l.), Prof. Dr. Ulrich Breilmann, Vorsitzender Tarifausschuss FEH.NRW (l.), gemeinsam mit zwei Auszubildenden | Foto: Dino Niemann, VRR

Vom 1. Februar 2026 an erhalten Auszubildende im Elektrohandwerk NRW ein DeutschlandTicket Job (DT Job) zum Preis von 37,80 Euro monatlich, was 60 Prozent des regulären Deutschlandtickets entspricht. Die Ausbildungsbetriebe übernehmen diesen Betrag vollständig als Mobilitätszuschuss gemäß Tarifvertrag. Die Abrechnung erfolgt direkt zwischen Verkehrsunternehmen und Betrieb, während die Differenz zum Regelpreis durch Drittmittel ausgeglichen wird.

Der Westdeutsche Handwerkskammertag (WHKT) setzt sich seit dem Start des Deutschlandtickets für ein vergünstigtes DeutschlandTicket Azubi ein. WHKT-Hauptgeschäftsführer Dr. Florian Hartmann stellt fest: »Das Azubiticket ist ein wichtiger Mosaikstein auf dem Weg zur Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung.«

Die Festschreibung im Tarifvertrag ist bundesweit einzigartig. Das Pilotvorhaben wird im Verbund mit dem Fachverband Elektro- und Informationstechnische Handwerke NRW (FEH.NRW) und dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) konzeptionell weiterentwickelt.

Aus einem gemeinsamen Strategietreffen mit dem Zukunftsnetz Mobilität NRW ging der erste Anstoß hervor: Der MobilityHub Handwerk NRW initiierte gemeinsam mit dem Zukunftsnetz Mobilität NRW die Befragung von Auszubildenden im Kammerbezirk der Handwerkskammer Dortmund (VRR-Gebiet), um die Akzeptanz des DeutschlandTicket Job Azubi zu prüfen.

»Die landesweite Umsetzung und die enge Zusammenarbeit der Partner haben Vorbildcharakter«, so Dr. Florian Hartmann (WHKT). »Dem beim WHKT angesiedelten MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen und seinen Kooperationspartnern danke ich für den Impuls und die aktive Unterstützung. Dank gilt zudem auch dem Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW. Wir hoffen, dass weitere Gewerke dem Beispiel der E-Handwerke folgen werden.«

Stärkung der Basiskompetenzen in NRW:

Handwerk begrüßt das Vorhaben des Landes, baldmöglichst eine zusätzliche Sprachförderung vor der Einschulung verbindlich vorzusehen

Das Ministerium für Schule und Bildung des Landes NRW hat angekündigt, Sprachkompetenz von Kindern bereits vor ihrer Einschulung gezielt zu fördern. Damit ein besserer Schulstart für alle gelingt, soll zusätzliche Sprachförderung im Schuljahr vor der Einschulung verpflichtend stattfinden. Basis hierfür sind landesweit einheitliche Sprachstandsfeststellungen, an denen alle Kinder teilnehmen. 

Die Ergebnisse der jüngsten Schuleingangsuntersuchungen hätten gezeigt, so Schulministerin Feller, dass etwa ein Drittel der Kinder nicht über hinreichende deutsche Sprachkenntnisse verfügten, um später aktiv am Unterricht teilzunehmen. (…) »Mit den neuen ABC-Klassen sollen alle Kinder beim Schulstart faire Chancen auf einen erfolgreichen Bildungsweg bekommen«, so die Ministerin. Eine geplante Anpassung im Schulgesetz sehe gleichfalls vor, Kindern bei Bedarf eine zusätzliche Förderung zu ermöglichen, um das Lernen zu lernen.

WHKT-Präsident Berthold Schröder und Handwerk.NRW-Präsident Andreas Ehlert haben sich in der Presse für den Vorstoß des Landes ausgesprochen, bereits vor dem Schuleinstieg in die zusätzliche sprachliche Vorbereitung von Kindern zu investieren. Dadurch würden sich die Bildungschancen der Kinder und Jugendlichen nicht nur für ihre Schullaufbahn, sondern in der Folge vor allem auch für den Start in die Ausbildung und damit die Karrierechancen insgesamt verbessern.

Jetzt anmelden:

Der Landeswettbewerb »DesignTalente Handwerk NRW« ist gestartet

Bis zum 26. Mai 2026 können sich Handwerkerinnen und Handwerker mit max. drei eigenständig entworfenen und ausgeführten Designlösungen online unter www.designtalente-handwerk-nrw.de/anmeldung bewerben. Erforderlich sind Angaben zum Objekt sowie aussagekräftige Objektfotos, die Gestaltung, Materialität und handwerkliche Ausführung sichtbar machen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Die Arbeiten können in fünf Themenbereichen eingereicht werden:  Bild- & Druckmedien, Möbel & Außenelemente, Objekt & Skulptur, Schmuck & Mode sowie Wohn- & Einrichtungskultur.

Teilnahmeberechtigt sind Gestalterinnen und Gestalter bis einschließlich 30 Jahre mit Wohn- oder Arbeitssitz in Nordrhein-Westfalen und einer abgeschlossenen handwerklichen Ausbildung.

Eine Teilnahme lohnt sich: Alle zur Ausstellung zugelassenen Wettbewerbsarbeiten werden im Oktober 2026 ausgestellt und in einem begleiteten Ausstellungskatalog vorgestellt. Zudem erhalten alle Ausstellerinnen und Aussteller eine individuelle Urkunde, überreicht von Ministerin Mona Neubaur. Darüber hinaus besteht in jedem Themenbereich die Chance auf eine Siegesprämie in Höhe von 3.000 Euro.

Weitere Informationen unter: www.designtalente-handwerk-nrw.de/teilnahmebedingungen-26

Mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen und unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Hendrik Wüst würdigt das Land NRW alle zwei Jahre herausragende junge Gestaltung im Handwerk. Verantwortlich für die Durchführung ist der Westdeutsche Handwerkskammertag (WHKT).

Auf der Suche:

Handwerkerinnen und Handwerker mit ehrenamtlichem Engagement

Der »Treffpunkt Ehrenamt Handwerk NRW« zählt zu den jährlichen Höhepunkten für freiwillig engagierte Handwerkerinnen und Handwerker. Für diese Veranstaltung suchen wir gezielt Menschen, die sich über das ehrenamtliche Engagement freiwillig für andere einsetzen, sich an sozialen Projekten beteiligen oder Menschen in Krisengebieten unterstützen.

Ehrenamtliches Engagement ist das Rückgrat unserer Gesellschaft – im Handwerk und weit darüber hinaus. Menschen, die ihre Zeit, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten einsetzen, um anderen zu helfen und auf unterschiedliche Weise zum gesellschaftlichen Miteinander beitragen, leisten einen unverzichtbaren Beitrag – lokal wie international.

Kennen Sie eine Person – oder engagieren Sie sich vielleicht selbst – in einem der folgenden Bereiche?

Aktive Unterstützung in Krisengebieten und für Menschen in akuter Not: Vom Wiederaufbau bis hin zur direkten Hilfe vor Ort.

Internationale Hilfe zur Selbsthilfe und zur Qualifizierung: Handwerkliche Fähigkeiten können weltweit entscheidende Impulse setzen: Durch die Unterstützung beim Aufbau von Infrastruktur, durch handwerkliche Schulungen und durch Projekte, die Menschen langfristig befähigen, Resilienz fördern und Lebenslagen nachhaltig verbessern.

Organisation von Aktivitäten zur gemeinsamen Spendensammlung: Ob Werkstatt-Initiativen, Benefizaktionen oder kreative Sammelaktionen – engagierte Handwerkerinnen und Handwerker bringen oft genau die praktischen Ideen und das organisatorische Geschick mit, um wirkungsvoll Spendenprojekte ins Leben zu rufen und damit zu unterstützen.

Wir suchen genau diese Menschen – und brauchen Ihre Unterstützung!

Sind Sie im Handwerk tätig und engagieren sich über Ihren Beruf hinaus für andere? Dann erzählen Sie uns von Ihrem Engagement und werden Sie Teil des 12. Treffpunkt Ehrenamt im September in Raesfeld. Falls Sie engagierte Handwerkerinnen und Handwerker oder ehrenamtliche Projekte kennen, freuen wir uns über Ihre Empfehlungen. Melden Sie sich mit einer kurzen Beschreibung Ihres Engagements und Ihren Kontaktdaten bei barbara.herfs[ ät ]whkt.de.

Auch in diesem Jahr wird der Treffpunkt Ehrenamt zusätzlich von den drei Kooperationspartnern begleitet: der Ehrenamtsakademie des NRW-Handwerks, den UnternehmerFrauen im Handwerk Landesverband NRW sowie den Junioren des Handwerks Landesverband NRW.

Der »Treffpunkt Ehrenamt Handwerk NRW« des Westdeutschen Handwerkskammertages (WHKT) wird finanziell unterstützt durch das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

Europa:

Prioritäten für 2026

An der Verabschiedung europäischer Rechtsakte sind üblicherweise drei Organe beteiligt: die Europäische Kommission, das Europäische Parlament und der Rat, also die Vertreter der Mitgliedstaaten. Diese drei haben sich im vergangenen Dezember in einer gemeinsamen Erklärung auf Prioritäten für dieses Jahr geeinigt. Es geht um 10 Pakete, die vorrangig durch das Verfahren gebracht werden sollen, darunter mehrere Omnibuspakete, also Vereinfachungen des bestehenden Rechts, sowie Teile des mehrjährigen Finanzrahmens und Maßnahmen zum beschleunigten Ausbau der Energieinfrastruktur.

Nach dem im Dezember vorgelegten Kommissionsvorschlag soll beispielsweise die Richtlinie über erneuerbare Energien dahingehend geändert werden, dass Netzzugangsgenehmigungen je nach Verfahren innerhalb eines oder innerhalb von drei Monaten zu erteilen sind; für die Ausrüstung von Solaranlagen und angeschlossene Speicher mit einer installierten Leistung von 100 kW oder weniger keine Genehmigungen erforderlich sind außer der Netzzugangsgenehmigung; Kompensationsmaßnahmen während des laufenden Vorhabens durchgeführt werden können und Standalone-Speicher bis 100 kW Leistung sowie Ladestationen bis 100 kW Leistung genehmigungsfrei sein sollen.

Die Erklärung sendet ein richtiges Signal: das der Priorisierung. Den guten Vorsatz gilt es in den kommenden Monaten umzusetzen. Das im Oktober 2025 vorgelegte Arbeitsprogramm der Kommission für das Jahr 2026 verzeichnet 38 neue Initiativen sowie mehr als 100 laufende Legislativakte.

Die gemeinsame Erklärung ist verfügbar unter: https://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-16922-2025-INIT/de/pdf 

Änderung im Überblick:

Neues kommunales Vergaberecht seit 01.01.2026

Zum 01.01.2026 ist der § 75a der Gemeindeordnung NRW (GO NRW) in Kraft getreten. Dieser löst den bisher geltenden § 26 der Kommunalhaushaltsverordnung NRW mit seinen Kommunalen Vergabegrundsätzen ab. 

Nach § 75a GO NRW unterliegen die Kommunen nicht mehr den bundesrechtlichen Vergaberegelungen wie der Unterschwellenvergabeordnung und ihren Wertgrenzen, sondern die Kommunen sind bei der Vergabe künftig ausschließlich an die allgemeinen Vergabegrundsätzen unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit, Effizienz, Sparsamkeit, Gleichbehandlung und Transparenz gebunden. Kommunen haben darüber hinaus die Möglichkeit, sich per Satzung an höhere Anforderungen zu binden. Von dieser Möglichkeit haben bisher einzelne Kommunen Gebrauch gemacht.

Ziel der Einführung des § 75a GO NRW ist die Vereinfachung des kommunalen Vergaberechts mit der damit verbundenen Entbürokratisierung. Aus Sicht des Handwerks bleibt abzuwarten, ob die Änderungen im kommunalen Vergaberecht zu Erleichterungen, insbesondere für den Bieter, führen. Geplant ist eine Evaluation durch das Handwerk zu gegebener Zeit.

Förderprogramm IQ – Integration durch Qualifizierung:

Teilnahme an neuer Förderrunde bestätigt – Anerkennungsunterstützung gesichert

Das Förderprogramm IQ des BMAS ist im Januar 2026 mit einer neuen Richtlinie in die Förderphase 2026–2028 gestartet. Gemeinsam mit einem Netzwerk an Trägern aus NRW hat der WHKT sich im Jahr 2025 über ein Interessenbekundungs- und anschließendes Antragsverfahren um die Teilnahme als Koordinierungsstelle beworben. Im Dezember 2025 wurden die Zuwendungsbescheide durch das BAMF erstellt, so dass die beantragten Maßnahmen und Aktivitäten zur Verbesserung einer nachhaltigen und bildungsadäquaten Integration von erwachsenen Menschen internationaler Herkunft und mit ausländischer Berufsqualifikation in den Arbeitsmarkt pünktlich im Januar 2026 gestartet sind.

Der WHKT koordiniert in diesem Zusammenhang das »Regionale Integrationsnetzwerk für internationale Arbeitskräfte, RINIA IQ NRW – West« mit insgesamt neun Teilvorhaben sowie das »Regionale Integrationsnetzwerk Willkommens- und Anerkennungskultur internationaler Arbeitskräfte, RINWA IQ NRW« mit weiteren drei Teilvorhaben. In diesem Zusammenhang wird gleichfalls das vom WHKT entwickelte digitale IQ Portal für die Anerkennungsberatung von Fachkräften mit ausländischen Berufsabschlüssen unter der Adresse www.anerkennungsberatung-iq.de fortgeführt.

28.500 Menschen mit ausländischen Berufsabschlüssen haben in der Förderperiode 2023–2025 aus NRW das Portal genutzt, um eine individuelle Unterstützung durch die IQ Anerkennungs- und Qualifizierungsberatungsstellen (AQB) zu erhalten. Das Ziel: die Herstellung der beruflichen Gleichwertigkeit in allen reglementierten und nicht-reglementierten Berufsfeldern. Schließlich ist der Integrationserfolg und die Stabilisierung dieser wichtigen Fachkräftebasis für KMU maßgeblich davon abhängig, im Ausland erworbene Qualifikationen anzuerkennen und damit auch beruflich gut verwerten zu können.

Eine von insgesamt acht AQB in NRW wird in den Jahren 2026–2028 weiterhin vom WHKT mit Mitteln aus dem Förderprogramm IQ und in enger Zusammenarbeit mit der BA fortgeführt.

Ab 2029 ist der Übergang der Anerkennungsberatung in die Regelstruktur der BA vorgesehen. Damit dieser in NRW gut gelingt, unterstützt die Regionaldirektion der BA in NRW bereits seit Anfang 2023 die AQB-Teams personell und weist Ratsuchende auf das Portal hin.

Das Thema Anerkennung spielt gleichfalls bei der vom Bund geplanten Work-and-Stay Agentur eine bedeutende Rolle. Auch die Konferenz der Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder mit Herrn Bundeskanzler Merz nimmt das Thema in ihren Beschluss vom 04. Dezember mit konkretem Umsetzungs- und Konkretisierungsbedarf zur beruflichen Anerkennung auf.

Infos & Kontakt zu IQ: www.iq-nrw-west.de, www.netzwerk-iq.de

Das Regionale Integrationsnetzwerk für internationale Arbeitskräfte, RINIA IQ NRW – West sowie das Regionale Integrationsnetzwerk Willkommens- und Anerkennungskultur internationaler Arbeitskräfte, RINWA IQ NRW, werden im Rahmen des Förderprogramms IQ − Integration durch Qualifizierung durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge administriert. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend und die Bundesagentur für Arbeit.

MobilityHub Handwerk Nordrhein-Westfalen:

Podcast »Probefahrt« geht in die zweite Runde

Am 29. Januar 2026 startet die 2. Staffel des Podcast »Probefahrt«. In der ersten Folge dreht sich alles um das Thema »Modelle zur Abrechnung von Ladevorgängen für Elektromobilität, insbesondere beim Laden am Arbeitsplatz.« – praxisnah und auf den Punkt. Mit dabei sind Thomas Rohloff von der Handwerkskammer Münster und Alexander Schober von der GLS Mobility GmbH.

Erasmus Projekt JOB Orientation – better fit:

Podcast mit Tipps und Werkzeugen für die Gewinnung, Auswahl und Bindung von Auszubildenden veröffentlicht

In Nordrhein-Westfalen wird beinahe jeder dritte Ausbildungsvertrag vorzeitig gelöst. Laut statistischem Bundesamt werden in Deutschland 40 Prozent aller Ausbildungsverträge im Hoch- und Tiefbau vorzeitig gelöst. Gleichzeitig stellt eine IW-Studie aus dem letzten Jahr fest, dass der Fachkräftemangel ein Kernthema für die europäische Bauwirtschaft insgesamt darstellt. Vor diesem Hintergrund tauschte sich der WHKT im Rahmen des Erasmus+ Projekts JOB Orientation – better fit mit Verbänden, KMU und Bildungsinstitutionen aus Griechenland, Italien, Spanien und Deutschland über erfolgreiche Ansätze und Unterstützungsmöglichkeiten aus, die zu einem erfolgreichen Recruiting- und Einarbeitungsprozess beitragen können.  

Die identifizierten Good Practices, praxisnahe Instrumente und externe Unterstützungsangebote in den einzelnen Ländern wurden in einem umfassenden Handbuch mit Handlungsempfehlungen für Betriebe aufbereitet. Ergänzend stellt der WHKT in einem kürzlich veröffentlichten Podcast die zentralen Erkenntnisse des Austauschs vor und präsentiert im Betriebsalltag leicht umsetzbare Werkzeuge und Tipps, wie Betriebe ihren Einstellungsprozess modernisieren und Herausforderungen frühzeitig erkennen können, um das Pre- bzw. Onboarding gezielt anzupassen und Ausbildungsabbrüche so präventiv verhindern zu können.

Den Podcast finden Sie hier > 

WHKT-Projekt »Machbarkeitsstudie«:

Folder zur Absicherung selbständiger Handwerkerinnen veröffentlicht

Ein zentrales Ergebnis unserer im Februar 2025 durchgeführten Befragung selbständiger Handwerkerinnen in Nordrhein-Westfalen ist, dass sich knapp 90 Prozent der Befragten unzureichend über finanzielle Absicherungsmöglichkeiten bei Kinderwunsch informiert fühlen. Mit dem jetzt veröffentlichten Folder »Selbständige Handwerkerinnen als (werdende) Mütter – Hinweise zur persönlichen und betrieblichen Absicherung« bieten wir kompakte und verständliche Informationen für mehr Sicherheit im Berufs- und Familienalltag. Die kaufmännischen Betriebsberatungen der Handwerkskammern werden den Folder bei Gründungsberatungen und bei Meisterfeiern den Handwerkerinnen persönlich überreichen. Zusätzlich werden die Handwerkskammern ihn mit dem »Begrüßungspaket« bei Gründungen mitversenden. Über den Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) ist zudem eine bundesweite Verteilung des Folders geplant. Die Download-Version ist hier abrufbar: https://www.machbarmachen-handwerk.de/aktuelles 


Ankündigung: Wettbewerb 2026 Frau-Handwerk-Nachfolge »Mit innovativen Praxisansätzen zum Erfolg«

Die Gründerinnenagentur lädt zum bundesweiten Workshop und Wettbewerb »Frau-Handwerk-Nachfolge 2026« ein. Ziel ist es, engagierte Praxisansätze sichtbar zu machen, die Frauen im Handwerk auf ihrem Weg in Führungspositionen und in die Unternehmensnachfolge unterstützen.

Gesucht werden Praxisbeispiele, Ideen und engagierte Handwerkerinnen, die Verantwortung übernehmen – insbesondere aus: Handwerkskammern, Kreishandwerkerschaften, Innungen, Handwerksverbänden und Bildungszentren des Handwerks.

Bewerbungsende: 20.02.2026
Bewerbung: online per Fragebogen hier
Preisverleihung: 21.04.2026 in Berlin

Handwerk im Hafthaus:

Anerkennung für besonderes Engagement im Handwerk

Vizepräsident Bernd Münzenhofer, HWK Düsseldorf (li.) und Siegmund Hein von der JVA Geldern | Foto: WHKT/PD

Die Handwerkskammer Düsseldorf würdigt besonderes Engagement für das Handwerk im Strafvollzug: Am 16. Dezember 2025 verlieh Bernd Münzenhofer, Vizepräsident der Handwerkskammer Düsseldorf, das Silberne Ehrenzeichen an Siegmund Hein, Fachbereichsleiter Ausbilder der Justizvollzugsanstalt Geldern.

In seiner Würdigung hob Vizepräsident Münzenhofer hervor, dass Persönlichkeiten wie Siegmund Hein beispielhaft für gelebtes Handwerk stehen. Sie verbinden fachliche Exzellenz mit pädagogischem Engagement und tragen dazu bei, handwerkliche Werte auch unter herausfordernden Rahmenbedingungen weiterzugeben. Im Strafvollzug eröffne berufliche Bildung neue Perspektiven und reale Chancen für einen erfolgreichen Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt.

Das Engagement von Herrn Hein steht exemplarisch für die Ziele der Initiative Handwerk im Hafthaus, in deren Rahmen das Ministerium der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen und der Westdeutscher Handwerkskammertag gemeinsam mit den nordrhein-westfälischen Handwerkskammern sowie den Justizvollzugsanstalten Bochum-Langendreer und Heinsberg daran arbeiten, Übergänge von Haft in Beschäftigung nachhaltig zu verbessern. Ziel ist es, durch qualifizierende handwerkliche Ausbildung die Beschäftigungsfähigkeit Haftentlassener zu stärken.

Mit der Verleihung des Silbernen Ehrenzeichens wird nicht nur das persönliche Wirken von Siegmund Hein gewürdigt, sondern zugleich die Bedeutung handwerklicher Bildungsarbeit im Strafvollzug unterstrichen.

Weitere Informationen zur Initiative unter: www.handwerk-im-hafthaus.de

Deutsche Meisterschaft im Handwerk:

11 von 73 Erstplatzierten aus NRW siegen auf Bundesebene

Im Dezember 2025 wurden in Frankfurt 11 Gesellinnen und Gesellen aus Nordrhein-Westfalen als Bundessiegerinnen und Bundessieger in Europas größtem Berufswettbewerb ausgezeichnet. Sie hatten sich zuvor auf Landesebene als bester Nachwuchs hervorgetan und bereits von Ministerpräsident Wüst eine Urkunde erhalten. Den Bundessieg aus NRW erreicht haben im Wettbewerbsberuf

  • Fotografin: Nina Kovacevic, Geseke
  • Glasveredlerin – Kanten- und Flächenveredelung: Anta Bocoum, Rheinbach
  • Holz- und Bautenschützer – Bautenschutz: Eric Herberg, Wesel
  • Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker – Karosserie- und Fahrzeugbautechnik: David Giersbach
  • Kosmetikerin: Lara Willmsen, Nettetal
  • Malerin und Lackiererin – Gestaltung und Instandhaltung: Isabell Masannek, Rietberg
  • Metallbauer – Nutzfahrzeugbau: Patrick Düwel, Steinheim
  • Orthopädieschumacher: Alexander Perdun, Everswinkel
  • Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker: Timo Stromberg, Hamm
  • Technischer Modellbauer – Gießerei:  Lewis Overbeck, Emsdetten
  • Textilreinigerin: Mara Ladewig, Lemgo

Wir gratulieren sehr herzlich unseren Erst-, Zweit- und Drittplatzierten aus NRW auf der Bundesebene. Wir wünschen zudem allen, die an EuroSkills – der Europameisterschaft der Berufe – teilnehmen können und wollen, ebenfalls viel Erfolg.

Alle Landessiegerinnen und Landessieger aus NRW sind zu finden in der Festbroschüre unter folgendem Link: www.whkt.de/themen/wettbewerbe/deutsche-meisterschaft-im-handwerk-dmh