Aktuelle Pressemeldung

| Kooperationsveranstaltung des NRW-Handwerks: 

Verteidigung und Resilienz – Warum das Handwerk unverzichtbar ist

Berthold Schröder, Präsident WHKT, Prof. Dr. Hans Jörg Hennecke, Hauptgeschäftsführer HANDWERK.NRW, Ulrich Hermann, Geschäftsführer Hermann GmbH, Dr. Florian Hartmann, Hauptgeschäftsführer WHKT und LGH, Dr. Hendrik Röwekamp, Kapellmann und Partner Rechtsanwälte mbB, Mona Neubaur MdL, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie NRW und stellvertretende Ministerpräsidentin NRW, Peter Eul, Vorstandsvorsitzender LGH und Präsident der Handwerkskammer OWL zu Bielefeld, Josef Trendelkamp (sen.), Geschäftsführer Trendelkamp Technologie GmbH, Dr. Thomas Speckmann, Historiker und Politikwissenschaftler, René Gassen, Direktor Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) | (v. l. n. r.) | Foto: WHKT/RG

Bei der bundesweit ersten Konferenz »Verteidigung. Resilienz. Handwerk.« in Düsseldorf, einer Kooperationsveranstaltung des nordrhein-westfälischen Handwerks, stand die Rolle des Handwerks für Sicherheit, Versorgung und gesellschaftliche Widerstandsfähigkeit im Mittelpunkt. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Handwerk diskutierten darüber, wie kleine und mittelständische Betriebe stärker in Fragen der Verteidigung und Resilienz eingebunden werden können.

Peter Eul, Vorstandsvorsitzender der Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks e. V. (LGH) und Präsident der Handwerkskammer OWL zu Bielefeld, machte in seiner Begrüßungsrede deutlich, warum das Thema gerade jetzt an Bedeutung gewinnt. »Sicherheit und Resilienz sind längst nicht mehr allein Aufgaben von Staat und Bundeswehr. Sie betreffen unsere gesamte Gesellschaft – und damit auch den Mittelstand und insbesondere das Handwerk«, erklärte Eul. Er betonte, dass funktionierende Infrastruktur, technische Kompetenz und starke regionale Betriebe entscheidend für die Stabilität des Landes seien.

In ihrem einleitenden Vortrag zur Rolle Nordrhein-Westfalens bei der Verteidigung von Freiheit und Demokratie in Europa unterstrich auch die stellvertretende Ministerpräsidentin und Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie Mona Neubaur die Bedeutung des Handwerks für die Zukunftsfähigkeit des Landes: »Die geopolitische Lage verändert sich in atemberaubender Geschwindigkeit, unsere Verteidigungsfähigkeit ist daher wichtiger denn je. Nordrhein-Westfalen leistet einen großen Beitrag zur europäischen Sicherheitsarchitektur: Als industrieller Knotenpunkt, mit einer hochinnovativen Forschungslandschaft und einem starken Handwerk. Mein Dank gilt den Handwerksorganisationen, die zeigen, dass das Handwerk ein elementarer Bestandteil der Wehrhaftigkeit und Friedenssicherung ist.«

Zu den Referenten gehörten neben NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur auch der Verwaltungsratsvorsitzende des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW und Finanzstaatssekretär Dr. Dirk Günnewig sowie René Gassen, Direktor beim Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr, die den Gästen einen Überblick zur Beschaffungs- und Vergabepraxis in den Bereichen Rüstung und Infrastruktur gaben.

Auf konkrete Chancen, aber auch mögliche Fallstricke für kleine und mittlere Unternehmen, ging Dr. Hendrik Röwekamp, Fachanwalt für Vergaberecht, in seinem Beitrag näher ein. Dr. Thomas Speckmann, Historiker und Politikwissenschaftler, skizzierte in seinem Vortrag »Die dritte Zeitenwende«, warum regionale Lieferketten unter Einbindung des Mittelstandes angesichts der Entwicklungen im europäischen Raum zukünftig noch an Wichtigkeit gewinnen könnten.

Neben Vorträgen zu Vergabe- und Beschaffungsfragen ging es auch um neue Ideen für gesellschaftliches Engagement. So stellte Dr. Florian Hartmann, Hauptgeschäftsführer von LGH und WHKT, das freiwillige Handwerksjahr als Beitrag zu Krisenvorsorge und Resilienz vor.

Die Konferenz machte deutlich: Verteidigung und Resilienz sind nicht allein sicherheitspolitische Herausforderungen. Sie betreffen Wirtschaft, Infrastruktur und Gesellschaft gleichermaßen. Das Handwerk in Nordrhein-Westfalen versteht sich dabei als Teil der Lösung und möchte seine Rolle bei der Stärkung von Versorgungssicherheit, Krisenfestigkeit und Verteidigungsfähigkeit künftig aktiv ausbauen.