Ausgabe 02 - August 2025
DQR8-Foren: Austausch zur beruflichen Qualifikation auf Promotionsniveau
Im August 2025 lud der WHKT gemeinsam mit der IHK Arnsberg zu drei einstündigen Online-Foren ein. Teilgenommen haben Vertreter und Vertreterinnen von Handwerkskammern sowie Industrie- und Handelskammern. Diskutiert wurde, wie sich eine berufliche Qualifikation auf DQR-Stufe 8 umsetzen lässt.
Zur Einordnung: Die Stufe 8 beschreibt als höchste Stufe des DQR die Anforderungen der notwendigen Kompetenzen als
Verfügen über umfassendes, spezialisiertes […] Wissen in einer Forschungsdisziplin […] oder über umfassendes berufliches Wissen in einem strategie- und innovationsorientierten beruflichen Tätigkeitsfeld
Verfügen über umfassend entwickelte Fertigkeiten zur Identifizierung und Lösung neuartiger Problemstellungen […] in einem […] wissenschaftlichen Fach oder in einem beruflichen Tätigkeitsfeld.
Diese ODER-Formulierungen verdeutlichen, dass die höchste Qualifikation im deutschen Bildungssystem nicht nur akademisch, sondern auch beruflich erreichbar sein kann.
Darauf bezogen wurden in den Foren u.a. folgende Fragen diskutiert: Wie lässt sich eine solche Qualifikation in der Berufsbildung umsetzen? Welche Rolle spielt Innovation als Kernkriterium? Wie könnten Prüfungsverfahren gestaltet sein? Auch Themen wie gesellschaftliche Anerkennung und mögliche Titel für die Qualifikation spielten eine wichtige Rolle.
Parallel dazu sammeln die Verbundpartner grundlegende Schlüsselfragen, die im Verlauf der gemeinsamen Arbeit beantwortet werden sollen, etwa: Welche Anforderungen sollten Prüfende erfüllen? Wie sollte mit der Vielfalt beruflicher Tätigkeitsfelder umgegangen werden? Wie kann die (Eigen-)Leistung einer Person innerhalb eines Innovationsvorhabens nachvollzogen werden?
Ein zentrales Fazit ist, dass die Qualifikation eigenständig und gleichwertig zur akademischen Promotion sein muss – kein „B-Niveau“ oder eine zweite Wahl, sondern ein eigenständiger Weg mit höchstem Anspruch.
Der WHKT plant, die Forenreihe fortzusetzen und weitere Bildungsakteure und -akteurinnen einzubinden, um den Dialog zu vertiefen. So bleibt das Thema im Fokus und kann gemeinsam weiterentwickelt werden. Interessierte können sich zur Aufnahme in den Einladungsverteiler direkt an Frau Jelonek vom Westdeutschen Handwerkskammertag (lara.jelonek@whkt.de) wenden.