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Nr. 7/2018: 14.02.2018

»Programm Starthelfende«: Minister Laumann: »Programm Starthelfende« soll auslaufen – Landesregierung braucht Kammern am Ausbildungsmarkt nicht mehr

Zum Januar 2018 wurde das »Programm Starthelfende« um zwei Stellen auf sieben mit dem Schwerpunkt Flüchtlingsintegration erweitert, denn mit Beratung, Begleitung und Vermittlung wollen sich Kammern Hand in Hand mit dem Land auch intensiver um die Integration von Flüchtlingen kümmern, die noch nicht ausbildungsreif sind. Die Starthelfenden vermittelten im Jahr 2017 58 Flüchtlinge in Sprach- oder Integrationskurse, fast 100 in Maßnahmen, die der schulischen Qualifikation (z.B. Nachholen eines Schulabschlusses) bzw. der beruflichen Orientierung oder Qualifizierung dienen, etwa 100mal in Betriebserkundungen und 150 Flüchtlinge in ein Praktikum und am Ende konnten sogar 32 Flüchtlinge in eine reguläre Ausbildung vermittelt werden.

Nun erklärte Arbeitsminister Laumann in einem Pressegespräch Ende Januar, das Programm nicht weiter fördern zu wollen, »da die neuen und geänderten Programme und Prioritätensetzungen wesentlich wirksamere Hilfen für Jugendliche sind, die Schwierigkeiten zum Beginn ihrer Berufslaufbahn haben.«

»Uns erschließt sich die Logik nicht: Eine Vermittlung in Ausbildung über das Programm Starthelfende kostet rund 1.200 EUR und z.B. in 2017 wurden 1.650 Jugendliche vermittelt. Für das neue Ausbildungsprogramm von Minister Laumann sind 11.000 EUR je Jugendlichem und Jahr (also 33.000 EUR) für insgesamt 1.000 Jugendliche in 2018 und nochmal 1.000 in 2019 vorgesehen. Die 27-fachen Steuerausgaben je Jugendlichem und unter dem Strich 650 Ausbildungsverträge weniger - effizient ist anders.«, so Reiner Nolten, Hauptgeschäftsführer des Westdeutschen Handwerkskammertags.    

Die Wirksamkeit des »Programms Starthelfende« ist faktisch allerdings kaum zu bestreiten: Im Oktober 2008 von Herrn Laumann selbst aus der Taufe gehoben, zielt es darauf ab, Jugendliche mit unterschiedlichen Vermittlungshemmnissen bei der Suche nach dem passenden Ausbildungsplatz zu unterstützen. Auf diese Weise haben bisher 14.000 Jugendliche einen Ausbildungsplatz gefunden. Daneben konnten 6.700 Jugendliche in eine Einstiegsqualifizierung vermittelt werden, die im Idealfall ebenfalls in eine duale Berufsausbildung mündet. Wesentlicher Erfolgsfaktor dabei: Die Starthelfenden sind bei den Kammern ansässig, kennen "ihre" Betriebe und sind über deren freie Ausbildungsplätze auf dem Laufenden. Über eine halbe Million Kontakte wurden in den letzten zehn Jahren von den Starthelfenden verzeichnet - nicht nur zu Jugendlichen und Betrieben, sondern auch zu Eltern, Schulen, Agenturen für Arbeit, der Kommunalen Koordinierung, Migrantenselbstorganisationen, Moscheevereinen und vielen weiteren Institutionen. So konnten tragfähige Strukturen im Rahmen eines großen Netzwerks aufgebaut werden, das heute maßgeblich zum Erfolg des Programms beiträgt. Die Starthelfenden begleiten die von ihnen vermittelten Ausbildungsverhältnisse auch nach Vertragsabschluss, beraten Jugendliche im Bereich der beruflichen Orientierung und informieren an Schulen und auf Berufsmessen zur dualen Berufsausbildung. Zusätzlich akquirierten sie seit Programmstart knapp 14.500 zusätzliche Ausbildungsplätze.

Am »Programm Starthelfende«, gefördert mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW, beteiligen sich die sieben Handwerkskammern in Nordrhein-Westfalen, 13 Industrie- und Handelskammern sowie der Bauindustrieverband NRW.

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