Startseite >Presse >Aktuelle Meldungen

Nr. 17/2017: 02.06.2017

Erfolgreich durchgeführt: IQ Partnerforum zur Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten in NRW am Deutschen Diversity-Tag in Düsseldorf

Überall in NRW arbeiten Initiativen, Betriebe, Ehrenamtliche, Vereine und Behörden an der Integration von geflüchteten Menschen. Im Rahmen des 3. Partnerforums zur Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten am 30.05.2017 – anlässlich des Deutschen Diversity-Tages – konnten sie sich über die wichtigsten Voraussetzungen und Rahmenbedingungen sowie gelungene Beispiele und innovative Ideen austauschen. Denn eines ist in Hinblick auf das vielfältige Angebot an Maßnahmen und Projekten für Geflüchtete besonders wichtig: das Miteinander der Akteurinnen und Akteure.

Veranstaltet wurde das Treffen mit über 150 Teilnehmenden vom IQ Netzwerk NRW (Förderprogramm (IQ) „Integration durch Qualifizierung“). Das inhaltliche Programm ist in enger Kooperation mit den IvAF-Netzwerken NRW (Integration von Asylsuchenden und Flüchtlingen) entstanden. Als Partnerorganisationen des Forums beteiligten sich: Ministerium für Inneres und Kommunales NRW (MIK), Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB), Regionaldirektion in NRW der BA, Kommunale Integrationszentren (KI), Freie Wohlfahrtspflege NRW u. v. a. m.

Die Grußworte und den thematischen Einstieg übernahmen Jürgen Schröder und Nilgün Öksüz vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) sowie Corina Christen von der Charta der Vielfalt. Michaela Padberg, WDR-Journalistin, moderierte die Veranstaltung.

Dr. Carola Burkert (IAB) und Prof. Dr. Dietrich Thränhardt erörterten in ihren Impulsvorträgen am Vormittag auf Grundlage aktueller Zahlen aus der migrations- und integrationsbezogenen Arbeitsmarktforschung, welche Konzepte hinsichtlich des gemeinschaftlichen Ziels „Arbeitsmarktintegration“ besonders tragfähig und zukunftsweisend sind. Ein wichtiger Aspekt beider Vorträge: die betriebliche Integration von Geflüchteten. 

Auf den anschließenden Podien diskutierten die Vertreterinnen und Vertreter von Wissenschaft, Kammern, Arbeitsverwaltung, Politik und Unternehmen entlang der Leitfrage „Braucht Vielfalt ein Handbuch?“, wie Arbeitsmarktintegration und interkulturelle Öffnungsprozesse kooperativ gestaltet werden können. Eine große Herausforderung in diesem Zusammenhang: die Balance zwischen nötiger Bürokratie und flexibler Gestaltungsfreiheit.

Iva Krtalic (Beauftragte für Integration und interkulturelle Vielfalt des WDR) und Ekrem Şenol (Chefredakteur des MiGAZIN) sprachen im Talk mit Michaela Padberg über Erfahrungen im journalistischen Alltag und persönliche Eindrücke im Hinblick auf geflüchtete Menschen und deren Chancen am deutschen Arbeitsmarkt.

Während des Partnertreffs am Mittag konnten die Teilnehmenden sich an den Infoständen (BQ-Portal, BIBB – Anerkennung in Deutschland, INQUA, IQ Fachstellen, IvAF) mit Materialien versorgen und die Zeit zum persönlichen Erfahrungsaustausch untereinander sowie mit den Referentinnen und Referenten nutzen.

Der Nachmittag bot in drei praxisorientierten Foren die Möglichkeit des fachlichen Austauschs: 1. Kommunales Integrationsmanagement; 2. Das Gründungspotenzial Geflüchteter erkennen und heben; 3. Geflüchtete, Unternehmen und Beratungsfachkräfte im Spannungsfeld unterschiedlicher Erwartungen. Hier konnten Herausforderungen diskutiert und neue, partizipative Ansätze erarbeitet werden.


Fotomaterial zur Veranstaltung finden Sie unter: www.iq-netzwerk-nrw.de/treffpunkt-iq/partnerforum.html

Mehr Informationen finden Sie unter „Integration durch Qualifizierung (IQ)“: www.iq-netzwerk-nrw.de, www.netzwerk-iq.de

 


Statements der Referentinnen und Referenten auf dem 3. IQ Partnerforum

„Menschen mit ausländischen Berufsqualifikationen stehen im Fokus des aktuellen Förderprogramms IQ. Knapp 400 geförderte IQ Teilprojekte bieten Migrantinnen und Migranten bundesweit Beratung und Qualifizierung und sorgen dafür, interkulturelle Kompetenzen bei den Akteuren des Arbeitsmarktes auszubauen. Unser Ziel: Die qualifikationsadäquate Beschäftigung und nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt. Aufgrund der Vielzahl von Angeboten im Bereich der Arbeitsmarktintegration für Geflüchtete kommt es jetzt darauf an, die vorhandenen Kompetenzen noch besser zu bündeln und aufeinander abzustimmen. Netzwerke wie IQ und IvAF können hierfür eine wichtige Plattform bieten.“ (Jürgen Schröder, Bundesministerium für Arbeit und Soziales)

„70 Prozent der Geflüchteten sind jünger als 30 Jahre. Notwendig für die Arbeitsmarktintegration dieser Zielgruppe ist vor allem die Reduzierung des Informationsdefizits zum System der dualen Ausbildung.“ (Dr. Carola Burkert, IAB)

„Die Komplexität der Regelungen bei der Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten schafft gleichzeitig auch Freiräume. Die Voraussetzung diese zu nutzen: Transparenz und gut geschulte Beratende.“ (Prof. Dr. Dietrich Thränhardt)

„Die Beratung von Geflüchteten in den Startercentern, die den Berufswunsch der Selbstständigkeit haben, besteht insbesondere darin, einen guten Weg zwischen den Vorstellungen der Ratsuchenden und dem wirtschaftlich Zukunftsfähigen zu vermitteln. Gerade hier sind Angebote notwendig, die Geflüchtete darauf vorbereiten, was Selbstständigkeit in Deutschland bedeutet und wie man diese erfolgreich gestaltet.“ (Claudia Schulte, HWK Düsseldorf)

„Viele Geflüchtete verfügen über keinen formalen Berufsabschluss. Hier sind wir als Bundesagentur gefordert in geeigneter Weise Kompetenzen sichtbar zu machen und für eine individuelle Vermittlung in den Arbeitsmarkt zu sorgen. Ab Februar 2018 steht unseren Kundinnen und Kunden deshalb das Verfahren „My Skills“ flächendeckend zur Verfügung.“ (Sefer Öncel, Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit)

"Geht in die Betriebe. Gute Beispiele für die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten findet man nur lokal. Da wo sich Kümmernde und Geflüchtete gemeinsam aufmachen, um eine Schneise durch den bürokratischen Wust zu schlagen, entsteht oft eine verbindende „Notgemeinschaft“. Regelungen und Programme bieten einen – noch nicht ausreichenden – Rahmen. Die Ausgestaltung im Einzelfall erfordert von den Akteuren Willen, Engagement und Geduld. Wer die aufbringt, bereut es selten.“ (Stefan Grönebaum, Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes NRW)

„Geflüchtete Journalistinnen und Journalisten bieten unseren Redaktionsteams eine Menge neue Impulse. Damit diese ankommen, müssen wir auch andere Journalistenbiographien akzeptieren und ihnen eine Plattform bieten. Der WDR hat auch deshalb das Format WDRforyou etabliert. Außerdem dürfen wir nicht vergessen Hürden abzubauen, damit Geflüchtete in allen Redaktionen Fuß fassen können.“ (Iva Krtalic, Beauftragte für Integration und interkulturelle Vielfalt des WDR)

„Wir Medienmacher haben eine besondere Verantwortung für das gesellschaftliche Stimmungsbild. Insbesondere wenn es um die Haltung gegenüber Geflüchteten geht, ist eine differenzierte Sicht auf die jeweiligen Personen und Ereignisse erforderlich.“ (Ekrem Şenol, Chefredakteur des MiGAZIN)

 

Das Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ zielt auf die nachhaltige Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Erwachsenen mit Migrationshintergrund ab. Das Programm wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Bundesagentur für Arbeit (BA).

Pressemeldung vom