Konjunkturbarometer Nr. 84 – 02/2020: Das Handwerk ist Stabilitätsanker in der Krise

Ergebnisse der Herbstumfrage 2020 der nordrhein-westfälischen Handwerkskammern

Die Herbstumfrage 2020 bestätigt vor allem eines: Auf das Handwerk ist in dieser Krise insgesamt Verlass. Es ist Garant für Arbeitsplätze und vor allem für Zukunftsperspektiven junger Menschen. Das nordrhein-westfälische Handwerk geht verantwortungsvoll mit der Pandemie und dem nötigen Gesundheitsschutz um. Das zeigen tausende Handwerkerinnen und Handwerker, die tagtäglich gewissenhaft ihrer Arbeit nachgehen. Ein großes Dankeschön dafür!

Trotz vieler ermutigender Nachrichten bleibt natürlich auch im Handwerk Unsicherheit: Wie geht es nach dem »Wellenbrecher-Lockdown« weiter? Wann bekommen wir die Pandemie in den Griff? Wie entwickelt sich national und international die gesamtwirtschaftliche Lage?

Die Corona-Krise hat das Handwerk seit März auf sehr unterschiedliche Weise getroffen – mit starken Einschränkungen und Belastungen bei körpernahen Dienstleistungen wie Friseuren und Kosmetikern auf der einen Seite und einer bemerkenswerten Robustheit bei anderen Betrieben, zum Beispiel im Ausbaugewerbe, auf der anderen Seite.

Das Handwerk steht nicht umsonst für eine im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbereichen hohe Beschäftigungssicherheit – auch das zeigt die Umfrage. Zufall ist das nicht, denn die vielfach familiengeführten Unternehmen sind sich ihrer sozialen Verantwortung bewusst.

Insgesamt befand sich das Handwerk im Herbst schon wieder in einer beachtlichen Erholungsphase – nachdem viele Prognosen während des ersten Lockdowns mehr als alarmierend waren. Doch der derzeitige zweite Lockdown wird auch am Handwerk nicht spurlos vorbeigehen. Er wird vielfach wiederum jene Betriebe belasten, die schon unter dem ersten Lockdown gelitten haben. Das Handwerk ist hier insgesamt solidarisch mit Betrieben in Not. Krisenhilfen wie Soforthilfe, Kurzarbeit, Überbrückungshilfe und jetzt die November-Hilfe waren und sind wichtig.

Die Betriebe des Handwerks brauchen aber nun vor allem eines: verlässliche Rahmenbedingungen und Rückenwind für die Zukunft. Fachkräftesicherung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit – so lauten die großen Zukunftsthemen des Handwerks, die wir jetzt verstärkt und optimistisch anpacken.  

Insgesamt 5.823 Betriebe haben sich an unserer Herbstumfrage beteiligt und ermöglichen damit, dass wir auch diesmal wieder ein differenziertes Bild über die wirtschaftliche Lage des Handwerks leisten können. Selten waren diese Informationen wichtiger als in diesem denkwürdigen Jahr 2020. Danke fürs Mitmachen!

Bleiben Sie gesund!

Hans Hund, WHKT-Präsident
Matthias Heidmeier, WHKT-Hauptgeschäftsführer


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