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Klare Sprache

Clemens Geßmann, Schlossermeister aus Rheinberg, aus Leidenschaft und Überzeugung in Ehrenämtern engagiert

Clemens Geßmann …

… liebt eine klare Sprache. Und deshalb sagt der Handwerksunternehmer aus Rheinberg beim Gespräch zum Thema Ehrenamt gleich zu Anfang: »Wer davon ausgeht, dass ehrenamtliche Tätigkeit auch betrieblichen und damit wirtschaftlichen Erfolg bringen muss, der sollte sich besser nicht engagieren.« Für den Schlossermeister aus Rheinberg war das nie ein Thema. Clemens Geßmann ist aus Leidenschaft und Überzeugung in Ehrenämtern engagiert. Nicht in der Handwerksorganisation, aber in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens: Freiwillige Feuerwehr, Kirchenvorstand, Schützenverein, Karneval, Nachbarschaft – früher und aktuell überall in verantwortlicher Position.

Einiges davon klingt nach Feiern.

»Ist es auch,« sagt Geßmann, »aber immer auch eine Menge Arbeit – und oft auch ganz konkrete Hilfe für Menschen, die Hilfe benötigen.« Dafür kennen die Menschen »den Schmied«, wie er immer noch manchmal genannt wird. Er sagt dazu bescheiden: »Ich erlebe bei dieser Arbeit viele schöne Stunden und eine tolle Gemeinschaft.«

Für solche Aufgaben braucht man Führungseigenschaften. Die lernte er im Beruf. Die Lehrzeit als Elektro-Installateur und als Schmied sowie die Arbeit als Meister im Metallbauer-Handwerk haben ihn geprägt. 1990 übernahm er den väterlichen Betrieb und erweiterte den Kundenkreis. Sein Team, zu dem auch Ehefrau Ute gehört, ist sein wichtigstes Kapital.

»Leistungsfähigkeit und Vertrauen schafft Kundenbindung,«

das ist die Erfahrung des 54-jährigen Meisters. Diese Erfahrung nimmt er mit in sein ehrenamtliches Engagement. »Man kann meckern,« sagt Geßmann, »oder man kann sich einbringen.« Er hat sich für das Einbringen entschieden.

Worauf kommt es aus seiner Sicht im Ehrenamt an?

»Man kann nicht einfach sagen, ich möchte mich jetzt mal ehrenamtlich betätigen. Wer sich einbringen will, der sollte eine klare Vorstellung davon haben, was zu tun ist.« Oft gebe es Interessen für eine bestimmte Funktion und dabei könnten berufliche Erfahrungen hilfreich sein. Der Handwerker bei der Freiwilligen Feuerwehr sei so ein Beispiel. Oder der Bankkaufmann als Kassierer in einem Verein. Oder der Ausbilder in der Jugendarbeit.

Und was bringt ehrenamtliche Betätigung für das Selbstbewusstsein?

»Zunächst mal eine Menge Ärger,« schmunzelt Clemens Geßmann. Natürlich sei Arbeit damit verbunden, gerade in verantwortlichen ehrenamtlichen Positionen müssten Entscheidungen getroffen werden, »auch schon mal unangenehme.« Man müsse erkennen, wen man für welche Aufgabe einsetzen könne. Und es sei nicht möglich, es immer allen recht zu machen.« Das gelte für ehrenamtliches Engagement in allen Bereichen, im Handwerk ebenso wie im Schützenverein. Wer sich allerdings nur einsetze, um damit seine eigene Bedeutung aufzupolieren, »der wird keinen Erfolg haben.«

Ehrenamtliche Arbeit ist Teamarbeit, die Mitwirkenden müssen sich aufeinander verlassen können.

Der Kontakt mit Menschen, die er für die gemeinsame Sache motivieren kann, treibt den Unternehmer an. Ehrenamtliches Engagement sei ein Motor unserer Gesellschaft, davon ist der Handwerksmeister überzeugt. Und dieser Motor dürfe nicht ins Stottern geraten.

 

Produktionsdatum: 11/2017 | Text: Hubertus Kost | Foto: Hubertus Kost