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Die Werkbank im Plenarsaal

Hans Hund, Elektroinstallateur- und Kälteanlagenbauermeister, 2016 Wahl zum Präsidenten auf NRW-Landesebene beim Westdeutschen Handwerkskammertag

Hans Hund, Elektroinstallateur- und Kälteanlagenbauermeister, 1981 Gründung des eigenen Gebäudetechnikbetriebs in Bocholt, seit 1989 in der Innung und Kommunalpolitik aktiv, ab 1999 im Bildungsausschuss der Handwerkskammer Münster sowie in weiteren Gremien und Prüfungsausschüssen, 2014 Wahl zum Kammerpräsidenten, 2016 Wahl zum Präsidenten auf NRW-Landesebene beim Westdeutschen Handwerkskammertag

»Die betrieblichen Erfahrungen fließen in die Gremien von Kammern, Kommunen und Politik ein. Darum geht’s im Ehrenamt.«

Hans Hund, Präsident des Westdeutschen Handwerkskammertages

Für Handwerk und Ehrenamt

Hans Hund: »Das Ehrenamt ist tief in der wirtschaftlichen Selbstverwaltung des Handwerks verwurzelt. Es gibt Halt, Identität und sorgt dafür, dass die betriebliche Praxis stets präsent ist. Ob in der Aus- und Weiterbildung, bei der Gestaltung von Kammerservices für Betriebe oder auch den Themen Digitalisierung oder Handwerk 4.0, durch das Ehrenamt entscheidet der betriebliche Alltag in der Handwerkspolitik auf allen Ebenen mit. Wenn man so will, die Werkbank im Plenarsaal.«

In Sachen Prüfungswesen

»Das hohe Niveau des Prüfungswesens im Handwerk ist der intensiven Ehrenamtsunterstützung zu verdanken. Die Wertschätzung für das, was hier in den Prüfungsausschüssen und Gremien geleistet wird, kann kaum groß genug sein. Eine immense Berufserfahrung fließt hier ein, bleibt erhalten und wird weitergegeben.

Gut ausgebildete Gesellinnen und Gesellen sowie Meisterinnen und Meister sind das Ergebnis. Darauf sind wir stolz. Schließlich entsteht hier die nächste Generation eines starken Mittelstands – ein qualifiziertes Handwerk.«

Was man braucht

»Egal wo und egal wie man sich einsetzen möchte, die Voraussetzung ist, dass man seinen Beruf nicht nur gerne und gut macht, sondern auch daran interessiert ist, Dinge weiterzuentwickeln, mitzugestalten, Veränderungen herbeizuführen und sich selbst und seine Erfahrung einzubringen. Dem Ehrenamt geht es nicht um die große Bühne oder den Triumph. Was zählt, ist, sich für sein Handwerk und alles, was damit zusammenhängt, einsetzen zu wollen. Das erfordert nicht nur eine Menge Zeit, sondern vor allem auch viel Kraft und Sozialkompetenz. Denn auch im Ehrenamt gilt es dicke Bretter zu bohren. In positiver Weise ringen wir um Lösungen und leisten Überzeugungsarbeit. Das Ziel: Das Wohl des Handwerks insgesamt. Hierüber ist sich die Arbeitnehmer- und Arbeitgeberschaft im Ehrenamt sehr einig.«

Der Nachwuchs

»In Handwerk und Ehrenamt brauchen wir gute Leute. Qualifizierte Fachkräfte sind seit jeher die Stärke unseres Wirtschaftszweiges. Fürs Ehrenamt heißt das, dass wir auch jungen Selbstständigen kommunizieren müssen, wie und warum sie beispielsweise davon profitieren, wenn sie sich in der Innung organisieren und in Ausschüssen engagieren. Junge Selbstständige, die sich in die Selbstverwaltung des Handwerks einbringen wollen, sind stets willkommen. Wir sollten zukünftig allerdings noch klarer machen, welchen Mehrwert gerade neu gegründete kleine und mittlere Unternehmen davon haben, wenn sie über ihre Innung Kontakte knüpfen und Netzwerke aufbauen.«

Mein nächster Termin als Präsident

»Frau Schönefeld, die Vorsitzende der Regionaldirektion in NRW der Bundesagentur für Arbeit (BA), kommt nächste Woche zu uns. Es geht um Ausbildung und Beschäftigung. Es ist gut, auch auf dieser Ebene zu zeigen, wie Digitalisierung im Handwerk voranschreitet und wie wichtig es ist, dass das Handwerk hierfür leistungsstarken Nachwuchs braucht. Längst ist die duale Ausbildung der Einstieg in echte Karrierewege. Das sollte auch in der Berufsberatung der Arbeitsagentur stärker betont werden.«

Beeindruckt

»Die unzähligen kleinen Dinge, die man als Ehrenamtler im Handwerk miterleben darf, sind mir die liebsten. Sei es die Freude über die bestandene Meister- oder Gesellenprüfung, der mächtige Stolz bei der Übergabe von goldenen Meisterbriefen oder ganz einfach der Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen in den Gremien des Handwerks. Die guten Beispiele gelungener Arbeitsmarktintegration geflüchteter junger Menschen hier in der Emscher-Lippe-Region beeindrucken mich in jedem Einzelfall. Viel Einsatz auf allen Seiten gehört dazu. Ein weiteres Highlight waren die Handwerkstage in Münster mit dem Besuch der Bundeskanzlerin. Das ist dann auch noch mal was ganz Besonderes.«

Wenn Betrieb und Ehrenamt Pause haben …

»… stehen Familie, Enkelkinder und Freunde im Vordergrund.«

Man findet mich dann …

»… an der Ost- oder Nordsee, in den Bergen, auf dem Rad rund um Bocholt oder beim Musizieren auf meinem Akkordeon.«

Eine Leidenschaft

»Alte Autos. Zum Beispiel fahre ich einen 50 Jahre alten Mercedes Pagode. Einsteigen und abschalten …«

 

Produktionsdatum: 11/2017 | Foto: WHKT