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Von Verlässlichkeit und Fortschritt

Peter Poggengerd, Maschinenbauingenieur, Inhaber und Geschäftsführer der Firma Zerspanungstechnologie Poggengerd GmbH, seit knapp 20 Jahren im Meister- und Gesellenprüfungsausschuss der Feinwerkmechaniker

Peter Poggengerd, Maschinenbauingenieur, Inhaber und Geschäftsführer der Firma Zerspanungstechnologie Poggengerd GmbH in Marienfeld, Obermeister der Metall-Innung im Kreis Gütersloh, Mitglied der Vollversammlung und des Berufsbildungsausschusses der Handwerkskammer OWL zu Bielefeld, seit knapp 20 Jahren im Meister- und Gesellenprüfungsausschuss der Feinwerkmechaniker, ehrenamtlicher Richter am Arbeitsgericht, Beirat der Volksbank Bielefeld-Gütersloh und zwischen 2010 und 2015 Leiter des Gütersloher Turnvereins

Der Einstieg in das Ehrenamt

Peter Poggengerd: »Über die Kammer bin ich gefragt worden, ob ich es mir vorstellen kann, im Meisterprüfungsausschuss mitzuwirken. Die Frage an sich fand ich schon mal sehr spannend. Man ist nicht mehr derjenige, der selbst geprüft wird, sondern kann das Wissen anderer beleuchten. Anfangs fühlte ich mich dabei genauso unsicher wie die Prüflinge selber. Schon nach den ersten Prüfungen hatte ich mich in meiner Rolle sehr gut eingefunden.

Es ist für mich immer wieder eine Bereicherung. Es findet ein Austausch mit den jungen Menschen und zwischen uns Prüfern statt. Wir bekommen als Prüfer viele Facetten aufgezeigt, mit einem weiten Blickwinkel.«

Eine gewisse Prüfungshärte gehört dazu

»Ich glaube, man behauptet von mir, ein sehr harter Prüfer zu sein. Aber ich versuche der Sache sehr stark auf den Grund zu gehen. Ich lasse nicht locker und frage nach. Mit einer Pauschalantwort gebe ich mich nicht zufrieden. Wenn schon, dann möchte ich es auch genau wissen und dabei jedem die Chance geben, mit einer sehr guten Benotung bestehen zu können.«

Zum Meistertitel gehört die Praxis

»Heutige Meisterschüler bringen oft leider eher wenig Berufspraxis mit. Ich finde, dass das ein echtes Problem ist. Diese jungen Meisterinnen und Meister stoßen nachher auf Facharbeiter, die ein sehr hohes Maß an Berufserfahrung besitzen. Wenn Berufserfahrung fehlt, ist es sehr schwierig, sich mit seiner Autorität als Meister zu beweisen. In der Prüfung versuchen wir genau solche Situationen im Rahmen eines Meisterdialoges zu simulieren. Zum Meistertitel gehört eben das Wissen und das Können. Und zum Können gehört gerade die Berufserfahrung.«

Ausbildungserfolge

»Im Leistungswettbewerb der Handwerksjugend hatten wir zwei Landessieger und zweimal den zweiten Platz auf Bundesebene. Ich hoffe, dass wir weiter daran anknüpfen können. Ich versuche, den Betrieb familiär zu führen und unseren Auszubildenden zu ermöglichen, alles zu lernen, was zu unserem Beruf dazugehört. Unser Motto: Lerne so viel du kannst, bis dein Meister dir nichts mehr an die Hand geben kann. Nach der Gesellenprüfung sollen die jungen Fachkräfte schließlich auf eigenen Beinen stehen und als Facharbeiter das gelernte Fachwissen anwenden können.«

Ausbildungsbetriebe

»Jeder Betrieb der ausbildet, ist für mich ein Betrieb, der auch im Ehrenamt arbeitet. Ausbildungsbetriebe investieren. Wir investieren in die Zukunft und in die Personen. Von dieser Verantwortung profitiert letztlich die Gesellschaft insgesamt. Hinzu kommt, dass Ausbildungsbetriebe heute für ein hohes qualitatives Niveau der Fachkräfte von morgen sorgen. Sie geben ihre Erfahrung und ihr Wissen weiter. Dadurch wächst unsere handwerkliche Kompetenz kontinuierlich. Nur so funktioniert Fortschritt.«

Gesellschaft stärken

»Das Ehrenamt stärkt die gesamte Gesellschaft. Wir haben viele Vereine in Deutschland mit sehr vielen ehrenamtlichen Helfern, die sich einsetzen und auf die man sich verlässt. Alles, was sie machen, machen sie freiwillig, weil sie Spaß daran haben und weil sie ein Ziel verfolgen. Durch diese Überzeugung bekommt man nicht nur das EINE Ehrenamt übertragen. Wenn man erst einmal das eine Ehrenamt hat, kommt leicht das zweite und dritte hinzu. Wichtig ist, dass man sich selbst dabei nicht verliert. Man braucht schon ein gutes Zeitmanagement. Zudem muss man berücksichtigen, dass es bei Selbstständigen und im Ehrenamt immer um das Wesentliche geht und nicht darum, ein Zeitpensum abzuarbeiten. Ziele und die Leidenschaft, diese erreichen zu wollen, stehen im Mittelpunkt. Für mich kommt Beruf von Berufung. Und das gilt fürs Ehrenamt gleichermaßen. Es steht für Fortschritt, Initiative zeigen, Werte, Freude und Spaß an seiner Arbeit und Selbstverwirklichung. Wenn man dies beherzigt, dann hat man seinen Weg gefunden.«

Hier tanke ich Energie

»In der Familie und beim Sport.«

 

 

»Man muss verlässlich sein.«

Peter Poggengerd

 

Produktionsdatum: 11/2017 | Foto: WHKT