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Verantwortung für nebenan

Manfred Grünwald, selbstständiger Fotografenmeister aus Krefeld, Sachverständiger, Leiter und Dozent der überbetrieblichen Lehrgänge der Fotografen-Innung Düsseldorf – Aachen – Köln, Ehrenamt: Obermeister der Fotografen-Innung

Manfred Grünwald, selbstständiger Fotografenmeister aus Krefeld, Sachverständiger, Leiter und Dozent der überbetrieblichen Lehrgänge der Fotografen-Innung Düsseldorf – Aachen – Köln; Ehrenamt: Obermeister der Fotografen-Innung und Vorsitzender des Gesellenprüfungsausschusses, Vorsitzender des Bürgervereins Krefeld-Ost und des Zusammenschlusses der Bürgervereine in Krefeld, der Arbeitsgemeinschaft Krefelder Bürgervereine (AKB)

Sie engagieren sich ehrenamtlich, sind überparteilich und konfessionell neutral. Ihr Einsatz dient der Gemeinschaft der Bürgerinnen und Bürger einer Großstadt.

Hierfür treffen sie sich, diskutieren, bilden Meinungen, entwickeln Vorschläge und Ideen und sorgen dafür, dass die Zuständigen der Stadt davon erfahren.

Ob in kulturellen Dingen, in Fragen der Stadtentwicklung, wenn Kommunalprojekte anstehen oder der Rat der Stadt zu entscheiden hat, Bürgervereine vertreten die Interessen der Bürger. Sie bilden Netzwerke und bringen Meinungen zu Gehör.

In Krefeld haben sich hierfür 31 regionale Bürgervereine zusätzlich in einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen: Der Arbeitsgemeinschaft Krefelder Bürgervereine (AKB).

Ihr gemeinschaftliches Ziel: Die Verbesserung der Lebensbedingungen für alle Krefelderinnen und Krefelder.

Ihr Vorsitzender: Manfred Grünwald, Fotografenmeister, selbstverständlich aus Krefeld.

»Wer mit seinem Ehrenamt überzeugen möchte, muss Menschen erreichen können.«

Manfred Grünwald

Herr Grünwald, wie funktioniert bürgerschaftliches Engagement in Krefeld?

Manfred Grünwald: »Es läuft wie in anderen Städten auch. Bürgervereine bringen Bürgermeinungen zusammen und kümmern sich darum, dass Politik und Verwaltung diese mitbekommen und berücksichtigen. Von parteipolitischen Interessen oder den Meinungen der Verwaltungsbehörden sind wir Bürgervereine unabhängig. Wir bilden eine zusätzliche, eine dritte Säule. Neben der Kommunalverwaltung und der Politik, sind es die Bürgervereine, die für das einstehen, was die Bürger betrifft.«

Und wie bekommen Bürgervereine es hin, dass die Meinung der Bürger auch bei den Entscheidern ankommt?

»Erstens sind wir gut in den kommunalen Strukturen vernetzt und zweitens besuchen wir Rats- und Ausschusssitzungen und werden als Experten in den unterschiedlichen Gremien gehört. Auch wenn kein Stimmrecht ausgeübt werden kann, ist Bürgermeinung präsent. Hier in Krefeld haben wir zusätzlich den Vorteil, dass unser Zusammenschluss von 31 Krefelder Bürgervereinen in der AKB nochmal mehr Bürgerschaft bündelt und dadurch Ausdruck erhält.«

Hat der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft größeren Einfluss als andere?

»Jeder Bürgerverein ist und bleibt für sich und seine Mitglieder unabhängig und selbstständig. Als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft vertrete ich nur das, was wir mit unseren Mitgliedern abstimmen. Hier gilt es Lösungen zu finden und gute Ideen so zu bündeln, dass dabei auch gute Ergebnisse herauskommen. Für alle. Nicht nur für die Bürger im Bürgerverein. Und was meine Person anbetrifft, so ist mein Gesicht vielleicht im Stadtrat bekannter, mehr aber auch nicht.«

Haben Sie ein aktuelles Beispiel für Ihr Engagement?

»Das Seidenweberhaus hier im Stadtzentrum ist zur Zeit aktuell. Mitte der 70er Jahre als Mehrzweckhalle im Stile eines Betonklotzes erbaut, wird gegenwärtig breit diskutiert, was damit werden soll. Abreißen und eine Grünfläche entstehen lassen, renovieren und Erhalt der Betonoptik oder etwas völlig Neues. Die Meinungen gehen weit auseinander. Die Bürgervereine loten aus, was für die Bürger der Stadt das Beste ist. Und wenn es zwei Ergebnisse gibt, schlagen wir beide vor. Auch das geht. Wichtig ist nur, dass es der Bürgerwille und kein parteipolitisches oder wirtschaftliches Interesse ist.«

Sie sind nicht nur bürgerschaftlich engagiert, sondern bringen sich gleichzeitig als selbstständiger Fotograf in die berufliche Ausbildung und das Prüfungswesen ein. Als Obermeister der Fotografen-Innung sind sie ebenfalls ehrenamtlich bekannt. Was treibt sie an, was gibt ihnen das Ehrenamt?

»Das, was einem das Ehrenamt gibt, hat vor allem mit einem selbst und der eigenen Überzeugung zu tun. Im handwerklichen Ehrenamt ist es bei mir der Gedanke, dass ich als Fotograf das weitergebe, was ich selbst gelernt und im Laufe meines Berufslebens erfahren habe. Junge Menschen über die Ausbildung daran teilhaben zu lassen, ihnen mein Wissen und Können weiterzugeben und dadurch deren berufliche Perspektiven zu verbessern, sind für mich ein starker Antrieb. Beim bürgerschaftlichen Engagement liegt es etwas anders. Ich denke, dass die Bürger einer Stadt zumindest eine Mitverantwortung für ihr Umfeld übernehmen sollten. Dadurch werden die Städte nicht nur lebenswerter, sondern ihre Bürgerinnen und Bürger bekommen auch einen besseren Blick für das, was in ihrer Stadt passiert. Das stärkt das Wir-Gefühl, das Gefühl von Heimat und Miteinander, von Vielfalt und auch von gegenseitigem Respekt und Verantwortung in einem Viertel.«

Ein Foto ist gelungen …

»Wenn es ein Bild ist und eine Handschrift trägt.«

Ein Berufsmotto

»Aus schlechten Bildern lernt man am meisten.«

Wie macht man gute Bilder?

»Indem man alles richtig macht.«


Am 13.07.2017 erhielt Manfred Grünwald aus der Hand seines Stellvertreters während der diesjährigen Lossprechungsfeier in der KH Düsseldorf die Silberne Medaille der Handwerkskammer Düsseldorf überreicht.

 

Produktionsdatum: 11/2017 | Foto: WHKT