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Durch und durch Ehrenamt. Durch und durch Handwerk.

Ingo Lanowski, Friseurmeister und selbstständig, Ehrenämter u.a. Obermeister der Friseur-Innung Hamm und Kreishandwerksmeister

Ingo Lanowski, nach dem Abitur in die Friseurlehre, mit 22 Jahren Meister und seitdem selbstständig, Firma: Ingo & Hair Team in Hamm, Ehrenämter: Obermeister der Friseur-Innung Hamm und Kreishandwerksmeister, stv. Landesvorsitzender im Fachverband, Vorstandsmitglied der Handwerkskammer Dortmund sowie Vorsitzender des Berufsbildungs- und Meisterprüfungsausschusses der Kammer

Herr Lanowski, seitdem Sie selbstständig sind, sind Sie im Handwerk ehrenamtlich aktiv. Warum?

»Als Ehrenamtler in den Organisationen des Handwerks kann ich denjenigen eine Stimme geben, die es verdient haben. Ich kann etwas zurückgeben, etwas initiieren, Meinungen bilden und dafür sorgen, dass die berufliche Aus- und Weiterbildung im Handwerk nicht nur ihr hohes Niveau behält, sondern auch Fortschritt bedeutet. Ob neue Ideen und Trends, wirtschaftliche und technische Entwicklungen, alles wirkt auf die Betriebe ein. Tagtäglich haben wir uns mit dem auseinanderzusetzen, was die Mitbewerber, der Gesetzgeber, die Finanz- und Arbeitsverwaltung, die Kunden und auch die Mitarbeitenden an uns herantragen. Diese Betriebswirklichkeit trägt das Ehrenamt in die Gremien und Ausschüsse und macht sich dafür stark, die Rahmenbedingungen für den handwerklichen Mittelstand fair und chancenreich zu gestalten. Ich denke, dass ist mehr als Anlass und Motivation genug. Es geht schließlich um uns.«

Viele Stimmen – viel Abstimmung. Wie gehen Sie damit im Ehrenamt um?

»Wer sich für ein freiwilliges Amt entscheidet, bringt immer auch eine gehörige Portion Idealismus mit. Man möchte etwas erreichen, etwas verändern. Was wir intensiv diskutieren, ist der jeweils richtige Weg. Wie interessiert man beispielsweise leistungsstarke Jugendliche fürs Handwerk, was macht unsere Ausbildung attraktiver, wie muss sich das Prüfungswesen weiterentwickeln oder welche strategischen Entscheidungen gilt es als Kammer oder Innung zu treffen. Damit es hierbei voran geht, ist ein kollegialer Austausch sowie der Respekt untereinander gefordert. Ansonsten würden die Diskussionen end- und ziellos. Weil wir Ehrenamtsträger aber immer auch Handwerker sind, kommt das selten vor. Uns geht es nicht darum, Probleme zu finden, wir wollen mit Lösungen arbeiten. Dafür engagieren wir uns.«

Ein angemessenes Dankeschön fürs Ehrenamt

»Dank ist etwas sehr Persönliches. Ehrenamt ist etwas sehr persönliches. Wer also dem Ehrenamt danken möchte, sollte dies sehr persönlich tun. Für Auszeichnungen, wie beispielsweise der Verleihung der Goldenen Ehrennadel oder sogar dem Verdienstkreuz, gilt das gleichermaßen. Es geht darum, dass auch hier die persönliche Würdigung an erster Stelle steht.«

»Vereine sind Treffpunkte der Gesellschaft. Hier findet man zueinander.«

René Matzner

Thema Nachwuchs

»Jugendliche für eine duale Ausbildung im Handwerk zu interessieren, wird zunehmend schwieriger. Das hat einerseits mit gesellschaftlichen Entwicklungen und andererseits mit dem Fremdbild zu tun, welches die duale Ausbildung im Handwerk besitzt. An beidem sollten wir arbeiten.«

Wie?

»Wir sollten das spürbar machen, was Handwerk zu bieten hat. Es geht um den Blick über den Tellerrand – möglichst bereits vor, spätestens allerdings während der Ausbildung. Der Bereich Auslandspraktika steht dabei für mich im Mittelpunkt. Junge Menschen, die erleben, dass ihnen der Beruf die Welt öffnet. Ein starkes Argument, eine ausgezeichnete Erfahrung.

Auch hierbei gilt allerdings, wie bei der Würdigung des Ehrenamts, individuell angepasst muss es sein. Pauschale Angebote oder schicke Werbebotschaften sind nur bedingt erfolgreich. Überzeugen muss letztlich jeder Betrieb für sich. Wie das geht und was man tun kann – Innungen und Kammern beraten und bieten Netzwerke.«

Der Beruf

»Mein Hobby.«

Das Ehrenamt

»Mein Ausgleich.«

Ehrenamt oder Friseurberuf ...

»Würde ich nicht entscheiden wollen. Beides gehört zusammen. Beides gehört zu mir. Durch und durch.«

 

Produktionsdatum: 11/2017 | Foto: WHKT