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Mit viel Brot und viel Herz

Silvia Moss, Bäckerei MOSS, u.a. unterstützt sie junge Frauen mit Kinderbetreuungsangeboten und setzt sich für die Tafel ein

Die Geschäftsführung der Bäckerei MOSS liegt heute in den Händen der dritten Generation. Die Geschwister Silvia Moss, mit ihrem Mann Hans-Bernd Schwienhorst, und Jörg Moss, mit seiner Partnerin Martina Offermanns, füllen mit über 600 Mitarbeitern die Idee der modernen Handwerksbäckerei täglich mit Leben. 2016 hat der Zonta-Club das Engagement von Silvia Moss mit dem Preis Powerfrau mit Herz ausgezeichnet und damit ihr Engagement gewürdigt. Aus dem Rummel um ihre Person macht sie sich jedoch nicht viel, wesentlich sind ihr die Menschen, für die sie sich einsetzt. So unterstützt sie junge Frauen mit Kinderbetreuungsangeboten, setzt sich für die Tafel, für verschiedene Misereor-Projekte sowie den Lions Club Aachen Carolina ein und hilft Geflüchteten auf dem Weg in die schulische oder berufliche Ausbildung. Und weil diese Überzeugung auch vor ihrem Unternehmen nicht Halt macht, sind beispielsweise in den Filialen der Bäckerei MOSS nur Fairtrade-Schokoladen und -Kaffeesorten zu finden und es wird in der Produktion großer Wert auf nachhaltige Verfahren gelegt.

»Früher wurde mir geholfen, heute kann ich anderen helfen.«

Silvia Moss

Beruf

Silvia Moss: »Eigentlich wollte ich Tierärztin werden, doch daraus wurde nichts. Ich habe schon früh im elterlichen Betrieb mitgearbeitet und sprang überall ein. Irgendwann war mir klar, dass sich etwas ändern müsste, wenn ich den Betrieb mal übernehmen sollte. Daher fing ich an, ein Filialsystem aufzubauen. Zunächst gegen den Widerstand meines Vaters, dann aber mit seiner Unterstützung und seiner Erfahrung als Bäckermeister und Unternehmer.«

Ehrenamt

»Als regionales Unternehmen können wir finanziell an einigen Stellen helfen und vor allem mit unseren Netzwerken etwas für die Menschen in der Region erreichen. Mindestens genauso wichtig ist, dass man selbst mit anpackt. So etwas kommt nach und nach. Man entschließt sich nicht plötzlich fürs Ehrenamt und dafür, sich ab morgen sozial zu engagieren. So etwas wächst und entwickelt sich irgendwann zu einer Haltung. Wichtig ist, dass man lernt hinzusehen, Verantwortung zu übernehmen und zu wissen, wie viel man seinen und den Ressourcen um sich herum zumuten kann.«

Triebfeder

»Das Motto unserer Bäckerei lautet: Und mein Tag lächelt! Ein ehrliches, freundliches Lächeln zu bekommen, ist die beste Motivation. Egal, ob es sich um Kunden, Kolleginnen und Kollegen oder hilfsbedürftige Menschen handelt, es sind immer die kleinen Gesten die uns zeigen, dass wir richtig sind. Für mich kann es kaum eine schönere Bestätigung geben.«

Vielfalt und Gemeinschaft

»Das Besondere am Ehrenamt ist seine Vielfalt und die Gemeinschaft. Die Möglichkeiten, sich für Menschen, Tiere, die Natur oder unsere Kultur einzusetzen, sind nahezu unerschöpflich. Das macht das Ehrenamt nicht nur spannend, sondern eröffnet immer wieder neue Horizonte. Dafür ist es allerdings wichtig, dass man für sich den passenden Bereich findet. Sobald man dann sein Herz an ein ehrenamtliches Engagement verloren hat, kann ich nur empfehlen, sich zu organisieren und mit Gleichgesinnten in Kontakt zu treten. So lässt sich nicht nur wesentlich mehr erreichen, das Ehrenamt an sich gewinnt dadurch zusätzlich an Aufmerksamkeit. Auch darauf kommt’s an, wenn man etwas verbessern möchte.«

Verantwortung

»Ich denke, dass Unternehmerinnen und Unternehmer immer auch eine große soziale Verantwortung zu übernehmen haben. Ich selbst habe diese Verantwortung nie als unangenehme Pflicht, sondern immer als Chance wahrgenommen. Eine Chance für das Unternehmen und für mich als Person. Wir produzieren, arbeiten, verkaufen und leben hier in der Region Aachen. Wir sind davon abhängig, dass die Wirtschaft und das gesellschaftliche Miteinander hier funktionieren. Sich für soziale Belange einzusetzen, ist damit – wenn man so will – Teil einer sozialen Verpflichtung. Ein Selbstverständnis, das zur Kultur eines jeden Unternehmens gehören sollte.«

Entscheidung 

»Ein wesentlicher Teil meiner Arbeit als Unternehmerin im Bäckerhandwerk besteht darin, Entscheidungen zu treffen. Ganz ähnlich ist es bei dem, was wir als Betrieb und ich als Person ehrenamtlich machen. Obwohl wir am liebsten allen helfen möchten, müssen wir ständig abwägen und auswählen. Auch das ist Ehrenamt. Nicht immer ganz einfach. Und wenn man sich für eine Sache entschieden hat, sollte klar sein, dass man dabei bleibt und für Kontinuität sorgt. Gerade wenn es um soziale Projekte geht, geht es immer auch um eine gewisse Planungssicherheit und Stabilität in der Finanzierung.«

Aufruf

»Weiter machen! Die Arbeit der Ehrenamtlichen ist großartig und ohne sie wäre unser Land nicht das, was es ist.«

Ehrenamt heißt auch ...

»Bescheidenheit.«

So lernt man Ehrenamt

»Indem man’s ausübt!«

Das sollte man besitzen

»Ein offenes Wesen und die passende Überzeugung.«

Wenn Betrieb und Ehrenamt Urlaub haben 

»Familie, Natur und hohe Berge.«

 

Produktionsdatum: 11/2017 | Interview: Bäckerei MOSS KG | Foto: Bäckerei MOSS KG