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Anerkennung schenken

Dieter Philipp, Maler und Lackierermeister, geprüfter Restaurator im Handwerk, seit 1974 selbstständig, seit 1968 in der Maler- und Lackierer-Innung aktiv, 1994 bis heute Präsident der Handwerkskammer Aachen

Dieter Philipp | Maler und Lackierermeister | Geprüfter Restaurator im Handwerk | seit 1974 selbstständig | seit 1968 in der Maler- und Lackierer-Innung aktiv | ab 1974 in der Kommunalpolitik | 1981 Gründungsmitglied und Vorsitzender des Arbeitskreises Junger Handwerksunternehmer für den Kammerbezirk Aachen | ab 1983 Mitarbeit im Berufsbildungsausschuss der Handwerkskammer Aachen | seit 1985 Mitglied der Vollversammlung der Handwerkskammer Aachen | 1985–1994 Vizepräsident der Handwerkskammer Aachen | 1994 bis heute Präsident der Handwerkskammer Aachen | ab 1986 Mitglied in Gremien des Westdeutschen Handwerkskammertags und stellvertretender Vorsitzender des WHKT | 1996–2005 Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks | ab 1997 im Präsidium der UEAPME (Europäische Union des Handwerks und der Klein- und Mittelbetriebe)

»Wer ein Ehrenamt ausüben will, ist jederzeit herzlich willkommen. Wichtig ist, dass man seinen Beruf nicht nur gerne ausübt, sondern es auch mag, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten und daran interessiert ist, die einzelnen Gewerke weiterzuentwickeln.«

Dieter Philipp

Gutes Tun fürs Handwerk

»Wer ein Stück Freizeit opfert, um sich für das Wohl anderer einzusetzen, tut zweifelsohne richtig Gutes, das steht außer Frage. Denn ohne freiwilliges Engagement wäre gemeinschaftliches Leben undenkbar. Im besten Fall erfahren ehrenamtlich Tätige bei ihrem freiwilligen Einsatz Freude und Zufriedenheit.«

Ehrenamt als Voraussetzung

»Wir Handwerker können uns unseren Wirtschaftszweig ohne Ehrenamtler nicht vorstellen. Die Damen und Herren, die sich einbringen, sorgen dafür, dass die Strukturen so erhalten bleiben, wie sie sind und wie sie sich bewährt haben. Das gesamte Prüfungswesen in der Berufsausbildung würde zusammenbrechen, dort arbeiten Fachleute unentgeltlich und übernehmen Verantwortung. Sie sind Mitglieder in Meister-, Gesellen-, Abschluss- und Fortbildungsausschüssen. Sie diskutieren, entscheiden und regen in Berufsbildungsausschüssen neue Denkweisen an oder helfen bei der Schlichtung von Streitigkeiten in der Ausbildung.«

Wertschätzung

»Selbstverständlich ist das ehrenamtliche Engagement nicht. Deshalb ist es wichtig, dass wir auf unsere Ehrenamtler aufmerksam machen und ihnen für ihre Leistungen Anerkennung schenken, zum Beispiel mit der Überreichung einer Verdienstnadel für langjährigen Einsatz. Ehrenamtler leisten unbezahlbare, sehr wertvolle Arbeit. Viele sehen die angenommenen Aufgaben nicht unbedingt als Arbeit an, sondern als Selbstverständlichkeit.«

Zukunft des Ehrenamts

»In unserem Kammerbezirk Aachen gibt es viele jüngere Betriebsinhaber, die sich in Gremien der Handwerkskammer, der Kreishandwerkerschaften, der Innungen oder der Fachverbände engagieren. Sie mit unserer Erfahrung zu unterstützen, ist unsere Pflicht. Darüber hinaus müssen wir junge Menschen motivieren, sich für das Gemeinwohl des Handwerks einzusetzen. Denn der Erfolg unseres Wirtschaftszweigs und somit unserer Unternehmen hängt vom Zusammenhalt und Selbstverständnis der Handwerker ab. Gemeinsam können wir für unsere lebenswichtigen Produkte und Dienstleistungen werben und somit zeigen, wie wichtig, vielfältig und attraktiv unsere Handwerksberufe sind.«

Voraussetzung für ein Ehrenamt

»Wer ein Ehrenamt ausüben will, ist jederzeit herzlich willkommen. Wichtig ist, dass man seinen Beruf nicht nur gerne ausübt, sondern es auch mag, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten und daran interessiert ist, die einzelnen Gewerke weiterzuentwickeln. Darüber hinaus haben sie die Möglichkeit, sich politisch für das Handwerk einzusetzen, mittelstandsfreundliche Entscheidungen herbeizuführen und bei Diskussionen Beiträge aus fachlicher Sicht zu liefern. Das alles macht die ehrenamtliche Tätigkeit sehr spannend.«

Meine nächsten Termine als Präsident

»Unsere Handwerkskammer Aachen liegt direkt an der Grenze zu Belgien und den Niederlanden. Auch nach Frankreich ist es nicht weit. Wir begrüßen demnächst in Aachen eine flämische und eine französische Delegation. Mit ihnen tauschen wir uns über Aus- und Weiterbildung und die Zukunft des Handwerks aus. Darüber hinaus sprechen wir natürlich über grenzüberschreitende wirtschaftliche Zusammenarbeit.«

Freude

»Ich freue mich über die Integrationskraft des Handwerks. Viele unserer Betriebe haben Flüchtlinge in Ausbildung oder Praktikum genommen und bieten ihnen neue Perspektiven. Darüber hinaus spüre ich in unserer Region die positive Stimmung für Europa. Als Grenzregion rund um die Karlspreisstadt Aachen wissen wir, wie wichtig es ist, dass das Friedensprojekt Europäische Union bestehen bleibt und aktiv gestärkt wird. Darüber hinaus freue ich mich über die Bereitschaft unserer Handwerker, neue Technologien und Digitalisierung in ihre Arbeitsprozesse zu integrieren. Sie schrecken vor der Zukunft nicht zurück, suchen Kontakte zu unseren Hochschulen und der Wissenschaft und tauschen sich mit Kollegen aus. So stellen sie sich sehr gut auf und rüsten sich für Handwerk 4.0, um neue Herausforderungen meistern zu können.«

Als Maler und Lackierermeister kennen Sie sich mit Farben aus? Welche ist Ihre Lieblingsfarbe?

»Ich habe keine Lieblingsfarbe. Alle Farben haben einen eigenen Charakter, den ich gerne in Übereinstimmung bringe mit dem Anlass oder der Aufgabe, die mir gestellt wird.«

Sehen Sie gerne auch schwarz oder lieber immer weiß?

»Schwarz und Weiß sind eigentlich keine Farben. Ein weißes Blatt Papier ist mir aber lieber als ein dunkles Loch.«

Außer im Betrieb und im Ehrenamt …

»… verbringe ich meine Zeit sehr gerne mit meinen Enkelkindern und auf Reisen, beispielsweise in die USA, wo meine Tochter mit ihrer Familie lebt.«

Meine Leidenschaft

»Mitgestalten an der Zukunft unserer Gesellschaft und angenehme Räume schaffen zum Wohnen und Arbeiten, gerne auch mit Kunst.«

 

Produktionsdatum: 11/2017 | Interview: Handwerkskammer Aachen, Elmar Brandt | Foto: WHKT