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Nicht vergessen, wo man herkommt.

Dirk Schäfermeyer, Dipl.-Ing. (FH), Arbeitnehmer-Vizepräsident der Handwerkskammer Düsseldorf

»Das Ehrenamt ist eine tragende Säule der Handwerksorganisation. Junge Menschen hierfür zu begeistern, ist eine wichtige Aufgabe und Pflicht für die Zukunft.«

Dirk Schäfermeyer

Mehr morgen als gestern

Wer seinen Beruf nicht nur ausübt, um sein Leben zu finanzieren, sondern auch um etwas zu gestalten, orientiert sich daran, was rechts und links des eigenen Berufsfeldes stattfindet. So war es jedenfalls bei mir und so bin ich auf das aufmerksam geworden, was Arbeitnehmervertretung in der wirtschaftlichen Selbstverwaltung bedeutet. Ich habe erfahren, dass das meiste in der beruflichen Bildung und der Arbeitswelt nicht automatisch passiert oder von irgendeinem Gesetzgeber festgelegt wird, sondern wir es mit Prozessen zu tun haben, auf die das Ehrenamt Einfluss nimmt. Sei es als beratende Berufspraktiker in der Politik, als Mitentscheider in der Kammer­organisation oder als Mitglied eines der zahlreichen Meister- oder Gesellenprüfungsausschüsse, die Arbeitnehmerschaft sorgt dafür, dass unserem Wirtschaftszweig die Modernität, die Dynamik und der besondere Charakter nicht verloren gehen. Und obwohl handwerkliches Ehrenamt einer langen Tradition entstammt, liegt der Schwerpunkt der Mitwirkung auf dem, was morgen kommt.

Dirk Schäfermeyer, Dipl.-Ing. (FH), Augenoptiker bei Optik Schwalen in Essen, Mitglied des Kolping Diözesanverbandes Köln und der IG-Metall sowie Arbeitnehmer-Vizepräsident der Handwerkskammer Düsseldorf (2013–2015).

Ehrenamt verändert

Durch das, was und wie man sein Ehrenamt ausübt und welche Menschen man trifft, ändert sich automatisch auch bei einem selbst etwas. Der Blick auf viele Dinge ändert sich, die Perspektive ist eine andere und bei mir selbst habe ich festgestellt, dass ich im positiven Sinne kritischer geworden bin und mehr darüber nachdenke, wie ich etwas verändern kann. Wie ich beispielsweise als Vizepräsident so Einfluss nehmen kann, dass die gesamte Arbeitnehmerschaft langfristig davon profitiert. Man hinterfragt mehr und geht Sachverhalten auf den Grund.

Bei aller Veränderung sollte kein Ehrenamtsträger allerdings vergessen, wo sie oder er herkommt und sich bewusst bleiben, worum es geht. Ein Ehrenamt ist kein Selbstzweck und es geht nicht um persönlichen Belange. Es ist eine Ehre, dass sich andere auf einen verlassen. Genau diese Ehre ist es, die einen am meisten verändert und manchmal auch ein wenig stolz macht. Ein gutes Gefühl, das viel mit Verantwortung zu tun hat.

Die Zeit

Ich würde mich als Familienmensch bezeichnen. Ich genieße es, mit meiner Frau und unseren beiden Töchtern zu frühstücken, zu quatschen und viel Zeit gemeinsam zu verbringen. Auf der anderen Seite bin ich in einem mittelständischen Betrieb als Augenoptiker angestellt und habe keinen ‚nine to five Job‘. Ab und an ist es daher schwierig, alle Termine unter einen Hut zu bekommen. Aber auch das macht Spaß und funktioniert nur, weil einerseits der Betrieb mich unterstützt und andererseits die Familie hinter mir steht. Wer im Ehrenamt auf jede Stunde guckt, sollte es sich genau überlegen.

 

Produktionsdatum: 03/2014 | Fotos: WHKT