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Helmut Hagemann, im Hauptberuf Maurer und im Ehrenamt Arbeitnehmer-Vizepräsident der Handwerkskammer Südwestfalen, Mitglied der Berufsbildungsausschüsse des Handwerks auf Landes- und Bundesebene sowie Bezirksbeirat bei der IG Bau.

»Was unser Ziel bei den jungen Handwerkerinnen und Handwerkern sein sollte, ist, ein wenig mehr Stolz zu vermitteln. Stolz auf das, was sie lernen und was sie leisten.«

Helmut Hagemann

Die Stärke liegt in der Gemeinschaft

Helmut Hagemann, im Hauptberuf Maurer, im Ehrenamt u.a. Arbeitnehmer-Vizepräsident der HWK Südwestfalen

Botschafter

Mit den Möglichkeiten und Zugängen, die ich als ich Vizepräsident der Handwerkskammer habe, versuche ich vor allem die zu unterstützen, die erst am Anfang ihrer Berufslaufbahn stehen – die Auszubildenden. Erstens haben sie die Hilfe am meisten nötig, zweitens sind sie es, die für unsere Zukunft stehen. Ich kann kaum nachvollziehen, dass wir seit Jahren viel dafür investieren, Jugendliche fürs Handwerk zu begeistern, dann allerdings, wenn sie ihre Ausbildung starten, hoffen, dass sie ihren Weg selber finden und im Handwerk bleiben.

Gerade für Lehrlinge und Gesellen könnte einiges mehr getan werden, um die handwerkliche Karriere langfristig attraktiver zu machen. Das fängt bei der Vergütung an, geht über die betrieblichen und außerbetrieblichen Weiterbildungs- und Beschäftigungsperspektiven und hört nicht zuletzt bei der Mitbestimmung, den Arbeitszeiten, dem Gesundheitsschutz und den sozialen Sicherungssystemen auf. Was unser Ziel bei den jungen Handwerkerinnen und Handwerkern sein sollte, ist, ein wenig mehr Stolz zu vermitteln. Stolz auf das, was sie lernen und was sie leisten. Bessere Botschafter in der jungen Zielgruppe können wir kaum finden.

Gemeinschaft

Wer sich ehrenamtlich für die Arbeitnehmerschaft einsetzt, sollte flexibel und lösungsorientiert an die Aufgaben herangehen. Anzuklagen und Schuldige zu suchen ist nicht das, was wir wollen oder wünschen. Wir sind Realisten und so sehen die Konzepte aus, die wir einbringen oder über die wir verhandeln. Wir machen konkrete Vorschläge, diskutieren Alternativen und gehen offen und ehrlich mit allen um, die sich konstruktiv beteiligen wollen. Ein ideales Feld, sich und seine Ideen für die Arbeitnehmerschaft einzubringen: die Selbstverwaltung der Handwerkskammern. Hier lässt sich mit Engagement nicht nur viel erreichen und für das Gesamthandwerk bewegen, hier existiert auch eine Struktur, die einen Schritt für Schritt vorbereitet, einen heranführt und unterstützt. Und genau hier liegt die Stärke – in der Gemeinschaft.

Familie

Ein schwieriges Thema. Zu viel Zeit für die Familie bleibt jedenfalls nicht. Und bei aller Leidenschaft fürs Ehrenamt sollte jeder gründlich darüber nachdenken, ob sich der Beruf, die Familie und das Amt vereinbaren lassen. Das funktioniert nur, wenn die Familie und auch der Arbeitgeber mitspielen. Ansonsten kracht es auf kurz oder lang und mindestens eine Sache geht den Bach runter. Und damit ist keinem geholfen.

 

Produktionsdatum: 03/2014 | Fotos: WHKT