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Studienaussteiger/innen gewinnen – für eine duale Ausbildung im Handwerk (Laufzeit: 01.01.2014–31.12.2015)

Hintergrund:

Die Studienabbrecher-Quote in den neuen Bachelor-Studiengängen liegt laut einer Studie bei bis zu 30 Prozent. Vor allem in den Ingenieur- und Naturwissenschaften entscheiden sich demnach junge Menschen häufiger als in anderen Studiengängen für einen Studienausstieg. Gerade diese Gruppe junger Menschen, die ein wertvolles Fachkräftepotenzial bildet, möchten das Handwerk und seine Organisationen einen alternativen Weg aufzeigen und damit deutlich machen, dass ein Studienausstieg gleichzeitig eine Chance für einen Neustart in eine bessere Zukunft sein kann. Die Zielgruppe umfasst die Studienaussteiger/innen sowie auch deren persönliches Umfeld wie Eltern, Verwandte und Freunde. Die Erreichung der Zielgruppe soll durch direkte und indirekte Ansprache gelingen.

Ziel:

Ein Bündel von Maßnahmen soll die Studienaussteiger/innen dabei unterstützen einen Neuanfang in einem Wirtschaftsbereich zu starten, an dessen Anfang eine duale Berufsausbildung im Handwerk und danach eine Vielfalt an Möglichkeiten und Karrierewegen zur Auswahl stehen. Somit wird eine Win-Win-Situation angestrebt, die Jugendlichen neue Zukunftsperspektiven eröffnet und den Handwerksbetrieben dabei hilft, die sich bietenden Potenziale zur Fach- und Führungskräftesicherung besser zu nutzen.

Maßnahmen:

Um junge Erwachsene mit Studienerfahrung zukünftig direkter zu erreichen und ihnen systematisch aufzeigen zu können, was das Handwerk ihnen an Chancen und Perspektiven bietet, wird anknüpfend an bereits existierende Angebote und Beratungsservices das nachfolgende Maßnahmenbündel umgesetzt:
 
Zentrale Anlaufstelle
Der WHKT plant eine zentrale Anlaufstelle, die virtuell und in Form einer Hotline geschaffen wird. Diese Anlaufstelle hat einen landesweiten Zugriff auf ein Netzwerk von Ausbildungsberatern/innen. Zugleich laufen bei ihr sämtliche Informationen zusammen. Die telefonischen Anfragen werden zentral entgegen genommen und bedarfsgerecht an Ansprechpartner vor Ort vermittelt. Darüber hinaus werden die zielgruppenspezifischen Informationen entsprechend aufbereitet und auf den Internetseiten der Handwerkskammern bereitgestellt. Auf diese Weise kann einerseits individuelle Beratung erfolgen, die die persönlichen Bedürfnisse und die jeweilige Situation der Interessenten berücksichtigt und bei Bedarf eine anonyme Informationsweitergabe möglich macht. 

Medien (on- und offline) zur Ansprache und Information von Studienaussteiger/innen
Um die Zielgruppe zu erreichen und für eine Berufsausbildung im Handwerk zu interessieren, braucht es einer Ansprache auf Augenhöhe. Aus diesem Grund gehören die Ansprache der Studienaussteiger/innen über Soziale Medien und der Internetauftritt der Handwerkskammern genauso dazu wie eine Sonderausgabe des Jugendmagazins »handfest«. Darin sollen u.a. lebendige Beispiele von Menschen gezeigt werden, für die der Studienausstieg der Beginn einer Karriere war und ist.

Patenschaftsmodell
Studienaussteiger/innen, die ihre Zukunft im Handwerk sehen und an einem Neuanfang im Handwerk interessiert sind, haben oft noch viele offene Fragen. Das Patenschaftsmodell richtet sich deshalb an Studienaussteiger/innen, die sich im Handwerk für einen beruflichen Einstieg umsehen möchten und ausstehende Fragen klären wollen. Aus diesem Grund vermittelt die zentrale Anlaufstelle den Interessenten Ansprechpartner – Paten –, die sich um die Belange der Interessenten kümmern, Fragen beantworten, Kontakte herstellen und Zugänge schaffen können. Kurzum: Der Einstieg für verunsicherte Studienabbrecher/innen ins Handwerk soll erleichtert werden.

Hochschule trifft Handwerk – Handwerk trifft Hochschule
Im Rahmen des Projekts wird eine enge Kooperation mit den Hochschulen angestrebt. Diese sieht einen Beratungsservice in Zusammenarbeit mit der Studienberatung der Hochschuleinrichtungen vor. Dazu werden unter dem Motto »Hochschule trifft Handwerk – Handwerk trifft Hochschule« gemeinsame Vorhaben realisiert, die auch die Institutionen im Sinne der Aussteiger/innen näher zueinander  führen. Diese Maßnahmen sollen sowohl im Handwerk als auch an den Hochschulen gleichermaßen positiv aufgenommen werden. Es soll keinesfalls der Anschein erweckt werden, dass das Handwerk Studienabbruch unterstützt oder befürwortet. Vielmehr dienen die Maßnahmen dazu, alternative Karrierechancen für Studienaussteiger/innen aufzuzeigen. Die Kernbotschaft lautet deshalb »Abbruch heißt Neustart.«
 

Förderung:

 

Kontakt:

Westdeutscher Handwerkskammertag
Volmerswerther Straße 79 | 40221 Düsseldorf
Andreas Oehme, Tel.: 0211/3007-735 | E-Mail: andreas.oehme(at)whkt.de