Fachliches >Berufsbildung

Verkürzung der Ausbildungszeit vor Beginn der Ausbildung

  • Die Ausbildungszeit verkürzt sich automatisch um ein Jahr
    • beim Nachweis der beruflichen Kenntnisse des ersten Ausbildungsjahres nach Besuch eines Berufsgrundschuljahres oder einer zweijährigen Berufsfachschule
  • Die Ausbildung kann verkürzt werden
    • bei Nachweis der Fachoberschulreife, der Fachhochschulreife oder des Abiturs
    • wenn bereits eine Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen wurde
    • wenn der Auszubildende 21 Jahre oder älter ist.
      Die Lehrzeitverkürzung liegt meist zwischen 6 und 12 Monaten und richtet sich nach den Verwaltungsrichtlinien der zuständigen Handwerkskammer. Die Lehrzeitverkürzung wird im Ausbildungsvertrag festgehalten, der Verkürzungsgrund muss vor der Eintragung in die Lehrlingsrolle nachgewiesen werden.

Verkürzung der Ausbildungszeit nach Beginn der Ausbildung

Nach Beginn der Ausbildung kann die Ausbildungszeit nur noch durch besonders gute Leistungen auf gemeinsamen Antrag von Auszubildendem und Ausbilder verkürzt werden. Voraussetzung ist, dass der Auszubildende in der betrieblichen Ausbildung und in der Berufsschule jeweils gute Leistungen und mindestens einen Notendurchschnitt von 2,49 nachweist.

Eine weitere Möglichkeit, die Ausbildungszeit um sechs Monate zu verkürzen, besteht darin, die Gesellen- oder Abschlussprüfung vorzeitig abzulegen. Auch hier müssen gute Leistungen sowohl im Betrieb als auch in der Berufsschule (Notendurchschnitt mindestens 2,49) nachgewiesen werden. Die Zulassung muss bei der zuständigen Handwerkskammer oder Innung gemeinsam von Auszubildendem und Betrieb beantragt werden.

Teilzeitberufsausbildung

Auf gemeinsamen Antrag von Auszubildendem und ausbildendem Betrieb kann eine Reduzierung der täglichen oder wöchentlichen Ausbildungszeit beantragt werden. Dadurch wird eine Teilzeitausbildung unter Beibehaltung der regulären Ausbildungsdauer ermöglicht. Voraussetzung ist, dass das Ausbildungsziel auch in der verkürzten Zeit erreicht wird. Gründe für eine Teilzeitausbildung können z. B. die Betreuung eines eigenen Kindes oder eines pflegebedürftigen nahen Verwandten des Auszubildenden sein.

Verlängerung der Ausbildungszeit

Eine Verlängerung der Ausbildungszeit kann z. B. bei starken Ausbildungsmängeln oder längeren, z. B. krankheitsbedingten Fehlzeiten erforderlich sein. Eine Verlängerung der Ausbildungszeit muss rechtzeitig bei der Handwerkskammer beantragt werden.

Wurde die Gesellen- bzw. Abschlussprüfung nicht bestanden, hat der Auszubildende Anspruch auf Verlängerung des Ausbildungsverhältnisses. Erforderlich ist auch hier ein schriftlicher Antrag an die Handwerkskammer.

Nähere Auskünfte erteilen die Ausbildungsberaterinnen und -berater der Handwerkskammern. Ihre/n zuständige/n Ansprechpartner/in finden Sie in unserer Datenbank »Ansprechpartner vor Ort«.

Weiterführende Links

Digitaler Berufsausbildungsvertrag in neuer Version verfügbar >>
Lehrstellen und Praktikumsbörse >>
Emnid-Befragung zum Thema »Ausbildungsabbrüche« [PDF] >>