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Ausbildungsintegrierte Studiengänge

Sie haben das Abitur geschafft und können sich nicht entscheiden, ob Sie eine Lehre machen oder doch lieber ein Studium aufnehmen sollen? Warum nicht beides miteinander kombinieren - mit einem »ausbildungsintegrierten Studiengang«.

Diese Ausbildungsform bietet Ihnen die Möglichkeit, mit dem Studium gleichzeitig eine Berufsausbildung in einem Handwerksbetrieb zu absolvieren. Nach dem Motto »Lehre plus Studium in einem« bieten vor allem Fachhochschulen insbesondere in Ingenieurwissenschaften, Betriebswirtschaftslehre, Informatik und Wirtschaftsinformatik ausbildungsintegrierte, auch kooperative Studiengänge genannt, an.

Ablauf der Ausbildung

Während der ersten Semester läuft das Studium parallel zur Ausbildung im Betrieb. Meist wird das Grundstudium zeitlich »gestreckt«: Die dadurch gewonnene Zeit wird für die Qualifizierung im Betrieb und die Berufsschule genutzt. Auch während der Semesterferien sind häufig Ausbildungsabschnitte im Betrieb eingeplant. Nach zwei bis drei Jahren erfolgt die Gesellen- bzw. Abschlussprüfung. Aber auch danach wird der Kontakt zum Betrieb in Form von regelmäßiger Mitarbeit, Praxissemestern und Projektarbeit im Rahmen der Diplomarbeit aufrecht erhalten.
Am Ende der meist vier- bis fünfjährigen Ausbildungs- und Studienzeit haben Sie sowohl einen Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf als auch ein Hochschuldiplom in der Tasche.

Zulassungsvoraussetzungen

  • Sie müssen über eine Hochschulzugangsberechtigung, in der Regel Fachhochschulreife oder Abitur, verfügen.
  • Zumeist ist auch ein abgeschlossener Ausbildungs- oder Kooperationsvertrag mit einem Betrieb Voraussetzung für die Einschreibung. Näheres erfahren Sie bei den Studienberatungsstellen der Hochschulen.

Vorteile eines ausbildungsintegrierten Studiengangs

Die Vorteile für die Studierenden liegen auf der Hand: Sie sparen viel Zeit, denn die Ausbildungsdauer ist insgesamt wesentlich kürzer als bei zwei aufeinander folgenden Ausbildungsgängen. Durch die enge Kooperation von Ausbildungsbetrieben und Hochschulen bieten die ausbildungsintegrierten Studiengänge eine sinnvolle Verzahnung von Theorie und Praxis. Die Absolventen gehen als hervorragend ausgebildete Fachkräfte aus dieser Ausbildung hervor, denen sich sehr gute Karrierechancen bieten. Nicht zu vergessen ist die finanzielle Unabhängigkeit während des Studiums, denn die Studenten erhalten von Anfang an eine Vergütung vom Betrieb.

Aber auch für die Betriebe bietet diese Art der Ausbildung wesentliche Vorteile: sie ermöglicht ihnen, leistungsstarken Nachwuchs aus den eigenen Reihen langfristig als Fach- und Führungskräfte an das Unternehmen zu binden. Es können ganz neue Wege des Technologietransfers aus den Hochschulen in die Betriebe beschritten werden, denn durch den Kontakt mit den Studierenden sind sie immer über die neuesten Entwicklungen in Forschung und Lehre informiert.

Aber...

Trotz aller Vorteile sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass ein ausbildungsintegriertes Studium ein hohes Maß an Ausdauer, Disziplin und Engagement verlangt. Doch der Einsatz lohnt sich: In einer Umfrage des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln gab fast die Hälfte der befragten Firmen an, Absolventen der ausbildungsintegrierten Studiengänge gegenüber Fachhochschulstudenten bei der Einstellung zu bevorzugen.

Angebote der Hochschulen

Eine Übersicht aller kooperativen Studiengänge bietet www.studienwahl.de, ein Portal der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung und der Bundesagentur für Arbeit. In der Rubrik »Studien- und Ausbildungsangebote -> Studiengänge« kann gezielt nach der Studienform »ausbildungsintegriert (Studium + Lehre)« gesucht werden.

Nähere Auskünfte zu den ausbildungsintegrierten Studiengängen erteilen die Studienberatungsstellen der jeweiligen Hochschulen sowie die Ausbildungsberaterinnen und -berater der Handwerkskammern. Ihre/n zuständige/n Ansprechpartner/in finden Sie in unserer Datenbank »Ansprechpartner vor Ort«

Interessante Links zum Thema:

  • www.studienwahl.de: »Studien- und Berufswahl Online«, Portal der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung und der Bundesagentur für Arbeit
  • www.hochschulkompass.de: Infoangebot der Hochschulrektorenkonferenz über alle deutschen Hochschulen und deren Studienangebote
  • www.bildungsportal.nrw.de: Portal des nordrhein-westfälischen Ministeriums für Schule und Weiterbildung mit umfangreichen Infos rund um das Thema Bildung

 

Weiterführende Links

Digitaler Berufsausbildungsvertrag in neuer Version verfügbar >>
Lehrstellen und Praktikumsbörse >>
Emnid-Befragung zum Thema »Ausbildungsabbrüche« [PDF] >>