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Die duale Ausbildung im Handwerk – Arbeiten und Lernen kombiniert

Die Berufsausbildung wird als dual (zweiseitig) bezeichnet, weil sie an zwei Lernorten stattfindet: im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Im Betrieb überwiegen die praktischen und in der Berufsschule die theoretischen Inhalte.
Wichtige rechtliche Grundlagen für die duale Berufsausbildung sind das Berufsbildungsgesetz (BBiG), die Handwerksordnung (HwO) sowie die jeweiligen Schulgesetze der Länder, in Nordrhein-Westfalen die Ausbildungsordnung Berufskolleg (APO-BK).

Der Ausbildungsbetrieb

Die Ausbildung im Betrieb richtet sich nach der für jeden staatlich anerkannten Ausbildungsberuf erlassenen Ausbildungsordnung. Darin sind u. a. die Ausbildungsdauer, Ausbildungsinhalte, Ausbildungsrahmenpläne und Prüfungsanforderungen für die jeweiligen Berufe geregelt.

Ergänzt wird die betriebliche Ausbildung in vielen Handwerksberufen durch Kurse in den überbetrieblichen Ausbildungszentren. Dort werden die Auszubildenden mit den modernsten Techniken und Technologien vertraut gemacht, die zum praktischen Aufgabenspektrum ihrer Berufsausbildung gehören.

Die Berufsschule

Die Ausbildung an den Berufsschulen richtet sich nach landeseinheitlichen Lehrplänen, die vom Schulministerium erlassen werden. Neben berufsbezogenen Fächern (ca. 60% der Unterrichtszeit) werden auch berufsübergreifende Fächer wie Deutsch / Kommunikation, Religion, Wirtschafts- und Sozialkunde und Sport / Gesundheitsförderung unterrichtet.
Der Unterricht erfolgt in der Regel entweder wöchentlich an jeweils ein oder zwei achtstündigen Unterrichtstagen oder zusammenhängend, d. h. wochenweise im Block.

Der Ausbildungsbetrieb ist verpflichtet, Lehrlinge zum Besuch des Berufsschulunterrichtes anzuhalten und für diese Zeit freizustellen. Die Unterrichtsstunden werden auf die Arbeitszeit angerechnet.

Nach Abschluss eines jeden Schuljahres erhalten die Schüler ein Zeugnis, in dem vermerkt ist, ob die Leistungsanforderungen der Klasse erfüllt wurden. Alle Schülerinnen und Schüler rücken automatisch in die nächste Klasse vor. Die Wiederholung einer Klasse erfolgt nur, wenn es zu einer Verlängerung des Berufsausbildungsverhältnisses kommt.

Der Berufsschulabschluss

Der Berufsschulabschluss wird unabhängig vom beruflichen Abschluss (Gesellen- / Abschlussprüfung) zuerkannt. Voraussetzung ist allerdings, dass die Leistungen am Ende des Bildungsganges den Anforderungen entsprechen.

  • Der Abschluss der Berufsschule ist dem Abschluss der Hauptschule nach der Klasse Typ A gleichwertig.
  • Wer die Berufsschule mit der Gesamtnote 3,0 oder besser abschließt, seine Gesellen- bzw. Abschlussprüfung besteht und die für die Fachoberschulreife notwendigen Englischkenntnisse nachweisen kann, erhält den Abschluss Fachoberschulreife.
  • Auch der Abschluss Fachhochschulreife kann in der Berufsschule erreicht werden, wenn die Voraussetzungen zur Erreichung der Fachoberschulreife erfüllt und zusätzlich Fächer besucht werden, die für den Erwerb der Fachhochschulreife erforderlich sind. Weitere Informationen erhalten Sie bei den Fachlehrerinnen und Fachlehrern des jeweiligen Bildungsganges.

Die Ausbildungsdauer

beträgt – je nach Beruf – zwischen 2 und 3½ Jahren. Eine Verkürzung oder Verlängerung der Ausbildungszeit bzw. eine Teilzeitberufsausbildung ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Auslandsaufenthalt

Bis zu einem Viertel der Ausbildungszeit kann – in Absprache mit dem ausbildenden Betrieb – im Ausland absolviert werden.

Nähere Auskünfte erteilen die Ausbildungsberaterinnen und -berater der Handwerkskammern. Ihre/n zuständige/n Ansprechpartner/in finden Sie in unserer Datenbank »Ansprechpartner vor Ort«.

Weitere Themen rund um die »Ausbildung im Handwerk«

Interessante Links im Internet:

  • www.lehrstellen.org: Lehrstellenbörsen der nordrhein-westfälischen Handwerkskammern
  • www.handfest-online.de: Informationen zu Ausbildungsberufen und Karrieremöglichkeiten im Handwerk
  • www.teamhandwerk.de: Ausbildungsplattform des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) mit Tipps, Links und Informationen zu Handwerksberufen, Lehrstellen und Praktikumsplätzen
  • www.berufsinfo.org: »Infocenter Ausbildungsberufe im Handwerk« von der Handwerkskammer zu Köln, u.a. mit allen Ausbildungsordnungen und Ausbildungsvergütungen
  • BERUFENET: umfangreiche Informationsseiten der Bundesagentur für Arbeit zu allen Ausbildungsberufen
  • www.ausbildungplus.de: u.a. mit umfangreichen Informationen zu Zusatzqualifikationen für Auszubildende
  • www.jaau.nrw.de: Informationen rund um Berufswahl, Ausbildung, Berufsleben und Arbeitslosigkeit
  • www.berufsbildung.nrw.de: Bildungsportal Nordrhein-Westfalen mit vielfältigen Informationen auch zum Thema Berufliche Bildung
  • www.ausbildungsberatung-nrw.de: Online-Ausbildungsberatung der Handwerkskammern in Nordrhein-Westfalen
  • www.tarifregister.nrw.de: Informationen zum Tarifvertragsrecht, u. a. Ausbildungsvergütungen und Anfangsentgelte im 1. Berufsjahr

 

Weiterführende Links

Digitaler Berufsausbildungsvertrag in neuer Version verfügbar >>
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Emnid-Befragung zum Thema »Ausbildungsabbrüche« [PDF] >>