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WHKT-REPORT 11/2016

Gute Konjunktur bringt Umsatzzuwächse und Beschäftigungsaufbau im NRW-Handwerk

Eine ausgezeichnete Stimmung im NRW-Handwerk hat das aktuell erschienene Konjunkturbarometer des Westdeutschen Handwerkskammertages feststellen können. Die weiterhin gute Konjunkturlage habe einen Großteil der Handwerksbetriebe mitgezogen und so den Geschäftsklimaindex mit 91% auf den höchsten Wert seit Beginn der Konjunkturumfrage steigern können. Auch wenn nicht jeder Betrieb in gleicher Weise davon profitieren werde, so das Konjunkturbarometer, erreiche diese Entwicklung alle Regionen, Branchen und Betriebsgrößen in NRW.

Besonders erfreulich schätzt die Umfrage die deutlichen Signale für Beschäftigungsaufbau ein. Obwohl alle Branchen um Nachwuchs und Fachkräfte zu kämpfen hätten, habe das Handwerk zusätzliche Stellen besetzen können. Sowohl das gestiegene Erwerbspersonenpotential durch die Zuwanderung aus EU-Staaten als auch die positiven Wirkungen der Imagekampagne könnten dafür relevante Faktoren sein, so das Konjunkturbarometer.

Die aktuelle Ausgabe des WHKT-Konjunkturbarometers mit dem Titel »Ausgezeichnete Stimmung im NRW-Handwerk – Gute Konjunktur bringt Umsatzzuwächse und Beschäftigungsaufbau« kann kostenlos beim WHKT angefordert oder aber als PDF-Datei heruntergeladen werden unter: www.whkt.de/konjunkturbarometer. Ansprechpartnerin: Martina Groß, Tel.: 0211/3007-714, Fax: 0211/3007-900, E-Mail: martina.gross(at)whkt.de.

Veranstaltung: Handwerkstage NRW 2016 mit umfangreichem Programm

Ein umfang- und abwechslungsreiches Programm bieten die diesjährigen Handwerkstage NRW, die vom 18.–19.11.2016 in Köln stattfinden werden.
    Neben Vorstandssitzungen von LFH und NWHT, der NRW-Handwerksratssitzung und der Jahrestagung der Sachverständigen der HWK zu Köln stehen zudem drei Veranstaltungen auf dem Programm, an denen auch NRW-Handwerksminister Garrelt Duin teilnehmen wird: die Verleihung des Europäischen Handwerkspreises, der Rheinische Abend sowie der 5. Meistertag NRW.

Weitere detaillierte Informationen finden Sie unter: www.handwerkstage.de

Veranstaltung: 5. Meistertag NRW steht kurz bevor

Ein zugleich unterhaltsames wie inhaltlich hochkarätiges Programm erwartet die Besucher des 5. Meistertages NRW am 19.11.2016 im Herbrand's in Köln: Unter Moderation von Bernd Stelter werden NRW-Handwerksminister Garrelt Duin, NRW-Arbeitsminister Rainer Schmeltzer, WHKT-Präsident Hans Hund und WHKT-Hauptgeschäftsführer Reiner Nolten in den Dialog treten.

Gespannt darf man auch auf den Vortrag von Patrick D. Cowden sein. Der frühere Topmanager sieht für die Zukunft ein vollkommenes Umdenken in den Unternehmen: Der Mensch steht im Mittelpunkt.

Zudem werden im Rahmen der Veranstaltung Bewilligungsbescheide zur Meister-Gründungsprämie durch Minister Duin und dem LGH-Vorsitzenden Hans-Joachim Hering überreicht.

Und dass Bernd Stelter es sich nicht nehmen lässt, das Programm unterhaltsam abzurunden, muss wohl nicht erwähnt werden.

Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Online-Anmeldung unter www.meistertag-nrw.de.

Verfahrensablauf festgelegt: Projekt »ValiKom« nähert sich dem Ende der Entwicklungsphase

In der Sitzung der Steuerungsgruppe Anfang November wurde ein entscheidender Meilenstein erreicht: der genaue Ablauf des Validierungsverfahrens ist nun festgelegt. Es ist besonders praxisorientiert gestaltet und fokussiert auf die vorhandenen, praxiserprobten Kompetenzen der Antragstellenden. Das Verfahren orientiert sich an den Prozess-Schritten der EU-Ratsempfehlung zur Validierung non-formalen und informellen Lernens:

Information & Beratung: Die Antragstellenden erhalten durch einen Berater alle Informationen über das Verfahren. In diesem Prozessschritt legen die Antragstellenden auch den Berufsabschluss fest, der als Referenz für die Validierung dient.

Dokumentation: Im Zentrum des gesamten Verfahrens stehen die Stärken der Antragstellenden. Nur Tätigkeitsbereiche, in denen sie sich als kompetent einschätzen, gehen in das weitere Verfahren ein. Mithilfe eines Selbsteinschätzungsbogens geben die Antragstellenden daher vorab an, wie ausgeprägt ihre Kompetenzen in den einzelnen Tätigkeitsbereichen des Referenzberufs sind.

In einem Bilanzierungsbogen werden zusätzlich die relevanten beruflichen Stationen, Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie weitere Kompetenzen erfasst, die von Belang sein können (z.B. PC-Kenntnisse, Vereinstätigkeiten). Weitere Dokumente (z.B. Arbeitszeugnisse) dienen dazu, die Angaben zu belegen.

Bewertung: Im Rahmen einer Fremdbewertung durch einen Berufsexperten weisen die Antragstellenden ihre Kompetenzen in diesem Prozess-Schritt praktisch nach. Die Fremdbewertung kann z.B. ein Fachgespräch oder eine Arbeitsprobe umfassen. Sie wird ausschließlich in Tätigkeitsbereichen durchgeführt, bei denen die Antragstellenden angeben, dass sie über ausreichende Kompetenzen verfügen.

Zertifizierung: Nach erfolgreichem Durchlaufen des Validierungsverfahrens erhalten die Antragstellenden ein Validierungszertifikat von der Kammer, das die volle oder teilweise Gleichwertigkeit ihrer Qualifikation mit dem Referenzberuf ausweist.

Mit diesem Verfahrensablauf startet das Projekt 2017 in die Erprobungsphase, in der die beteiligten Kammern bis Anfang 2018 mindestens 160 Validierungsverfahren durchführen werden.

An dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Verbundprojekt sind die Handwerkskammern Dresden, Hannover, München und Oberbayern und Münster sowie die Industrie- und Handelskammern Halle-Dessau, Köln, München und Oberbayern und Stuttgart und das Forschungsinstitut für Berufsbildung im Handwerk an der Universität zu Köln (FBH) sowie der WHKT beteiligt. Der WHKT hat die Projektleitung inne. Alle Details zum Projektvorhaben sind unter www.validierungsverfahren.de  erhältlich.

»Kein Abschluss ohne Anschluss«: Berufsorientierung in der Sekundarstufe II und für Geflüchtete

Zwei weitere Baustellen in KAoA sollen in Kürze geschlossen werden. So ist die Berufsorientierung für Flüchtlinge, die nicht die Klassen 8 und 9 besuchen, weil sie in einem höheren Alter erst nach Deutschland kommen, genauso wie die Berufsorientierung in der Sekundarstufe II bislang ungelöst.

Noch in diesem Schuljahr wird das neue, vom Land NRW angekündigte Instrument zur Berufsorientierung »KaoA kompakt« modellhaft eingeführt und damit erprobt, um diejenigen zu erreichen, die (als Flüchtlinge/Zuwanderer) erst in Klasse 10 der allgemein bildenden Schule oder im Berufskolleg (insbesondere in Internationalen Förderklassen) ankommen und vorher keine Schule in NRW besuchten. Es sind 10.000 Plätze vorgesehen. Ab dem nächsten Schuljahr soll es dann flächendeckend eingeführt werden.

Die Berufsorientierung in der Sekundarstufe II an allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen stand bislang noch nicht intensiv im Mittelpunkt der Erörterungen im Ausbildungskonsens. Um zu einer Lösung zu kommen, hat die Landesregierung einen ganztägigen Workshop unter Beteiligung der Kon­senspartner, Schulvertretern und Schulaufsicht sowie Kommunalen Koordinierungsstellen durchgeführt. Hieraus haben sich erste Ansätze ergeben, die in der entsprechenden Arbeitsgruppe des Ausbildungskonsenses aufgegriffen werden. Wie die Mindeststandards aussehen werden, ist noch nicht vereinbart. Jedoch gehört dazu vermutlich ein Praktikum, ein exemplarischer Einblick in die Hochschule sowie die angeleitete Selbstreflexion zur beruflichen Zukunft. Eine interessante Idee in der Diskussion ist das Festlegen von bestimmten Instrumenten und weiteren Wahlpflichtbestandteile, um die Orientierung individuell gestalten zu können und z. B. diejenigen, die für sich festgelegt haben, eine duale Ausbildung nach der Oberstufe zu beginnen, nicht zwangsläufig mit Hochschulen zu beglücken und umgekehrt, den Weg der dualen Ausbildung nicht intensiv zu beleuchten, wenn nur noch die Wahl des genauen Studienganges bzw. der Hochschule offen ist.

Förderprogramm »Integration durch Qualifizierung (IQ)«: Online-Datenbank bringt Betriebe und Geflüchtete zusammen

Betriebe aus NRW können ihre Praktikums-, Beschäftigungs- oder Ausbildungsangebote im Netz unter www.iq-netzwerk-nrw.de/integrationsbetrieb einstellen. Die Vermittlung der betrieblichen Angebote in der Region erfolgt jeweils über registrierte Beraterinnen und Berater, die auf die Daten online zugreifen und für eine möglichst passgenaue Vermittlung entlang der vorhandenen Kompetenzen und Interessen der Bewerberinnen und Bewerber sorgen.

Eine freie Veröffentlichung der betrieblichen Angebote im Internet erfolgt nicht. Zudem erhält jeder eingetragene Betrieb einen persönlichen Zugang, so dass die Einträge jederzeit inhaltlich angepasst oder auch bei Bedarf vollständig gelöscht werden können. Der gesamte Service ist kostenfrei. Anbieter ist das IQ Netzwerk NRW, welches der Westdeutsche Handwerkskammertag auf Landesebene koordiniert. Kooperationspartner des Datenbank-Services sind die IHK NRW sowie die Landwirtschaftskammern in NRW. 

Um den Einsatz der Datenbank für alle Nutzerinnen und Nutzer zu verbessern, ist nun zusätzlich eine mobile Tablet- bzw. Smartphone-Version entstanden. Diese kann über www.iq-netzwerk-nrw.de/ib-nrw als Webapp gestartet werden. Die Plattform www.iq-netzwerk-nrw.de/integrationsbetrieb bietet außerdem praxisnahe Infos zur Beschäftigung von Fachkräften mit unterschiedlichem Aufenthaltsstatus sowie zahlreiche Kontaktdaten zu Ansprechpartnern und Anlaufstellen.

Das Förderprogramm »Integration durch Qualifizierung« zielt auf die nachhaltige Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Erwachsenen mit Migrationshintergrund ab. Das Programm wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördert. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Bundesagentur für Arbeit (BA).

Förderprogramm »Integration durch Qualifizierung (IQ)«: Workshop zum Querschnittsziel »Gleichstellung« in ESF geförderten Projekten

Am 24.10.2016 fand im Westdeutschen Handwerkskammertag ein Workshop zum Querschnittsziel »Gleichstellung« in ESF geförderten Projekten statt. Geleitet wurde der interaktive Workshop von den Referentinnen Anna-Maria Weihrauch, mobiles IQ-Beratungsteam des WHKT und Esther Keiser, IQ Landeskoordinierung NRW. Die Gruppe der Teilnehmenden setzte sich zusammen aus IQ Mitarbeitenden aus der Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung, der interkulturellen Kompetenzentwicklung und der IQ Landeskoordinierung NRW. Inhalte des Workshops waren: Der Begriff Gender aus soziologischer Sicht, die rechtliche Verankerung des ESF-Querschnittziels "Gleichstellung" auf europäischer Ebene und auf Bundesebene, Gender Mainstreaming als Strategie des übergeordneten Ziels Gleichstellung und gendersensible Sprache für die Projektarbeit als ein Tool des Gender Mainstreamings.

Im ersten Teil des Workshops stand eine mit Übungen gespickte soziologische Einführung in das Thema im Vordergrund sowie die rechtliche Verortung des ESF-Querschnittsziels »Gleichstellung«. Der zweite – sehr praxisorientierte – Teil des Workshops beantwortete die Fragen, wozu gendersensible Sprache dient und wie diese umgesetzt werden kann. Im Rahmen des Praxistransfers stellten die Teilnehmenden ihre Ideen zur sinnvollen und umsetzbaren Anwendung der gendersensiblen Sprache für ihre Projekte vor. Dabei ging es beispielsweise darum, auch die schon bestehenden Texte (print und online) auf gendersensible Sprache hin zu untersuchen und ggf. anzupassen. Darüber hinaus wurde zudem deutlich, dass ein gendersensibler Sprachgebrauch sich nicht nur auf die geschriebene Sprache begrenzen, sondern auch im alltäglichen Sprachgebrauch angewendet werden sollte. Hier waren sich alle Teilnehmenden einig: Das geht nicht ohne üben, üben, üben.

Das Förderprogramm »Integration durch Qualifizierung« zielt auf die nachhaltige Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Erwachsenen mit Migrationshintergrund ab. Das Programm wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Bundesagentur für Arbeit (BA).

Handwerk in NRW wendet sich an Ministerpräsidentin Kraft: Handwerksrechtliche Luftreinhaltepolitik: »Blaue Plakette« – »Große Verunsicherung«

Von Seiten des Landes Baden-Württemberg wurde ein neuer Antrag zur Änderung der »Kennzeichnungsverordnung« zur Einführung einer »Blauen Plakette«  in den Bundesrat eingebracht, der für den 4. November 2016 zur Abstimmung ansteht.

Die trotz der ablehnenden Voten der Bundesregierung und der Verkehrsministerkonferenz weiterlaufende Diskussion über Fahrverbote für Dieselfahrzeuge führt zu großen Verunsicherungen unter den Handwerksbetrieben. 

Der Westdeutsche Handwerkskammertag hat sich dafür ausgesprochen, dass die Debatte über Luftreinhaltemaßnahmen dringend zu versachlichen ist und den Handwerksbetrieben eine langfristige Planungs- und Rechtssicherheit gegeben wird. Die Umsetzung des vorliegenden Verordnungsantrages des Landes Baden Württemberg würde jedoch dazu führen, dass unterschiedslos alle Dieselfahrzeuge unterhalb Euro 6/VI von Fahrverboten in innerstädtischen Umweltzonen bedroht wären. Regelungen zu Übergangsfristen finden sich zudem nicht in dem Entwurf.

»Aus Sicht des Handwerks wären Fahrverbote auch für die Nutzfahrzeuge der Handwerksbetriebe ökonomisch wie ökologisch der falsche Weg und kämen einer nicht zu rechtfertigenden Enteignung von Betriebsvermögen gleich«, so Reiner Nolten, Hauptgeschäftsführer des Westdeutschen Handwerkskammertages.

Das Handwerk in Nordrhein-Westfalen spricht sich daher für einen Neuanfang der Luftreinhaltepolitik und umfassende, ebenso zielgerichtete wie verhältnismäßige Maßnahmen aus, die die Luft verbessern und die Städte lebensfähig erhalten. Dem Antrag des Landes Baden-Württemberg sollte jedenfalls im Bundesrat nicht zugestimmt werden.

Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks: Landesbester Handwerksnachwuchs wurde geehrt

In einmaliger Atmosphäre feierten am 29. Oktober 2016 82 Gesellinnen und Gesellen mit ihren Angehörigen und Ausbildungsbetrieben sowie Ehrengästen den dritten Sieg im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks in Folge. Sie haben sich auf Innungsebene, Kammerebene und auf Landesebene als Beste bewiesen – aus etwas 25.000 erfolgreichen Absolventen des letzten Prüfungsjahrganges.

In der »Alten Kaue« der ehemaligen der Zeche Hansemann, heute ein in Deutschland renommiertes Bildungszentrum insbesondere für Gerüstbauer, war alles vorhanden, was man für die Siegerfeier benötigte: Gratulanten, allen voran Dr. Norbert Walter-Borjans als Vertreter der Schirmherrin Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Musik (Max im Parkhaus), der deutsche Meister im Beatboxen »Kevin O‘Neal«, eine Ausstellung ausgewählter Siegerstücke und einen Festsaal, wie er seinesgleichen sucht.  

In einer Talkrunde gab es eine große Anerkennung für die Toptalente des Handwerks und große Worte über die hochwertige und umfassende handwerkliche Ausbildung der Unternehmen und zur bedeutenden Rolle der überbetrieblichen Lehrwerkstätten, die die Betriebe bei der Ausbildung unterstützen.

Für die Siegerinnen und Sieger standen u. a. auf der Bühne: Dr. Norbert Walter-Borjans, Minister im Finanzministerium des Landes NRW, Hans Hund, Präsident des Westdeutschen Handwerkskammertages (WHKT), Berthold Schröder, Präsident der Handwerkskammer Dortmund, Lorena Mattes, ehemalige Landes- und Bundessiegerin, Daniel Schubert, Landessieger 2016, und Klaus Feuler, Vizepräsident der Handwerkskammer Dortmund.

Die Siegerinnen und Sieger 2016 messen sich nun mit den Preisträgern aus den anderen Bundesländern und können sich in einigen Berufen auch für die internationale Berufsolympiade qualifizieren.

Chancen der Digitalisierung – Möglichkeiten für Handwerksbetriebe: Handwerk in NRW befasst sich mit Einzelhandelslabor Südwestfalen

Im Rahmen des Arbeitskreises Planung und Umwelt haben sich Vertreter der Handwerkskammern in Nordrhein-Westfalen und der Fachverbände mit den Möglichkeiten und den Chancen der Digitalisierung für Handwerksbetriebe befasst. So wurde das Projekt »Einzelhandelslabor Südwestfalen« vorgestellt. Projektpartner sind die IHK Arnsberg, die Südwestfälische IHK zu Hagen, die Universität Siegen, das Competence Center eCommerce und das Forschungsinstitut für Regional- und Wissensmanagement. 

Hintergrund des Projektes ist, dass sich mit der Digitalisierung das Konsumverhalten stark verändert hat und 85 Prozent der Deutschen mittlerweile laut Statistischem Bundesamt im Internet surfen und 51 Prozent mit dem Tablet oder Smartphone im Netz unterwegs sind. Die Mehrheit der Konsumenten kauft heute selektiv – mal online, mal in stationären Geschäften – immer abhängig von der Situation, dem Kaufanlass oder dem Produkt. Diesem Cross-Channel-Informations- und Kaufprozess müssen nicht nur Einzelhändler sondern auch Handwerksunternehmen mit einer auf ihr Geschäftsmodell abgestimmten Strategie begegnen. Genau hier setzt das Projekt »Einzelhandelslabor Südwestfalen« an. Vor Ort werden gemeinsame Ideen entwickelt, wie digitale Werkzeuge für den lokalen Einzelhandel genutzt werden können, um zukünftig wettbewerbsfähig zu sein. Auch die Handwerkskammern in NRW werden sich für die Handwerksbetriebe mit der Thematik intensiv befassen. 

Die Routen der Klima-Kompetenz Handwerk: Handbuch zum Partnerkonzept des nordrhein-westfälischen Handwerks zur KlimaExpo.NRW erschienen

Klimaschutz ist eine Zukunftsaufgabe ersten Ranges. Das Handwerk sieht sich als ein wichtiger Partner und fokussiert dabei auf die Erreichung der definierten Klimaschutzziele im Gebäudesektor, die Zukunftsfähigkeit der Betriebe durch Energieeffizienz und stringente Energiedienstleistungen und die Stärkung der handwerklichen Strukturen durch Gewinnung und Sicherung von Fachkräften zur Umsetzung der Zukunftsaufgabe Klimaschutz.

Die »Handwerksoffensive Energieeffizienz NRW« ist eine Gemeinschaftsinitiative der Dachverbände des Handwerks in NRW: Nordrhein-Westfälischer Handwerkstag, Westdeutscher Handwerkskammertag, Unternehmerverband Handwerk NRW und Landesarbeitsgemeinschaft der Kreishandwerkerschaften.    

Die Handwerksoffensive Energieeffizienz NRW wird mit der Entwicklung von »Klima-Kompetenz-Routen« einen aktiven Beitrag zur KlimaExpo.NRW leisten. Durch die Auszeichnung klimafreundlicher
Gebäude, klimagerecht wirtschaftender Handwerksunternehmen und vorbildlicher Aktivitäten der handwerklichen Bildungseinrichtungen sollen Kompetenz und Leistungsfähigkeit des Handwerks auf Basis konkreter Qualitätsstandards sichtbar gemacht und dadurch weitere Handwerksunternehmen, aber auch Bauherren, Immobiliennutzer und Arbeitnehmer zum Mitmachen motiviert werden.

Nun ist im Auftrag des Lenkungskreises ein Handbuch zum Routenkonzept des Handwerks mit zahlreichen Informationen für die Bewerbung und Veröffentlichung  erschienen. Das Handbuch erläutert das Konzept der Klima-Kompetenz-Routen und skizziert das Bewerbungs- und Veröffentlichungsverfahren. Es beschreibt das System der Routen und stellt die beteiligten Partner und ihre Intension vor. Zudem werden der Nutzen und die Verwertungszusammenhänge der Veröffentlichung der guten Beispiele und das Bewerbungsverfahren sowie das Bearbeitungsverfahren durch die zuständigen Betreuer in den Handwerkskammern erläutert.

Personalia

Abteilungsleiter für Arbeit und Qualifizierung im nordrhein-westfälischen Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales, Ministerialdirigent Roland Matzdorf, ist durch den WHKT-Präsidenten Hans Hund mit der Goldenen Ehrennadel des Westdeutschen Handwerkskammertages ausgezeichnet worden.

Personelle Änderungen beim Westdeutschen Handwerkskammertag: Hans Hund, Präsident der Handwerkskammer Münster, ist neuer Präsident des Westdeutschen Handwerkskammertages. Sein neuer Arbeitgeber-Vizepräsident ist Berthold Schröder. Wiedergewählt wurde Arbeitnehmer-Vizepräsident Felix Kendziora.

Willy Hesse, der nicht mehr zur Wahl angetreten war, wurde zum Ehrenpräsidenten des Westdeutschen Handwerkskammertages ernannt.

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen hat WHKT-Hauptgeschäftsführer Reiner Nolten in den Stiftungsrat der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW berufen.

Buchtipp: »Rheinischer Kapitalismus« – etwas Anderes, als die meisten damit verbinden

Pfarrer Franz Meurer, von mehreren WHKT-Veranstaltungen wohl bekannt, hat gemeinsam mit Jochen Ott und Peter Sprong das Buch »Rheinischer Kapitalismus« im Jahr 2014 veröffentlicht, was angesichts der gescheiterten Kandidatur von Ott um den Kölner Oberbürgermeister aufgrund von Neutralität nicht so in den Mittelpunkt treten konnte, wie es vielleicht gerechtfertigt wäre.

Wer »rheinischer Kapitalismus« hört, wird an »Fringsen« denken und sicherlich Konrad Adenauer im Auge haben, doch geprägt wurde der Begriff rheinischer Kapitalismus erst vom französischen Wirtschaftswissenschaftler Michel Albert 1991 mit seinem Buch »Kapitalismus contra Kapitalismus«. Er stellte den rheinischen Kapitalismus dem neo-amerikanischen Modell der kapitalistischen Marktwirtschaft gegenüber und nahm damit tatsächlich die Annäherung wahr an die deutsche Version der sozialen Marktwirtschaft, die man mit Adenauers Zeiten, also vor allen Dingen mit den Namen Erhard oder Müller-Armack und Röpke verband.

Dass ein Newsletter des Handwerks hierauf Bezug nimmt, ist kein Zufall. Nicht weil Meurer und Kollegen den Buchtitel mit dem Untertitel »eine Streitschrift für mehr Gerechtigkeit« versehen haben, sondern weil es um eine gemeinwohlorientierte Wirtschaftsordnung geht.

Hierfür braucht das Handwerk keine Gesetze, keine Rahmenbedingungen. Handwerk ist engagiert, persönlich und ehrenamtlich tätig. Hierzu zählt nicht der Shareholder Value, hier zählt nicht das Heute, sondern die nächste Generation.

Auch wenn nicht jeder Handwerker jede Zeile des Buches teilen wird, lesenswert ist es allemal.

Terminvorschau

16.11.2016 | Düsseldorf: 24. Sitzung der Enquete-Kommission des Landtags NRW »Zukunft für Handwerk und Mittelstand in Nordrhein-Westfalen gestalten – Qualifikation und Fachkräftenachwuchs für Handwerk 4.0 sichern, Chancen der Digitalisierung nutzen, Gründungskultur und Wettbewerbsfähigkeit stärken«

18.11.–19.11.2016 | Köln: Handwerkstage NRW 2016, www.handwerkstage.de

18.11.2016 | Köln: Verleihung des Europäischen Handwerkspreises an Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio, Richter des Bundesverfassungsgerichts a.D.

18.11.2016 | Köln: Rheinischer Abend mit NRW-Handwerksminister Garrelt Duin

19.11.2016 | Köln: 5. Meistertag NRW mit NRW-Handwerksminister Garrelt Duin, NRW-Arbeits­minister Rainer Schmeltzer und Bernd Stelter, www.meistertag-nrw.de

21.11.2016 | Düsseldorf: 25. Sitzung der Enquete-Kommission des Landtags NRW »Zukunft für Handwerk und Mittelstand in Nordrhein-Westfalen gestalten – Qualifikation und Fachkräftenachwuchs für Handwerk 4.0 sichern, Chancen der Digitalisierung nutzen, Gründungskultur und Wettbewerbsfähigkeit stärken«

25.11.2016 | Düsseldorf: 26. Sitzung der Enquete-Kommission des Landtags NRW »Zukunft für Handwerk und Mittelstand in Nordrhein-Westfalen gestalten – Qualifikation und Fachkräftenachwuchs für Handwerk 4.0 sichern, Chancen der Digitalisierung nutzen, Gründungskultur und Wettbewerbsfähigkeit stärken«

28./29.11.2016 | Raesfeld: Klausurtagung der Enquete-Kommission des Landtags NRW »Zukunft für Handwerk und Mittelstand in Nordrhein-Westfalen gestalten – Qualifikation und Fachkräftenachwuchs für Handwerk 4.0 sichern, Chancen der Digitalisierung nutzen, Gründungskultur und Wettbewerbsfähigkeit stärken«

01.12.2016 | Kammerbezirk Aachen: WHKT-Hauptgeschäftsführer-Konferenz

07.12.2016 | Düsseldorf: Schülermesse GenoGenial

12.12.2016 | Düsseldorf: 29. Sitzung der Enquete-Kommission des Landtags NRW »Zukunft für Handwerk und Mittelstand in Nordrhein-Westfalen gestalten – Qualifikation und Fachkräftenachwuchs für Handwerk 4.0 sichern, Chancen der Digitalisierung nutzen, Gründungskultur und Wettbewerbsfähigkeit stärken«

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